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Helm von Coțofenești

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Helm von Coțofenești
Datei:Casco de Coțofenești (3).jpg
Angaben
Waffenart: Zeremonielle Schutzwaffe
Bezeichnungen: Helm von Coțofenești
Verwendung: Schutzhelm
Einsatzzeit: etwa 400 v. Chr.
Ursprungsregion/
Urheber:
Rumänien
Verbreitung: Rumänien
Gesamtlänge: 25,5 cm Höhe
Gewicht: ca. 740 g
Besonderheiten: Aus Einzelteilen zusammengeschweißt
Listen zum Thema

Als Helm von Coțofenești ([<templatestyles src="IPA/styles.css" />kot͡sofeˈneʃtʲ]) wird eine zeremonielle Kopfbedeckung aus Rumänien bezeichnet. Forscher nehmen an, dass er einem unbekannten lokalen König der Daker oder einem lokalen Adeligen aus der Zeit um 400 v. Chr. gehörte.<ref>Dumitru Berciu: Arta traco-getică, Bukarest 1969, S. 77.</ref>

Beschreibung

Der Helm wurde 1928 im Norden der Großen Walachei im Dorf Coțofenești (Kreis Prahova) bei der Feldarbeit gefunden.

Er ist aus einer Platte Goldblech getrieben und im Ganzen mit Dekorationen und figürlichen Darstellungen überzogen. Der obere, halbkugelförmige Helmteil ist mit einer regelmäßigen buckelartigen Verzierung versehen. Über dem Gesicht ist eine Darstellung von zwei Augen mit Augenbrauen ausgearbeitet. An den Wangenschilden und dem Nackenschutz sind figürliche Darstellungen angebracht: Auf dem Nackenschirm sind mehrere anthropomorphe greifen- oder sphingenähnliche Wesen mit Flügeln abgebildet und auf den Wangenschilden ist eine Figur abgebildet, die einen Widder opfert. Die Helmspitze ist nicht mehr vorhanden. Der Helm von Coțofenești wurde vermutlich zu zeremoniellen Zwecken benutzt.<ref>John Boardman (Hrsg.): The Cambridge Ancient History. Plates to Volume 4. Persia, Greece and the Western Mediterranean. New edition. Cambridge University Press, Cambridge u. a. 1988, ISBN 0-521-30580-2, S. 91.</ref>

Diebstahl

Im Januar 2025 wurde der Helm bei einem Einbruch aus dem Drents Museum in Assen gestohlen, wo er als Leihgabe des Muzeul Național de Istorie a României im Rahmen einer Sonderausstellung über das Daker-Reich zu sehen war.<ref>Goudroof bij Drents Museum, daders maken archeologische schatten uit Roemenië buit na explosie. In: rtvdrenthe.nl. 25. Januar 2025, abgerufen am 26. Januar 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>Museumsdiebe rauben in den Niederlanden rumänische Gold- und Silberschätze. In: deutschlandfunkkultur.de. 26. Januar 2025, abgerufen am 26. Januar 2025.</ref> Ende Januar 2025 wurden mehrere Tatverdächtige festgenommen, die aber über den Verbleib der Beute schwiegen. Anfang April 2026 wurde der Helm sowie zwei der drei Armreifen von den niederländischen Behörden sichergestellt.<ref>Gestohlener 2.500 Jahre alter Goldhelm in den Niederlanden sichergestellt. In: euronews.com. 2. April 2026, abgerufen am 2. April 2026.</ref><ref>Guardian: ‘A wow moment’: stolen 2,500-year-old Romanian gold helmet has been found. 2. April 2026 ([1]).</ref> Seit dem 22. April 2026 sind sie wieder im rumänischen Museum in Bukarest ausgestellt.<ref>Digi24: Coiful de la Coțofenești și două brățări dacice, expuse la Muzeul Național de Istorie. Până când pot fi văzute de public, 21. April 2026</ref>

Literatur

  • I. Marazov: Sacrifice of a ram on the Thracian helmet from Coțofenești. In: Pulpudeva 3 (1980), S. 81–101.
  • Römisch-Germanische Kommission: Bericht der Römisch-Germanischen Kommission, Band 50, 1969 books.google.de
  • Vladimir Dumitrescu, Alexandru Vulpe: Dacia before Dromichaites. Editura Științifică și Enciclopedică, Bukarest 1988.
  • Thomas George Eyre Powell: From Urartu to Gundestrup: the agency of Thracian metal-work. In: John Boardman, M. A. Brown, Thomas George Eyre Powell (Hrsg.): The European community in later prehistory. Studies in honour of C. F. C. Hawkes. Routledge & Kegan Paul, London 1971, ISBN 0-7100-6940-5, S. 181–201, hier S. 193–196.

Weblinks

Commons: Helm von Coțofenești – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />