Herrenhaus Mallin
Das Herrenhaus Mallin ist ein im historistischen Stilmix von Neobarock und Neorenaissance erbautes Gebäude in Mallin im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte in Mecklenburg-Vorpommern.
Geschichte
Der repräsentative Herrensitz ist ein zweigeschossiger Putzbau von elf Gebäudeachsen mit Souterraingeschoss. Vor dem Herrenhaus befindet sich ein rechteckiger Teich und an das Gebäude schließt sich ein Landschaftspark an. Das zugehörige Gut gehörte vorher seit dem 15. Jahrhundert<ref>{{#invoke:Vorlage:Literatur|f}}</ref> bis zum Jahr 1857 fast ausschließlich der Familie von Maltzan, danach der Familie Schröder und ab 1869 den Baronen von Hauff. Die Familie stammte ursprünglich aus Altschwaben und wurde 1563 von Kaiser Ferdinand I. in den Adelsstand berufen. 1853 erfolgte für den mehrfachen Konsul Ludwig Hauff der finnländische Freiherrenstand. In Württemberg entstand später noch eine weitere briefadelige Linie.
Das Herrenhaus ließ der 1841 in St. Petersburg geborene Karl Ludwig sen. Baron von Hauff in den Jahren 1870/71 errichten. Er musste zuvor seinen Lehneid ableisten<ref>Regierungs-Blatt für das Großherzogthum Mecklenburg-Schwerin. Jahrgang 1869. Band 1, Inhalt-Verzeichniß, VI: Lehn- und Fideicommissachen, Schwerin 1869/1870, S. XXI. (Digitalisat)</ref> und war bis zu seinem Tod 1876 in Mallin der Gutsherr. Seine Witwe Karoline geb. Reichert zog dann nach Dresden. 1888 wurde für das alte Lehngut die Allodifizierung eingeleitet und vollzogen.<ref>{{#invoke:Vorlage:Literatur|f}}</ref> Zeitweiliger Gutserbe wurde wohl der gleichnamige Sohn, Ludwig Freiherr von Hauff (1872–1923), liiert mit Ida Freiin von Hodenberg, die in den 1950er Jahren in Tübingen lebte. Ludwig von Hauff ging dann 1896 auf den 507 ha-Besitz Alt Rehse. Sein jüngerer Bruder Hans Nikolaus von Hauff war amtlich seit 1902 der Schlossbesitzer,<ref>Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Freiherrlichen Häuser. 1907. Siebenundfünfzigster Jahrgang, Justus Perthes, Gotha 1906, S. 298. (Digitalisat)</ref> respektive später seine Ehefrau Gudrun von Hauff, aus der württembergischen Familienlinie. Über ihren Namen lief 1931 ein Sicherungsverfahren für das Gut Mallin. Im Februar 1932 wurde das Verfahren seitens der prüfenden Landstelle Rostock aufgehoben<ref>Siehe: Google Books: Amtliche Beilage zum Regierungsblatt für Mecklenburg-Schwerin. 1932-Nr. 38, Schwerin, den 3. September 1932, S. 331. (Digitalisat)</ref>
Die ersten beiden Kinder der Familie von Hauff-Mallin kamen in Alt Rehse zur Welt, das dritte Kind in Neubrandenburg. Friedgund von Hauff wurde 1936 in Mallin geboren, die Tochter Almut 1943 schon in Tübingen.<ref>{{#invoke:Vorlage:Literatur|f}}</ref>
Kurz vor der großen Wirtschaftskrise 1929/1930 galt Mallin als Allodialgut und Teil eines gestifteten Familienfideikommiss. Die Gesamtgröße benennt das Güter-Adressbuch Mecklenburg mit 575 ha. Zum Gut gehörte ein großer landwirtschaftlicher Betrieb, im Mittelpunkt stand mit 500 Tieren die Schafsviehhaltung und mit 200 Tieren die Schweinezucht. 180 Stück Rindvieh waren in den Ställen, 60 Pferde waren im Einsatz. Zum Gut gehörten 52 ha Waldbesitz.<ref>{{#invoke:Vorlage:Literatur|f}}</ref> Seit 1943 lebte die Familie von Hauff in Tübingen, 1947 ließ sich das Ehepaar von Hauff-Mallin scheiden.
Nach dem Zweiten Weltkrieg diente das Herrenhaus als Wohngebäude, Kindergarten, Künstleratelier und Gaststätte. Der Festsaal wurde für Feiern genutzt.
Nach der Wende stand es seit 1991 leer und verfiel zusehends. Seit dem Jahr 2007 wurden erste Sanierungsmaßnahmen unternommen. Im Jahr 2017 wurde die Sanierung erneut aufgenommen, um Wohnungen im Gutshaus zu schaffen.<ref>Monika Jacobs: Mallin träumt von seinem Märchenschloss, In: Nordkurier. 30. April 2017. Stand 15. März 2022.</ref>
Literatur
- Das Gut und Filial-Kirchdorf Mallin., In: Friedrich Schlie: Die Kunst- und Geschichts-Denkmäler des Grossherzogthums Mecklenburg-Schwerin. V. Band: Die Amtsgerichtsbezirke Teterow, Malchin, Stavenhagen, Penzlin, Waren, Malchow und Röbel. Hrsg. Commission zur Erhaltung der Denkmäler, Komm. K. F. Köhler-Leipzig, Bärensprung Schwerin 1902, S. 258 f., In: Internet Archive.
Weblinks
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- Das Herrenhaus bei Gutshäuser und Schlässer in Mecklenburg-Vorpommern.
- Verfallenes Schloss in Mallin: Sanierungsplan mit Bockwurst platzt. im Nordkurier vom 12. Februar 2014.
Einzelnachweise
<references />
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