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Heilig Blut (München)

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Datei:Scheinerstr 12a Muenchen-01.jpg
Kirche Heilig Blut in München-Bogenhausen

Heilig Blut ist eine katholische Pfarrkirche im Münchner Stadtteil Bogenhausen. Sie gehört zum Pfarrverband St. Gabriel-Hl. Blut im Dekanat München-Nordost des Erzbistums München-Freising. Als bayrisches Baudenkmal steht die Kirche unter Denkmalschutz.

Geschichte

Datei:Hl. Blut München.jpg
Innenansicht

Aufgrund anhaltender Zuzüge nach Bogenhausen drohte die alte Pfarrkirche St. Georg seit Beginn des 20. Jahrhunderts zu klein für die Gemeinde zu werden. Nach verschiedenen, später wieder verworfenen Überlegungen zu einem Neubau und einem Platz dafür wurde Anfang der 1930er Jahre ein Umbau der bestehenden Rokoko-Kirche ins Auge gefasst. Nach Protesten aus der Bürgerschaft dagegen schenkte die Stadt München der Erzdiözese den Bauplatz für Heilig Blut. Die Kirche wurde 1934 in nur acht Monaten Bauzeit nach Plänen von Hans Döllgast errichtet. Erster Spatenstich war im März 1934 und schon am 1. November 1934 konnte die Kirche von Kardinal Faulhaber geweiht werden.

Der Architekt gestaltete das Gotteshaus als einen großen, lichten Saalbau mit Satteldach (40 m lang, 16 m breit, 9 m hoch) mit 14 eingestellten schlanken Säulen, die eine flache Stuckdecke trugen. Der angebaute Glockenturm trug einen Spitzhelm, der an Höhe den Turmschaft übertraf.

Den Reliefbogen über dem Eingang gestaltete Georg Pezold; er hatte sich zuvor besonders tatkräftig gegen den Umbau von St. Georg und für einen Neubau eingesetzt. Wie alle 1934 geweihten Kirchen erhielt auch Heilig Blut eine Reliquie des im selben Jahr heiliggesprochenen Konrad von Parzham.<ref> <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Erzbistum München und Freising: 1934 Bruder Konrad von Parzham zur Ehre der Altäre erhoben. (Memento vom 30. Oktober 2011 im Internet Archive), abgerufen am 5. November 2010</ref>

Besondere Bedeutung erlangte Heilig Blut durch die Widerstandskämpfer Pater Alfred Delp SJ und Hermann Josef Wehrle, die bis zu ihrer Verhaftung 1944 Seelsorger in der Pfarrei waren. Eine Gedenktafel an der Kirche St. Georg erinnert an sie und weitere Bogenhauser aus dem Widerstand.<ref>Vor 60 Jahren wurde Jesuitenpater Alfred Delp hingerichtet. kath.net - Katholische Nachrichten, 30. Januar 2005, abgerufen am 23. Dezember 2012.</ref>

In der Bombennacht vom 2. auf 3. Oktober 1943 wurde die Kirche bis auf ihre Mauern zerstört. Turm und Stuckdecke wurden zerstört.

Der Wiederaufbau 1950 lag wie schon der Bau in den Händen von Hans Döllgast. Der Turm wurde vollkommen neu gestaltet. Der Glockenstuhl, der beim früheren Spitzturm tiefer als die Giebellinie der Kirche gelegen war, wurde 10 Meter höher gesetzt und der Turm mit einem Satteldach abgeschlossen. Statt einer hellen Stuckdecke erhielt der Kirchensaal eine glatte dunkle Holzdecke.

Von Anfang August 1951 bis Ende September 1952 war Joseph Ratzinger, der spätere Papst Benedikt XVI., Kaplan in Heilig Blut, woran seit 2009 die Gestaltung des Eingangsportals der Kirche erinnert.<ref> Website Pfarrei Heilig Blut – Kunst und Kirchenschätze, abgerufen am 29. Nov. 2025</ref>

Im Dezember 2018 schlossen sich die Pfarreien Heilig Blut und St. Gabriel zu einem Pfarrverband zusammen.<ref>Jana Sauer: Lobpreis für das Bündnis. In: www.sueddeutsche.de. 30. November 2018, abgerufen am 7. Dezember 2018.</ref>

Orgeln

Die Orgel auf der Empore über dem Eingangsbereich im hinteren Teil der Kirche wurde 2006 von der Orgelbaufirma Münchner Orgelbau Johannes Führer erbaut. Das Instrument hat 25 Register auf zwei Manualen und Pedal. Die Spieltrakturen sind mechanisch, die Registertrakturen als Doppeltrakturen (mechanisch und elektrisch) angelegt.<ref>Nähere Informationen auf der Herstellerseite, abgerufen am 16. Oktober 2018.</ref>

Datei:Muenchen Heilig Blut Orgel.jpg
Prospekt der Hauptorgel
I Hauptwerk C–a3
1. Bourdon 16′
2. Principal 8′
3. Tibia 8′
4. Octave 4′
5. Blockflöte 4′
6. Quinte 223
7. Superoctave 2′
8. Terz 135
9. Mixtur IV 113
10. Trompete 8′
II Schwellwerk C–a3
11. Harmonieflöte 8′
12. Gedeckt 8′
13. Viola da Gamba 8′
14. Schwebung 8′
15. Fugara 4′
16. Traversflöte 4′
17. Nasat 223
18. Feldpfeife 2′
19. Echomixtur III 2′
20. Oboe 8′
Tremulant
Pedal C–f1
21. Subbass 16′
22. Octavbass 8′
23. Gedecktbass 8′
24. Choralbass 4′
25. Bombarde 16′
Datei:München-Bogenhausen, Heilig Blut, Führer-Truhenorgel (1).jpg
Truhenorgel

Im Chorraum steht ein mobiles Truhenpositiv mit lediglich drei Registern derselben Herstellerfirma aus dem Jahr 2004.

Glocken

Im Jahr der Kirchweihe erhielt die Kirche vier Bronzeglocken der Glockengießerei Otto aus Hemelingen/Bremen mit der Schlagtonreihe: es – ges – as – b. Die Glocken wurden im Zweiten Weltkrieg eingeschmolzen.<ref>Gerhard Reinhold: Otto-Glocken. Familien- und Firmengeschichte der Glockengießerdynastie Otto. Selbstverlag, Essen 2019, ISBN 978-3-00-063109-2, S. 588, insbesondere Seiten 324, 325, 436, 538.</ref><ref>Gerhard Reinhold: Kirchenglocken – christliches Weltkulturerbe, dargestellt am Beispiel der Glockengießer Otto, Hemelingen/Bremen. Nijmegen/NL 2019, S. 556, insbesondere S. 288, 289, 413, 497, urn:nbn:nl:ui:22-2066/204770 (Dissertation an der Radboud Universiteit Nijmegen).</ref> Nachdem drei der vier Glocken für die Rüstungsproduktion während des Zweiten Weltkriegs beschlagnahmt worden waren, goss Karl Czudnochowski von der Erdinger Glockengießerei 1953 drei neue Glocken in einer zinnfreien Kupfer-Zink-Legierung, so genannte Euphonglocken. Die kleine Sterbeglocke blieb vom vorigen Otto-Geläut erhalten.<ref>Glockendatenbank createsoundscape.de: Kath. Stadtpfarrkirche Hl. Blut in München-Bogenhausen</ref>

Glocke Name Gussjahr Durchmesser Gewicht Schlagton
1 Heilig Blut 1953 1310 mm 1069 kg es'-5
2 Maria 1953 1070 mm 587 kg ges'-4
3 Georg 1953 990 mm 457 kg as'-7
4 Sterbeglocke 1934 990 mm 491 kg b'-4

Bemerkenswerte Kunstwerke

Datei:Pfarrkirche Hl. Blut Scheinerstr. 12a Muenchen-4.jpg
Mosaik im Giebelfeld

Von der ersten Ausstattung der Kirche von 1934 sind erhalten und künstlerisch erwähnenswert:

Weitere neuere Kunstwerke:

  • Altarraumgestaltung von Max Faller mit Steinaltar und Tabernakel (1978)
  • Glas-Bronze-Portal „Deus Caritas Est“ von Joseph Alexander Henselmann, Papst Benedikt XVI. gewidmet (2009)
  • neuer Taufstein, ebenfalls 2009 von Joseph Alexander Henselmann

Pfarrer

  • 1925–1956: Prälat Max Blumschein (bis 1934 an St. Georg als Pfarrkirche)
  • 1956–1981: Pfarrer Geistlicher Rat Johann Oberbauer
  • 1981–2001: Msgr. Hermann Streber
  • seit 2001: Pfarrer Engelbert von der Lippe

Literatur

  • Joseph Kardinal Ratzinger: Aus meinem Leben. Erinnerungen (1927–1977). Deutsche Verlags-Anstalt, München 1998, ISBN 3-421-05123-2, S. 72–75.

Weblinks

Einzelnachweise

<references />

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Heilig Blut | St. Gabriel

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St. Thomas Apostel | St. Johann Baptist | St. Lorenz

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St. Florian | St. Peter und Paul | St. Martin

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Vorlage:Hinweisbaustein Koordinaten: 48° 8′ 53,8″ N, 11° 36′ 29″ O

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