Günter Raulf
Günter Raulf (* 10. April 1928 in Braunschweig; † 27. Oktober 2015<ref>Traueranzeige Günter Raulf in General-Anzeiger (Bonn) vom 4. November 2015</ref> in Bornheim) war ein deutscher Luftwaffenoffizier und Generalleutnant. Er war einer der ersten Generale der Bundeswehr, die nicht als Soldat während des Zweiten Weltkriegs gedient hatten.<ref>Personalien. In: Der Spiegel. Nr. 14, 1974, S. 170 (online).</ref> Von 1982 bis 1984 war er Amtschef des Luftwaffenamtes.
Leben
Raulf wurde als Sohn eines Gastronomen geboren. Im Zweiten Weltkrieg war er als Luftwaffenhelfer Geschützführer einer 3,7-mm-Flugabwehrkanone. Als Jungenschaftsführer und Richtkanonier schoss er einen feindlichen Jagdbomber ab. Nach dem Krieg war er von 1945 bis 1950 Kellner beim Public Civil Labour Office in Braunschweig. Von 1949 bis 1950 besuchte er zudem die Sozialakademie Dortmund. Er erwarb die Hochschulreife an der Hochschule für Arbeit, Politik und Wirtschaft in Wilhelmshaven und studierte Volkswirtschaftslehre in Göttingen.<ref name="Menschlichgesehen"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Menschlich gesehen: Wohnungssuche an der Elbe ( vom 28. Juli 2014 im Internet Archive). In: Hamburger Abendblatt, 9. April 1974.</ref> Das Studium schloss er 1955 als Diplom-Volkswirt ab.
Am 2. Januar 1956 trat er in der Krahnenberg-Kaserne in die Bundeswehr ein und war Teilnehmer am ersten Fähnrichlehrgang an der Truppenschule Fla-Truppen (später Heeresflugabwehrschule) in der Feldwebel-Schmid-Kaserne in Rendsburg.<ref name="Rendsburg">50 Jahre Heeresflugabwehrschule, Deutsches Heer, Rendsburg, 10. Juli 2006.</ref>
Von 1964 bis 1966 absolvierte er den 9. Generalstabslehrgang Luftwaffe an der Führungsakademie der Bundeswehr in Hamburg, wo er zum Offizier im Generalstabsdienst ausgebildet wurde. Als Offizier war er nach dem Besuch der Raketenschule der Luftwaffe unter anderem Referent Karl-Wilhelm Berkhans für militärische Angelegenheiten im Leitungsstab des Bundesministeriums und danach kommissarischer Chef des Leitungsstabes unter Georg Leber,<ref name="BMVg">Meldung, in: Die Zeit, 33/1972.</ref> ab dem 1. April 1974 Leiter der Abteilung „Verwendungs-Lehrgänge“ an der Führungsakademie der Bundeswehr.<ref name="Menschlichgesehen" /> 1976 wurde er zunächst in den Stab des NATO-Hauptquartiers AFCENT versetzt-<ref name="Lebers">Lebers Rückzug. In: Der Spiegel. Nr. 28, 1976, S. 18 (online).</ref> Raulf war vom 1. April 1982 bis zum 30. September 1984 Amtschef des Luftwaffenamtes in der Kölner Luftwaffenkaserne Wahn.<ref name="Bundesarchiv">Luftwaffenamt 1956–1999. In: www.bundesarchiv.de. Bundesarchiv, ehemals im Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar); abgerufen am 17. Juni 2024. (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive )</ref> Zuletzt wurde er als Generalleutnant am 1. Oktober 1984 stellvertretender Befehlshaber der Alliierten Streitkräfte der NATO für die Ostseezugänge BALTAP (Allied Command Baltic Approaches) in Karup und bekleidete diesen Posten bis zu seiner Versetzung in den Ruhestand am 31. März 1988, woraufhin Generalleutnant Lutz Moek sein dortiger Nachfolger wurde.<ref>Europäische Wehrkunde. Wehrwissenschaftliche Rundschau, Band 37, Verlag Europäische Wehrkunde, 1988, S. 248</ref>
Raulf, der Mitglied der SPD war<ref name="BMVg" /> und als Zögling Helmut Schmidts galt, geriet Mitte der 1970er-Jahre in die Kritik der CDU, da ihm Kontakte zur Sozialistischen Reichspartei nachgesagt wurden.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />CDU fragt nach der Vergangenheit von General Raulf ( vom 28. Juli 2014 im Internet Archive). In: Hamburger Abendblatt, 18. November 1976, S. 2.</ref> Im Jahr 2005 setzte er sich für die Beibehaltung des Beinamens „Mölders“ des Jagdgeschwaders 74 ein,<ref name="Kommodore JG 41">Verteidigungsminister Struck will Kasernen umbenennen – Widerstand wächst. In: www.shortnews.de. 4. März 2005, ehemals im Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar); abgerufen am 17. Juni 2024. (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive )</ref> da er die Umbenennung als ungerechtfertigt empfand.<ref>Flieger wollen weiter „Mölders“ heißen. In: Die Welt, 4. März 2005.</ref>
Raulf war evangelisch. Aus der Ehe mit seiner Frau Anneliese gingen zwei Söhne hervor.<ref name="Menschlichgesehen" />
Auszeichnungen
- Kriegsverdienstkreuz mit Schwertern II. Klasse (1945)
- Flak-Kampfabzeichen (1945)
- Großes Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland
Siehe auch
Literatur
- Clemens Range: Kriegsgedient – Die Generale und Admirale der Bundeswehr. Translimes Media Verlag, Müllheim-Britzingen 2013, ISBN 978-3-00-043646-8, S. 404.
- Manfred Sadlowski (Hrsg.): Handbuch der Bundeswehr und der Verteidigungsindustrie. Wehr & Wissen, Koblenz/Bonn 1979, ISBN 3-8033-0293-5, S. 115.
Einzelnachweise
<references />
| Vorgänger | Amt | Nachfolger |
|---|---|---|
| Richard Frodl | Amtschefs des Luftwaffenamtes 1982–1984 | Paul Sommerhoff |
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Raulf, Günter |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Generalleutnant der Luftwaffe |
| GEBURTSDATUM | 10. April 1928 |
| GEBURTSORT | Braunschweig |
| STERBEDATUM | 27. Oktober 2015 |
| STERBEORT | Bornheim |
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- Absolvent der Führungsakademie der Bundeswehr
- Generalleutnant (Luftwaffe der Bundeswehr)
- Militärperson (NATO)
- SPD-Mitglied
- Träger des Großen Bundesverdienstkreuzes
- Deutscher
- Geboren 1928
- Gestorben 2015
- Mann