Harmon-Dämpfer
Der Wah-Wah-Dämpfer (nach dem ersten Hersteller auch „Harmon-Dämpfer“ genannt) ist ein Dämpfer für Blechblasinstrumente, vor allem für Trompete, seltener für Posaune. Er besteht aus einem Metallkorpus, der in den Schalltrichter des Instruments eingesetzt wird und ihn durch einen Korkring abdichtet. So kann die Luft aus dem Instrument nur durch die kleine Öffnung am Ende des Dämpfers entweichen. Da die Luft komplett durch den Dämpfer geführt und nicht daran vorbeigeleitet wird (wie beispielsweise bei Straight- und Cup-Dämpfern), gehört der Harmon-Dämpfer zu den geschlossenen Dämpfern.
Da über die kleine Öffnung nur wenig Schall abgestrahlt wird, klingt der Dämpfer sehr leise, wenngleich die obertonreiche Klangfarbe einen metallisch scharfen Charakter hat. Der Ton klingt nach „ee“ und weniger nach dem offenen „aa“, da sich die Formanten des Klanges verschieben. Der markante und doch sanfte Klang erlangte im Jazz große Beliebtheit und wurde vor allem durch den Trompeter Miles Davis berühmt.
Der Harmon-Dämpfer besteht meistens aus Aluminium oder auch aus Kupfer. Anfangs nur von der gleichnamigen Firma hergestellt, ist dieser Dämpfer inzwischen in unterschiedlichen Formen und unter verschiedenen Bezeichnungen (wie „Bubble Mute“) im Programm vieler Hersteller.
Mit eingesetztem Stiel (engl. stem) wird der Dämpfer als „Wah-Wah-Dämpfer“ bezeichnet, da durch das Öffnen und Schließen sowie durch das Hinein- und Hinausziehen des Stiels der Ton moduliert wird und so der sogenannte Wah-Wah-Effekt entsteht. Für die Verwendung ohne den Stiel ist die Bezeichnung „Wee-Zee-Dämpfer“ gebräuchlich. Diese Klangfarbe wurde besonders von Miles Davis genutzt.
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Stem
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Harmon-Dämpfer mit eingesetztem Stiel aus Kupfer
Weblinks
- Matthias Bertsch: Der Trompetendämpfer. Einfluss des Dämpfers auf das akustische Verhalten und die Klangfarbe der Trompete. Diplomarbeit, Universität Wien 1993 (PDF; 10,1 MB).