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Häschen in der Grube

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Datei:Häschen in der Grube (Bild Alois Broch).jpg
Liedpostkarte mit Darstellung des Häschenspiels von Alois Broch

Häschen in der Grube (auch: Häslein in der Grube) ist ein Kinder- und Spiellied, das hauptsächlich in der Kindergartenerziehung und in den Anfangsklassen der Grundschule gesungen und gespielt wird.

Der Text stammt von Friedrich Fröbel aus dem Jahre 1840, nachdem dieser mit der 1837 gegründeten Pflege-, Spiel- und Beschäftigungsanstalt für Kleinkinder von Blankenburg nach Keilhau zog. Hier sollten nun in der als Kindergarten apostrophierten Einrichtung die Kinder durch planvoll gruppierte Bewegungs- und Geistesspiele, Sprüche und Lieder bei ständiger Berührung mit der Natur ihrem Alter entsprechend allseitig angeregt und angeleitet werden. 1842 wurde das Liedgut dann auch in Kindergärtnerinnenkursen weitervermittelt.

Die Melodie ist abgewandelt vom Volkslied Wer die Gans gestohlen hat, der ist ein Dieb,<ref>Häschen in der Grube im Volksliederarchiv. Abgerufen am 4. September 2022.</ref> das wiederum von Ernst Anschütz (1824) in Fuchs, du hast die Gans gestohlen umgedichtet worden war.

Das Lied ist bekannt in Finnland als Jänis istui maassa (Häschen saß auf dem Grund).

Melodie

<score sound="1"> \language "deutsch" \relative c' {\autoBeamOff \key d \major \time 2/4

            d8 e8 fis8 g8| a4 a4 | h8[ g8] d'8[ h8]| a4 r4| h8[ g8] d'8[ h8]
            a4 r4 | a8 g8 g8 g8  | g8 fis8 fis4| fis8 e8 fis8 e8
            d8 fis8 a4 | a8 a8 d4 | a8 a8 d4 | a4 a4 |d,4 r4 \bar "|."

} \addlyrics {

     Häs -- chen in der | Gru -- be | saß und | schlief, | saß und
     schlief. | Ar -- mes Häs -- chen, bist du krank, | dass du nicht mehr
     hüp -- fen kannst? | Häs -- chen, hüpf! | Häs -- chen, hüpf! | Häs -- chen, hüpf!

} </score>

Spiel

Zum Spiel bilden die teilnehmenden Kinder einen Kreis und fassen sich an den Händen. Während des Gesangs umrunden sie das Häschen, welches in der Kreismitte geduckt am Boden kauert. Der Text der ersten Strophe lautet:

<poem style="margin-left:2em;"> Häschen in der Grube saß (da) und schlief, saß (da) und schlief, armes Häschen, bist du krank, dass du nicht mehr hüpfen kannst? Häschen hüpf, Häschen hüpf, Häschen hüpf! </poem>

Bei der letzten gesungenen Zeile hüpft das Häschenkind ein paar Mal, indem es zusätzlich noch die Hände als gedachte Hasenohren anlegt. Während das Spielgeschehen zur ersten Strophe noch nahezu in allen Spielen gleich gehandhabt wird, sind die Fortsetzungen je nach Absicht der Bezugsperson, bedingt durch mehrere Weiterdichtungen, unterschiedlich.

Fangspiel

Bei Fröbel, der die Berührung mit der Natur bevorzugte, heißt es weiter:

<poem style="margin-left:2em;"> Häschen, vor dem Hunde hüte dich, hüte dich. Hat gar einen scharfen Zahn, packt damit mein Häschen an. Häschen lauf, Häschen lauf, Häschen lauf. </poem>

Bei ihm wird darauf angespielt, dass der zuvor in der Sasse verborgene Hase durch einen Hund aufgestöbert wird und nun flieht. Im Spiel wird das durch ein Fangspiel (ähnlich Katz und Maus) fortgesetzt, indem ein vorher bestimmtes Kind den aus dem Kreis entweichenden Hasen versucht zu fangen.

Streichelspiel

Bei der Fortsetzung des Spieles mit sozialer Komponente wird – entsprechend dem Text – ein Arzt geholt, der den kranken Hasen wieder gesund macht („Häslein in der Grube, nickt und weint, Doktor komm geschwind herbei und verschreibe ihm Arznei …“ und „… Häschen bist du schon kuriert? Hui, das rennt und galoppiert!“). Wenn das Häschen wieder wohlauf ist, darf es von allen geherzt und gestreichelt werden.

Adaptionen

Weblinks

Quellen

<references />