Zum Inhalt springen

Hūd ibn Muhakkam

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Hūd ibn Muhakkam (Version: Muḥkim) al-Hawwārī, arabisch هود بن محكم الهواري, DMG {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) (gest. in der zweiten Hälfte des 9. Jahrhunderts), war ein ibāḍitischer Koranexeget in Nordafrika. Über sein Leben ist kaum etwas bekannt. Es wird angenommen, dass er als Berber vom Stamme der Hawwāra (auch: Huwwāra)<ref>The Encyclopaedia of Islam. New Edition. Brill, Leiden. Band 3, S. 295.</ref> in der Region des Auras-Gebirges im heutigen Algerien gelebt hat.<ref>Belḥāǧǧ Saʿīd Šarīfī, S. 13.</ref> Über seinen Vater weiß man nur, dass er unter Aflaḥ ibn ʿAbd al-Wahhāb (823–871), dem Imam der Rustamiden (778–909),<ref>The Encyclopaedia of Islam. New Edition. Brill, Leiden. Band 7, S. 638.</ref> das Amt eines Qādī bekleidete.

Sein Korankommentar ist nach der Vorlage von fünf ibāḍitischen Handschriften<ref>Kurzbeschreibung der Handschriften bei Claude Gilliot (1995), S. 244 und bei Belḥāǧǧ Saʿīd Šarīfī, S. 40–43</ref> in vier Bänden erstmals im Jahr 1990 erschienen. Der Herausgeber des Werkes, ein Ibāḍit in Algerien, stellt in der Einleitung zur Edition fest, dass der Verfasser offenbar keinen eigenen Korankommentar verfasste, sondern das in Nordafrika, vor allem in Qairawān, bekannte Tafsīr-Werk von Yaḥyā ibn Sallām al-Baṣrī (gest. 815)<ref>Fuat Sezgin (1967), S. 39.</ref> in einer Kurzfassung vorlegte, ohne den Autor des Originals zu nennen.<ref>Belḥāǧǧ Saʿīd Šarīfī, S. 20–23.</ref> In einer der Handschriften wird als Randvermerk angegeben, dass das Werk Hūd ibn Muḥakkam lediglich „zugeschrieben“ worden ist (muḍāf ilā).<ref>Josef van Ess (1976), S. 43. Anm. 38.</ref>

Der ebenfalls ibāḍitische Historiker Ibn Sallām († 887)<ref>Siehe: Werner Schwartz: Die Anfänge der Ibaditen in Nordafrika. Der Beitrag einer islamischen Minderheit zur Ausbreitung des Islams. S. 31–32 und Anm. 5; S. 337 (Index). Bonn 1983 (Studien zum Minderheitenproblem im Islam 8).</ref> widmet in seinem Badʾ al-islām wa-šarāʾiʿ ad-dīn بدء الإسلام وشرائع الدين / ‚Der Anfang des Islam und die Gesetze der Religion‘<ref>Hrsg. Werner Schwartz und aš-Šaiḫ Sālim ibn Yaʿqūb. Bibliotheca Islamica. Band 33. Wiesbaden 1986</ref> ein ganzes Kapitel denjenigen Gesinnungsgenossen, unter ihnen Mitgliedern der Huwwāra, die sich in Qairawān und seiner Umgebung niedergelassen und dort am Gelehrtenleben teilgenommen haben.<ref>Siehe S. 132–135.</ref> Diese Kontakte dürften den Zugang von Ibāḍiten zum in der Stadt bekannten Korankommentar des Yaḥyā ibn Sallām al-Baṣrī ermöglicht haben.<ref>Belḥāǧǧ Saʿīd Šarīfī, S. 15–17.</ref>

Die Bedeutung des vierbändigen Kommentars liegt vor allem darin, dass Ibn Muḥakkam die Koranexegese von Yaḥyā ibn Sallām al-Baṣrī durchgehend zitiert und somit Zugang zu diesem nur in Fragmenten und Teileditionen vorliegenden Werk verschafft.<ref>Claude Gilliot (1995), S. 244–248.</ref>

Literatur

  • Fuat Sezgin: Geschichte des arabischen Schrifttums. Band 1, S. 41. Brill, Leiden 1967.
  • Josef van Ess: Untersuchungen zu einigen ibāḍitischen Handschriften. In: Zeitschrift der Deutschen Morgenländischen Gesellschaft (ZDMG), 126 (1976), S. 25ff.hier: S. 42–43.
  • Claude Gilliot: Der koranische Kommentar des Ibāḍiten Hūd b. Muḥkim/Muḥakkam. In: ZDMG, Supplementband XI:XXVI (1995), S. 243–249.
  • Sammoud, Hammadi: Un exégète oriental en Ifriqiya: Yaḥyā b. Sallām. In: Institut des belles lettres arabes (IBLA) 33 (1970–1972), S. 227–242.
  • Belḥāǧǧ Saʿīd Šarīfī (Hrsg.): Tafsīr Kitāb Allāh al-ʿAzīz des Hūd b. Muḥakkam al-Huwwārī. („Die Exegese von Gottes ehrenwertem Buch“). 4 Bände. Dār al-Ġarb al-Islāmī. Beirut 1990. Bd. 1, S. 5–38 (Einleitung des Herausgebers).

Einzelnachweise

<references />

Vorlage:Hinweisbaustein