Hängebrücke Weimar
Die Hängebrücke Weimar (auch Schaukelbrücke genannt) verbindet die Belvederer Allee in Weimar unweit der Falkenburg mit dem Park an der Ilm. Unter ihr fließt die Ilm. Sie befindet sich im östlichen Teil des Parks. Sie gilt als älteste erhaltene Hängebrücke Deutschlands,<ref>Hängebrücke. Abgerufen am 24. Januar 2017.</ref> wenn man den 1824 errichteten Kettensteg in Nürnberg wegen seiner zahlreichen Sanierungen nicht gelten lassen will.
Geschichte
Zunächst befand sich eine hölzerne Brücke an deren Stelle, welche wahrscheinlich eine Flößerbrücke war. Die massive Ausführung erfolgte 1833. Die etwa zwei Meter breite Brücke hat eine Länge von 14 Metern.<ref>Bernd Wurlitzer, Kerstin Sucher: DuMont Reise-Taschenbuch Reiseführer Weimar und Umgebung 2016, ISBN 978-3-7701-8729-4, S. 249. [1]</ref>
Die Kettenbrücke besteht aus jeweils zwei massiven Steinpfeilern, die auf Holzpfählen gegründet sind, aus Travertin, auf denen das Stahlkettengespann, eigentlich durch Niete verbundene Stahlbänder (Augenstab), die wiederum als Gleitlager fungieren, welches den Boden trägt, ruht. Das Stahlkettengespann bildet gleichzeitig das Geländer. Hinter den Steinpfeilern befindet sich die Rückverankerung durch Stahlbänder, die hinter den Pfeilern die Last abfangen. Dem Typ nach ist es damit eine „echte Hängebrücke“.
Die Pfeiler aus Kalkstein sind oben durch eine runde Endung mit ausgearbeiteter Muschel verziert. Den Entwurf fertigte der Weimarer Baurat Karl Friedrich Christian Steiner.<ref>Rita Dadder: Im Goethepark über die Ilm. Abgerufen am 24. Januar 2017.</ref>
Die Schäden durch das Hochwasser 2013 führten zu einer zeitweiligen Sperrung der Brücke. Seitdem wurden umfassende Sanierungs- und Rekonstruktionsarbeiten ausgeführt.<ref>Schaukelbrücke in Weimar ist zurück. In: Thüringer Allgemeine, 20. Dezember 2014. online</ref>
2018 erhielt die Sanierung der Hängebrücke Weimar durch Johann Philipp Jung, Klassikstiftung Weimar, und Oliver Hahn vom IBW Ingenieurbüro für Bauwerkserhaltung Weimar GmbH den Deutschen Brückenbaupreis 2018.<ref>Deutscher Brückenbaupreis 2018 auf brueckenbaupreis.de (PDF; 9,9 MB)</ref> Unweit von ihr befindet sich die traditionsreiche Möbeltischlerei Stengel unter der Adresse Belvederer Allee 24.<ref>Art. Kammgarnspinnerei Hagenbruch, in: Gitta Günther, Wolfram Huschke, Walter Steiner (Hrsg.): Weimar. Lexikon zur Stadtgeschichte. Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar 1998, S. 240.</ref> Das dort nach dem Entwurf von Julius Naumann und Max Wasserkampf 2022 entstandene an der Belvederer Allee befindliche Toilettenhaus wurde 2024 für den DAM-Preis für Architektur in Deutschland nominiert.<ref>[2]</ref> Sie erhielt den Architekturpreis des Bundes Deutscher Architektinnen und Architekten 2024.<ref>Parktoilette erhält Architekturpreis, Pressemitteilung der Klassikstiftung Weimar</ref> Auch für das Toilettenhaus war die Klassikstiftung Weimar Bauherr.
Weblinks
Einzelnachweise
<references />
Koordinaten: 50° 58′ 2″ N, 11° 20′ 23″ O
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