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Hildegard Jäckel

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Hildegard Jäckel (* 3. Juni 1903 in Dresden; † 2. März 1974 ebenda) war eine deutsche Fotografin. Aufgrund ihrer 1954 publizierten Bildserie über den Dirigenten Rudolf Kempe wurde sie in den Verband Bildender Künstler der DDR aufgenommen.<ref>Jens Bove: Den Kopf gerettet. In: Dresdner Geschichtsbuch 15, Dresden 2010, Hrsg.: Stadtmuseum Dresden, Friedrich Reichert. S. 228</ref>

Datei:Hildegard Jäckel, Df j 0000421 01.jpg
Porträt der Fotografin Hildegard Jäckel, Jan. 1964, SLUB Dresden/Deutsche Fotothek

Leben

Hildegard Jäckel wurde als Tochter des Bildhauermeisters Paul Jäckel und seiner Frau Martha in Dresden geboren. Sie wuchs in der Krügerstraße im Vorort Oberloschwitz mit ihren Geschwistern Hertha und Heinz auf.<ref name="Bove 224">Jens Bove: Den Kopf gerettet. S. 224.</ref> Der damals namhafte Fotograf Bruno Wiehr, Inhaber und Besitzer einer Fotohandlung mit Porträtstudio, gab ihr die Möglichkeit, eine Fotografenlehre zu absolvieren.<ref>Deutsche Fotothek. Abgerufen am 21. Juli 2021.</ref>

Werk

Jäckel war in den 1920er bis 1950er Jahren eine bedeutende Fotografin und galt als Meisterin der Porträtkunst.<ref>Jürgen Frohse: Die Photographin Hildegard Jäckel, in: Elbhang-Kurier, Juni 1998, S. 8</ref> Sie war in Ost- und Westdeutschland tätig<ref name="Bove 224" /> und widmete sich ausschließlich der Schwarz-Weiß-Fotografie im Mittelformat. Ihr Arbeitsstil war von der Bildtradition bürgerlicher Selbstdarstellung geprägt, sachlich und selbstbeherrscht.<ref>Jens Bove: Den Kopf gerettet. S. 232</ref> Es entstanden überwiegend Porträtaufnahmen, aber auch einige Landschafts- und Architekturaufnahmen. Ihre einfühlsamen Porträts meist bürgerlicher Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens und von Privatpersonen, überwiegend aus Dresden, entstanden weitestgehend im Atelier. 1944 schuf sie eine Porträtserie von Richard Strauss, 1953 erhielt sie den Auftrag, Carl Orff in seiner Münchner Wohnung abzulichten.<ref>Jens Bove: Den Kopf gerettet. S. 227</ref> Die Porträtserie von Generalmusikdirektor Rudolf Kempe gilt als gelungenes Beispiel ihrer Arbeit außerhalb des Ateliers bzw. außerhalb des Wohnraumes des Künstlers.

Zwischen 1935 und 1938 befand sich ihr Atelier im Hochhaus am Albertplatz in der Inneren Neustadt, später zog sie mit Unterstützung Bekannter in die Prager Straße 18 II.<ref name="Bove 224" /> Um 1943 verlegte sie ihre Arbeitsräume in die Südvorstadt, Bayreuther Straße 40 III. In der Bayreuther Straße ausgebombt, wurde ihr fotografisches Werk vor 1945 zum Großteil vernichtet. Nach dem Krieg wechselte sie ihre Adresse mehrmals, bis sie sich schließlich 1958 in das Haus ihrer Kindheit auf der Krügerstraße in Dresden zurückzog. Das immer noch umfangreiche Archiv Jäckels, das in unterschiedlichen Erhaltungszuständen überliefert und dessen Negative in ihrer Existenz stark gefährdet waren, wurde 1985 durch die Sächsische Landesbibliothek erworben und im Rahmen des KUR-Projektes<ref>Exemplarische Sicherung deutscher Bildgeschichte 1945–1960, Kulturstiftung des Bundes</ref> digitalisiert und somit vor dem physischen Verfall bewahrt. Die Deutsche Fotothek Dresden beherbergt heute Jäckels fotografischen Nachlass von rund 12.500 Aufnahmen aus dem Zeitraum von 1945 bis 1967.<ref>Jens Bove: Den Kopf gerettet. S. 223</ref>

Ausstellung

  • 2003: Kaffee Wippler in Dresden-Loschwitz, Körnerplatz 2: Fotografie von Hildegard Jäckel anlässlich ihres 100. Geburtstages

Weblinks

Commons: Hildegard Jäckel – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references/>

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