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Heinrich Forster

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Heinrich Georg Forster (* 14. Januar 1897 in Langenaltheim; † 25. Oktober 1955 in Hanau) war deutscher SS-Hauptsturmführer (1941) und Lagerführer in Konzentrationslagern.

Leben

Heinrich Forster war Sohn eines Steinmetzes.<ref name="Morsch">Günter Morsch (Hrsg.): Die Konzentrationslager-SS 1936–1945: Arbeitsteilige Täterschaft im KZ Sachsenhausen. Metropol Verlag, Berlin 2018, ISBN 978-3-86331-403-3, S. 235–236.</ref> Nach der Volksschule arbeitete er in der Forst- und Landwirtschaft. Zu Beginn des Ersten Weltkriegs meldete er sich zur Marine. Nach Kriegsende arbeitete er zunächst bei der Reichsbahn in Schwerin. Anschließend vier Jahre lang war er Inhaber eines Tabakgeschäfts, dann arbeitete er zwei Jahre im Straßenbahndienst der Berliner Verkehrsgesellschaft.<ref name="Morsch" /> Im September 1931 wurde er Mitglied der SA. Zum 1. Dezember 1931 trat er der NSDAP bei (Mitgliedsnummer 829.889).<ref>Bundesarchiv R 9361-IX KARTEI/9261226</ref> Im selben Monat wechselte er in die SS (SS-Nummer 36.647).<ref>Heinrich Forster auf www.dws-xip.pl</ref> Seit Herbst 1931 war er arbeitslos. Im Mai 1933 erhielt er einen Posten im Bezirksamt Reinickendorf als Verwalter der Frohnauer Waldfriedhofs.<ref name="Morsch" />

Im August 1938 wurde er in den Kommandanturstab des KZ Sachsenhausen berufen. Von Mai 1940 bis August 1942 war Forster Schutzhaftlagerführer im KZ Sachsenhausen.<ref>Hermann Kaienburg: Konzentrationslager Sachsenhausen. In: Wolfgang Benz, Barbara Distel (Hrsg.): Der Ort des Terrors. Geschichte der nationalsozialistischen Konzentrationslager. Band 3: Sachsenhausen, Buchenwald. C.H. Beck, München 2006, ISBN 3-406-52963-1, S. 40.</ref> Danach war Forster von Ende 1942 bis Mitte 1943 als Lagerführer im Außenlager Drütte des KZ Neuengamme eingesetzt.<ref>Wolfgang Benz, Barbara Distel (Hrsg.): Der Ort des Terrors. Geschichte der nationalsozialistischen Konzentrationslager. Band 5: Hinzert, Auschwitz, Neuengamme. C.H. Beck, München 2007, ISBN 978-3-406-52965-8, S. 508.</ref> Anschließend wurde Forster Lagerführer im Außenlager Schaulen des KZ Kauen.<ref>Wolfgang Benz, Barbara Distel (Hrsg.): Der Ort des Terrors. Geschichte der nationalsozialistischen Konzentrationslager. Band 8: Riga, Warschau, Vaivara, Kaunas, Płaszów, Kulmhof/Chełmno, Bełżec, Sobibór, Treblinka. C.H. Beck, München 2008, ISBN 978-3-406-57237-1, S. 210.</ref> Von Januar 1944 bis Juli 1944 war Forster Schutzhaftlagerführer im Arbeitslager Dora.<ref> Jens-Christian Wagner: Produktion des Todes: Das KZ Mittelbau-Dora, Göttingen 2001, S. 651</ref> Von Ende Juli 1944 bis September 1944 war er Lagerleiter im KZ-Außenlagerkomplex Kaufering und anschließend bis Dezember 1944 im Außenlager Hersbruck des KZ Flossenbürg ebenfalls dortiger Lagerführer.<ref name="Klee159">Ernst Klee: Das Personenlexikon zum Dritten Reich, Frankfurt am Main 2007, S. 159.</ref> Aufgrund von militärischem Ungehorsam soll er danach bis Kriegsende bei Divisionen der Waffen-SS eingesetzt worden sein.

Nach Kriegsende tauchte Forster unter und lebte unter dem Pseudonym „Hans Reich“ unentdeckt in Hessen.<ref name="Raim227">Vgl. Edith Raim: Westdeutsche Ermittlungen und Prozesse zum KZ Dachau und seinen Außenlagern. In: Ludwig Eiber, Robert Sigl (Hrsg.): Dachauer Prozesse – NS-Verbrechen vor amerikanischen Militärgerichten in Dachau 1945 - 1948, Göttingen 2007, S. 227</ref> Forster alias Reich verstarb im Oktober 1955 bei Hanau aufgrund eines Fahrradunfalls.<ref>Edith Raim: Außenlager Kaufering. In: Wolfgang Benz, Barbara Distel (Hrsg.): Der Ort des Terrors. Geschichte der nationalsozialistischen Konzentrationslager. Band 2: Frühe Lager, Dachau, Emslandlager. C.H. Beck, München 2005, ISBN 3-406-52962-3, S. 370.</ref>

Literatur

Einzelnachweise

<references />

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