Hohenfels (hessisches Adelsgeschlecht)
Die Herren von Hohenfels war ein reich begütertes und in mehrere Linien geteiltes hessisches Adelsgeschlecht. Es gehörte dem Niederadel an und wurde erstmals 1174 genannt, als ein Ludwig von Hohenfels (»lodewicus de honsvels«) zusammen mit dem Ritter Konrad von Marburg als Zeuge bei einer Belehnung eines Grafen von Berg anwesend war.<ref name="Urkundenbuch für die Geschichte des Niederrheins.Band 1">Theodor Joseph Lacomblet: Urkundenbuch für die Geschichte des Niederrhein. Band 1 (779–1200). Düsseldorf 1840, Urkunde 521. (Online in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.).</ref>
Geschichte
Im Adreßkalender der Landgrafschaft Hessen-Darmstadt aus dem Jahr 1790 findet sich dieses Hohenfels erwähnt.
„Die Ritter von Hohenfels und die von Döring<ref>Siehe Döringsburg</ref> zu Elmshausen hatten beide ihren Wohnsitz eine halbe Stunde von Buchenau entfernt. Sie lebten in einem beständigen Krieg miteinander. Dadurch kam es, dass die von Döring durch die Ritter von Hohenfels genötigt wurden, ihren Wohnsitz in Biedenkopf (damals noch ein Dorf) zu nehmen.“
Als Landgraf Heinrich das Kind die in Hessen gegen ihn empörte Ritterschaft zum Gehorsam brachte, wurden die in der Gemarkung Buchenau gelegenen beiden festen Schlößer der Ritter von Hohenfels gänzlich zerstört, 1293.<ref>Siehe Schmidt: Geschichte des Großherzogtums Hessen II. 73. Daher heißt es auch bei Kuchenbecker anal. h. V. 461. chronicle Riedeseliadi. „der Landgraf brach die zwei Hohenfelse“.</ref> Nach einer Sage hatten jene Ritter, als sie von dem Landgrafen verfolgt wurden, ihren Pferden die Hufeisen verkehrt anschlagen lassen und sich so wieder in ihre Burgen zurückgezogen. Der damals herrschende Aberglaube hat sie zu ‚wilden Jägern‘ gemacht, die umher zögen. Unter den Waldteilen, welche beim Heimfall des v. Döring’schen Lehens Elmshausen (XVII. Jahrhundert) designiert wurden, erscheint auch ein Gebüsch „das Hohenfels“ genannt. Der Name „Hohenfels“ hat sich auf die Stelle geheftet und wird so der Nachwelt überliefert.
Siehe auch die Allgemeine Encyclopädie der Wissenschaften und Künste:
„Die Hohenfels gehörten zu denjenigen Geschlechtern, die gegen die Landgräfin Sophia, damalige Regentin von Hessen, sich verbunden hatten; aber ihr Schloß wurde 1248 erobert, sie mußten es von der Landgräfin zu Lehen nehmen, ihren Ansprüchen auf das Grafengericht zu Dautphe entsagen und bei einer Strafe von 500 Mark Silbers Ruhe und Frieden versprechen (1249). Sie stellten 13 Edle zu Bürgen, worunter die Grafen von Ziegenhain und Solms waren.“
Familie von Hohenfels
Bei der hier behandelten Familie handelt es sich um die hessische Familie von Hohenfels. Sie zählte zum niederen Adel, ragte jedoch so hervor, dass sie sich dem hohen Adel anschließen konnte.<ref>„Schmidt. Gesch. des G. H. I. l5l.“</ref> Sowohl die Wappen als auch die ganze geschichtliche Zusammenstellung lassen vermuten, dass zu dieser Familie auch die Familien Hosekin, Rump und Kornigel gehörten. Auch bei der Familie von Drahe (Trohe) nimmt Johannes von Arnoldi (in seinen Miscellaneen S. 247) die Wahrscheinlichkeit an, dass sie zum Stamm Kornigel gehörten. Wahrscheinlich waren es anfänglich Beinamen, die nachher auf die Nachfolger übergingen.
Besitz
Der Besitz der Familie von Hohenfels umfasste sowohl Allodien als auch Lehen und erstreckte sich durch den ganzen Grund Breidenbach, das vormalige Amt Blankenstein, die Lahngegend gen Marburg und weiter bis nach Kassel hin. Ihnen gehörte ab 1324 das Gericht Viermünden als Mannlehen.<ref>Rommel, VI. 6.</ref> Sie zählten auch zu den Vasallen des Grafen von Solms.<ref>Schaum: Das Haus Solms. S. 54.</ref> Außerdem waren die von Hohenfels beteiligt an der Grafschaft Dautphe, hatten zu Erblehen vom Mainzer St. Stephansstift (1270) den Hof zu Ohmen mit dem Patronatrecht, Güter zu Steinershausen, den Zehnten zu Ober- und Niederohmen, Warzenbach, Kernbach, Butelshausen<ref name="lagis-hessen-9019">Buttelhausen. Historisches Ortslexikon für Hessen (Stand: 12. Juni 2014). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS). Hessisches Institut für Landesgeschichte, abgerufen am 3. Januar 2015.</ref> und die Hälfte des Zehnten zu Asphe. Sie besaßen Güter zu Selheim (1274), Dorf-(...), Weilbach und Bischofsheim (1287) (...); Michelbach (1338); Wiesenbach (1339); Orken (1343); Somertshausen (1354); Wallau (1355); den Wald Schneeberg über Rodenhausen (1359); zu Lixfeld in Gemeinschaft mit den von Döring die Kirche (1359); zu Eifa (1374); zu Großenlinden (1381); Berndorf; Gigelnbach,<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Gigelnbach ( vom 25. Oktober 2004 im Internet Archive) In: dautphetal.de</ref> Fredelinstatt,<ref name="buch-C20UAQAAIAAJ-">Werner Stab: Zur Siedlungsgeographie des Marburger Berglandes. W. Postberg, 1936 eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.</ref> Eigershausen<ref>Simmersbach. In: simmersbach.de. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 11. Februar 2013; abgerufen am 3. Januar 2015.</ref> (1445) usw.
Sie waren Ganerben mit den Döring und Breidenbach; hatten Teil an den Gerichten Lixfeld, Breidenbach, Eisenhausen und Wallau.
Sie trugen zu Lehen: den Kirchsatz zu Breidenbach, die Zehnten zu Elbernhausen, Oberasphe, Diedenshausen, Elpergshausen (am Wege von Treisbach nach Sachsenberg gelegen), Göttingen, Dausenbach, Silberg, Treisbach, Witterkusen,<ref name="lagis-hessen-9390">Weitershausen. Historisches Ortslexikon für Hessen (Stand: 18. März 2014). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS). Hessisches Institut für Landesgeschichte, abgerufen am 3. Januar 2015.</ref> Betzendorf, Kalbe, Obernheim, Damshausen, Melsbach, Biedenkopf, Breidenbach, Gladenbach, Weiffenbach, Scheierbach, zwei Höfe zu Derbach (Deckensbach),<ref>Georg Wilhelm Justin Wagner: Die Wüstungen im Grossherzogthum Hessen. B. 1 (digitalisiert in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.), S. 377.</ref> den Zehnten zu Engelbach, Güttelshausen, Fleckenbühl, Hönscheid, einen Hof zu Günterau, einen Wald zwischen Dreisbach und Niederasphe, Zehnten zu Wallau, Herzhausen, Buchenau, den Kirchensatz zu Amönau, Zehnten zu Warzenbach, Kirchlehen zu Geismar, Ostheim und Simonshausen bei Kassel, den Zehnten zu Gernshausen, Hauwelte, Humbrachtshausen, Eldenkusen, Beltersberg, Bennekusen,<ref name="buch-ShhoAAAAMAAJ-">Norbert Henkel: Dorfbuch Allendorf (Eder). Verlag für Regionalgeschichte, 2004, ISBN 3-89534-502-4 eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.</ref><ref name="lagis-hessen-1034">Bennighausen. Historisches Ortslexikon für Hessen (Stand: 20. September 2010). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS). Hessisches Institut für Landesgeschichte, abgerufen am 3. Januar 2015.</ref> Saßenberg, Butzebach, Atzelhan, Ackershausen, Freien-Gosfelden, Gudenhausen, Kuwe, Niederdieten, Zehnten und Land zu Brunstadt<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Brunstadt ( vom 25. Oktober 2004 im Internet Archive) In: dautphetal.de</ref> und Roth, Zehnten zu Westheim, einen Hof und eine Mühle zu Rengershausen, einen Hof zu Neunkirchen, Zehnten zu Ageshausen (= Eikshausen, im Kirchspiel Geismar,<ref>August Heldmann: Zur Geschichte des Gerichts Viermünden und seiner Geschlechter. – I. Die Vögte von Keseberg. Mit einer Stamm- und Siegetafel. In: Verein für Hessische Geschichte und Landeskunde: Zeitschrift des Vereins für hessische Geschichte und Landeskunde 25 (1890) S. 1–55, (digitalisiert auf archive.org), S. 11.</ref>) das Dorf Radehausen, einen Hof zu Wonsdorf, Meißen, Schachten, Ellerzhausen, Viermünden, Oberallendorf, Ybenhausen;<ref name="lagis-hessen-63501102018">Ibenhausen. Historisches Ortslexikon für Hessen (Stand: 17. Februar 2014). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS). Hessisches Institut für Landesgeschichte, abgerufen am 3. Januar 2015.</ref> Zehnten zu Irmershausen, Volprechtshausen, Lindenhan, Obernschreuffe, Eckelshausen und den Zehnten zu Simmersbach.
Wappen
Das Wappen derer von Hohenfels ist ein Adlerflügel. Da Wappen aus verschiedenen Zeitaltern hinsichtlich ihrer Zeichnung charakteristische Zeichen der Kunst und des Geschmacks sind, so sind für einen Zeitraum von zwei Jahrhunderten fünf Versionen des Hohenfelser Wappens vorhanden: von Volpertus Hesekinus (1249), von Eckard von Hohenfels (1275), von Cornigel miles (1347), von Johann Rump von Hohenfels (1380) und von Ludwig von Hohenfels (1471).
Eckard von Hohenfels führte am Kolben des Flügels einen Stern, Ludwig von Hohenfels dagegen einen solchen über dem Flügel. Weder über die Bedeutung des Flügels, noch des Sternes, noch dessen verschiedener Führung ist etwas bekannt. Ebenso wenig gibt es über den Zugang der Büffelhörner in Ludwigs von Hohenfels Wappensiegel Informationen. Auch die Tinktur ist nicht angegeben.<ref>C. F. Günther: Bilder aus der Hessischen Vorzeit. Darmstadt 1853, Taf. XXXXVI. von J. M. Bayrer</ref>
Im Wappensaal zu Rotenburg stand das Wappen derer von Hohenfels im ersten Regal nach dem Garten unter Nr. 51.
Max von Spießen gibt unter dem Namen Honfels folgende Blasonierung an: In dem von Rot und Schwarz gespaltenen Schild, ein über die Teilungslinie gelegter goldener hängender Flügel, im linken Obereck ein roter Stern. Auf dem Helm mit rot-goldenen Helmdecken zwei von Gold und Rot übereck geteilte Büffelhörner.<ref>Spießen (1901–1903), S. 73.</ref> Johann Siebmacher dagegen gibt unter den Hessischen zum Namen Hohenfels an, dass der Schild rot, der Flügel silber, der Stern golden tingiert ist. Auf dem Helm findet sich bei ihm ein geschlossener roter Flug, der mit dem Schildbild belegt ist.<ref>Siebmacher (1772), Tfl. 140.</ref> Analog auch bei Ernst Heinrich Kneschke.<ref>Kneschke (1863), S. 430.</ref> In Heinrich Strodtmanns Wappenbuch von 1640 findet sich dagegen eine Skizze, die den Schild rot, den Flügel (hier: offener Flug) schwarz und den Stern golden beschreibt. Auf dem Helm zwei von Schwarz und Rot geteilte Büffelhörner, dazwischen ein goldener Stern.<ref>Strodtmanns Wappenbuch (1640), S. 16.</ref>
Schloss Hohenfels
Die Burg Hohenfels wurde 1249 von den Hohenfelsern Conrad, Gumpert, Eckhard, Gebrüder, und von Volpert Hosekin, Sifrid Slimph der Landgräfin Sophie (Sophie von Brabant) unterworfen. Noch aus dem Jahr 1277 hat man eine Urkunde, welche in Hohenfels ausgestellt wurde. Die Kuppe „B“ zeigt nur Schutt aus Steinen und Speiß. Jede der beiden Kuppen hat einen Wallgraben von etwa 30 Fuß Breite; es sind starke Ringwälle nicht zu verkennen. Vor einigen Jahren ließ ein Mann namens J. Velten, aus dem nahen Ort Allendorf, Eigentümer des Grund und Bodens, Nachgrabungen auf der Burgstätte vornehmen, durch welche ein sehr großer Schlüssel, ein eiserner Küchen-Dreifuß, eiserne Nägel und ein Scherchen, von der Form einer Schafschere zu Tage gefördert wurden. Es ist unbekannt, wohin diese Gegenstände gekommen sind.
Örtliche Lage
Die Stelle des Schlosses ist auf der steilen Kuppe in der geraden Richtung von Westen nach Osten, von der an der Lahn gelegenen Schmelzmühle nach dem Dorfe Elmshausen, hin kenntlich. Der Bergrücken ist nach der Lahn hin (nördlich) sehr steil. Auf der Generalstabskarte ist der Hohenfels mit dem Namen: „ehemaliges Schloß Hohenfels“ bezeichnet. Die beiden Bergkuppen liegen nur ungefähr 180 Schritte voneinander entfernt. Die Kuppe „A“ ist jetzt ein trigonometrischer Dreieckspunkt III. Rangs. Es befindet sich noch ein gut gehaltenes Gewölbe mit doppelter Mauerschicht in einer Länge von etwa 25 Fuß (Höhlung); „a“ und „b“ sind Bruchstücke von Mauern; „a“ etwa fünf Fuß und „b“ beinahe zehn Fuß hoch.
Stammliste
Literatur
- Johann Samuel Ersch, Johann Gottfried Gruber, Andreas Gottlieb Hoffmann (Hrsg.): Allgemeine Encyclopädie der Wissenschaften und Künste: in alphabetischer Folge. Section 2, H–N; Theil 9, Hirudo–Höklyn. F. A. Brockhaus, Leipzig 1832 (Volltext in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden. [abgerufen am 2. März 2011]).
- Anton Fahne: Geschichte der Westphälischen Geschlechter unter besonderer Berücksichtigung ihrer Uebersiedelung nach Preußen, Curland und Liefland, mit fast 1200 Wappen und mehr als 1300 Familien, Heberle, Köln 1858, S. 227 (Honfels) (Google Bücher).
- C. F. Günther: Bilder aus der Hessischen Vorzeit: Mit 51 Tafeln Abbildungen. Jonghaus, 1853. (digitalisiert in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.).
- August Heldmann: Zur Geschichte des Gerichts Viermünden und seiner Geschlechter. – II. Das Geschlecht von Hohenfels. In: Verein für Hessische Geschichte und Landeskunde: Zeitschrift für hessische Geschichte und Landeskunde 30 (1895), S. 241–398, (digitalisiert auf archive.org).
- Ernst Heinrich Kneschke: Neues allgemeines Deutsches Adels-Lexicon, Band 4: Graffen – Kalau v. Kalheim. Leipzig 1863, S. 430 (Google Bücher).
- Ludwig Lotzenius: Geschichte der hessischen Ämter Battenberg und Wetter. Bearb. von Matthias Seim. Geschichtsverein Battenberg in Verb. mit dem Geschichtsverein Wetter, Battenberg 2013.
- Detlev Schwennicke: Europäische Stammtafeln. Band VIII (1980), Tafel 107/108.
- Johann Siebmacher: Johann Siebmachers allgemeines großes und vollständiges Wappenbuch, 1. Teil, 12. Ausgabe, Nürnberg 1772, Tfl. 140 (uni-goettingen.de).
- Max von Spießen: Wappenbuch des Westfälischen Adels, mit Wappengrafiken von Adolf Matthias Hildebrandt, Band 1, Görlitz 1901–1903, S. 73 (uni-duesseldorf.de); Band 2, Görlitz 1903, Tafel 175 (uni-duesseldorf.de).
Weblinks
- Wappen derer von Hohenfels (hier: Himfels) in Heinrich Strodtmanns Wappenbuch von 1640, S. 16 im Landesarchiv Nordrhein-Westfalen Abteilung Westfalen, W 001 / Msc. I ("Ältere Sammlung"), Nr. 263,
Einzelnachweise
<references />
Dieser Artikel basiert auf dem gemeinfreien Text („public domain“) C. F. Günther. Bilder aus der Hessischen Vorzeit: Mit 51 Tafeln Abbildungen. Jonghaus, 1853. (digitalisiert in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.).