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Holomorphiegebiet

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Das Holomorphiegebiet oder der Holomorphiebereich wird in der mehrdimensionalen Funktionentheorie betrachtet. Auf jedem Holomorphiegebiet gibt es eine holomorphe Funktion, welche nicht über das Gebiet fortgesetzt werden kann.

Definition

Datei:Holomorphiegebiet.GIF
Die Mengen in der Definition

Eine offene Menge <math>\Omega \subset \mathbb{C}^n</math> heißt Holomorphiegebiet, falls es keine offenen Teilmengen <math>\Omega_1</math> und <math>\Omega_2</math> in <math>\Complex^n</math> gibt mit den folgenden Eigenschaften:

  1. <math>\emptyset \neq \Omega_1 \subset \Omega_2 \cap \Omega</math>.
  2. <math>\Omega_2</math> ist zusammenhängend und nicht in <math>\Omega</math> enthalten.
  3. Für jede holomorphe Funktion <math>u \colon \Omega \to \Complex</math> existiert eine (notwendigerweise eindeutige) holomorphe Funktion <math>u_2 \colon \Omega_2 \to \Complex</math>, so dass <math>u = u_2</math> in <math>\Omega_1</math> gilt.

Beispiele

  • Einfache Beispiele sind der <math>\Complex^n</math>, die offene Kugel oder der Polyzylinder.
  • Jede konvexe Menge ist ein Holomorphiegebiet.
  • Ein Gebiet ist genau dann ein Holomorphiegebiet, wenn es pseudokonvex ist.
  • Im Fall <math>n=1</math> ist jede offene Teilmenge <math>\Omega \subset \Complex</math> ein Holomorphiegebiet. Wähle eine holomorphe Funktion <math>f \in \mathcal{O}(\Complex)</math> nur mit Nullstellen auf allen Randpunkten von <math>\Omega</math>, so kann man <math>\tfrac{1}{f}</math> nicht über <math>\Omega</math> hinaus fortsetzen. Das Lemma von Hartogs zeigt, dass eine analoge Aussage für <math>n>1</math> falsch ist. Insbesondere ist <math>\Delta(0,0;2,2)-\overline{\Delta(0,0;1,1)} \subset \Complex^2</math> kein Holomorphiegebiet, wobei <math>\Delta(\ldots;\ldots)</math> Polyzylinder bezeichne.

Literatur

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