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Heide-Schleimfuß

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Heide-Schleimfuß

Heide-Schleimfuß (Cortinarius mucosus)

Systematik
Unterklasse: Agaricomycetidae
Ordnung: Champignonartige (Agaricales)
Familie: Schleierlingsverwandte (Cortinariaceae)
Gattung: Schleierlinge (Cortinarius)
Untergattung: Schleimfüße (Myxacium)
Art: Heide-Schleimfuß
Wissenschaftlicher Name
Cortinarius mucosus
(Bull. : Fr.) J. Kickx fil.

Der Heide-Schleimfuß (Cortinarius mucosus) ist eine Pilzart aus der Familie der Schleierlingsverwandten (Cortinariaceae). Die gelblichen bis rotbraunen und schleimigen Fruchtkörper sind essbar.

Merkmale

Datei:2013-12-19 Cortinarius mucosus (Bull.) J. Kickx f 392854.jpg
Hutunterseite des Heide-Schleimfußes mit den Lamellen und Schleierresten zwischen Hutrand und Stiel.
Datei:Cortinarius mucosus spores.jpg
Sporen des Heide-Schleimfußes im Lichtmikroskop

Makroskopische Merkmale

Die Fruchtkörper sind überzogen von den Resten einer schleimigen Gesamthülle (Velum universale). Bei jungen Fruchtkörpern existiert auch eine haarschleierartige Teilhülle (Cortina) zwischen Hutrand und Stiel. Der dickfleischige Hut misst 4–10 cm im Durchmesser. Er ist gewölbt bis ausgebreitet geformt und manchmal etwas eingedrückt mit einem lange eingebogenen Rand. Die Oberfläche ist glatt, sehr schleimig, glänzend und mit gelblichen oder orange- bis rotbraunen Tönen gefärbt mit einer dunkleren Mitte. Die Lamellen stehen eng und sind ausgebuchtet am Stiel angewachsen. Sie sind bei jungen Pilzen ockerfarben und verfärben sich später durch das reifende Sporenpulver zimtbraun oder rostfarben. Der Stiel ist 5–15 cm lang,<ref name="Rogers" /> zylindrisch oder nach oben verjüngend geformt und manchmal etwas verdickt an der Basis. Seine Oberfläche ist glatt oder unter der Cortina schwach geschuppt, schleimig überzogen, weiß und hat eine braune Gürtelzone, aber keinen Ring. Das Fleisch (Trama) ist weißlich oder im Stiel bräunlich und hat weder einen besonderen Geschmack noch einen spezifischen Geruch.

Mikroskopische Merkmale

Die Sporen messen 12–17,5 × 5,5–7,5 Mikrometer, sind länglich zitronenförmig, haben eine raue beziehungsweise warzige Oberfläche (Ornament) und sind rostbräunlich gefärbt. Sie wachsen zu viert an den Sporenständern (Basidien). An den Lamellenschneiden kommen keine sterilen Elemente (Cheilozystiden) vor. Die Querwände (Septen) der Pilzfäden (Hyphen) tragen Schnallen.

Artabgrenzung

Er gilt als leicht unterscheidbar. Eine giftige Verwechslungsmöglichkeit stellt der Leuchtendgelbe Klumpfuß (Calonarius splendens) dar. Ähnlicher ist der Bitterste Schleimfuß (Cortinarius vibratilis), der schon einzeln ein Essen verderben kann. Auch der Honig-Schleimfuß (Cortinarius stillatitus) kommt für Verwechslungen in Frage.<ref name="Jordan" /><ref name="Laux" /><ref name="Laux2" />

Ökologie und Phänologie

Der Heide-Schleimfuß wächst in saurer, sandiger Erde<ref name="Snowarski" /> in Mykorrhiza-Symbiose mit Birken oder Nadelbäumen.<ref name="first-nature" /> Die Fruchtkörper erscheinen von August bis Oktober.<ref name="Laux" />

Verbreitung

Er ist in Europa verbreitet<ref name="Rogers" /> und kommt nur gelegentlich vor.<ref name="Jordan" /><ref name="first-nature" />

Bedeutung

Der Heide-Schleimfuß ist essbar und wird als Speisepilz genutzt,<ref name="Laux" /> kann aber auch Quecksilber anreichern.<ref name="mercury" />

Systematik und Taxonomie

Er wird in die Sektion Myxacium in der Untergattung der Schleimfüße (Myxacium) der Gattung der Schleierlinge (Cortinarius) einsortiert.<ref name="Singer" /><ref name="Seidl" /> Die offizielle Erstbeschreibung stammt aus einem 1792 veröffentlichten Werk von Jean Baptiste François Bulliard, wo er ihn als Agaricus mucosus bezeichnet. Das Art-Epitheton ist ein lateinisches männliches Adjektiv, das „schleimig“ bedeutet.

Quellen

<references> <ref name="Laux"> Hans E. Laux: Der große Kosmos-Pilzführer. Alle Speisepilze mit ihren giftigen Doppelgängern. Franckh-Kosmos, Stuttgart 2001, ISBN 3-440-08457-4, S. 384. </ref> <ref name="Laux2"> Hans E. Laux: Essbare Pilze und ihre giftigen Doppelgänger. Pilze sammeln – aber richtig. Kosmos Verlag, Stuttgart 2005, ISBN 3-440-10240-8, S. 45. </ref> <ref name="Rogers"> Roger Phillips: Cortinarius mucosus mushroom. In: RogersMushrooms. Rogers Plants, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 4. März 2016; abgerufen am 27. September 2011 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.rogersmushrooms.com </ref> <ref name="Jordan"> </ref> <ref name="first-nature"> Pat O'Reilly, Sue Parker: Cortinarius mucosus – Orange Webcap. In: First Nature website. Abgerufen am 27. September 2011 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)). </ref> <ref name="Snowarski"> Marek Snowarski: zasłonak kleisty – Cortinarius mucosus. In: grzyby.pl – największy atlas grzybów Polski. Abgerufen am 20. Januar 2009 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)). </ref> <ref name="mercury"> </ref> <ref name="Singer"> Rolf Singer: The Agaricales in modern taxonomy. 4. Auflage. Koeltz Scientific Books, Koenigstein 1986, ISBN 3-87429-254-1. </ref> <ref name="Seidl"> </ref> </references>

Weblinks

Commons: Heide-Schleimfuß (Cortinarius mucosus) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien