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Haggada

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(Weitergeleitet von Haggadah)
Datei:Pessach Pesach Pascha Judentum Ungesaeuert Seder datafox.jpg
Haggadabücher am Sedertisch
Datei:Haggadah 15th cent.jpg
Darmstädter Haggadah, 15. Jh. fol. 37v

Die Haggada ({{#invoke:Vorlage:lang|full|CODE=he |SCRIPTING=Hebr |SERVICE={{#if: {{#invoke:TemplUtl|faculty| }} | {{#if: {{#invoke:TemplUtl|faculty| 0}} | Ivrit | {{#if: {{#invoke:TemplUtl|faculty| 0}} | neuhebräisch | {{#if: {{#invoke:TemplUtl|faculty| 0}} | hebräisch}}}}}} | hebräisch}} |SUITABLE=iv modern prefix neu}}, Plural {{#invoke:Vorlage:lang|full|CODE=he |SCRIPTING=Hebr}} Haggadot, zu {{#invoke:Vorlage:lang|full|CODE=he |SCRIPTING=Hebr}}; dt. „erzählen“, „berichten“; deutsch veraltet Agade) ist im religiösen Leben der Juden Erzählung und Handlungsanweisung für den Seder, die Zeremonie am Erev Pessach, dem Vorabend des Fests der Befreiung der Israeliten aus der ägyptischen Sklaverei.

Definition

Der Ausdruck Haggada ({{#invoke:Vorlage:lang|full|CODE=he |SCRIPTING=Hebr |SERVICE={{#if: {{#invoke:TemplUtl|faculty| }} | {{#if: {{#invoke:TemplUtl|faculty| 0}} | Ivrit | {{#if: {{#invoke:TemplUtl|faculty| 0}} | neuhebräisch | {{#if: {{#invoke:TemplUtl|faculty| 0}} | hebräisch}}}}}} | hebräisch}} |SUITABLE=iv modern prefix neu}}) ist nicht zu verwechseln mit Aggada<ref>beide Begriffe werden gelegentlich synonym benutzt</ref>, womit im Sinnes eines Oberbegriffs, erzählende oder homiletische Texte aus dem Talmud gemeint sind. Haggada bezeichnet die Sammlung oder Fassung von Aggada-Texten, die speziell für den Pessach-Seder genutzt werden.<ref>Martin Goodman: Die Geschichte des Judentums. Glaube, Kult, Gesellschaft. Übersetzung Susanne Held. Stuttgart: Klett-Cotta, 2020, ISBN 978-3-608-96469-1, S. 11</ref><ref>Rosetta Cato Musaph-Andriesse: Von der Tora bis zur Kabbala. (= Band 1509, Kleine Vandenhoeck-Reihe), Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 1985, ISBN 3-525-33509-1, S. 68–70</ref> Die Haggada ist ein liturgischer Text des Pessach-Seders, der aus der rabbinischen Auslegungstradition hervorgegangen ist und daher zur rabbinischen Literatur gezählt wird.

Schmuel ha-Nagid definierte erweitert die „Haggada als jedwede Auslegung im Talmud zu jedem Thema, das nicht Gebot [ Halacha ] sei.“<ref>zitiert aus Günter Stemberger: Das klassische Judentum. Kultur und Geschichte der rabbinischen Zeit. C. H. Beck, München 2009, ISBN 978-3-406-58403-9, S. 161.</ref> Aus literarischer Perspektive ist die Haggada eine komplexe, multiperspektivische Textsammlung, also Textstrukturen in der verschiedene Narrative, Lehrmeinungen und liturgische Elemente gleichzeitig auftreten und die historische Erinnerung, ethische Lehre und liturgische Praxis miteinander verbindet. Sie besteht aus biblischen Zitaten, erzählenden Midraschim, Gebeten und Ritualanweisungen, die thematisch und episodisch angeordnet sind. Stilistisch zeichnet sie sich durch dialogische Strukturen, Wiederholungen, Parallelismen und symbolische Sprache aus, wobei Gegenstände und Handlungen als Metaphern für historische und spirituelle Inhalte dienen. Es finden sich Kurzkommentare zu Textstellen des Tanachs, Erzählungen, biographische aber auch historische Anekdoten, Sagen und Märchen, Fabeln, Sprichwörter, philosophischen Weisheiten oder Leitgedanken, Trostsprüchen u. v. m. Besonders auffällig ist der performative Charakter der Texte, sind sie doch nicht nur zum Lesen, sondern auch zur Rezitation und aktiven Teilnahme am Seder gedacht. Dadurch verbindet die Haggada Elemente von Didaktik, Epik und Drama, während ihre primäre Funktion die Vergegenwärtigung der Exodus-Erfahrung und die Vermittlung von Tradition und Identität ist.<ref>Günter Stemberger: Das klassische Judentum. Kultur und Geschichte der rabbinischen Zeit. C. H. Beck, München 2009, ISBN 978-3-406-58403-9, S. 161–170.</ref>

{{#ifeq: {{{vor}}}@@-@@{{{nach}}} | -@@-@@- | {{#if:trim|(…) Ziel und Zweck der Haggada ist ganz allgemein die religiöse Daseinsbewältigung. Mag auch das unterhaltsame Moment oft allbeherrschend erscheinen, so gibt es doch kaum einen haggadischen Text, der nicht auch sittlich-religiöse Belehrung bieten will. Die Haggada ergänzt somit die Halakha. (…) Zugleich ergänzt sie die religiöse Praxis durch eine Theologie, sofern man von einer solchen im rabbinischen Judentum sprechen kann: keine theoretisch-abstrakten Thesen, sondern «erzählende» Theologie bzw. eine Theologie in Aphorismen und Gleichnissen. (…)}} | {{#ifeq: {{#if:|{{{vor}}}|@#@}}{{#if:|{{{nach}}}|@#@}} | @#@@#@ | {{#ifeq: de | de | „{{#if:trim|(…) Ziel und Zweck der Haggada ist ganz allgemein die religiöse Daseinsbewältigung. Mag auch das unterhaltsame Moment oft allbeherrschend erscheinen, so gibt es doch kaum einen haggadischen Text, der nicht auch sittlich-religiöse Belehrung bieten will. Die Haggada ergänzt somit die Halakha. (…) Zugleich ergänzt sie die religiöse Praxis durch eine Theologie, sofern man von einer solchen im rabbinischen Judentum sprechen kann: keine theoretisch-abstrakten Thesen, sondern «erzählende» Theologie bzw. eine Theologie in Aphorismen und Gleichnissen. (…)}}“ | {{#invoke:Text|quoteUnquoted| (…) Ziel und Zweck der Haggada ist ganz allgemein die religiöse Daseinsbewältigung. Mag auch das unterhaltsame Moment oft allbeherrschend erscheinen, so gibt es doch kaum einen haggadischen Text, der nicht auch sittlich-religiöse Belehrung bieten will. Die Haggada ergänzt somit die Halakha. (…) Zugleich ergänzt sie die religiöse Praxis durch eine Theologie, sofern man von einer solchen im rabbinischen Judentum sprechen kann: keine theoretisch-abstrakten Thesen, sondern «erzählende» Theologie bzw. eine Theologie in Aphorismen und Gleichnissen. (…) | {{{lang}}} }} }} | {{#ifeq: {{#if:|{{{vor}}}|-}} | - | | {{{vor}}} }}{{#if:trim|(…) Ziel und Zweck der Haggada ist ganz allgemein die religiöse Daseinsbewältigung. Mag auch das unterhaltsame Moment oft allbeherrschend erscheinen, so gibt es doch kaum einen haggadischen Text, der nicht auch sittlich-religiöse Belehrung bieten will. Die Haggada ergänzt somit die Halakha. (…) Zugleich ergänzt sie die religiöse Praxis durch eine Theologie, sofern man von einer solchen im rabbinischen Judentum sprechen kann: keine theoretisch-abstrakten Thesen, sondern «erzählende» Theologie bzw. eine Theologie in Aphorismen und Gleichnissen. (…)}}{{ #ifeq: {{#if:|{{{nach}}}|-}} | - | | {{{nach}}} }} }} }}{{ #if: Günter StembergerDas klassische Judentum. Kultur und Geschichte der rabbinischen Zeit. (2009) || <ref>Günter Stemberger: Das klassische Judentum. Kultur und Geschichte der rabbinischen Zeit. C. H. Beck, München 2009, ISBN 978-3-406-58403-9, S. 162.</ref> }}

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Pessach-Haggada

Diese Pessach-Haggada ist ein mitunter bebildertes Büchlein, aus dem beim Festmahl mit der Familie gemeinsam gelesen und gesungen wird. Es ist teils auf Aramäisch, teils auf Hebräisch geschrieben (heute meist mit Übersetzung und Erklärungen in der Landessprache) und beschreibt die im Buch Exodus geschilderten Vorgänge: das Exil in Ägypten und den Auszug in die Freiheit. Dazu kommen traditionelle rabbinische Ausschmückungen und Auslegungen dieser Geschichte. Zahlreiche traditionelle Lieder begleiten das Festmahl, das Teil des Sederabends ist. Hierzu gehört das Lied der vier Fragen Ma Nischtana ({{#invoke:Vorlage:lang|full|CODE=he |SCRIPTING=Hebr |SERVICE={{#if: {{#invoke:TemplUtl|faculty| }} | {{#if: {{#invoke:TemplUtl|faculty| 0}} | Ivrit | {{#if: {{#invoke:TemplUtl|faculty| 0}} | neuhebräisch | {{#if: {{#invoke:TemplUtl|faculty| 0}} | hebräisch}}}}}} | hebräisch}} |SUITABLE=iv modern prefix neu}}, {{#invoke:Vorlage:lang|full|CODE=de|SCRIPTING=Latn|SERVICE=deutsch}}) und Echad mi jodea ({{#invoke:Vorlage:lang|full|CODE=he |SCRIPTING=Hebr |SERVICE={{#if: {{#invoke:TemplUtl|faculty| }} | {{#if: {{#invoke:TemplUtl|faculty| 0}} | Ivrit | {{#if: {{#invoke:TemplUtl|faculty| 0}} | neuhebräisch | {{#if: {{#invoke:TemplUtl|faculty| 0}} | hebräisch}}}}}} | hebräisch}} |SUITABLE=iv modern prefix neu}}), ein traditioneller Frage-Antwort-Gesang, eine Zählgeschichte. Es zählt gemeinsame jüdische Motive und Lehren auf. Den traditionellen Abschluss der Haggada bildet das Lied Chad gadja ({{#invoke:Vorlage:lang|full|CODE=arc |SCRIPTING=Armi |SERVICE=reichsaramäisch}}) und das Lied Dajenu („es hätte uns genügt“).

Auszug aus Ägypten Haggadah
Auszug aus Ägypten (Goldene Haggada)

Rezeption

Zu den bekanntesten Haggadot zählt die aus Deutschland stammende so genannte Vogelkopf-Haggada, die um ca. 1300 geschaffen wurde. Eine ebenso berühmte wie bemerkenswerte Handschrift ist die in Spanien hergestellte Sarajevo-Haggada um 1314.

Literatur

Weblinks

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Einzelnachweise

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