Güttersbach
Güttersbach Gemeinde Mossautal
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|---|---|---|---|---|---|---|
| Koordinaten: | Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(399)&title=G%C3%BCttersbach 49° 37′ N, 8° 55′ O
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dim=10000 | globe= | name=Güttersbach | region=DE-Vorlage:Deutsches Bundesland/Code | type=city
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| Höhe: | 310 (300–377) m ü. NHN | |||||
| Fläche: | 7,06 km²<ref name="Gindex" /> | |||||
| Einwohner: | 399 (Mai 2011)<ref name="Z2011E" /> | |||||
| Bevölkerungsdichte: | 57 Einwohner/km² | |||||
| Eingemeindung: | 1. August 1972 | |||||
| Postleitzahl: | 64756 | |||||
Güttersbach ist ein Ortsteil der Gemeinde Mossautal im südhessischen Odenwaldkreis.
Geographie
Das offenes Dorf mit regellosem Grundriss Güttersbach liegt im Buntsandstein-Odenwald bei doppelseitiger Gehängelage, das Dorf verdichtet sich um den Kirchhügel. Es befindet sind ca. 7,5 km südwestlich von Erbach und 3,4 km südwestlich der Gemeindeverwaltung in Unter-Mossau. Das Gebiet des Ortsteils besteht aus der Gemarkung Güttersbach mit einer Fläche von 706 Hektar<ref name="Gindex">Gemarkung Güttersbach. In: GEOindex. Abgerufen im Februar 2025.</ref>, davon sind 445 Hektar Wald. Die Ortslage befindet sich auf 300 bis 377 m ü. NHN und der höchste Punkt der Gemarkung ist der 548 m hohe Spessartskopf, an der Gemarkungsgrenze westlich der Ortslage. In der Gemarkung liegt der Siedlungsplatz Hof Möselbach.<ref>Möselbach, Odenwaldkreis. Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: 16. Januar 2014). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).</ref> Der von Wald umgebene Fremdenverkehrsort liegt am 2,4 km langen Güttersbach, der im Ort den von Westen kommenden Mornsbach aufnimmt und sich danach in Hüttenthal mit dem Streitbach zum Marbach vereinigt.
An den Ortsteil Güttersbach grenzen, von Norden beginnend, im Uhrzeigersinn, die Mossautaler Ortsteile Hiltersklingen, Hüttenthal, die Stadtteile Airlenbach und Olfen der Stadt Oberzent, der Ortsteil Affolterbach der Gemeinde Wald-Michelbach sowie Wahlen und Grasellenbach. Durch den Ort verläuft die Kreisstraße 47. Sie verbindet die Bundesstraße 460 in Hüttenthal mit der Landesstraße 3120 zwischen Olfen und Airlenbach.
Geschichte
Ortsgeschichte
Die älteste bekannte schriftliche Erwähnung von Güttersbach erfolgte unter dem Namen Gunderspach im Jahr 1290.<ref name="lagis" /> Gleichzeitig wurde eine Quellkirche erwähnt. Eine Mühle wurde im Jahre 1424 erstmals erwähnt. Weitere Erwähnungen erfolgten unter den Ortsnamen (in Klammern das Jahr der Erwähnung):<ref name="lagis" /> Guderspach (1387), Gudirspach (1399), Guderspach (1443), Gudderßbach (1506) und Guderßbach (1522).
Der Ort war im Besitz der Schenken zu Erbach, zunächst der Linie Erbach-Reichenberg, später der Linie Erbach-Fürstenau. 1806 kam er im Zuge der Mediatisierungen aufgrund der Rheinbundakte an das Großherzogtum Hessen (Provinz Starkenburg, Amt Fürstenau), 1919 zum Volksstaat Hessen und 1945 zum Land Hessen.
Oberhalb des Mosselbaches wurden 1949 die Reste der Burg Güttersbach entdeckt.<ref>Thomas Steinmetz: Die Wasserburg bei Güttersbach. In: Der Odenwald. Zeitschrift des Breuberg-Bundes 30/3, 1983, S. 85–92.</ref>
Hessische Gebietsreform (1970–1977)
Zum 1. August 1972 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Güttersbach im Zuge der Gebietsreform in Hessen kraft Landesgesetz in die Gemeinde Mossautal eingegliedert.<ref>Gesetzes zur Neugliederung des Landkreises Erbach (GVBl. II 330–16) vom 11. Juli 1972. In: Der Hessische Minister des Innern (Hrsg.): Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Hessen. 1972 Nr. 17, S. 224, § 6 (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 1,2 MB]).</ref><ref></ref> Für Güttersbach, wie für alle im Zuge der Gebietsreform nach Mossautal eingegliederten Gemeinden, wurde ein Ortsbezirk gebildet.<ref name="HS">Hauptsatzung. (PDF; 120 kB) § 6. In: Webauftritt. Gemeinde Mossautal, abgerufen im Februar 2025.</ref>
Verwaltungsgeschichte im Überblick
Die folgende Liste zeigt die Staaten und deren Verwaltungseinheiten,<ref group="Anm.">Bis zur Trennung der Rechtsprechung von der Verwaltung waren die Ämter und frühen Gerichte sowohl Gericht als auch Verwaltungsorgan.</ref> denen Güttersbach angehört(e):<ref name="lagis" /><ref>Vorlage:Verwaltungsgeschichte.de</ref>
- vor 1718: Heiliges Römisches Reich, Grafschaft Erbach, Amt Fürstenau
- ab 1718: Heiliges Römisches Reich, Grafschaft Erbach (Erbach-Fürstenauer Linie), Amt Fürstenau
- ab 1806: Großherzogtum Hessen (Souveränitätslande), Fürstentum Starkenburg, Amt Fürstenau (zur Standesherrschaft Erbach gehörig)
- ab 1815: Großherzogtum Hessen (Souveränitätslande), Provinz Starkenburg, Amt Fürstenau (zur Standesherrschaft Erbach gehörig)
- ab 1822: Großherzogtum Hessen, Provinz Starkenburg, Landratsbezirk Erbach<ref group="Anm.">Trennung zwischen Justiz (Landgericht Michelstadt) und Verwaltung.</ref>
- ab 1848: Großherzogtum Hessen, Regierungsbezirk Erbach
- ab 1852: Großherzogtum Hessen, Provinz Starkenburg, Kreis Erbach
- ab 1871: Deutsches Reich, Großherzogtum Hessen, Provinz Starkenburg, Kreis Erbach
- ab 1918: Deutsches Reich, Volksstaat Hessen, Provinz Starkenburg, Kreis Erbach
- ab 1938: Deutsches Reich, Volksstaat Hessen, Landkreis Erbach
- ab 1945: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone, Groß-Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Landkreis Erbach
- ab 1946: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone, Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Landkreis Erbach
- ab 1949: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Landkreis Erbach
- ab 1972: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Odenwaldkreis, Gemeinde Mossautal
Bevölkerung
Einwohnerentwicklung
- 1961: 262 evangelische (= 87,63 %), 36 katholische (= 12,04 %) Einwohner<ref name="lagis" />
| Güttersbach: Einwohnerzahlen von 1829 bis 2011 | ||||
|---|---|---|---|---|
| Jahr | Einwohner | |||
| 1829 | 296 | |||
| 1834 | 300 | |||
| 1840 | 326 | |||
| 1846 | 333 | |||
| 1852 | 327 | |||
| 1858 | 318 | |||
| 1864 | 317 | |||
| 1871 | 293 | |||
| 1875 | 303 | |||
| 1885 | 298 | |||
| 1895 | 287 | |||
| 1905 | 283 | |||
| 1910 | 256 | |||
| 1925 | 288 | |||
| 1939 | 263 | |||
| 1946 | 353 | |||
| 1950 | 321 | |||
| 1956 | 303 | |||
| 1961 | 299 | |||
| 1967 | 311 | |||
| 1970 | 282 | |||
| 1980 | ? | |||
| 1990 | ? | |||
| 2002 | 420 | |||
| 2011 | 399 | |||
| Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: Die Bevölkerung der Gemeinden 1834 bis 1967. Wiesbaden: Hessisches Statistisches Landesamt, 1968. Weitere Quellen: <ref name="lagis" /><ref name="FNP" />; Zensus 2011<ref name="Z2011E" /> | ||||
Einwohnerstruktur 2011
Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag, dem 9. Mai 2011, in Güttersbach 399 Einwohner. Darunter waren 24 (6,0 %) Ausländer. Nach dem Lebensalter waren 45 Einwohner unter 18 Jahren, 108 zwischen 18 und 49, 96 zwischen 50 und 64 und 144 Einwohner waren älter.<ref name="Z2011E" /> Die Einwohner lebten in 177 Haushalten. Davon waren 57 Singlehaushalte, 63 Paare ohne Kinder und 42 Paare mit Kindern, sowie 12 Alleinerziehende und keine Wohngemeinschaften. In 57 Haushalten lebten ausschließlich Senioren und in 87 Haushaltungen lebten keine Senioren.<ref name="Z2011E" />
Politik
- Ortsbeirat
Für Güttersbach besteht ein Ortsbezirk (Gebiete der ehemaligen Gemeinde Rehbach) mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher, nach Maßgabe der §§ 81 und 82 HGO und des Kommunalwahlgesetzes in der jeweils gültigen Fassung gebildet. Der Ortsbeirat besteht aus drei Mitgliedern.<ref name="HS" /> Bei den Kommunalwahlen in Hessen 2021 betrug die Wahlbeteiligung zum Ortsbeirat Güttersbach 68,9 %. Dabei wurden gewählt: ein Mitglied der CDU und zwei Mitglieder der Überparteilichen Wählergemeinschaft Mossautal (ÜWG).<ref>Ortsbeiratswahl Ortsbezirk Güttersbach. In: Votemanager. Gemeinde Mossautal, abgerufen im Februar 2025.</ref> Der Ortsbeirat wählte Tanja Thomasberger (ÜWG) zur Ortsvorsteherin.<ref>Ortsbeirat Güttersbach. In: Webauftritt. Gemeinde Mossautal, abgerufen im Februar 2025.</ref>
Sehenswürdigkeiten
Im Zentrum des Ortes steht die mittelalterliche Quellkirche, die unter anderem eine einmanualige barocke Orgel beherbergt, die 1740 von Johann Friedrich Ernst Müller (Heidelberg) gebaut wurde.<ref>Eintrag „Güttersbach, Deutschland (Hessen) - Evangelische Kirche“ (Beschreibung Nr. 2008529). In: Orgeldatenbank orgbase.nl. Abgerufen am 13. April 2025.</ref> Sie gehört zur evangelischen Kirchengemeinde.
Wirtschaft und Infrastruktur
Durch Güttersbach verläuft in allgemeiner Nord-Süd-Richtung die Kreisstraße K 47, die die B 460 im Norden mit der Landesstraße L 3120 im Süden verbindet.
In der Ortsmitte befindet sich ein kleines Freibad.
Persönlichkeiten
- Friedrich Wilhelm Bornscheuer (1917–2015), Bauingenieur, geboren in Güttersbach.
Literatur
Weblinks
- Webauftritt der Gemeinde Mossautal.
- Güttersbach, Odenwaldkreis. Historisches Ortslexikon für Hessen. In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
Anmerkungen und Einzelnachweise
Anmerkungen <references group="Anm." />
Einzelnachweise <references> <ref name="lagis"> Güttersbach, Odenwaldkreis. Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: 16. Oktober 2018). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS). </ref> <ref name="Z2011E">Ausgewählte Daten über Bevölkerung und Haushalte am 9. Mai 2011 in den hessischen Gemeinden und Gemeindeteilen. (PDF; 1,8 MB) In: Zensus 2011. Hessisches Statistisches Landesamt, S. 38 und 92, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 11. Juli 2021. </ref> <ref name="FNP"> Flächennutzungsplan Mossautal. (PDF; 1,9 MB) S. 26, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 6. Oktober 2020; abgerufen im Oktober 2020. </ref> </references>