Zum Inhalt springen

Hauchlaut

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Hauchlaut ist in der Linguistik die Bezeichnung für den stimmlosen glottalen Frikativ (Reibelaut) Vorlage:IPA-Phon, der in Wörtern wie /hal/ (Hall) oder /has/ (Hass) im Anlaut steht. Er kann im Deutschen nur im Silbenanlaut verwendet werden. Der Begriff Hauchlaut ist nicht sehr gebräuchlich und taucht daher auch nicht in allen Fachwörterbüchern der Linguistik auf; bei Glück (1993)<ref>Helmut Glück (Hrsg.): Metzler Lexikon Sprache. Metzler, Stuttgart/ Weimar 1993. ISBN 3-476-00937-8</ref> ist er aufgeführt, aber nur als Verweisstichwort.

Status des Vorlage:IPA-Phon

Der Status des Vorlage:IPA-Phon ist nicht leicht zu bestimmen: Nach Wängler ist er ein „unlokalisierbarer Öffnungskonsonant“,<ref>Hans-Heinrich Wängler: Grundriss einer Phonetik des Deutschen mit einer allgemeinen Einführung in die Phonetik, 4., überarbeitete Auflage, Elwert Verlag, Marburg 1983, ISBN 3-7708-0753-7, Seite 159</ref> da der Luftstrom bei seiner Artikulation nahezu unbehindert ausströmen kann; Hakkarainen betrachtet den Artikulationsort ebenso wie die Stimmbeteiligung als „irrelevant“.<ref>Heikki J. Hakkarainen: Phonetik des Deutschen. Fink, München 1995, ISBN 3-8252-1835-X, Seite 80.</ref> Krech und andere konstatieren ein „schwaches Reibegeräusch (Hauchgeräusch)“, eine Anpassung an den folgenden Vokal und stellen ferner fest, dass Vorlage:IPA-Phon in der Regel stimmlos, zwischen Vokalen aber auch stimmhaft sein kann.<ref>Eva-Maria Krech, Eberhard Stock, Ursula Hirschfeld, Lutz Christian Anders: Deutsches Aussprachewörterbuch. De Gruyter, Berlin/New York 2010, ISBN 978-3-11-018203-3, Seite 88.</ref> Insgesamt ist die artikulatorische Konfiguration im Mundraum irrelevant und das schwache Reibegeräusch entsteht in der Stimmritze (Glottis).

Rolle im Griechischen

Eine besondere Rolle spielen Hauchlaute im Altgriechischen: Jeder im Anlaut eines altgriechischen Wortes stehende Vokal oder Diphthong erhält als Hauchzeichen einen von zwei möglichen Spiritūs:

  • den spiritus asper (rauen Hauch), der dem deutschen und lateinischen „h“ entspricht: {{#invoke:Vorlage:lang|flat}}, {{#invoke:Vorlage:lang|flat}}, {{#invoke:Vorlage:lang|flat}}, {{#invoke:Vorlage:lang|flat}}.
  • den spiritus lenis (sanften Hauch) bei Fehlen des „h“-Anlautes: {{#invoke:Vorlage:lang|flat}}, {{#invoke:Vorlage:lang|flat}}, {{#invoke:Vorlage:lang|flat}}. Ob stattdessen im Altgriechischen ein stimmloser glottaler Plosiv Vorlage:IPA-Phon wie im heutigen Deutsch gesprochen wurde, ist ungeklärt.

Literatur

  • Otto von Essen: Allgemeine und angewandte Phonetik. 5., neubearbeitete und erweiterte Auflage. Akademie-Verlag, Berlin 1979, Seite 116: "Öffnungskonsonant: h".

Weblinks

[[wikt:{{#if:|{{{lang}}}:}}{{#if:|{{{1}}}|{{#invoke:WLink|getArticleBase}}}}|Wiktionary: {{#if:|{{{2}}}|{{#if:|{{{1}}}|{{#invoke:WLink|getArticleBase}}}}}}]]{{#switch: 1

|1|= – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen |0|-= |X|x= |#default= –

}}{{#if:| {{#ifeq: {{{lang}}} | de | {{#ifeq: 0 | 0 | }} | ({{#invoke:Multilingual|format|{{{lang}}}|slang=!|shift=m}}) }}}}

{{#invoke:TemplatePar|check

  |opt= 1= 2= lang= suffix=
  |template=Vorlage:Wiktionary
  |cat=Wikipedia:Vorlagenfehler/Schwesterprojekt
  }}

Einzelnachweise

<references/>