Gustave de Smet
Gustave de Smet, auch bekannt als Gustaaf De Smet und Gust De Smet (* 21. Januar 1877 in Gent; † 8. Oktober 1943 in Deurle, Ostflandern), war ein belgischer Maler und Grafiker des Impressionismus und Expressionismus. Zusammen mit Constant Permeke und Frits Van den Berghe war er einer der Begründer des flämischen Expressionismus.
Vor und nach dem Ersten Weltkrieg gehörten sie zur zweiten Gruppe der Latemer Schule, einer losen Vereinigung von Künstlern, die zu verschiedenen Zeiten in der ländlichen Region um den Fluss Leie bei Sint-Martens-Latem südlich von Gent tätig waren.<ref name=hoo>Hoozee, R. (2003). De Smet, Gustave. Grove Art Online. Abgerufen am 3. Januar 2026</ref>
Leben
Sein Vater Jules war Bühnenbildner und Fotograf. Bis 1898 studierte de Smet an der Akademie von Gent. Einer seiner Lehrer dort war Jean Delvin, ein Maler von Tiermotiven, insbesondere Pferden, und Mitglied verschiedener belgischer Avantgarde-Künstlergruppen.<ref name="B">Biography of Gustave De Smet inDictionnaire des peintres belges, at Belgian Art Links.</ref> Sowohl Gustave als auch sein vier Jahre jüngerer Bruder Léon De Smet unterstützten ihren Vater bei der Dekoration von Gasthöfen, Geschäften und Jahrmarktsgebäuden.<ref name=hoo/> In den 1890er Jahren war Gustave insbesondere an der Dekoration der Außenfassade des Spitzner-Museums beteiligt, einer damals berühmten Jahrmarktsattraktion.<ref name=devos>Gustave De Smet Biografie auf der Website von Oscar Devos</ref> Sein Frühwerk war vom Impressionismus geprägt.
Am 19. Februar 1898 heiratete er Augusta van Hoorebeke, eine Baumwollarbeiterin. Er bezahlte sein Hochzeitsbankett im Estaminet Nenuphar, indem er große Gemälde für dessen Innenausstattung anfertigte (die noch heute dort zu sehen sind).<ref name=leie>Gustave De Smet Biografie auf der Website Leiestreek</ref> Das einzige Kind des Paares, Firmin, starb am 13. September 1918 im Alter von 20 Jahren als eines der 41 Opfer des berüchtigten Zugunglücks in der Nähe von Weesp in den Niederlanden, dem Land, in das sie während des Ersten Weltkriegs geflohen waren. Um 1906 freundete er sich mit Frits Van den Berghe und Constant Permeke im Gentener Arbeiterviertel Patershol an. Diese Freundschaften hielten sein ganzes Leben lang. Anfang 1606 arbeitete er mit Permeke im Hafengebiet von Ostende.<ref name=devos/>
Anfang Juli 1908 zogen er, seine Frau und sein Kind zu seinem Bruder Léon in die Künstlerkolonie in Sint-Martens-Latem.<ref name="B" /> Dort stand er zunächst unter dem Einfluss des Luminismus und des Malers Emile Claus, der im nahe gelegenen Astene lebte.<ref name=leie/> Ab 1911 lebte er wieder in Gent.<ref name=hoo/> Bei Ausbruch des Ersten Weltkrieges flüchtete er, seine Familie und Frits Van den Berghe 1914 in die Niederlande.
Von 1914 bis 1922 zogen sie umher, besuchten die Künstlerkolonien in Amsterdam, Laren und Blaricum und hielten sich dort auf.<ref name="D">Biografische Anmerkungen auf der Website des De Valk Lexicon kunstenaars Laren-Blaricum.</ref> Er freundete sich mit dem niederländischen Maler Leo Gestel (1881–1941) an, der ihn in die Amsterdamer Kunstszene einführte. Unter dem Einfluss von Gestel und die expressionistischen Maler der Bergener Schule (Bergen School) veränderte De Smet seinen Stil erheblich. Später erklärte De Smet, dass er durch die Begegnung mit den Werken einiger moderner Künstler erkannt habe, dass „die visuelle Nachahmung der Natur in starkem Gegensatz zum reinen Ausdruck steht“.<ref name=alk>Gestel & De Smet auf der Website des Stedelijk Museum Alkmaar</ref> Die Werke aus seiner niederländischen Periode waren düster, aber auch von Unruhe und Dynamik geprägt.
1922 kehrte er nach Belgien zurück, zog jedoch weiterhin häufig um, meist in Begleitung seiner Freunde Van den Berghe und Permeke, zunächst nach Ostende, dann nach Bachte-Maria-Leerne und Afsnee, wo er in einer Villa lebte, die ihm der Kunstförderer und Journalist Paul-Gustave van Hecke zur Verfügung gestellt hatte.
1927 ließ er sich schließlich in Deurle nieder. Sein Wohnhaus dort ist heute ein Museum. Die Bilder dieser Zeit, die meist Menschen als Motive haben, legen die depressive Stimmung ab, bleiben aber ernst. Zunehmend tauchten auch Landschaften und städtische Szenen auf, der Bildaufbau nahm sanftere Formen an. In seiner letzten Schaffensphase entstanden fast schon realistische Gemälde.
Galerie
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Blumen auf der Fensterbank
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Das gute Haus
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Der Künstler und seine Frau im Mondlicht
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Seeleute in Ostende
Weblinks
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Einzelnachweise
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