Hochwasserrückhaltebecken Ehringen
| Hochwasserrückhaltebecken Ehringen | ||||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Lage | Landkreis Waldeck-Frankenberg, Landkreis Kassel | |||||
| Zuflüsse | Erpe, Dase | |||||
| Abfluss | Erpe | |||||
| Größere Städte in der Nähe | Volkmarsen, Wolfhagen | |||||
|
| ||||||
| Koordinaten | 51° 22′ 31″ N, 9° 9′ 57″ O
{{#coordinates:51,3753|9,1657|primary
|
dim=1000 | globe= | name= | region=DE-HE | type=waterbody
}} |
| Daten zum Bauwerk
| ||||||
| Bauzeit | 2006–2008<ref name="WVD" /> | |||||
| Höhe über Talsohle | 7,3 m<ref name="WaldCorbe" /> | |||||
| Höhe über Gründungssohle | 10,0 m<ref name="WVD" /> | |||||
| Bauwerksvolumen | 40.000 m³<ref name="WaldCorbe" /> | |||||
| Kronenlänge | 220 m<ref name="WVD" /> | |||||
| Kronenbreite | 4,50 m<ref name="WVD" /> | |||||
| Basisbreite | 55 m<ref name="WaldCorbe" /> | |||||
| Böschungsneigung luftseitig | 1:2,5<ref name="WVD" /> | |||||
| Böschungsneigung wasserseitig | 1:2,5<ref name="WVD" /> | |||||
| Daten zum Stausee | ||||||
| Höhenlage (bei Stauziel) | ca. 210 m ü. NHN | |||||
| Wasseroberfläche | 37,6 ha<ref name="WVD" /> | |||||
| Gesamtstauraum | 1,43 Mio. m³<ref name="WVD" /> | |||||
| Einzugsgebiet | 122 km²<ref name="WVD" /> | |||||
| Bemessungshochwasser | 89 m³/s<ref name="WVD" /> | |||||
Das Hochwasserrückhaltebecken Ehringen ist ein Hochwasserrückhaltebecken an der Erpe bei Ehringen im nordhessischen Landkreis Waldeck-Frankenberg mit kleinen Ausläufern bei Vollstau im Landkreis Kassel. Es dient dem Hochwasserschutz von Ehringen und der unterhalb davon gelegenen Stadt Volkmarsen.
Geographische Lage
Das Becken liegt oberhalb von Ehringen, einem südöstlichen Stadtteil von Volkmarsen. Sein Staudamm steht rund 400 m südöstlich des oberen Dorfausgangs (Kreisstraße 11; Ehringen−Niederelsungen), wenige Meter westlich bzw. unterhalb der Einmündung der von Niederelsungen kommenden Dase in den aus Richtung Wolfhagen heran fließenden Twiste-Zufluss Erpe. Wenige Meter westlich des Damms verläuft zwischen Ehringen im Norden und Wolfhagen im Süden die über die Erpe führende Bahnstrecke Volkmarsen–Vellmar-Obervellmar. Die Westgrenze des Landkreises Kassel und die Nordwestgrenze des Naturparks Habichtswald verlaufen östlich des Beckens, dessen Wasseroberfläche bei entsprechend hohem Wasserstand noch in beide reicht. Nahe dem Südausläufer des Beckens befinden sich an der Erpe linksseits die Stadtwüstung Landsberg und rechtsseits die Burgruine Rodersen.
Geschichte
Weil besonders Ehringen seit den 1950er Jahren<ref name="WVD" /> von sieben Starkhochwassern von Erpe und Dase heimgesucht wurde, musste Abhilfe geschaffen werden. Schon nach dem Starkhochwasser von 1965<ref name="WVD" /> wurde nicht nur der Bau der Twiste-, sondern auch der nie erbauten „Erpetalsperre“ geplant. Sie sollte kurz nach der Twistetalsperre gebaut werden und etwa 5,6 Mio. m³<ref name="WVD" /> Gesamtstauraum bei rund 1,7 Mio. m³<ref name="WVD" /> Dauerstauraum haben, woraus zirka 3,9 Mio. m³ als Hochwasserschutzraum resultieren. Aufgrund schwieriger Untergrundverhältnisse wurde dies nicht verwirklicht.
Nachdem dieser und andere Pläne verworfen worden waren, gab es im Jahr 2002<ref name="WVD" /> erneut ein Starkhochwasser. Daraufhin wurde der Staudammbau für das „Hochwasserrückhaltebecken Ehringen“ beschlossen. Der erste Spatenstich erfolgte am 29. September 2006<ref name="WVD" />. Kein Hochwasser gefährdete die Bauarbeiten. Die Einweihung fand am 17. Oktober 2008 statt, ein „Tag der offenen Tür“ am 18. Oktober 2008.
Staudamm mit Auslassbauwerk
Der Staudamm ist an seiner Krone 220 m lang<ref name="WVD" /> und 10 m hoch<ref name="WVD" />, genauso hoch wie der benachbarte Bahndamm, und an der Basis 55 m<ref name="WaldCorbe" /> breit. Er hat rund 40.000 m³<ref name="WaldCorbe" /> Bauwerksvolumen aus geschüttetem Rötton<ref name="WVD" />, der einzigen Formation des Oberen Buntsandsteins, und seine Böschungsneigung ist luft- und wasserseitig 1:2,5<ref name="WVD" />.
In den Damm wurde ein etwa 51 m<ref name="HERMANNS" /> langes Auslassbauwerk aus Stahlbeton unter anderem mit Bodenplatten, Seitenwänden, Mittelpfeiler, Stirnwand, Staubalken, Brückenplatten, Betriebsauslass und Hochwasserentlastungsanlage integriert. Dafür wurden insgesamt 2.200 m³<ref name="HERMANNS" /> Beton und 230 t<ref name="HERMANNS" /> Betonstahl verbaut. Im Zulaufbereich wurden zum Rückhalt von Treibgut zahlreiche Eichenpfosten in Betonköcher gesetzt. Am luftseitigen Dammfuß wurde ein Betriebsgebäude mit Kontroll- und Steuergeräten nahe dem Auslassbauwerk errichtet.
Hochwasserrückhaltebecken
Das Hochwasserrückhaltebecken hat 1,43 Mio. m³<ref name="WVD" /> Gesamt- bzw. Hochwasserschutzraum, womit ein 75-jährliches Hochwasser<ref name="WVD" /> abgedeckt sein soll; künftig können aber auch die Auswirkungen eines 100-jährlichen Hochwassers (HQ100) bei einem Bemessungshochwasser von 89 m³/s<ref name="WVD" /> gemildert werden. Der Stauraum ist für ein rund 122 km²<ref name="WVD" /> großes Niederschlags- bzw. Einzugsgebiet ausgelegt, von dem etwa drei Viertel auf das Flussgebiet der Erpe und ein Viertel<ref name="WVD" /> auf jenes der Dase entfallen. Die maximal überstaute Hochwasserrückhaltefläche umfasst zirka 37,6 ha<ref name="WVD" />. Das Stauziel liegt bei knapp 210 m ü. NHN.
Arbeiten an Fließgewässer und Infrastruktur
Während des Staudammbaus wurde der im Dammbereich befindliche Gewässerabschnitt der Erpe etwas umgestaltet, wobei einige Sträucher entfernt und Bäume gefällt, die Zufahrtsstraße zum und mit Parkplatz am Betriebsgebäude angelegt und mehrere Spazier- und Wanderwege, ein solcher führt auch über den Damm, verändert und verbreitert werden mussten.
Einzelnachweise
<references> <ref name="WVD">Hochwasserrückhaltebecken Ehringen. Aufgaben und Projekte. In: www.wasserverband-diemel.de. Hessischer Wasserverband Diemel, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 19. Juni 2013; abgerufen am 14. August 2025.</ref> <ref name="WaldCorbe">Baustelle Hochwasserrückhaltebecken Ehringen / Erpe. Daten zum Hochwasserrückhaltebecken. In: www.wald-corbe.de. Wald + Corbe Consulting GmbH, 12. März 2007, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 4. Februar 2009; abgerufen am 14. August 2025.</ref> <ref name="HERMANNS"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Hochwasserrückhaltebecken Ehringen ( vom 3. Januar 2014 im Internet Archive) (usw.), auf hermanns.de, S. 21; (PDF; 1,73 MB)</ref> </references>