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Hans-Joachim Watzke

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Datei:Hans-Joachim Watzke.jpg
Hans-Joachim Watzke (2011)

Hans-Joachim „Aki“ Watzke (* 21. Juni 1959 in Marsberg, Nordrhein-Westfalen) ist ein deutscher Unternehmer und seit 2025 Präsident des Fußball-Bundesligisten Borussia Dortmund, dessen Geschäftsführer er von 2005 bis 2025 war. Zudem ist er Ligapräsident der DFL Deutsche Fußball Liga e.V.<ref>Präsidium. In: DFL Deutsche Fußball Liga GmbH - dfl.de. Abgerufen am 20. Januar 2026.</ref> und Vorsitzender des Aufsichtsrats der DFL Deutsche Fußball Liga GmbH. Seitdem ist er auch erster Vizepräsident des Deutschen Fußball-Bundes. Auf europäischer Fußballebene ist Watzke UEFA-Vizepräsident und zugleich Mitglied des Exekutivkomitees.<ref>UEFA.com: UEFA-Exekutivkomitee. Archiviert vom Vorlage:IconExternal am 18. November 2025; abgerufen am 20. Januar 2026.</ref>

Leben

Nach dem Abitur im Jahr 1978 absolvierte Watzke ein Studium der Betriebswirtschaftslehre an der Universität Paderborn, das er als Diplom-Kaufmann abschloss.<ref name="Handelsblatt">Borussia Dortmund GmbH & Co. KGaA</ref> Anschließend arbeitete Watzke sechs Jahre als Angestellter in einem Unternehmen für Feuerwehrschläuche und Arbeitsschutzbekleidung.

Im Alter von dreißig Jahren machte er sich in dieser Branche selbstständig und gründete die Watex Schutz-Bekleidungs GmbH, die Arbeitsschutzbekleidung und Feuerwehruniformen produziert.<ref>Rasmus Buchsteiner, Lukas Eberle, Jan Friedmann, Florian Gathmann, Konstantin von Hammerstein und Jonas Schaible: Eine Prise Sauerland In: Der Spiegel 39/2024, Seite 23</ref> Das mittelständische Unternehmen hat seinen Sitz im sauerländischen Marsberg, produziert aus Kostengründen aber an einem Standort in Albanien (zuvor in Griechenland).<ref>Merz trifft... Aki Watzke, YouTube, abgerufen am 30. August 2021</ref> Viele Jahre war Watzke als Geschäftsführer dieses Unternehmens tätig, welches inzwischen von seiner Ehefrau Annette geführt wird. Auch der gemeinsame Sohn stieg in das Familienunternehmen ein.<ref>Quelle: eigene Auskunft im Radiointerview hr1 Talk des Hessischen Rundfunks vom 2. Februar 2020</ref>

Ab 2001 war Watzke zudem Schatzmeister des BVB, bis er schließlich am 15. Februar 2005 zum Geschäftsführer der Borussia Dortmund GmbH & Co. KGaA berufen wurde, dessen Tätigkeiten er bereits am 11. Februar 2005 frühzeitig aufgenommen hatte.<ref>Reviersport.de vom 11. Februar 2015, 12:30 Uhr: Sanierer Watzke feiert Dienstjubiläum, abgerufen am 12. Februar 2015</ref> Das Amt des Schatzmeisters gab er letztlich am 20. November 2005 an Reinhold Lunow ab. Des Weiteren führte Watzke die Geschäfte des hundertprozentigen Tochterunternehmens BVB Stadion Holding GmbH in Personalunion. Am 23. November 2025 trat Watzke als Geschäftsführer zurück. Am selben Tag wurde er zum Präsidenten von Borussia Dortmund gewählt.<ref>Mitgliederversammlung wählt Hans-Joachim Watzke zum BVB-Präsidenten. In: bvb.de. 23. November 2025, abgerufen am 23. November 2025.</ref>

Gemeinsam mit dem damaligen Vereinspräsidenten Reinhard Rauball sowie dem damaligen Finanz-Geschäftsführer Thomas Treß bewahrte Watzke Borussia Dortmund im Jahre 2006 durch Umstrukturierung der Verbindlichkeiten vor der Insolvenz. In den folgenden Jahren konnte der BVB die Altlasten des Unternehmens stetig weiter reduzieren und zu einem der führenden Clubs werden.<ref>SWR1 BW: Hans-Joachim Watzke. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 19. Januar 2021; abgerufen am 12. Mai 2020.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.swr.de</ref>

Watzke gilt als Verfechter der 50+1-Regel, die den Einfluss von Investoren auf das operative Geschäft eines Bundesligisten beschränkt. Weiterhin tritt er als Kritiker der aktuell gültigen Verteilung von Fernsehgeldern in der Fußball-Bundesliga auf, die seiner Meinung nach Traditionsvereine wie Schalke 04 oder Borussia Dortmund im Vergleich zu weniger anhängerstarken, aber finanziell besser gestellten Clubs wie dem VfL Wolfsburg, Bayer 04 Leverkusen oder der TSG 1899 Hoffenheim benachteiligt. Seine Aussagen auf der Hauptversammlung des BVB im November 2009 wurden vielfach kritisiert; so wurde er beispielsweise von Bundesliga-Kollegen aus Wolfsburg und Hoffenheim, aber auch in den Medien, z. B. von Reinhold Beckmann in der Sportschau, als Populist bezeichnet.<ref>Veh und Hopp rechnen mit Watzke ab; Bild.de, 26. November 2009</ref>

Während der COVID-19-Pandemie in Deutschland gab Watzke Mitte März 2020 an, zugunsten der Allgemeinheit auf ein Drittel seines Gehalts verzichten zu wollen. Die Pandemie führte zur Stilllegung des deutschen Ligabetriebs und verursachte finanzielle Einschnitte in allen Gesellschaftsschichten.<ref>Watzke verzichtet auf ein Drittel seines Gehalts, kicker.de, abgerufen am 18. März 2020</ref>

Watzke ist seit 2025 Ligapräsident des DFL Deutsche Fußball Liga e. V. Zuvor war er 1. Stellvertretender Sprecher des Präsidiums des DFL Deutsche Fußball Liga e. V. und Vorsitzender des Aufsichtsrats der DFL Deutsche Fußball Liga GmbH. Seitdem ist er auch 1. Vizepräsident des Deutschen Fußball-Bundes.

Als Vizepräsident forcierte er die Abschaffung des von Oliver Bierhoff für die deutsche Fußballnationalmannschaft erdachten Marketingslogans Die Mannschaft. Auf Betreiben Watzkes trat Bierhoff im Dezember 2022, nach dem frühen Ausscheiden der deutschen Fußballnationalmannschaft bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2022 als Sportdirektor des DFB zurück. Auch die Entscheidung, Donata Hopfen als Vorsitzende der DFL abzusetzen, ging auf Watzke zurück. Als Geschäftsführer des BVB, Vizepräsident des DFB, Aufsichtsrat der DFL und UEFA-Vizepräsident gilt Watzke seit einigen Jahren als einflussreichste Person im Deutschen Fußball.<ref>Peter Ahrens, Jörn Meyn: (S+) BVB-Chef Hans-Joachim Watzke: Schicksalsmacher des deutschen Fußballs. In: Der Spiegel. 6. Dezember 2022, ISSN 2195-1349 (spiegel.de [abgerufen am 7. Dezember 2022]).</ref><ref>Peter Ahrens, Gerhard Pfeil: (S+) Zeitenwende beim DFB: Das steckt hinter dem Bierhoff-Abgang – und das sind die Folgen. In: Der Spiegel. 6. Dezember 2022, ISSN 2195-1349 (spiegel.de [abgerufen am 7. Dezember 2022]).</ref>

Für sein Engagement gegen Antisemitismus erhielt Watzke 2022 die Josef-Neuberger-Medaille<ref>Hans-Joachim Watzke erhält jüdische Josef-Neuberger-Medaille, sueddeutsche.de, 3. November 2022</ref> sowie im Jahr 2024 den Leo-Baeck-Preis des Zentralrats der Juden in Deutschland.<ref>Hans-Joachim Watzke erhält Leo-Baeck-Preis 2024. Abgerufen am 22. August 2024.</ref>

Anfang Januar 2024 gab Watzke bekannt, dass er seinen Vertrag als Geschäftsführer von Borussia Dortmund, der bis Ende 2025 datiert ist, nicht verlängern wird. Er erklärte am 23. November 2025 seinen sofortigen Rücktritt und schied demnach aus.<ref>Watzke-Hammer beim BVB! Dortmund-Boss hört auf. 8. Januar 2024, abgerufen am 8. Januar 2024.</ref> Im November 2025 wurde er auf der BVB-Mitgliederversammlung zum 19. Präsidenten des Ballspielvereins Borussia 09 e.V. Dortmund gewählt.<ref>Mitgliederversammlung wählt Hans-Joachim Watzke zum BVB-Präsidenten. Abgerufen am 20. Januar 2026.</ref>

Persönliches

Hans-Joachim Watzke ist ein Sohn des 2014 verstorbenen Politikers Hans Watzke.<ref>Hans Watzke verstorben. In: Westfalenpost. Funke Mediengruppe, 1. September 2014, abgerufen am 25. Januar 2016.</ref> Er lebt überwiegend in Dortmund, ist jedoch mit Hauptwohnsitz im Ortsteil Erlinghausen seiner Geburtsstadt Marsberg gemeldet. Watzke ist verheiratet und Vater von Zwillingen.<ref>Merz trifft... Aki Watzke, YouTube, abgerufen am 30. August 2021</ref>

Laut eigener Aussage wurde Watzke 1976 Mitglied der Jungen Union<ref>Mensch Merz! Der Herausforderer | ZDFzeit. Abgerufen am 21. April 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>, wo er den späteren Bundeskanzler Friedrich Merz kennenlernte und als dessen enger Vertrauter er heute gezählt wird.<ref>Round Table mit Hans-Joachim Watzke. Table.Media, abgerufen am 30. März 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Watzke ist seit 1975<ref>SPIEGEL-GESPRÄCH: „Nur Gesabbel“. Der Spiegel 12/2013, 18. März 2013, abgerufen am 22. August 2017.</ref> Mitglied der CDU und seit 1996 Vereinsmitglied beim BVB.<ref name="Handelsblatt"/> Zudem war er von 1995 bis 2023 erster Vorsitzender des unterklassigen SV Rot-Weiß Erlinghausen, für den er als aktiver Fußballer im Amateurbereich selbst 30 Jahre lang gespielt hat. Er wurde zum Ehrenvorsitzenden seines Heimatvereines ernannt.<ref>28 Jahre im Amt: Watzke tritt bei Rot-Weiß Erlinghausen zurück. Abgerufen am 9. März 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Im Oktober 2019 stellte Watzke seine zusammen mit Michael Horeni verfasste Autobiografie vor.<ref>BVB-Boss Watzke veröffentlicht Buch über Borussia Dortmund. Spox.com, 14. Oktober 2019, abgerufen am 15. Oktober 2019.</ref>

Veröffentlichung

  • Echte Liebe: Ein Leben mit dem BVB, zusammen mit Michael Horeni, C. Bertelsmann Verlag, München 2019, ISBN 978-3-570-10388-3.

Weblinks

Commons: Hans-Joachim Watzke – Sammlung von Bildern und Videos

Einzelnachweise

<references />

Vorlage:Klappleiste/Anfang Werner Hackmann | Wolfgang Holzhäuser (komm.) | Reinhard Rauball | Christian Seifert | Donata Hopfen | Hans-Joachim Watzke Vorlage:Klappleiste/Ende

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