Hexamethylentetramindinitrat
Hexamethylentetramindinitrat ist ein militärisch ungenutzter Sprengstoff mit Detonationsgeschwindigkeiten von 6500 bis 7000 m·s−1. Bei Hexamethylentetramindinitrat handelt es sich um ein Salz aus zwei Äquivalenten Salpetersäure und einem Äquivalent Hexamethylentetramin. Vom Aufbau her besteht eine gewisse Ähnlichkeit zum hochbrisanten Sprengstoff Hexogen.
Gewinnung und Darstellung
Die Additionsverbindung entsteht einfach durch die Umsetzung von Hexamethylentetramin mit Salpetersäure mittlerer Konzentration.<ref name="bumm" /> Bei einem anderen Verfahren wird Paraformaldehyd bei 60–70 °C mit Ammoniak in Wasser umgesetzt. Durch Zusatz von Salpetersäure bei 0 °C zu diesem Gemisch kristallisiert die Zielverbindung aus.<ref name="bumm" />
Eigenschaften
Hexamethylentetramindinitrat bildet farblose Kristalle, die bei 158 °C schmelzen. Die Verbindung ist hygroskopisch und zersetzt sich in Wasser. Mit einer negativen Bildungsenthalpie von −1439 kJ·kg−1 handelt es sich um eine exotherme Verbindung.<ref name="bumm" /> HDN zählt zu den brisanten und sehr stabilen Sprengstoffen. Wichtige Explosionskennzahlen sind:
- Explosionswärme
- H2O fl. 2555 kJ·kg−1<ref name="bumm" />
- H2O gasf. 2365 kJ·kg−1<ref name="bumm" />
- spezifische Energie 735 kJ·kg−1<ref name="bumm" />
- Detonationsgeschwindigkeit: 6500–7000 m·s−1 bei der Maximaldichte
- Bleiblockausbauchung 220 cm3/10g
- Schlagempfindlichkeit 15 N·m<ref name="bumm" />
- Reibempfindlichkeit 235 N Stiftbelastung
- Schwadenvolumen 1081 l/kg
Verwendung
Neben der Verwendung als Sprengstoff dient die Verbindung als Ausgangsstoff für die Herstellung von Hexogen und Oktogen.<ref name="bumm" />
Rechtslage
Umgang, Verkehr, Beförderung und Einfuhr von Hexamethylentetramindinitrat unterliegen dem Sprengstoffgesetz.
Einzelnachweise
<references />
Weblinks
- Zur Toxikologie milätärspezifischer Explosivstoffe und deren Zersetzungsprodukten (abgerufen am 11. Mai 2020)
- Sprengstoffe (abgerufen am 11. Mai 2020)
- Altlasten (abgerufen am 11. Mai 2020)