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Heißer Tag

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Klimatologische Kenntage

Tagestemperatur T: max / med / min
Tagestemperatur T: max / med / min<ref> Anmerkung: Auf der Grafik liegt, anders als die Farbmarkierungen bei den Temperaturschwellen, die 0-°C-Linie auf der Grenze zwischen türkis und blau. → Jahresgang der Grafik (animiert)</ref>

Lufttemperatur­abhängige Kenntage
Wüstentag
  • Tmax ≥ 35 °C
  • Heißer Tag<ref name="DWD Kenntage"> Klimatologische Kenntage im Wetterlexikon des Deutschen Wetterdienstes</ref>
  • Tmax ≥ 30 °C
  • Tropennacht<ref name="DWD Kenntage"/>
  • Tmin ≥ 20 °C
  • Sommertag<ref name="DWD Kenntage"/>
  • Tmax ≥ 25 °C
  • Heiztag<ref name="HT">Deutschland: 15 °C nach VDI 2067; Österreich, Schweiz, Liechtenstein: 12 °C nach Usance</ref>
  • Tmed < 15 °C / 12 °C
  • Vegetationstag<ref>auch Tmed ≥ 10 °C: Tag Hauptvegetationsperiode</ref>
  • Tmed ≥ 5 °C
  • Frosttag<ref name="DWD Kenntage"/>
  • Tmin < 0 °C
  • Eistag<ref name="DWD Kenntage"/>
  • Tmax < 0 °C
  • Kalter Tag<ref name="DWD Kenntage"/> keine einheitliche Definition
    Witterungs­abhängige Kenntage
    Bewölkung Heiterer Tag<ref name="DWD Kenntage"/>,
    Trüber Tag<ref name="DWD Kenntage"/>,
    Nebeltag<ref name="DWD Kenntage"/>
    Luftfeuchte / Temperatur Schwüler Tag
    Niederschlag Niederschlagstag<ref name="DWD Kenntage"/>,
    Regentag<ref name="DWD Kenntage"/>,
    Hageltag<ref name="DWD Kenntage"/>,
    Schnee(decken)tag<ref name="DWD Kenntage"/>
    Unwetter Sturmtag<ref name="DWD Kenntage"/>,
    Gewittertag<ref name="DWD Kenntage"/>

    Heißer Tag oder Hitzetag, älter auch Tropentag, ist die meteorologisch-klimatologische Bezeichnung für Tage, an denen die Tageshöchsttemperatur 30 °C erreicht oder übersteigt. Er wird zur genaueren Darstellung des Klimas eines Ortes und zur Beurteilung von Hitzewellen herangezogen. Gemessen wird in einer Standard-Wetterhütte in zwei Metern Höhe. Die Menge der heißen Tage ist eine Untermenge der Sommertage. Sinkt die Tagestiefsttemperatur nicht unter 20 °C, spricht man von Tropennacht.

    Zum Begriff

    Heißer Tag wird heute in der Meteorologie in Deutschland und Österreich verwendet,<ref>Heißer Tag im Wetterlexikon des Deutschen Wetterdienstes (abgerufen am 11. August 2010).</ref> in der Schweiz etwa ist Hitzetag verbreiteter,<ref>Vergl. die Nachricht Stephan Bader (Bundesamt für Meteorologie und Klimatologie MeteoSchweiz), zitiert im Beitrag Ferrari, 26. September 2008 12:16 #153661, Thread <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Grundsatzfrage: Klassifikation der Tage (Memento vom 5. März 2016 im Internet Archive) in swisswetter.ch</ref> die ältere Bezeichnung Tropentag wird wegen ihrer Eindeutigkeit ebenfalls noch verwendet. Sie bezieht sich auf das Einströmen [sub-]tropischer Warmluft nach Mitteleuropa, was typischerweise zu abnorm heißen sommerlichen Tagen führt.

    Andere Definitionen:

    • Abweichend von dieser im deutschsprachigen Raum üblichen Definition für den heißen Tag finden sich für {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value) in anderen Weltgegenden und Klimazonen auch Definitionen wie Tageshöchsttemperatur ≥ 33 °C.<ref>“{{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value)”. Regional Climate of Hong Kong. Hong Kong Observatory, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 21. Juni 2009; abgerufen am 27. Mai 2009., oder “{{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value)”, Suppakorn Chinvanno, Thanat Choengbunluesak: Final Report on Climate Change Scenarios for Songkram River Basin. In: Southeast Asia START Regional Center, IRG/USAID (Hrsg.): Environmental Health Perspectives. 2006, S. 12 (iwlearn.org [PDF; abgerufen am 27. Mai 2009]).</ref> für Ostasien, oder auch Tagesmitteltemperatur ≥ 30 °C.<ref>etwa “{{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value)” Bob Weinhold: Weather warning: climate change can be hazardous to your health. In: Environmental Health Perspectives. Vol. 110, Nr. 9, September 2002, doi:10.1289/ehp.110-a532b. oder W. Conard Holton: Reprieve for Perchlorate. In: ebenda. 2002, doi:10.1289/ehp.110-a532a.</ref>
    • In England mit seinem gemäßigteren Klima beispielsweise findet sich auch hot day als Tages-Mitteltemperatur ≥ 20 °C.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Air Temperature in Central England. (Memento vom 23. September 2015 im Internet Archive) M. Hulme auf ecn.ac.uk (abgerufen am 11. August 2015).</ref>
    • In den USA wurden wegen der Verwendung der Fahrenheit-Temperaturskala im Allgemeinen andere Temperaturschwellen zur Definition spezifischer Tage verwendet.<ref>z. B. “{{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value)” (das sind 32,8 °C). </ref>
    • In Norwegen werden die Begriffe heißer Tag und Tropentag weiterhin mit separater Bedeutung geführt:
      • {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value)<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Tropedager – Meteorologileksikon (Memento vom 23. Januar 2016 im Internet Archive), Norske Meteorologisk Institutt (abgerufen am 13. Juli 2010).</ref> ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value) ist der lichte Tag): entspricht dem heißen Tag.
      • {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value)<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Tropedøgn – Meteorologileksikon (Memento vom 8. März 2012 im Internet Archive), Norske Meteorologisk Institutt, (abgerufen am 13. Juli 2010).</ref> ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) ist ein 24-Stunden-Tag): entspricht einer Kombination aus „unserem“ heißen Tag und der Tropennacht. Das bedeutet, dass innerhalb von 24 Stunden die Höchsttemperatur über 30 °C steigen muss und die Tagestiefsttemperatur nicht unter 20 °C sinken darf.

    Da 30 °C für Mitteleuropa zwar heiß, aber keineswegs unüblich sind, finden sich für einen abnorm heißen Tag als wirkliche Ausnahmeerscheinung zunehmend Wüstentag und anderes als zusätzliche Bezeichnung.

    In der Schweiz war der frühste Hitzetag an einem 8. April (Lugano im Jahre 2011, 30,8 °C),<ref>Klimabulletin Mai 2025. Bundesamt für Meteorologie und Klimatologie, abgerufen am 27. Mai 2025.</ref> der späteste Hitzetag an einem 24. Oktober (Locarno-Monti im Jahre 2018, 30,5 °C).<ref>Später Hitzetag - 30,2 Grad in Sitten. In: SRF News. 16. September 2019, abgerufen am 4. September 2023: „Am 24. Oktober 2018 wurden in Locarno 30,5 Grad gemessen.“</ref> Während der Dürre und Hitze in Europa 2022 wurde in Stabio allein vom 5. Juli bis am 11. August tagtäglich eine Temperatur von über 30 Grad Celsius gemessen. Noch nie zuvor wurde in der Schweiz eine Hitzewelle mit 38 Hitzetagen in Folge registriert.<ref>38 Hitzetage in Folge — Hitzewelle im Mendrisiotto unterbrochen. In: srf.ch. 14. August 2022, abgerufen am 15. August 2022.</ref>

    Deutschlandweit lässt sich die Zahl heißer Tage – gemittelt über die Fläche – seit Mitte des 20. Jh. verlässlich angeben. Mit der globalen Erwärmung nimmt die Zahl heißer Tage deutlich zu. Lag sie 1951–1960 im Mittel noch bei drei, waren es 2011–2020 um die elf.<ref>Claudia Winklmayr, Franziska Matthies-Wiesler, Stefan Muthers, Sebastian Buchien, Bernhard Kuch, Matthias an der Heiden, Hans-Guido Mücke: Hitze in Deutschland: Gesundheitliche Risiken und Maßnahmen zur Prävention. In: Robert Koch-Institut (Hrsg.): Journal of Health Monitoring. Band 8, S4, 6. September 2023, doi:10.25646/11645 (rki.de [PDF]).</ref> Die zehn Jahre mit der größten Anzahl heißer Tage im Gebietsmittel liegen alle nach 1994. Bis einschließlich 2024 gab es mehr als 18 heiße Tage in den Jahren 2003, 2015, 2018 und 2022; das Jahr 2018 wies mit mehr als 20 Tagen die größte Zahl heißer Tage auf.<ref>Daten | Umweltindikatoren | Indikator: Heiße Tage. Umweltbundesamt, 21. November 2024, abgerufen am 15. Februar 2025.</ref>

    Liste von Messwerten: Heiße Tage pro Jahr im langjährigen Mittel

    Ort Staat Höhe <templatestyles src="FN/styles.css" />  d/a Mittelungs­periode <templatestyles src="FN/styles.css" /> ∗∗
    London-Kew Vereinigtes Königreich 25 1,2 1881–1980
    De Bilt Niederlande 4 3,0 ?
    Helgoland Deutschland 8 0,0 1952–2012
    Norderney Deutschland 5 0,6 1961–1990
    Brocken, Harz Deutschland 1141 0,0 1901–1950
    München Deutschland 518 5,8 1901–1950
    Nürnberg Deutschland 309 7,2 1901–1950
    Zugspitze Deutschland 2962 0,0 1901–1950
    Greifswald Deutschland 5 1,7 1901–1950
    Frankfurt (Oder) Deutschland 40 7,1 1901–1950
    Osnabrück Deutschland 63 3,0 1961–1990
    Stuttgart Deutschland 245 8,4 1961–1990
    Berlin-Dahlem Deutschland 50 6,3 1909–1969
    Erfurt Deutschland 195 5,6 1961–1990
    Dessau Deutschland 59 6,8 1901–1950
    Bonn-Friesdorf Deutschland 60 4,6 1951–1970
    Frankfurt am Main Deutschland 112 9,0 1870–1956
    Obermünstertal Deutschland 424 3,6 1958–1977
    Mainz-Marienborn Deutschland 153 13,1 1991–2017
    Dreis-Brück Deutschland 526 3,0 1994–2017
    Schifferstadt Deutschland 110 17,5 1991–2017
    Bregenz Österreich 400 3,2 1971–2000
    Neusiedl Österreich 135 15,1 1971–2000
    Graz-Uni Österreich 366 6,5 1971–2000
    Innsbruck-Uni Österreich 578 10,5 1971–2000
    Klagenfurt am Wörthersee Österreich 447 8,7 1971–2000
    Hörsching (Flughafen Linz) Österreich 298 7,7 1971–2000
    St. Pölten Österreich 272 11,6 1971–2000
    Salzburg-Flughafen Österreich 430 8,0 1971–2000
    Sonnblick<templatestyles src="FN/styles.css" /> 2 Österreich 3105 0,0 1971–2000
    Wien-Innere Stadt Österreich 171 17,9 1971–2000
    Zwettl-Stift<templatestyles src="FN/styles.css" /> 1 Österreich 505 3,3 1971–2000
    Basel/Binningen Schweiz 316 14,3 1991–2020<ref name="schweiz">Simon Eschle, Jürg Zogg: Schon wieder — Die nächste Hitzephase kommt. In: srf.ch. 2. August 2022, abgerufen am 2. August 2022.</ref>
    Bern/Zollikofen Schweiz 522 9 1991–2020<ref name="schweiz"/>
    Davos Schweiz 1594 0,0 1961–2009
    Genf (Genève-Cointrin) Schweiz 420 17,6 1991–2020<ref name="schweiz"/>
    Jungfraujoch<templatestyles src="FN/styles.css" /> 2 Schweiz 3580 0,0 1961–2009
    Lugano Schweiz 273 2,2 1961–2009
    Magadino/Cadenazzo Schweiz 203 3,6 1961–2009
    Samedan Schweiz 1708 0,0 1961–2009
    St. Gallen Schweiz 775 0,3 1961–2009
    Zürich/Fluntern Schweiz 555 2,6 1961–2009
    Istanbul Türkei 40 22,6 1937–1970
    Trabzon Türkei 0 2,3 1929–1970
    Ankara Türkei 938 45,9 1926–1970
    Kars Türkei 1775 6,6 1929–1970
    Antalya Türkei 30 85,3 1930–1970
    Tunis Tunesien 4 75,5 ?
    Kairouan Tunesien 65 121,1 ?
    Kabul Afghanistan 1791 82,2 1959–1970
    Kundus Afghanistan 397 134,6 1959–1970
    Anmerkungen:
    <templatestyles src="FN/styles.css" />
    <templatestyles src="FN/styles.css" />
    ∗∗ 
    Sortiert nach Intervallmitte
    <templatestyles src="FN/styles.css" />
    1 
    „Kältepol“ von Österreich
    <templatestyles src="FN/styles.css" />
    2 
    Permafrostzone, teils derzeit mit abnehmender Durchfrostung

    Quellen:

    Siehe auch

    Weblinks

    Einzelnachweise

    <references responsive />