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Holunderöl

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Holunderöl
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Holunderfrüchte
Holundersamen
Andere Namen
  • Holundersamenöl
  • Holunderkernöl
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Rohstoffpflanze(n) Schwarzer Holunder (Sambucus nigra)

Kanadischer Holunder (Sambucus nigra subsp. canadensis)

Farbe

grünlich-gelb

Fettsäuren in den Fetten
Ölsäure 4–14 %<ref name="Franc">Francisc Vasile Dulf, Ioan Oroian u. a.: Lipid Classes and Fatty Acid Regiodistribution in Triacylglycerols of Seed Oils of Two Sambucus Species (S. nigra L. and S. ebulus L.). In: Molecules. 18(10), 2013, S. 11768–11782, doi:10.3390/molecules181011768.</ref><ref name="Duke">James A. Duke: Handbook of Medicinal Herbs. CRC Press, 1985, S. 423.</ref>
Linolsäure 34–53 %<ref name="Franc" /><ref name="Duke" />
Linolensäure 34–42 %<ref name="Franc" /><ref name="Duke" />
Palmitinsäure 6–9 %<ref name="Franc" /><ref name="Duke" />
Stearinsäure 2–3 %<ref name="Franc" /><ref name="Duke" />
Weitere Fettsäuren

Vaccensäure < 1 %, Arachidinsäure < 0,5 %<ref name="Franc" /><ref name="Duke" />

Eigenschaften
Dichte 0,92 kg/l (40 °C)<ref name="Heim">W. Heimann: Fette und Lipoide (Lipids). Springer, 1969, ISBN 978-3-642-46190-3 (Reprint), S. 77.</ref>
Iodzahl 162<ref name="Heim" />
Verseifungszahl 191<ref name="Heim" />

Holunderöl oder Holundersamenöl, auch Holunderkernöl,<ref>Johann Georg Krünitz: Ökonomisch-technologische Encyklopädie. 105 Theil, Pauli, 1807, S. 94.</ref> ist ein Pflanzenöl, welches aus den Samen von Arten des Schwarzen Holunders gewonnen wird.

Das Holunderbeerenöl ist nicht das Gleiche, denn es wird aus den Beeren des Roten Holunders (Sambucus racemosa) gewonnen.<ref>Emil Abderhalden (Hrsg.): Biochemisches Handlexikon. III. Band, Springer, 1911, ISBN 978-3-642-88965-3 (Reprint), S. 102.</ref> Auch verschieden ist das ätherische Holunderblütenöl.

Die Samen der Holunderbeeren enthalten u. a. etwa 22–32 % Fett<ref>H. G. Kirschenbauer: Fats and Oils. Reinhold, 1960, S. 194.</ref><ref>M. Chouda, W. Jankowski: The occurrence of polyprenols in seeds and leaves of woody plants. In: Acta Biochim. Pol. 52(1), 2005, S. 243–53, PMID 15827621.</ref> mit größtenteils mehrfach ungesättigten Fettsäuren.

Datei:Fat structural formulae V3.svg
Allgemeine chemische Struktur von Ölen wie Holunderöl. Darin sind R1, R2 und R3 Alkylreste (≤ 11 %) oder Alkenylreste (≥ 89 %) mit einer meist ungeraden Anzahl von Kohlenstoffatomen. Holunderöl ist, wie andere Öle, ein Gemisch von Triestern des Glycerins.

Gewinnung

Holunderöl wird meist durch eine Kaltpressung aus den Samen des Schwarzen Holunders gewonnen. Oft fällt dieses Öl aber auch als Nebenprodukt bei der Holundersaftproduktion an. Denn aus dem bei dieser Produktion zurückbleibenden Trester (Pressrückstand), kann durch Pressen das zu mehr als 10 % enthaltene Öl gewonnen werden.<ref name="Elder" />

Die Holundersamen können enzymatisch extrahiert werden, die Früchte werden leicht in Wasser zerdrückt und Pektinase zugegeben, in 2–3 Tage werden die Haut und das Fruchtfleisch der Beeren vollständig abgebaut. Dann können die verbleibenden Samen mit Wasser gespült und getrocknet werden. Wenn Pektinase nicht verfügbar ist, können die reifen Beeren sorgfältig mit Wasser in einem Mixer püriert werden. Dann kann durch ein feines Sieb passiert und gespült werden, um die kleinen Samen vom Mark zu trennen.<ref name="Elder">Denis Charlebois, Patrick L. Byers u. a.: Elderberry: Botany, Horticulture, and Potential as a Food and Medicinal Crop. In: Jules Janick: Horticultural Reviews. Volume 37, Wiley-Blackwell, 2010, ISBN 978-0-470-53716-9, S. 213–280, <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />online (Memento des Vorlage:IconExternal vom 13. November 2017 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/elderberrydepot.com (PDF; 340 kB, S. 37 f, 49), auf elderberrydepot.com, abgerufen am 12. November 2017.</ref>

Eigenschaften und Haltbarkeit

Holundersamenöl wird oft als grünlich-gelbes, charakteristisch-herbes und krautig-würzig duftendes und schmeckendes Öl beschrieben. Die Triglyceride des Holundersamenöls enthalten zu über 75 % mehrfach ungesättigten Fettsäure-Reste. Weiterhin sind in den Triglyceriden gesättigte Fettsäure-Reste enthalten, die zu ca. 6–9 % Palmitinsäure- und ca. 2–3 % Stearinsäure-Derivate darstellen.

Verwendung

Kosmetik, Pharmazie und Medizin

Anwendung findet Holunderöl vor allem im kosmetischen und medizinischen Bereich, oder auch als Massageöl. Es kann auch als Räucherstoff verwendet werden.

Küche

Holunderöl eignet sich für Tee-Getränke, das Öl ist zum Braten verwendbar, aber auch um andere Speiseöle zu verfeinern. Aufgrund des starken Eigengeschmacks sollte das Öl nur vorsichtig dosiert eingesetzt werden.

Einzelnachweise

<references />

Weblinks