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Herschel-Weltraumteleskop

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Herschel
Herschel
Missionsdaten
Bahndaten

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Herschel Space Observatory, kurz Herschel, ist der Name eines von der ESA entwickelten 3,4 t schweren Infrarotweltraumteleskops, das zusammen mit dem Planck-Weltraumteleskop mit einer Ariane-Rakete des Typs Ariane 5 ECA am 14. Mai 2009 gestartet wurde. Das Teleskop war während seines Betriebs in einer Umlaufbahn um den Lagrangepunkt L2 des Erde-Sonne-Systems positioniert und wurde nach dem Entdecker der Infrarotstrahlung Wilhelm Herschel benannt. Ende April 2013 wurde das Ende der Mission erklärt, da das zur Kühlung benötigte Helium aufgebraucht war.<ref name="ESAapril2013">Observation Gives Way To Examination As Herschel Coolant Runs Out. ESA, abgerufen am 29. April 2013 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref name="NASAapril2013">Herschel Completes its 'Cool' Journey in Space. NASA, abgerufen am 29. April 2013 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Nach einer Reihe von Tests wurde der Satellit auf einen heliozentrischen Orbit gebracht und schließlich am 17. Juni 2013 endgültig abgeschaltet.<ref name="ESAjuni2013">Herschel Ends Operations As Orbiting Testbed. ESA, abgerufen am 17. Juni 2013 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Planung und Bau

Datei:L2 rendering de.jpg
Herschel operierte von einem Kurs um L2 aus

Das Projekt startete 1984 unter dem Namen Far Infrared and Submillimetre Telescope (FIRST). Das Budget betrug ca. 1,1 Milliarden Euro. Der Hauptspiegel hat einen Durchmesser von 3,5 Metern, der aus zwölf Segmenten Siliciumcarbid bei EADS-Astrium in Toulouse gesintert wurde. Herschel hatte den größten aus einem Stück bestehenden Spiegel, der bisher für ein Weltraumteleskop gefertigt wurde.<ref name=SuW2008>Dietrich Lemke: Das Weltraumteleskop Herschel vor dem Start.</ref> Herschel war somit das Weltraumteleskop mit dem größten Spiegel und ist in dieser Eigenschaft erst vom James Webb Space Telescope abgelöst worden, das jedoch aus einem aufklappbaren Spiegel aus 18 Segmenten besteht. Ein Weltraumteleskop mit einem größeren einteiligen Spiegel ist bisher nicht geplant.

Zu den Hauptzielen von Herschel gehörten Untersuchungen zur

  • Entstehung und Entwicklung von Galaxien, insbesondere entfernter junger Galaxien, die aufgrund ihres Staubgehalts hauptsächlich im fernen Infrarot ausstrahlen;
  • Entstehung und Entwicklung von Sternen, zum Beispiel durch großflächige Suche nach den frühesten Entwicklungsphasen der Sterne;
  • Physik und Chemie der interstellaren Materie;
  • Objekten in unserem Sonnensystem (Kometen und Planetenatmosphären).

Start

Herschel startete auf einer Ariane 5 ECA in einer Doppelmission gemeinsam mit dem Planck-Weltraumteleskop, das auch an L2 positioniert wurde. Nach mehreren Verschiebungen erfolgte der Start am 14. Mai 2009 um 13:12 Uhr UTC.<ref>ESA: Ariane 5 carrying Herschel and Planck lifts off. 14. Mai 2009, abgerufen am 14. Mai 2009 (englisch).</ref> Nach dem Brennschluss der Oberstufe wurde um 13:38 UTC das Herschel-Teleskop wenige Minuten vor dem Planck-Weltraumteleskop auf einer hochelliptischen Umlaufbahn mit einer Apogäumhöhe von 1.197.080 km und einer Bahnneigung zum Äquator von 6° ausgesetzt. Von diesem Orbit wurde es innerhalb von sechzig Tagen in die vorgesehene antriebslose Bahn um den Lagrangepunkt L2 des Erde-Sonne-Systems gebracht.<ref name="SuW200801048" /> Das Weltraumteleskop befand sich auf einer 0,8-Millionen-Kilometer-Halo-Bahn um diesen Punkt, die allerdings wegen ihrer Instabilität gelegentliche kleine Korrekturen erforderte.<ref name="SuW200801048">Martin Hechler: Die Bahnen der Weltraumteleskope Herschel und Planck</ref> Dieser befindet sich, von der Sonne aus gesehen, ca. 1,5 Millionen Kilometer hinter der Erde.

Technik

Datei:Herschel-Chassis.JPG
Das Chassis für die Aufnahme der Heterodyn-Spektrometer eines der Instrumente von Herschel, aus einem massiven Aluminiumblock gefräst

An Bord befinden sich drei Instrumente (Kameras und Spektrometer), die im fernen Infrarot- und Submillimeterbereich (Terahertzstrahlung) des elektromagnetischen Spektrums bei Wellenlängen zwischen 57 und 670 µm arbeiten. Dieser Bereich kann vom Erdboden aus wegen des eingeschränkten atmosphärischen Fensters nicht beobachtet werden.

Die Experimente sind:

Wegen seiner Größe kann Herschel nicht wie frühere Infrarotweltraumteleskope (zum Beispiel Infrared Astronomical Satellite (IRAS), Infrared Space Observatory (ISO), Spitzer-Weltraumteleskop) vollständig mit flüssigem Helium gekühlt werden. Stattdessen wird sein eigentliches Teleskop mit einem Schild von der Sonnenstrahlung abgeschirmt, so dass es durch Wärmeabstrahlung in den Weltraum passiv auf unter 90 Kelvin (−183 °C) abkühlen kann. Nur die drei Instrumente wurden mit flüssigem Helium gekühlt, das für einen Betrieb von vier Jahren ausreichte.<ref name="ESAapril2013" />

Ergebnisse

Am 19. Juni 2009 veröffentlichte die ESA erste Fotos des seit 14. Juni 2009 in Betrieb befindlichen Weltraumteleskops.<ref>ESA Herschel Bilder. Abgerufen am 5. März 2013 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Sie zeigen die rund 37 Millionen Lichtjahre entfernte Spiralgalaxie Messier 51.<ref>dpa: Teleskop "Herschel" sendet erste Bilder. In: orf.at. 19. Juni 2009, abgerufen am 12. April 2025.</ref> In der Folge erweiterte Herschel die Kenntnisse über die Entstehung der Sterne und wies auch Stürme aus molekularem Gas in entfernten Galaxien nach.

Im Januar 2013 erlaubte Herschel eine genauere Bestimmung des Durchmessers des Asteroiden Apophis.<ref>Herschel intercepts Asteroid Apophis. 9. Januar 2013, abgerufen am 25. Januar 2013 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Im April 2025 wurde bekannt gegeben, dass es einem Team aus Großbritannien gelungen ist, aus Archivdaten des Teleskops das sog. „Herschel-SPIRE Dark Field“ zu erzeugen. Dieses besteht aus 141 übereinandergelegten Einzelaufnahmen. Durch dieses Verfahren konnten so viele bisher unsichtbare lichtschwache Galaxien im frühen Universum gefunden werden, dass im Nachgang Änderungen an den gängigen kosmologischen Modellen notwendig sein könnten.<ref>Martin Holland: Rätsel der Astronomie gelöst? – Zu viele Galaxien in alten Aufnahmen entdeckt. In: heise.de. 10. April 2025, abgerufen am 12. April 2025.</ref>

Missionsende

Herschels flüssiges Helium, das mit seiner Verdunstungskälte die Detektoren kühlt, war Anfang März 2013 fast komplett verdunstet.<ref name="ESAmar2013">Herschel To Finish Observing Soon. ESA, abgerufen am 5. März 2013 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Am 29. April wurde die Beobachtungsmission von der NASA und der ESA für beendet erklärt, da das flüssige Helium vollständig aufgebraucht worden war. Durch die fehlende Kühlung konnten die Instrumente aufgrund der Temperatur ihre Beobachtungen nicht mehr fortsetzen.<ref name="ESAapril2013"/><ref name="NASAapril2013"/>

Herschel wurde aus seiner Bahn um L2 abgezogen und in eine Friedhofsbahn um die Sonne geschickt. Bis Mitte Juni wurden noch einige Tests und Messungen am Teleskop durchgeführt. Zuletzt wurde der verbliebene Treibstoff verbraucht und Herschel danach endgültig abgeschaltet. Ein Kurs zum Mond mit einem anschließenden kontrollierten Absturz wäre auch möglich gewesen, wurde aber als zu aufwendig verworfen.<ref>HERSCHEL News. In: smsc.cnes.fr. Abgerufen am 12. Juni 2013 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Europäisches Weltraumteleskop „Herschel“ hat ausgedient.] Focus.de, , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 6. März 2013.Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref><ref>Herschel to finish observing soon. ESA, 5. März 2013, abgerufen am 5. April 2013 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Am 17. Juni 2013 wurde die Mission endgültig beendet.<ref name="ESAjuni2013"/>

Technische Daten

Herschel-Weltraumteleskop Infrared Space Observatory (ISO)<ref>Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig ISO.] (PDF) ESA, , S. 4, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 15. Mai 2009 (englisch).Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref>
(Erster Infrarotsatellit der ESA)
Startmasse 3402 kg<ref>uppsagd.files.wordpress.com: Data relating to Flight 188, abgerufen am 14. Januar 2018</ref> 2498 kg
Leermasse ca. 2800 kg<ref>Stephen Clark: Scientists could aim derelict telescope for moon impact, in Spaceflight now, Datum: 26. Oktober 2012, abgerufen: 29. Oktober 2012</ref> ?
Kryostat 2367 l suprafluides Helium-4, Temp. 1,6 K<ref name=SuW2008/> 2250 l suprafluides Helium-4, Temp. 1,8 K
Aktive Kühlung von bestimmten Detektoren mit Helium-3 auf 0,3 K<ref name=SuW2008/> nicht vorhanden
Höhe 7,5 m 5,3 m
Durchmesser oder Breite 4,0 m 2,3 m
Spiegeldurchmesser 3,5 m 0,6 m
Teleskopmasse 300 kg ?
Einsatzdauer 3 Jahre und 10 Monate ca. 2 Jahre und 7 Monate
Bahn Halobahn, 0,8 Mio. km um L2 Erde-Sonne<ref name=SuW2008/><ref name=SuW200801048/> Erdumlaufbahn 1.038–70.578 km hoch
Trägerrakete Ariane-5-ECA Ariane 44P
Startdatum 14. Mai 2009 19. November 1995
Missionsende (29. April 2013 Beobachtungen) 17. Juni 2013 16. Mai 1998
Gesamtkosten 1,1 Mrd. Euro (geplant)<ref>ESA: Die Satelliten Herschel und Planck im Überblick. Abgerufen am 17. August 2014.</ref> ?

Quellen

<references/>

Literatur

Weblinks

Commons: Herschel – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

<templatestyles src="Erweiterte Navigationsleiste/styles legacy.css" />Vorlage:Klappleiste/Anfang

Erfolgte Starts:

COS-B (1975) • GEOS 1 und 2 (1977, 1978) • OTS-1 und -2 (1977, 1978) • ISEE 2 (1977) • IUE (1978) • Marecs A und B (1981, 1984) • Exosat (1983) • ECS (1983–1988) • Giotto (1985) • Olympus (1989) • Hipparcos (1989) • Hubble (1990) • Ulysses (1990) • ERS 1 und 2 (1991, 1995) • EURECA (1992) • ISO (1995) • SOHO (1995) • EGNOS (1996–2014) • Huygens (1997) • XMM-Newton (1999) • Cluster (2000) • Artemis (2001) • Proba-1 (2001) • Envisat (2002) • Integral (2002) • Mars Express (2003) • Smart-1 (2003) • Double Star (2003) • Rosetta (2004) • CryoSat (2005) • SSETI Express (2005) • Venus Express (2005) • Corot (2006) • MetOp-A, -B und -C (2006, 2012, 2018) • GOCE (2009) • Herschel (2009) • Planck (2009) • Proba-2 (2009) • SMOS (2009) • CryoSat-2 (2010) • Hylas (2010) • Alphasat I-XL (2013) • Proba-V (2013) • Swarm (2013) • Gaia (2013) • Sentinel-1A bis -1D (2014, 2016, 2024, 2025) • Sentinel-2A bis -2C (2015, 2017, 2024) • LISA Pathfinder (2015) • Sentinel-3A/3B (2016, 2018) • ExoMars Trace Gas Orbiter (2016) • Schiaparelli (2016) • Sentinel-5P (2017) • ADM-Aeolus (2018) • BepiColombo (2018) • Cheops (2019) • Solar Orbiter (2020) • Sentinel-6A (2020) • JWST (2021) • Juice (2023) • Euclid (2023) • Proba-V CC (2023) • EarthCARE (2024) • AWS (2024) • Hera (2024) • Proba-3 (2024) • Biomass (2025) • MetOp-SG A1 (2025) • Sentinel-6B (2025) • HydroGNSS (2025)

Geplante Starts:

Smile (2026) • Lunar Pathfinder (2026) • MetOp-SG (2026–2040) • Flex & Sentinel-3C (2026), Altius (2027) • Forum (2027) • Plato (2027) • Sentinel CO2M (2027, 2028) • Comet Interceptor (2028/29) • ExoMars Rosalind Franklin (2028) • Genesis (2028) • Ramses (2028) • RISE (2028) • Sentinel-2D (2028) • Sentinel-3D (2028) • Clearspace-1 (2029) • Harmony (2029) • Argonet (2031) • Ariel (2031) • Vigil (2031) • EnVision (2031–2033) • Sentinel-2 NG (2033–?) • Sentinel-3 NG (2033–?) • LISA (2035)

Konstellationen
von mindestens
zehn Satelliten:

Meteosat (seit 1977) • Galileo (seit 2005) • IRIDE (seit 2025) • LEO-PNT (seit 2026)

Geplant: IRIS² (ab 2029)

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