Herbert Blankenhorn
Herbert Blankenhorn (* 15. Dezember 1904 in Mülhausen, damals Reichsland Elsaß-Lothringen, Deutsches Kaiserreich; † 10. August 1991 in Badenweiler) war ein deutscher Diplomat. Er war ab 1929 Angehöriger des Auswärtigen Amtes, leitete 1943 die Wirtschaftsabteilung der deutschen Gesandtschaft in Bern und wurde Referatsleiter im Auswärtigen Amt. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde er einer der einflussreichsten Berufsdiplomaten der Bundesrepublik Deutschland. Mit seinem Namen werden die ersten Anfänge deutscher Außenpolitik in der Nachkriegszeit verbunden.
Leben
Herbert Blankenhorn war Sohn des Berufsoffiziers Erich Blankenhorn. Er studierte Rechtswissenschaft und war 1928 Gerichtreferendar in Baden. 1929 trat er in den Auswärtigen Dienst ein. Er wurde von 1932 bis 1935 in Athen, von 1935 bis 1939 in Washington, D.C., 1939 in Helsinki, 1940 in der Zentrale des Auswärtigen Amts in Berlin und von 1940 bis 1943 in Bern verwendet. Bereits 1934 beantragte er erstmals die Aufnahme in die NSDAP, diese wurde jedoch aufgrund einer vorangegangenen Auseinandersetzung Blankenhorns mit dem mecklenburgischen Gauleiter Friedrich Hildebrandt über die „Judenfrage“ abgelehnt. Er beantragte er auf Vorschlag des Parteivertreters in Washington, SS-Standartenführer Herbert Scholz, am 20. September 1938 die Aufnahme in die NSDAP erneut und wurde zum 1. Dezember desselben Jahres aufgenommen (Mitgliedsnummer 6.997.147).<ref>Bundesarchiv R 9361-IX KARTEI/3151142</ref><ref>{{#invoke:Vorlage:Literatur|f}}{{#if:| Zitat: {{
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Blankenhorn trat 1946 in die CDU ein und war von März 1946 bis April 1948 zunächst gewählter stellvertretender Generalsekretär des Zonenbeirats für die britische Besatzungszone.<ref>Der Zonenbeirat der britisch besetzten Zone. Hrsg. und eingeleitet von seinem ehemaligen Generalsekretär Gerhard Weisser, Göttingen 1953, S. 144.</ref> Anschließend war er Generalsekretär der CDU für die britische Zone in Köln und persönlicher Referent des Präsidenten des Parlamentarischen Rates, Konrad Adenauer. Nach Dienstantritt der ersten Regierung Adenauer 1949 wurde er persönlicher Referent des Bundeskanzlers und leitete ab 1950 als Ministerialdirektor die Dienststelle für Auswärtige Angelegenheiten im Bundeskanzleramt. Bis zur Revision des Besatzungsstatuts im März 1951 war es der Bundesrepublik nicht gestattet, ein Außenministerium zu haben.<ref>Thomas Knoll: Das Bonner Bundeskanzleramt: Organisation und Funktionen von 1949–1999. Springer VS, Wiesbaden 2013, S. 84 f.</ref> Nach dessen Errichtung 1951, die er als Leiter der Dienststelle entscheidend mit vorbereitet hatte, wurde Blankenhorn als Ministerialdirektor Leiter der dortigen Politischen Abteilung.<ref>Blankenhorn, Herbert. In: dtv-Lexikon zur Geschichte und Politik im 20. Jahrhundert, hrsg. v. Carola Stern, Thilo Vogelsang, Erhard Klöss und Albert Graff, dtv, München 1974, Bd. 1, S. 97.</ref> In dieser Funktion unterstand er dem damaligen Außenminister Konrad Adenauer, der dieses Amt neben seiner Kanzlerschaft innehatte. Der 47. Untersuchungsausschuss des 1. Deutschen Bundestages sprach sich bei Blankenhorn für eine Weiterverwendung im Auswärtigen Dienst aus.
1953 wurde Blankenhorn ständiger Vertreter der Bundesregierung bei der NATO, ab 1955 im Rang eines Botschafters. Von 1958 bis 1963 vertrat er die Bundesrepublik als Botschafter in Paris, von 1963 bis 1965 in Rom und von 1965 bis 1970 in London.
Blankenhorn war Mitglied (engster Kreis) der Delegation Adenauers, die im September 1955 nach Moskau reiste und dort die Heimkehr der letzten in der Sowjetunion gefangengehaltenen Soldaten und Zivilverschleppten erreichte.
1958 wurde im Rahmen eines Prozesses vor dem Landgericht Bonn der Vorwurf erhoben, er habe die Denunziationen gegen den Ministerialbeamten Hans Strack ohne Überprüfung der Anschuldigungen bedenkenlos weitergegeben. Blankenhorn wurde im April 1959 zu einer Bewährungsstrafe verurteilt, die 1960 in einer Revision aufgehoben wurde.<ref>{{#invoke:Vorlage:Literatur|f}} hier: S. 293.</ref>
1970 wählte die Generalkonferenz der UNESCO Blankenhorn in ihren Exekutivrat; 1974–1976 war er stellvertretender Vorsitzender dieses Exekutivrates.
Blankenhorn war evangelisch, verheiratet und Vater zweier Kinder.
Ehrungen
- 28. November 1951: Kreisschreiben Nr. 628 des Eidgenössischen Justiz- und Polizeidepartements
- 1955: Großes Verdienstkreuz mit Stern der Bundesrepublik Deutschland
- 1970: Großes Verdienstkreuz mit Stern und Schulterband
Werke
- Verständnis und Verständigung: Blätter eines politischen Tagebuchs 1949 bis 1979. Propyläen Verlag, Frankfurt am Main; Berlin; Wien 1980, ISBN 3-549-07396-8.
Literatur
- Blankenhorn, Herbert. In: Carola Stern, Thilo Vogelsang, Erhard Klöss und Albert Graff (Hrsg.): dtv-Lexikon zur Geschichte und Politik im 20. Jahrhundert, dtv, München 1974, Bd. 1, S. 97.
- Eckart Conze, Norbert Frei, Peter Hayes, Moshe Zimmermann: Das Amt und die Vergangenheit. Deutsche Diplomaten im Dritten Reich und in der Bundesrepublik. Karl Blessing Verlag, München 2010, ISBN 978-3-89667-430-2.
- Hans-Jürgen Döscher: Seilschaften. Die verdrängte Vergangenheit des Auswärtigen Amts. Propyläen, Berlin 2005, ISBN 3-549-07267-8.
- Birgit Ramscheid: Herbert Blankenhorn (1904–1991). Adenauers außenpolitischer Berater. Droste, Düsseldorf 2006, ISBN 3-7700-1901-6.
- Herbert Elzer: Die Schmeisser-Affäre. Herbert Blankenhorn, der „Spiegel“ und die Umtriebe des französischen Geheimdienstes im Nachkriegsdeutschland (1946–1958). Steiner, Stuttgart 2008, ISBN 978-3-515-09117-6.
- Maria Keipert (Red.): Biographisches Handbuch des deutschen Auswärtigen Dienstes 1871–1945. Herausgegeben vom Auswärtigen Amt, Historischer Dienst. Band 1: Johannes Hürter: A–F. Schöningh, Paderborn u. a. 2000, ISBN 3-506-71840-1, S. 173–175
Weblinks
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- Zeugenschrifttum Online. ZS 2476/1, Blankenhorn, Herbert (PDF; 20,7 MB) Institut für Zeitgeschichte München/Berlin. Zusammenfassung Fischer der Befragung am 21. April 1975 und Skript der Befragung, betr. Adenauers Bewertung eines westdeutschen Verteidigungsbeitrages; unterschiedliche Haltung der Besatzungsmächte über Bundesrepublik und deren Stellung im europäischen System etc.
- Zeugenschrifttum Online. ZS 2476/2, Blankenhorn, Herbert (PDF; 20,7 MB) Institut für Zeitgeschichte München/Berlin. Protokolle der Befragungen Blankenhorns betr. Adenauers Bewertung eines westdeutschen Verteidigungsbeitrages; unterschiedliche Haltung der Besatzungsmächte über Bundesrepublik und deren Stellung im europäischen System etc.
- Nachlass Bundesarchiv N 1351
- Kurzbiographie auf dem Adenauer-Portal der Konrad-Adenauer-Stiftung und der Stiftung Bundeskanzler-Adenauer-Haus
Einzelnachweise
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