Herophila tristis
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| Herophila tristis | ||||||||||||
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| Datei:Dorcatypus tristis (Linné, 1767) (4017004724).jpg
Herophila tristis | ||||||||||||
| Systematik | ||||||||||||
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| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Herophila tristis | ||||||||||||
| (Linnaeus, 1767) |
Herophila tristis mit dem Synonym Dorcatypus tristis ist ein Käfer aus der Familie der Bockkäfer und der Unterfamilie Lamiinae. Die Art ähnelt sehr einem kleinen Trauerbock, ist aber durch mehrere Merkmale klar von diesem zu trennen.
Bemerkungen zum Namen und Nomenklatur
Die Art wurde 1767 von Linné als 42. Art der Gattung Cerambyx unter dem Namen Cerambyx tristis erstmals beschrieben.<ref name="Linne1767" /> Der Artnamen „tristis“ (lat.) bedeutet traurig, düster.<ref name="NameArt" />
Der Gattungsname „Herophila“ ist von altgr. ήρως hēros, Held, und φίλη phíle abgeleitet. Der Name taucht erstmals bei Mulsant als Name der Untergattung der Gattung Lamia auf, in die Mulsant die Art einordnet.<ref name="Mulsant" /> Je nachdem, ob martinascoi als weitere Art oder als Unterart von Herophila tristis betrachtet wird, umfasst die Gattung Herophila drei oder zwei Arten.<ref name="FE Her" /><ref name="Biolib" /> Der Name Dorcatypus weist auf die Ähnlichkeit zur Gattung Dorcadion hin.<ref name="NameGattung" />
Merkmale des Käfers
Der Körper erreicht eine Länge von 14 bis 28 Millimeter. Er ist länglich oval, beim Männchen etwas schmaler als beim Weibchen. Die Oberseite ist dicht braun tomentiert (bei großer Auflösung des Taxobildes erkennbar).
Der Kopf ist senkrecht zur Körperachse nach unten geneigt, auf der Stirn ist er leicht vertieft. Die Mundwerkzeuge zeigen senkrecht nach unten, das letzte Glied der Kiefertaster ist spindelförmig zugespitzt und nicht schräg abgestutzt. Die elfgliedrigen Fühler verjüngen sich nach außen regelmäßig. Das erste Fühlerglied ist vor dem Ende mit einer Leiste versehen, die an eine Mondsichel erinnert (Abb. 2). Eine ähnliche Leiste zeigt auch der Trauerbock, doch bei diesem ist das dritte Fühlerglied viel länger als das erste, bei Herophila tristis dagegen ist das erste Fühlerglied deutlich länger als das dritte (Abb. 6). Beim Weibchen überragen die Fühler die Mitte der Flügeldecken nur wenig, beim Männchen sind sie länger, erreichen aber nicht das Körperende. Sie sind damit deutlich kürzer als die des Trauerbocks. Die nierenförmigen Augen umfassen die Fühlerbasis von hinten derart, dass auf der Stirn der Abstand der Basen der beiden Fühler zueinander größer ist als der Abstand der Innenränder der Augen (Abb. 4).
Der Halsschild zeigt wenig hinter der Mitte seitlich je einen kräftigen, stumpfen Höcker.
Die Flügeldecken sind miteinander verwachsen, die Hautflügel sind reduziert oder fehlen ganz. Die Flügeldecken sind hinten gemeinsam oval verrundet. Jede Flügeldecke trägt zwei schwarze Flecke, der vordere etwas kleinere und unregelmäßigere liegt vor der Mitte, der zweite hinter der Mitte. Die Zeichnung kann jedoch stark variieren, beispielsweise der vordere Fleck auf mehrere kleine Flecke reduziert sein.
Die Beine sind sehr robust. Der Vorderschenkel hat auf der Unterseite eine flache Längsrinne, die nahe dem Tarsus schräg nach außen verläuft (Abb. 5). Die fünfgliedrigen Tarsen erscheinen viergliedrig, da das vierte Glied sehr klein und zwischen den Lappen des dritten Gliedes versteckt ist.
| Datei:Dorcatypus tristis side.JPG Bild 1: Seitenansicht |
Datei:Herophila tristis detail2.jpg Bild 2: Erstes Fühlerglied Sichelförmige Leiste |
| Datei:Dorcatypus tristis front.JPG Bild 3: Vorderansicht |
Datei:Herophila tristis detail1.jpg Bild 4: Kopf von oben grün: Innenrand der Augen gelb: Innenrand der Fühlerbasis |
| Datei:Herophila tristis detail3.jpg Bild 5: Vorderschiene von unten gelb: erstes Tarsenglied dunkler: schräge Längsrinne |
Datei:Herophila tristis detail4.jpg Bild 6: Fühlerglieder eins bis drei Längen: 1=erstes, 3=drittes Glied |
Biologie
Die wärmeliebende Art wird meist auf Holz oder verrottetem Holz angetroffen. Der adulte Käfer erscheint im Spätfrühjahr bis Frühsommer. Der Käfer läuft bedächtig auf dem Boden oder auf Hölzern herum und verharrt häufig. Auch bei Flucht bewegt er sich relativ langsam. Die Larve entwickelt sich in verschiedenen Bäumen, beispielsweise Feige, Zypressen, Pappeln, Kirsche. Für die Entwicklung braucht sie zwei bis drei Jahre.
Verbreitung
Das Verbreitungsgebiet von Herophila tristis zieht sich von Frankreich bis ans Schwarze Meer. Dabei zieht sich die nördliche Verbreitungsgrenze durch die Schweiz, Österreich, Ungarn und Rumänien. Im Süden umfasst das Verbreitungsgebiet Italien mit Sardinien und Sizilien, Korsika und die Adrialänder (aus Albanien liegen keine Fundmeldungen vor). Auch im Nahen Osten ist die Art zu finden.<ref name="Fauna tristis" /> Die Unterart Herophila tristis martinascoi ist auf das italienische Festland beschränkt, wo sie in Kalabrien an der Küste zum Ionischen Meer vorkommt.<ref name="Fauna martinascoi" /><ref name="Biolib1" />
Einzelnachweise
<references> <ref name="Fauna tristis">Herophila tristis bei Fauna Europaea. Archiviert vom Original im Internet Archive. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple </ref> <ref name="Fauna martinascoi">Herophila tristis martinascoi bei Fauna Europaea. Archiviert vom Original im Internet Archive. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple </ref> <ref name="Biolib1"> Taxonprofile von Herophila tristis martinascoi. (Contarini & Garagnani, 1983) in BioLib </ref> <ref name="Linne1767"> C.Linnaeus: 1767: Systema naturæ, Tom. I. Pars II. Editio duodecima reformata. Erstbeschreibung Seite 629 </ref> <ref name="Mulsant"> E. Mulsant: Histoire naturelle des Coléoptères de France. Paris 1862–1863 Unterordnung Seite 273 </ref> <ref name="FE Her">Herophila bei Fauna Europaea. Archiviert vom Original im Internet Archive. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple </ref> <ref name="Biolib"> Herophila bei BioLib </ref> <ref name="NameArt"> Sigmund Schenkling: Erklärung der wissenschaftlichen Käfernamen (Art). </ref> <ref name="NameGattung"> Sigmund Schenkling: Erklärung der wissenschaftlichen Käfernamen (Gattung). </ref> </references>
Literatur
- Adolf Horion: Faunistik der mitteleuropäischen Käfer, Bd. XII. Überlingen-Bodensee 1974