Notice: Unexpected clearActionName after getActionName already called in /var/www/html/includes/context/RequestContext.php on line 338 Schwalben – WikipediaZum Inhalt springen
Die Schwalben (Hirundinidae) sind eine artenreiche Familie der Ordnung Sperlingsvögel (Passeriformes), Unterordnung Singvögel (Passeres). Schwalben haben ein sensibles Gehör, sie kommunizieren ununterbrochen in einer großen Bandbreite an Lauten miteinander. Sie ernähren sich von Fluginsekten, in Mitteleuropa sind sie Zugvögel.<ref name="Handbook" /> Der typisch gegabelte Schwalbenschwanz war für andere Dinge (z. B. diesen Schmetterling oder diese Verbindungstechnik) namensgebend, ebenso wie der charakteristische Nestbau (z. B. für die Burgruine Schwalbennest oder die Schwalbennestorgel).
Die nach einem historischen Synonym der Schwalben benannten Schwalme (inklusive der Familie der Nachtschwalben), die mit diesen verwandten und äußerlich schwalbenähnlichen Segler sowie die so genannten, mit Möwen verwandten Seeschwalben sind nicht näher mit den Schwalben verwandt und auch keine Singvögel.
Merkmale
Schwalben haben einen schlanken, stromlinienförmigen Körper, einen kurzen Hals und lange, spitze Flügel mit 10 Handschwingen, von denen die äußerste Schwinge extrem reduziert ist. Der Schnabel ist kurz mit breitem Schnabelspalt und kann weit geöffnet werden. Die Füße sind winzig und geeignet zum Greifen, wenig zum Gehen. Der bei vielen Arten lange Schwanz zählt 12 Steuerfedern und ist oft gegabelt. Die Bronchialringe des Stimmkopfes (Syrinx) sind mehr oder weniger komplett.<ref name="Handbook1" />
Die Geschlechter sind einander in Größe und Befiederung ähnlich, die äußeren Schwanzfedern der Weibchen können allerdings kürzer als die der Männchen sein. Jungvögel sind matter gefärbt mit kürzeren äußeren Schwanzfedern. Die Schwalbenarten sind sich recht ähnlich und unterscheiden sich oft nur wenig in Größe oder in Details der Befiederung.<ref name="Handbook1" />
Verhalten
Ernährung und Flughöhe
Charakteristisch für die Schwalben ist ihre Anpassung an den Nahrungserwerb in der Luft: Sie erbeuten vor allem Fluginsekten. Die Flughöhe dieser Insekten erhöht sich bei Hochdruck massiv. Daher kann man aus einer geringen Flughöhe der Schwalben auf die Flughöhe ihrer Beutetiere und damit auf Tiefdruck schließen.<ref name="Stratmann" /><ref name="wildvogelhilfe" />
Schwalben sind Insektenvertilger und daher schon lange in der Landwirtschaft willkommen. Ihre Nester an Gebäuden werden traditionell vom Menschen respektiert. Die an nicht landwirtschaftlich genutzten Wohnhäusern errichteten Nester der Mehlschwalben werden allerdings häufig wegen der Verschmutzung der Hauswände durch Nistbaumaterial und Kotausscheidungen der Schwalben von den Hausbewohnern beseitigt, obwohl dies nach dem deutschen Bundesnaturschutzgesetz verboten ist (§ 44 Abs. 1 BNatSchG).<ref>Andreas Lukas/Felicia Petersen: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Der rechtliche Schutz von Schwalbennestern an Gebäuden (Memento vom 2. April 2015 im Internet Archive), Informationsdienst Umweltrecht, abgerufen am 13. Januar 2015</ref>
Durch Anbringen von Kotbrettern lässt sich die Verschmutzung verhindern.
Schwalbenhäuser
Seit den 1990er Jahren werden Schwalbenhäuser als künstliche Nisthilfen für Schwalben eingerichtet. Durch die Aufgabe landwirtschaftlicher Betriebe gingen viele Nistplätze der Rauchschwalben in Ställen verloren. Schwalbenhäuser bieten den koloniebrütenden Vögeln eine neue Möglichkeit, Nachwuchs groß zu ziehen.
Volkskunde und andere Namen
Schon im Altertum wurden Schwalben als heilig angesehen. Im Mittelalter wurden Schwalben als Glücksbringer und Frühlingsboten verehrt.<ref>Hubert Pfister: Burladingen – Viel Schwalben-Nachwuchs in Hausen. In: Schwarzwälder Bote. 25. August 2016, abgerufen am 6. August 2019.</ref> Schwalben werden nach folgenden Bauernregeln auch „Muttergottesvögel“ genannt, im badischen Raum bekannt sind:
„Am Tage von Maria Geburt fliegen die Schwalben furt.“ (8. September)
„Marienverkündigung kommen sie wiederum.“ (25. März)
„Wenn Schwalben niedrig fliegen, wird man Regenwetter kriegen. Fliegen sie bis in die Höh’n, bleibt das Wetter noch recht schön!“
Besonders im oberdeutschen Raum kennt man verschiedene Schwalbenarten unter dem Namen Spi(e)r oder Spi(e)re.<ref>Schweizerisches Idiotikon, Band X, Spalten 448–451, Lemma Spīr II mit Zusammensetzungen (Digitalisat).</ref>