Zum Inhalt springen

Helaba-Skandal

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Datei:Plakat der CDU Hessen 1976 zum Helaba-Skandal.jpg
Plakat der CDU Hessen 1976 zum Helaba-Skandal

Der Helaba-Skandal war ein Finanzskandal in den 1970er Jahren. Durch eine Reihe fragwürdiger Beteiligungsgeschäfte, insbesondere Immobilienprojekte, war die Hessische Landesbank (Helaba) in erhebliche Bedrängnis geraten. Die Affäre hatte den Rücktritt des damaligen hessischen Ministerpräsidenten Albert Osswald (SPD) am 3. Oktober 1976 zur Folge.

Hintergründe und Geschehnisse

In der ersten Hälfte der 1970er Jahre beteiligte sich die Hessische Landesbank an spekulativen Risikogeschäften, unter anderem den Immobilienprojekten Schwabylon in München und Sonnenring in Frankfurt-Sachsenhausen. Besonders hohe Verluste sammelten sich bei der „Investitions- und Handelsbank“ (IHB) an, die seit 1973 mehrheitlich der Helaba gehörte. In der Summe hatte die Helaba Verluste in Milliardenhöhe eingefahren. Am 17. Dezember 1973 trat der Präsident der Helaba Wilhelm Hankel (SPD) unter dem Vorwurf zurück, er habe den Verwaltungsrat nicht rechtzeitig über die Probleme informiert. Ende 1974 stand die Helaba dadurch dicht vor dem Konkurs, der nur durch Kredite des Landes Hessen und der Sparkassen abgewendet werden konnte.

Der damalige hessische Ministerpräsident Osswald war zu dieser Zeit Vorsitzender des Verwaltungsrates der Helaba und hatte damit die Geschäfte mitgetragen. In der Folge kamen weitere Details ans Licht der Öffentlichkeit, was schließlich dazu führte, dass der politische Druck nach dem Rücktritt von Ministerpräsident Osswald immer größer wurde. Am 3. Oktober 1976, kurz nach Schließung der Wahllokale für die Bundestagswahl, kam er dieser Forderung nach und legte ebenso das Amt des hessischen SPD-Vorsitzenden nieder. Am 12. Oktober 1976 wurde Holger Börner (SPD) zu seinem Nachfolger als Ministerpräsident gewählt. Börner setzte sich dabei im Landtag mit 57 zu 53 Stimmen gegen Alfred Dregger von der CDU durch. Am 20. Oktober 1976 setzte der Hessische Landtag auf Antrag der CDU-Fraktion einen parlamentarischen Untersuchungsausschuss „Ministerpräsident Osswald/Helaba“ ein. Der Bericht des Untersuchungsausschusses wurde am 17. Februar 1978 veröffentlicht.<ref>Bericht des Parlamentarischen Untersuchungsausschusses 2/8 zu Drucksache 8/3060, Hessischer Landtag, 17.02.78 (Drucksache 8/5367)</ref> Die Ermittlungen gegen Osswald wurden 1978 eingestellt.<ref>Der Spiegel: Sozialer Striptease, 12. Juni 1978</ref> Den im Verwaltungsrat der Helaba tätigen Vertretern des Sparkassenverbandes und der Sparkassen gelang es, den Skandal der Bank unbeschadet zu überstehen.

Der Helaba-Skandal wurde durch die damalige CDU-Opposition auch im Wahlkampf zur Bundestagswahl 1976 und den Kommunalwahlen in Hessen 1977 aufgegriffen. Bei der Bundestagswahl gewann die hessische CDU 4,5 Prozent hinzu. Das war deutlich mehr als die Bundespartei mit 3,7 Prozent und das beste Ergebnis eines CDU-Landesverbandes. Nur die Schwesterpartei CSU schnitt in Bayern besser ab. Bei der Kommunalwahl am 20. März 1977 gewann die CDU 10 Prozent hinzu und kam auf 47,9 Prozent. Die SPD sackte von 51,4 auf 42,3 Prozent ab.<ref>Bernd Heidenreich und Werner Wolf: Der Weg zur stärksten Partei 1945–1995: 50 Jahre CDU Hessen, Wiesbaden 1995, ISBN 3-8046-8827-6, S. 77–78</ref>

Quellen

<references/>

Siehe auch

Weblinks