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Historischer Pyrrhonismus

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Historischer Pyrrhonismus (lat. pyrrhonismus historicus) ist eine Ausprägung des Pyrrhonismus genannten radikalen Skeptizismus, die sich auf die Kritik der Möglichkeit von Erkenntnis über die Geschichte konzentrierte. Die in Frankreich ab dem 16. Jahrhundert entstandene Bezeichnung für die wissenschaftliche Skepsis erlebte im 18. Jahrhundert einen Aufschwung und wurde insbesondere auf einen überzogenen Hyperkritizismus angewandt, der die Möglichkeit historischer Erkenntnis radikal in Frage stellte oder überhaupt leugnete.

Die Bezeichnung ist vom griechischen Skeptiker Pyrrhon von Elis (ca. 360–270 v. Chr.) abgeleitet. Als Pyrrhonisten galten insbesondere die französischen Geschichtskritiker des 17. und 18. Jahrhunderts, die als Vorgänger der Chronologiekritiker des 20. Jahrhunderts betrachtet werden können.

Vertreter

Literatur

  • Meta Scheele: Wissen und Glaube in der Geschichtswissenschaft: Studien zum historischen Pyrrhonismus in Frankreich und Deutschland (= Beiträge zur Philosophie, Bd. 18). Heidelberg 1930.
  • Andreas Urs Sommer: Historischer Pyrrhonismus und die Entstehung der spekulativ-universalistischen Geschichtsphilosophie. In: Carlos Spoerhase, Dirk Werle, Markus Wild (Hrsg.): Unsicheres Wissen. Skeptizismus und Wahrscheinlichkeit 1550–1850 (= Historia Hermeneutica. Series Studia, Bd. 7). Berlin / New York 2009, S. 201214.