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Herta Schmidt

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Vorlage:Hinweisbaustein Herta Schmidt (* 16. Mai 1900 in Hagen; † 1. Dezember 1992 in Braunfels) war eine deutsche Paläontologin. Sie war langjährige wissenschaftliche Mitarbeiterin am Senckenbergmuseum in Frankfurt am Main und beschäftigte sich vor allem mit Brachiopoden, insbesondere den Rhynchonelliden. Neben ihrer Forschung war sie an der Redaktion der Zeitschrift Natur und Volk beteiligt und wirkte nach dem Zweiten Weltkrieg am Wiederaufbau der Sammlungen mit. Für ihre wissenschaftlichen Leistungen erhielt sie unter anderem die Cretzschmar-Medaille und wurde 1989 Ehrenmitglied der Paläontologischen Gesellschaft.<ref name=":0">Luisa Kapp: Schmidt, Herta. In: Frankfurter Personenlexikon. Frankfurter Bürgerstift, 9. März 2026, abgerufen am 24. März 2026.</ref>

Leben und Werk

Schmidt wuchs als Tochter eines Oberlehrers in Hagen auf. Nach dem Umzug der Familie in den Taunus wurde sie mehrere Jahre von ihrem Vater im Privatunterricht auf ein Hochschulstudium vorbereitet und legte 1920 am Wöhler-Realgymnasium in Frankfurt am Main die Reifeprüfung ab. Aufgrund der wirtschaftlich schwierigen Nachkriegsjahre arbeitete sie zunächst im Gartenbau sowie als Hauslehrerin, bevor sie ab 1927 ein Studium aufnahm.<ref name=":1">Wolfgang Struve: Senckenbergische Forscher: Herta Schmidt (1900-1992). In: Natur und Museum. Band 124, Heft 1. Frankfurt 1994.</ref>

Sie studierte zunächst Biologie mit Nebenfach Geologie für das Lehramt und dann Geologie und Paläontologie in Freiburg, in Marburg und der Universität Frankfurt am Main. Schmidt legte 1934 die Prüfung für das Lehramt an höheren Schulen ab.<ref name=":0" />

Bereits während ihres Studiums entwickelte sie ein besonderes Interesse an der Paläontologie. Prägend wirkten insbesondere die geologischen Vorlesungen von Rudolf Wedekind in Marburg. Nach ihrer Abschlussprüfung 1936 war sie unter Rudolf Richter als wissenschaftliche Hilfsassistentin am Senckenbergmuseum tätig, 1939 folgte ihre Ernennung zur wissenschaftlichen Assistentin. Zu ihren Aufgaben gehörten neben eigenen wissenschaftlichen Arbeiten die Betreuung der Sammlungen sowie redaktionelle und organisatorische Arbeiten. Sie war an der Herausgabe der Senckenberg-Zeitschrift Natur und Volk beteiligt und nahm an geologischen Exkursionen teil, unter anderem in die Eifel und nach Böhmen.<ref name=":1" />

1937 wurde Schmidt an der Universität Frankfurt bei Rudolf Richter mit einer Arbeit über die Morphogenese der Rhynchonelliden promoviert. Ihre Untersuchungen zur Morphologie und Systematik dieser Brachiopoden fanden internationale Beachtung. Weitere wichtige Beiträge waren ihre Studien zum sogenannten stropheodonten Schloss der Brachiopoden sowie ihre Monografie über mitteldevonische Rhynchonelliden der Eifel.<ref name=":0" />

Nach dem Zweiten Weltkrieg beteiligte sich Schmidt am Wiederaufbau des Senckenbergmuseums und an der Rückführung ausgelagerter Sammlungen. 1960 ging sie in den Ruhestand. Ihre wissenschaftliche Arbeit im Ruhestand wurde zurückgeworfen, als sie 1963 von einem Motorradfahrer auf dem Zebrastreifen überfahren wurde und bleibende Schäden davontrug, die ihr das Zeichnen unmöglich machten.<ref name=":0" /> Sie unterstützte Im Ruhestand das Senckenbergmuseum finanziell; weiter. Mit ihren Mitteln wurde unter anderem die Einrichtung der sogenannten „Herta-Schmidt-Schränke“ in der Brachiopoden-Sammlung ermöglicht. 1973 wurde sie zum Ewigen Mitglied der Senckenbergischen Naturforschenden Gesellschaft ernannt.<ref name=":0" />

Schmidt vollendete den durch den Tod von Emma und Rudolf Richter noch unvollständigen Trilobiten-Band des Treatise on Invertebrate Paleontology (1959 erschienen) und verfasste mit Digby McLaren das Kapitel paläozoische Rhynchonelliden im Brachiopoden-Band des Treatise (1965). 1982 veröffentlichte sie einen Erinnerungsband an Richter.<ref name=":0" />

Auszeichnungen

1989 wurde sie Ehrenmitglied der Paläontologischen Gesellschaft und erhielt die Cretzschmar-Medaille.

1936 bis 1960 gab sie Natur und Museum heraus (die populärwissenschaftliche Monatsschrift der Senckenberg-Gesellschaft, bis 1962 Natur und Volk).

Schriften

  • Der Flug der Tiere, Frankfurt am Main, W. Kramer 1960
  • Die mitteldevonischen Rhynchonelliden der Eifel, Abh. Senckenb. Naturf. Ges., Band 459, 1941

Literatur

  • Nachruf in Paläontologische Zeitschrift, Band 68, 1994, S. 283
  • Wolfgang Struve in Natur und Museum, Band 124, 1994, S. 1

Einzelnachweise

<references />

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