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Hofbrauhaus Berchtesgaden

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Hofbrauhaus Berchtesgaden GmbH
Rechtsform GmbH
Gründung 1645
Sitz Berchtesgaden, DeutschlandDatei:Flag of Germany.svg Deutschland
Leitung Josef Stangassinger
Mitarbeiterzahl 30
Branche Brauerei
Website hofbrauhaus-berchtesgaden.de
Stand: 2026
Datei:BGD Braeuhausstr-15.jpg
Hofbrauhaus Berchtesgaden, Braustätte und Verwaltung

Das Hofbrauhaus Berchtesgaden ist eine Brauerei in Berchtesgaden (Oberbayern/Landkreis Berchtesgadener Land). 1610 erstmals urkundlich erwähnt, war sie von 1645 bis zur Säkularisation 1803 das Hofbräuhaus der Fürstpropstei Berchtesgaden und im Anschluss daran noch für einige Jahre Eigentum monarchischer Regentschaften. Seit 1808 ist das Hofbrauhaus Berchtesgaden privatisiert und hatte bis heute wechselnde Unternehmen als Eigner. Gesellschafter der Brauerei ist die Münchener Sedlmayr Grund und Immobilien.

Geschichte

Bis zur Gründung einer Brauerei auf eigenem Terrain bezog die Fürstpropstei Berchtesgaden das Bier vom Hofbräu Kaltenhausen im Fürsterzbistum Salzburg.<ref name="AHelm54">A. Helm, Hellmut Schöner (Hrsg.): Berchtesgaden im Wandel der Zeit. Reprint von 1929. Verein für Heimatkunde d. Berchtesgadener Landes. Verlag Berchtesgadener Anzeiger sowie Karl M. Lipp Verlag, München 1973, S. 54, 55.</ref> Die erste Erwähnung der Brauerei zu Pfister erfolgte in einer Abmachung aus dem Jahr 1610. 1645 übernahm sie Fürstpropst Ferdinand von Bayern (1577–1650) und baute sie zum Hofbräuhaus aus,<ref>Hofbrauhaus nicht nur ausgebaut, sondern „neu errichtet“ lt. A. Helm: Berchtesgaden im Wandel der Zeit. S. 55.</ref> das die Bevölkerung mit qualitativ hochwertigem Bier versorgen sollte, nachdem eine 1614 durch den Fürstpropst beauftragte Untersuchung<ref name="Feulner157">Manfred Feulner: Berchtesgaden - Geschichte des Landes und seiner Bewohner. S. 157 f.</ref> ergeben hatte, dass bis dahin vorwiegend importierter Wein<ref name="AHelm54" /> konsumiert wurde. Der Bierausstoß lag bei ca. 7000 Hektoliter.<ref>Manfred Hartmann und Albert Scharger: Berchtesgaden in alter Zeit. S. 106.</ref> Aus den fürstlichen Verbindungen zu dem Brauhaus leitet sich noch heute die Berechtigung für die weitere Nutzung des Präfix Hof im Firmennamen ab.

Datei:BGD Braeuhausstr-13.jpg
Hofbrauhaus Berchtesgaden, Bräustüberl

Mit dem Ende des Fürstpropsttums im Jahr 1803 wechselte die Brauerei in das Eigentum der jeweils nachfolgenden Regentschaft über.<ref name="HB-Geschichte"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Geschichte (Memento vom 14. Oktober 2018 im Internet Archive), online unter hofbrauhaus-berchtesgaden.de</ref> Seit 1805 im Eigentum von Österreich, wurde es 1808 zur Privatisierung versteigert.<ref name="HB-Geschichte" /> Den Zuschlag erhielt der Hopfenhändler Anton Wurm,<ref name="HB-Geschichte" /> in dessen Familie die Brauerei bis 1833 verblieb. Anschließend wurden Johann B. Haller und Severin Wannerstorfer Eigner. 1840 übernahm Wannerstorfer auch den Anteil Hallers, und das Hofbrauhaus blieb bis 1970 im Besitz dieser Familie, wenngleich der Name durch weibliche Erbfolge mehrmals wechselte.<ref name="HB-Geschichte" /> Unter Rudolf Kriß senior wurden zwischen 1906 und 1907 Brauerei und Bräustüberl am angestammten Platz neu errichtet;<ref name="HB-Geschichte" /> sie sind so bis heute nahezu vollständig erhalten geblieben. Sein Sohn Rudolf Kriß junior hatte das Unternehmen 1937 übernommen.<ref name="HB-Geschichte" /> Er verkaufte es 1970 an Thurn und Taxis und beendete damit eine über 130-jährige Familientradition – wenn auch die Fortführung des Unternehmens unter der alten Firmenbezeichnung „Hofbrauhaus Berchtesgaden Rudolf Kriss“ vorerst gewährleistet blieb,<ref name="Schöner112">Hellmut Schöner (Hrsg.): Berchtesgaden im Wandel der Zeit. Ergänzungsband I, Verein für Heimatkunde d. Berchtesgadener Landes, Verlag Berchtesgadener Anzeiger sowie Karl M. Lipp Verlag, München 1982, ISBN 3-87490-528-4, S. 112.</ref> firmiert es seit dem 22. Januar 2009<ref>Bekanntmachungen, u. a. der Neueintragung des Unternehmens als „Hofbrauhaus Berchtesgaden GmbH, in Berchtesgaden, Gesellschaft mit beschränkter Haftung, HRB 18817 Amtsgericht Traunstein“, Spalte recht neben denHinweisen zu Josef Stangassinger als Geschäftsführer des Unternehmens, online unter companyhouse.de</ref> unter Hofbrauhaus Berchtesgaden GmbH.<ref>Impressum der Website des Hofbrauhaus Berchtesgaden, online unter hofbrauhaus-berchtesgaden.de</ref>

Das Hofbrauhaus Berchtesgaden beschäftigte 1980 66 Mitarbeiter und hatte 22 Eigen- und Pachtgaststätten.<ref name="Schöner112" /> Von 1989 bis 2008 gehörte die Brauerei zur Spaten-Löwenbräu-Gruppe. Die Spaten-Löwenbräu Gruppe ist wiederum im Jahr 2003 von der belgischen Interbrew-Gruppe übernommen worden. 2004 schloss sich Interbrew mit AmBev zu InBev zusammen.

Seit Ende 2008 gehört das Hofbräuhaus nicht mehr zum Braukonzern, sondern hat drei neue Gesellschafter, die Sedlmayr Grund und Immobilien, deren persönlich haftenden Gesellschafter und Brauunternehmer Jobst Kayser-Eichberg (bis zu dessen Tod im Juli 2023) und den Berchtesgadener Betriebsleiter der Brauerei, Josef Stangassinger.<ref>cw/UK: InBev verkauft Hofbrauhaus Berchtesgaden am 29. November 2008, Berchtesgadener Anzeiger vom 8. Dezember 2008</ref> Die Sedlmayr Grund und Immobilien hielt dabei 49 % der Kapitalanteile.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Sedlmayr KGaA Geschäftsbericht 2015/16, S. 63 (Memento vom 1. April 2017 im Internet Archive), abgerufen am 1. April 2017</ref> Seit 2023/2024 gehört das Hofbrauhaus Berchtesgaden vollständig zur Sedlmayr KGaA.<ref>Geschäftsbericht 2023/2024 der Seldmayr KGaA, auf www.sedlmayr-ag.de, abgerufen am 29. Juni 2025</ref>

Name

Als staatseigene Brauerei wurde ihr das Präfix Hof beigegeben, das sich bis heute in Hofbrauhaus Berchtesgaden gehalten hat. Entgegen der offiziellen regionaluntypischen Schreibweise wird es zuweilen dem regionalen Sprachgebrauch entsprechend auch als Hofbräuhaus bezeichnet.

Unternehmen

Allein die Brauerei, die ein komplettes Sortiment, auch alkoholfreier Getränke, anbietet, hat derzeit ca. 30 Mitarbeiter und bildet aus. In der Brauerei werden jährlich ca. 25.000 hl Bier in vier Standardsorten wie Helles und Pils sowie Sonderbrauungen wie z. B. das „Jubiläumsbier“ gebraut, zusammen mit der Handelsware, wie alkoholfreie Getränke, verlassen den Betrieb jährlich rund 55.000 Hektoliter Getränke (Stand: Juli 2000).<ref>DM: Gläserklang zum Bläserklang, Berchtesgadener Anzeiger vom 18. Juli 2000</ref> Hauptvertriebsgebiet sind die Gemeinden Berchtesgaden, Bischofswiesen, Marktschellenberg, Ramsau und Schönau am Königssee.

Das an die Brauerei angeschlossene Bräustüberl wird von einem Pächter betrieben.

Literatur

  • Franz Hanser: Geschichtliches vom Hofbrauhaus Berchtesgaden. In: Manfred Hartmann und Albert Scharger: Berchtesgaden in alter Zeit. Berchtesgaden, 1985, S. 104–113 (Hauptquelle)

Einzelnachweise

<references />

Weblinks

Commons: Hofbrauhaus Berchtesgaden – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien