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Hüttenkäse

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Hüttenkäse in typischer Verkaufsverpackung

Hüttenkäse ist eine Frischkäsesorte.<ref name=":0">Nina Zeller, Dr Katharina Kremser: Hüttenkäse: Wie gesund ist der Abnehm-Trend um den körnigen Frischkäse? In: Apotheken-Umschau. Wort & Bild Verlag, 29. Juli 2025, abgerufen am 8. März 2026.</ref> Besonderes Kennzeichen des Hüttenkäses ist seine körnige Struktur, weswegen er auch als körniger Frischkäse (ugs. Kugerlkäse) bezeichnet wird. In Deutschland ist der Begriff Hüttenkäse von dem Unternehmen Hochland als Marke eingetragen,<ref>Deutsches Patent- und Markenamt: Registernummer: 796069</ref> wird jedoch oft von Verbrauchern auch für körnigen Frischkäse anderer Hersteller verwendet (Deonymisierung<ref>Deonymisierung. DeGruyter Brill, 2026, abgerufen am 8. März 2026.</ref>).

Herstellung

Pasteurisierte (Mager-)Milch wird mit Milchsäurebakterien, Calciumchlorid und unter 0,2 % Lab versetzt<ref name=":1">Beke Enderstein: Hüttenkäse oder Magerquark? Das ist besser zum Abnehmen. In: Fitbook. Axel Springer Deutschland GmbH, 6. März 2024, abgerufen am 13. April 2026.</ref> und anschließend für 12 Stunden bei 22 °C oder für 4 Stunden bei 30 °C dickgelegt. Das erste Verfahren wird als Kaltsäuerung, das zweite als Warmsäuerung bezeichnet. Die Milchsäurebakterien (z. B. Lactobacillus lactis ssp. lactis oder ssp. cremoris) bewirken durch eine Absenkung des pH-Wertes auf ca. 4,7 in Verbindung mit dem Lab die Bildung einer Gallerte. Diese wird anschließend mit einer Käseharfe in kleine Würfel geschnitten<ref name=":1" /> und bei 50 bis 55 °C etwa eine Stunde gebrannt. Unter Brennen versteht man in der Fachsprache, dass sich aufgrund steigender hydrophober Wechselwirkungen das Caseinnetzwerk in den Gallertwürfeln zusammenzieht und die in der Gallerte eingeschlossene Flüssigkeit – das Serum – freigesetzt wird. Der Gallertwürfel verfestigt sich dadurch und die Trockenmasse wird erhöht. Die Erwärmung auf Brenntemperatur muss langsam erfolgen, damit sich die Gallertwürfel nicht lediglich äußerlich verfestigen (d. h. innerhalb der äußeren Schicht der Gallertwürfel vernetzen sich die Caseinkomplexe zu rasch und bilden eine Haut um die Gallertwürfel – in der Fachsprache coating genannt) und damit einen weiteren Wasseraustritt verhindern. Nach dem Brennen und ausreichendem Serumaustritt werden die entstandenen Gallertkörner noch mehrmals gewaschen und so Säuren, Salze und Milchzucker aus dem Korn entfernt. In einem abschließenden Schritt werden die Körner mit einer Soße vermischt. Die Soße besteht aus fermentierter Sahne und Salz und dient der Aromatisierung der Körner.

Verwendung

Hüttenkäse wird pur gegessen oder auch als Brotaufstrich oder in Salatsoßen verwendet. Da Hüttenkäse einen vergleichsweise geringen Fett- und Kohlenhydrat-, jedoch einen hohen Proteingehalt hat, wird er gern in verschiedenen Diätformen und zum Muskelaufbau eingesetzt, vorausgesetzt, es wird neben dem Konsum von Eiweiß sportlich trainiert.<ref name=":0" />

Inhaltsstoffe

Hüttenkäse enthält je 100 Gramm ca. 3,4 g Kohlenhydrate (davon 2,7 g Zucker), 4,3 g Fett und 11,1 g Proteine. Daraus ergibt sich ein Energiegehalt von 410 kJ (98 kcal).<ref>Zusammensetzung und Inhaltsstoffe des Hüttenkäse. Abgerufen am 16. September 2021.</ref>

Enthalten sind außerdem als gesund geltende Mineralstoffe wie Magnesium, Kalium und Kalzium sowie die Vitamine B12 und K. Je nach Herstellung können Zusatzstoffe, Verdickungsmittel oder Salz enthalten sein.<ref name=":0" />

Trivia

2025 wurde Gervais Hüttenkäse Vorteilspack (Hochland) von der Hamburger Verbraucherzentrale mit der Begründung der versteckten Preiserhöhung durch die Veränderung der Packungsgröße auf die Liste der Mogelpackungen aufgenommen.<ref>Hochland SE Gervais Hüttenkäse Original 2025 | Verbraucherzentrale Hamburg. Verbraucherzentrale Hamburg e.V., 2025, abgerufen am 8. März 2026.</ref>

Weblinks

Commons: Hüttenkäse – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wiktionary: Hüttenkäse – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Literatur

  • G. Eisenbrand, P. Schreier (Hrsg.): Römpp Lexikon Lebensmittelchemie, Thieme, Stuttgart 1995, Seite 197.

Einzelnachweise

<references />