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Höhle von Movile

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Höhle von Movile

BW

Lage: Mangalia, Schwarzes Meer, Rumänien
Höhe: m
Geographische
Lage:
43° 49′ 36″ N, 28° 33′ 26″ OKoordinaten: 43° 49′ 36″ N, 28° 33′ 26″ O
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Typ Karsthöhle
Entdeckung 1986
Besonderheiten Biotop mit autarken Lebensformen und mehreren endemischen Arten, hoher Schwefelwasserstoff-Gehalt der Höhlen-Atmosphäre mit trotzdem für Höhlenbiotope hoher Biomasseproduktion

Die Höhle von Movile ist eine im Jahr 1986 von Cristian Lascu zufällig bei Bohrarbeiten entdeckte Höhle in Rumänien, in der Nähe von Mangalia, am Südufer des Mangaliasees, wenige Kilometer von der Schwarzmeerküste entfernt. Sie bildete sich vor ca. 5,5 Millionen Jahren und ist seit mindestens 500.000 Jahren von der Oberfläche abgeschnitten. Die Höhlenatmosphäre enthält viel Schwefel und kaum Sauerstoff. Die Höhlenwände der Karsthöhle bestehen aus Lehm, welcher von einer 25 Meter dicken Schicht Kalkstein umschlossen ist. Der einzige Zugang zur Höhle ist eine Wasserader aus 400 Meter Tiefe, die schwefelhaltig ist. Im Innern der Höhle besteht ein außergewöhnliches Ökosystem, das über 60 urzeitliche Tierarten aufweist, die sich im Laufe der Zeit stark spezialisierten und beispielsweise Augen oder Farbpigmente in der Haut völlig zurückgebildet haben. Mehr als 30 der gefundenen Spezies sind dort endemisch. Die Überlebensfähigkeit dieses Systems wird durch Schwefelbakterien gewährleistet, die auf dem Wasser einen gallertartigen Überzug bilden. Auf dieser Masse bilden sich Pilze, welche von den Lebewesen in der Höhle abgeweidet werden. Unklar ist bislang noch, wie sich die Tiere in der Höhle an die sauerstoffarme Atmosphäre angepasst haben.<ref name=FoxSkelly2015>Vorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/Name: Vorlage:Cite book/URL In: BBC Earth, 4. September 2015 (english).Vorlage:Cite book/URL Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2</ref><ref name=Falniowski2008>Andrzej Falniowski, Magdalena Szarowska, Ioan Sirbu, Alexandra Hillebrand, Mihai Baciu: Heleobia dobrogica (Grossu & Negrea, 1989)(Gastropoda: Rissooidea: Cochliopidae) and the estimated time of its isolation in a continental analogue of hydrothermal vents, in: Molluscan Research 28(3), S. 165–170, 22. Dezember 2008, ISSN 1323-5818</ref>

<templatestyles src="Mehrere Bilder/styles.css" />

Sie ist neben der Cueva de Villa Luz im Bundesstaat Tabasco in Mexiko die einzige bekannte Höhle, in der Schwefelbakterien die Grundlage des Ökosystems bilden.

Chemie der Höhle

Die Luft in der Höhle unterscheidet sich stark von der Außenatmosphäre. Der Sauerstoffgehalt beträgt nur ein Drittel bis die Hälfte der Konzentration, die man in der Außenluft findet (7–10 % O2 in der Höhlenatmosphäre, verglichen mit 21 % O2 in der Außenluft), und etwa hundertmal mehr Kohlendioxid (2–3,5 % CO2 in der Höhlenatmosphäre, verglichen mit 0,04 % CO2 in der Außenluft). Sie enthält auch 1–2 % Methan (CH4) und sowohl die Luft als auch das Wasser der Höhle enthalten hohe Konzentrationen von Schwefelwasserstoff (H2S) und Ammoniak (NH3).<ref name="KumaresanWischer2014">Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2</ref>

Ökosystem der Höhle

Andrzej Falniowski und Kollegen hatten 1989 in der Höhle 69 verschiedene Spezies identifizieren können, 33 davon in der Höhle endemisch. Unter den Tieren befanden sich Egel, Spinnen, Pseudoskorpione,<ref name=Nag2017>Vorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/Name: Vorlage:Cite book/URL In: WorldAtlas, 25. April 2017 (english).Vorlage:Cite book/URL Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2</ref> ein zu den Riesenläufern gehörender Hundertfüßer,<ref name=Vahtera2020>Varpu Vahtera, Pavel Stoev, Nesrine Akkari: Five million years in the darkness: A new troglomorphic species of Cryptops Leach, 1814 (Chilopoda, Scolopendromorpha) from Movile Cave, Romania, in: ZooKeys 1004, 16. Dezember 2020, S. 1–26, doi:10.3897/zookeys.1004.58537. Dazu:

Landasseln,<ref>Karen Graham: Movile Cave in Romania has an ecosystem unlike any other on Earth, in: DigitalJournal vom 25. Mai 2016, Quelle: Science</ref> eine Skorpionswanze (Insekten) und sogar eine Schnecke.<ref name=Falniowski2008 /> Nepa anophthalma ist die einzige bekannte höhlenangepasste Skorpionswanze der Welt.<ref name=Decu1994>Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2</ref> Nicht alle der Tiere leben seit Entstehen der Höhle dort. Eines der jüngsten gefundenen Tiere dort ist die einzige Schneckenart der Höhle, Heleobia dobrogica, die die Höhle seit etwas mehr als 2 Millionen Jahren bewohnt.<ref name=Nag2017 /><ref name=FoxSkelly2015 /><ref name=Falniowski2008 />

Siehe auch

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

<references />