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Hohe Bracht

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Vorlage:Infobox Berg

Die Hohe Bracht nahe Bilstein im nordrhein-westfälischen Kreis Olpe ist ein Vorlage:Höhe<ref name="BFN-Karten" /> hoher Berg im Südsauerländer Bergland. Auf dem Berg steht der Aussichtsturm Hohe Bracht.

Geographie

Lage

Die Hohe Bracht liegt im Bilsteiner Land zwischen den Dörfern Altenhundem (zu Lennestadt) an der Einmündung der Hundem in die Lenne (Nordosten), Hofolpe (zu Kirchhundem) im Olpetal (Südosten) und Bilstein (zu Lennestadt) im Veischedetal (Nordwesten); ihr Gipfel befindet sich im Gebiet von Lennestadt. Der Berg liegt im Naturpark Sauerland-Rothaargebirge in Nachbarschaft zum östlich angrenzenden Rothaargebirge. Vorbei am etwas südlich gelegenen Alperstein (Alberstein; Vorlage:Höhe) leitet die Berglandschaft zur südwestlich gelegenen Buscheid (Vorlage:Höhe) über.

Auf dem Berg entspringen: Windfart (Norden) als Weiste-Zufluss, Weiste (Südosten) als Hundem-Zufluss sowie Burbecke (Südwesten) und Helsmecke (Nordwesten) als Zuflüsse des Bremecker Bachs, der in die nahe Veischede mündet.

Auf der Hohen Bracht liegt ein Teil des Landschaftsschutzgebiets Kreis Olpe (CDDA-Nr. 345041), das 1988 gegründet wurde und 262,87 km² groß ist.<ref name="BFN-Karten" />

Naturräumliche Zuordnung

Die Hohe Bracht gehört in der naturräumlichen Haupteinheitengruppe Süderbergland (Nr. 33), in der Haupteinheit Südsauerländer Bergland (3362) und in der Untereinheit Südsauerländer Rothaarvorhöhen (3362.5) zum Naturraum Oberlennebergland (3362.52).<ref name="BfL-110" />

Berghöhe und Bergkuppen

Die Hohe Bracht hat zwei etwa 345 m voneinander entfernte Kuppen, zwischen denen ein Bergsattel mit Parkplatz (Vorlage:Höhe)<ref name="TIM" /> und nebenan befindlichem Wasserbehälter liegt: die Südwestkuppe (Vorlage:Coordinate) mit dem Berggipfel auf Vorlage:Höhe<ref name="BFN-Karten" /> oder anderen Angaben zufolge Vorlage:Höhe<ref name="TIM" /> Höhe und die Vorlage:Höhe<ref name="TIM" /> oder anderen Angaben zufolge Vorlage:Höhe<ref name="BFN-Karten" /> hohe Nordostkuppe (Vorlage:Coordinate), auf welcher der Aussichtsturm Hohe Bracht steht.

Vorlage:Anker Aussichtsturm Hohe Bracht

Datei:Lennestadt Hohe Bracht FFSW-0816.jpg
Luftaufnahme
Datei:Hohe Bracht Turm mit Terrasse (April 2018).jpg
Aussichtsturm mit Terrasse nach Renovierung (April 2018)

Turmbeschreibung und -geschichte

Auf der höchsten Stelle der Nordostkuppe der Hohen Bracht steht der Aussichtsturm Hohe Bracht mit angegliedertem Restaurant-Café. Er gilt als Wahrzeichen des Kreises Olpe.<ref name="HBde" />

Am 22. Juni 1929<ref name="FlyerHB" /> oder 1930<ref name="HBde" /> begann die Errichtung des etwa 36 m<ref name="HBde" /> hohen Turms, der am 11. Oktober 1930<ref name="HBde" /> eingeweiht wurde. Das Gebäude, das umgangssprachlich als „(die) Hohe Bracht“ bezeichnet wird, ist komplett mit dem für den regionalen Baustil typischen Schiefer verkleidet.

Vorsitzender des am 29. Dezember 1928 gebildeten Gründungs-Komitees war der Altenhundemer Ministerialdirektor Wilhelm Arnoldi (1884–1965). Nach seinen Vorstellungen sollte der Turm den Zweck haben, der heimischen Bevölkerung und fremden Wanderlustigen die Schönheit des Sauerlandes nahezubringen. Gleichzeitig versprach man sich eine Belebung des Tourismus.

Die Rundfunkübertragung von der Eröffnungsfeier am 12. Oktober 1930 war ein Jubiläum für den Westdeutschen Rundfunk. „Hier ist der Sender Langenberg. Wir kommen wieder mit der Übertragung der Feier anlässlich der Einweihung des Aussichtsturms auf der Hohen Bracht bei Altenhundem“, so lautete die Ankündigung des Sprechers Dr. Ernst vom Westdeutschen Rundfunk. Es waren die ersten Worte, die aus dem Sauerland über den Äther gingen.<ref name="50JHB30" />

Im Jahr 1931 wurde an der Hohen Bracht eine Außenstelle der Jugendherberge Burg Bilstein eingerichtet. Nach 1933 wurde sie zunächst als HJ-Schulungsheim umfunktioniert und später als Arbeitsdienstlager.<ref name="50JHB36-41" /> Während der Kriegswirren standen die Räumlichkeiten größtenteils leer. Ab Dezember 1944 diente der Turm zeitweise als Möbellager für die Opfer der Möhnekatastrophe.<ref name="50JHB52" />

Im Zweiten Weltkrieg wurde das Gebäude im April 1945 Schauplatz von Kampfhandlungen. 1947 waren die Kriegsschäden beseitigt und das Gebäude wurde als Aussichtsturm und Kreisjugendheim wiedereröffnet.<ref name="HBde" />

Der Aussichtsturm und die Außenanlagen der Gipfelregion wurden im Sommer 2017 umfangreich restauriert. Die Neuerungen betreffen insbesondere den Gastronomiebereich im Erdgeschoss, die Schaffung einer Multifunktionsfläche für Freiluftveranstaltungen und die Sanierung der Parkplätze und Zuwegungen zum Turm. Die Ausgaben wurden vom Kreis Olpe auf 2 Millionen Euro beziffert. Die Neueröffnung fand im Oktober 2017 statt.<ref name="WP29082017" />

Aussichtsmöglichkeit

Wegen des oftmals weiten Panorama-Blicks von seiner Aussichtsplattform ist der Turm beliebtes Ausflugsziel: Bis zum Ausbruch des Weltkriegs kamen jährlich fast 30.000 und danach 1954 bereits 90.000 Besucher.<ref name="HBde" />

Man schaut über Großteile des Sauerlandes, hinab nach Bilstein (Nordwesten) und Altenhundem (Nordosten), hinüber zum Ebbegebirge (Westnordwesten), zum Lennegebirge (Norden), zu den Saalhauser Bergen (Nordosten) sowie zum Rothaargebirge (Osten; dort bis zum Kahlen Asten; mit Astenturm).

Vorlage:Panorama

Wintersport, Wandern und Kultur

Auf der Hohen Bracht befinden sich verschiedene Wintersporteinrichtungen: eine 800 m lange Skipiste mit Lift und Flutlicht, eine Rodelbahn (alle an und auf der Nordostkuppe) und drei Langlaufloipen mit 2,5 km bis 13<ref name="FlyerHB" /> oder 19 km<ref name="HBde" /> Länge. Allerdings sind die Wintersportmöglichkeiten hier wie allgemein in den deutschen Mittelgebirgen aufgrund der nachlassenden Schneesicherheit in den letzten Jahren zunehmend eingeschränkt.

Über den Berg führen mehrere Rundwanderwege mit insgesamt rund 30 km Länge<ref name="FlyerHB" />, die teilweise an Fernwanderwege – darunter ist der über den Berg führende Wanderweg der Deutschen Einheit – angeschlossen sind. Mit Hilfe der NRW-Stiftung wurde in Turmnähe ein etwa 1 km langer, barrierefreier Erkundungspfad mit Informationstafeln, Ruhezonen und Aussichtsbuchten angelegt.

Seit 2005 wird auf der Hohen Bracht jedes Jahr am Freitag nach Fronleichnam ein Freiluft-Rockmusikfestival mit lokalen Bands veranstaltet.

Verkehrsanbindung

Nördlich vorbei an der Hohen Bracht verläuft die Landesstraße L 715 (AltenhundemBilstein), von der die Kreisstraße K 20 (Hohe Bracht) auf Vorlage:Höhe<ref name="TIM" /> Höhe abzweigt und als Sackgasse durch Wald bis zum auf der Gipfelregion liegenden Wanderparkplatz führt.

Das Ziel kann auch ohne Auto auf markierten Wanderwegen von den Bahnhöfen in Lennestadt-Altenhundem oder -Grevenbrück erreicht werden.<ref>Wandertipp Tour 13 auf zws-online.de, abgerufen am 18. September 2023.</ref>

Galerie

Einzelnachweise

<references>

<ref name="BfL-110"> Martin Bürgener: Geographische Landesaufnahme: Die naturräumlichen Einheiten auf Blatt 110 Arnsberg. Bundesanstalt für Landeskunde, Bad Godesberg 1969. → Online-Karte (PDF; 5,6 MB) </ref>

<ref name="HBde"> Vorlage:Webarchiv, auf hohebracht.de </ref> <ref name="FlyerHB"> Vorlage:Webarchiv, auf hohebracht.de (PDF-Datei; 1,19 MB) </ref> <ref name="50JHB30"> 50 Jahre Hohe Bracht, Schriftenreihe des Kreises Olpe Heft 1, Olpe 1980, S. 30 </ref> <ref name="50JHB36-41"> 50 Jahre Hohe Bracht, Schriftenreihe des Kreises Olpe Heft 1, Olpe 1980, S. 36ff. und S. 41ff </ref> <ref name="50JHB52"> 50 Jahre Hohe Bracht, Schriftenreihe des Kreises Olpe Heft 1, Olpe 1980, S. 52 </ref> <ref name="WP29082017"> Aussichtsturm Hohe Bracht will Mitte Oktober wieder eröffnen, in: Westfalenpost, vom 29. August 2017, abgerufen am 1. September 2017, auf wp.de </ref> </references>

Literatur

Weblinks

Vorlage:Commonscat

  • Hohe Bracht, in: Sehenswürdigkeiten und Ausflugsziele, auf kreis-olpe.de