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Holzem (Wachtberg)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Holzem
Gemeinde Wachtberg
Koordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(213)&title=Holzem 50° 37′ N, 7° 6′ OKoordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(213) 50° 37′ 27″ N, 7° 6′ 16″ O
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Höhe: 215 m ü. NHN
Einwohner: 213 (2024)<ref name="Einwohner-Quelle">Ortschaften. Gemeinde Wachtberg, abgerufen am 23. Oktober 2025.</ref>
Eingemeindung: 1. August 1969
Postleitzahl: 53343
Vorwahl: 0228
Lage von Holzem in Nordrhein-Westfalen
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Holzem ist eine Ortschaft in der Gemeinde Wachtberg im Rhein-Sieg-Kreis in Nordrhein-Westfalen, südlich von Bonn.

Datei:Holzem (Wachtberg) 002.JPG
Holzem (Wachtberg), Luftaufnahme (2015)

Geographie

Die rund 248 ha<ref name="gemeindelexikon">Vorlage:Gemeindelexikon Preußen 1885</ref> große Gemarkung Holzem liegt westlich des 258 m hohen Wachtbergs, nach dem die Gemeinde Wachtberg im Jahr 1969<ref name="Hausmannns">Barbara Hausmanns: Wachtberg – Aus dreizehn Dörfern wird eine Gemeinde. Hrsg.: Gemeinde Wachtberg. 2011, S. 20–21.</ref> benannt wurde. In der Gemarkung entspringt der Ölbach, der nördlich der Burg Gudenau in Villip in den Godesberger Bach mündet.

Geschichte

Der Name Holzem geht auf die Ritter von Holtzheim zurück, die Burgmänner von Are waren und deren Stammsitz in der Nähe von Neuss lag. Sie errichteten „irgendwann im 11. oder 12. Jahrhundert“<ref name="Müller" details="S. 171">Franz Müller: Leben rund um den Wachtberg. Eine Zeitreise durch 30.000 Jahre Geschichte einer rheinischen Landschaft. Wachtberg 1993, ISBN 3-925551-60-3, S. 170–171, 227, 255–260.</ref> in dem bewaldeten Gebiet südlich von Villip eine Hofanlage. Diese und ein später errichteter weiterer Hof waren bis ca. 1400 im Besitz der Ritter von Holtzheim.

Datei:Wappen-Herren-von-Holtzheim.png
Wappen der Ritter von Holtzheim, Darstellung in Acryl auf Leinwand des Künstlers Alexander M. Freiherr von Randerath

Um diese Zeit gingen die Holtzheimer Höfe auf Eva von Holtzheim über, sie war die Gemahlin des Johann von Kettge, dem Inhaber der Burg Ringsheim. Die Familie von Kettge blieb bis 1499 im Besitz der Holtzheimer Höfe, dann entschloss sich Dietrich von Kettge zum Verkauf an Wilhelm von Stein genannt Tricht<ref>Franz Müller, Leben rund um den Wachtberg S. 171; nach einer Verkaufsurkunde vom 11.03.1499, Archiv Schloß Harff, Best. Gudenau, Nr. 4, S. 285</ref>.

1566 gelangte Otto Waldbott von Bassenheim zu Gudenau in das Eigentum der Höfe. Dieser war vermählt mit Johanna Scheiffart von Merode zu Bornheim, einer Nachfahrin der Ritter von Holtzheim. Ihr Urgroßvater Johann von Hompesch, der mit seiner Gemahlin Katharina von Geisbusch das Triptychon zu St. Georg (Frauenberg) anlässlich ihrer Hochzeit 1477 stifteten, war der Urenkel der Eva von Holtzheim und des Johann von Kettge zu Ringsheim<ref>Ernst von Oidtman, Genealogische Sammlung; Alexander M. v. Randerath, Ascendenten der Freiherren von Randerath zu Horrich, Selbstverlag der Familie 2017</ref>.

Holzem gehörte zusammen mit Pech und Villip (mit Villiprott) zur Reichsherrschaft Villip, die von den Waldbotts von Bassenheim und später den von der Vorst–Lombecks von der Burg Gudenau aus regiert wurde.<ref name="Müller" />

1798 bildeten die Franzosen aus den von da an selbstständigen drei Ortschaften Holzem, Pech und Villip sowie den sieben Ortschaften des Drachenfelser Ländchens die Mairie Villip im Land-Kanton Bonn.<ref>Handbuch für die Landleute vom Rhein-Mosel-Departement, 1808, S. 126 (www.dilibri.de)</ref> Holzem wurde 1816 nach Übernahme durch die Preußen Teil der Bürgermeisterei Villip, die 1930 in Amt Villip umbenannt wurde. Seit dem 1. August 1969 ist Holzem eine Ortschaft der neu gegründeten Gemeinde Wachtberg. Grundlage dafür bildet das Gesetz zur kommunalen Neugliederung des Raumes Bonn (Bonn-Gesetz).<ref>Martin Bünermann: Die Gemeinden des ersten Neugliederungsprogramms in Nordrhein-Westfalen. Deutscher Gemeindeverlag, Köln 1970, S. 83.</ref>

Persönlichkeiten

Der Tenor Anton Raaff (* 6. Mai 1714 in Gelsdorf, † 28. Mai 1797 in München) ist in Holzem aufgewachsen und war zeitlebens mit Holzem verbunden. Eine Gedenktafel erinnert an den international berühmten Tenor, zu dessen Freunden auch Wolfgang Amadeus Mozart zählte.<ref name="Müller" />

Sehenswürdigkeiten

Im Süden des Siedlungsgebiets befindet sich die auf den Heiligen Johannes von Nepomuk geweihte Kapelle. Sie wird nach ihrem Stifter auch als Anton–Raaff–Kapelle bezeichnet. Die einschiffige Kapelle wurde 1744 errichtet.<ref>Die Bildergalerie im Erzbistum Köln – Kapelle St. Johannes Nepomuk in Wachtberg-Holzem, Erzbistum Köln</ref> Sie war bis zum 31. Dezember 2009 katholische Kapelle in der Pfarrei St. Simon und Judas Thaddäus, Villip. Seit 2010 gehört sie zu der Pfarrei St. Marien Wachtberg.<ref>Amtsblatt des Erzbistums Köln,<templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Stück 1, 1. Januar 2010, Nr. 37 (Memento vom 29. August 2013 im Internet Archive)</ref>

Ortsvertretung

Villip (einschl. Villiprott) und Holzem bilden eine gemeinsame Ortsvertretung.<ref>Hauptsatzung der Gemeinde Wachtberg vom 02.09.2014 (PDF, rd. 50 kB)</ref>

Literatur

  • Franz Müller: Leben rund um den Wachtberg. Eine Zeitreise durch 30.000 Jahre Geschichte einer rheinischen Landschaft. Wachtberg 1993, ISBN 3-925551-60-3.

Weblinks

Commons: Holzem – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

<references />

Vorlage:Klappleiste/Anfang

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Vorlage:Klappleiste/Ende