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Heinz König (Mathematiker)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Datei:Heinz König.jpg
Heinz König (Mitte) im Gespräch mit Konrad Jacobs (rechts) und Dietrich Bierlein in Erlangen, 1988

Heinz König (* 16. Mai 1929 in Stettin; † 31. März 2024 in Saarbrücken) war ein deutscher Mathematiker, der sich mit Analysis beschäftigte und einen Lehrstuhl in Köln und in Saarbrücken innehatte.

Leben

Heinz König, Sohn von Meta König, geborener Bognitz, und des Kaufmanns Josef König, studierte ab 1948 an der Universität Kiel, wo er 1952 bei Karl-Heinrich Weise zum Dr. rer. nat. promoviert wurde (Neue Begründung der Theorie der Distributionen von Laurent Schwartz).<ref>Heinz König im Mathematics Genealogy Project (englisch) Vorlage:MathGenealogyProject/Wartung/id verwendet abgerufen am 22. Juni 2024.</ref> 1953 bis 1955 war er als Stipendiat der Deutschen Forschungsgemeinschaft in Kiel und Paris. 1955 wurde er Assistent an der Universität Würzburg, wo er sich 1956 habilitierte und seinen Lehrtätigkeit begann. Ab 1957 war er Dozent an der Technischen Hochschule Aachen, wo er ab 1960 als außerplanmäßiger Professor tätig war. 1962 wurde er ordentlicher Professor für Mathematik an der Universität Köln und ab 1965 war er ordentlicher Professor an der Universität des Saarlandes. 1970/71 war er dort Dekan der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen-Fakultät und von 1971 bis 1973 Prorektor. Außerdem war er Senatsbeauftragter für Internationale Angelegenheiten. Rufe an die Universitäten Kiel und Heidelberg lehnte er ab. Seit 1994 ist er dort Professor Emeritus. Er war unter anderem Gastprofessor am Caltech (1967/68), an der Witwatersrand-Universität und Gastwissenschaftler an der Australian National University.

König beschäftigte sich unter anderem mit Theorie der Distributionen, Hardy-Räumen, Maß- und Integrationstheorie, konvexer Analysis mit Anwendungen in den Wirtschaftswissenschaften. Er verfasste zudem Einzelarbeiten über Hochschulprobleme.

1964 bis 1980 war er im wissenschaftlichen Rat des Mathematischen Forschungszentrums Oberwolfach, wo er seit 1966 zahlreiche Konferenzen organisierte oder mitorganisierte. 1977 bis 1981 war er Gründungsdirektor der Gesellschaft für Mathematik, Ökonomie und Operations Research (GMÖOR). Er war Gründungsmitglied im Heisenberg-Programm der Deutschen Forschungsgemeinschaft.

Er war Ehrendoktor (Dr. rer. pol. h. c.) der Universität Karlsruhe (1979) und erhielt 2006 die Otto Volk Medaille in Bronze der Universität Würzburg. Ab 1984 war er korrespondierendes Mitglied der Société Royale des Sciences de Liège und wurde in Luxemburg Offizier des Ordre Grand-Ducal de la Couronne de Chêne. Von 1965 bis 1994 war er Mitherausgeber von Archiv der Mathematik.

Heinz König war in erster Ehe verheiratet mit der 1979 verstorbenen Helga König, geborener Bognitz, in zweiter Ehe mit Karin König, geborener Grwein, hatte einen Sohn (Daniel König), lebte in Bischmisheim (seit 1974 Stadtteil von Saarbrücken) und starb unerwartet Ende März 2024. Seine Grabstätte befindet sich auf dem Hauptfriedhof Saarbrücken.<ref>Traueranzeige in der Saarbrücker Zeitung, 13. April 2024; zuletzt abgerufen am 14. April 2024.</ref>

Literatur

  • König, Heinz. (2) In: Walter Habel (Hrsg.): Wer ist wer? Das deutsche Who’s who. 24. Ausgabe. Schmidt-Römhild, Lübeck 1985, ISBN 3-7950-2005-0, S. 670.

Schriften

  • mit Klaus Barbey: Abstract Analytic Function Theory and Hardy Algebras, Springer, Lecturenotes in Mathematics, Band 593, 1977
  • Analysis I, Birkhäuser 1984
  • mit Michael Neumann: Mathematische Wirtschaftstheorie, mit einer Einführung in die konvexe Analysis, Mathematical Systems in Economics, Band 100, Hain-Athenäum 1986,
  • mit Robert Raeder: Vorlesung über die Theorie der Distributionen, Annales Univ. Saraviensis Ser.Math., Band 6, 1995, S. 1–213
  • Measure and Integration: An Advanced Course in Basic Procedures and Applications, Springer 1997
  • Grundlagen der Analysis, hrsg. von Klaus Barbey und Reiner Kallenborn, Birkhäuser 2024

Weblinks

Einzelnachweise

<references />

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