Gustav von Heinen
Gustav Leberecht Ferdinand Gebhard von Heinen (* 20. April 1817 in Breslau; † 7. Oktober 1898 in Pfaffendorf) war ein schlesischer Rittergutsbesitzer und Politiker.
Leben
Seine Vorfahren sind der 1819 wegen seiner Verdienste um den Fürsten Blücher in Preußen nobilitierte Regierungsrat Carl Friedrich Ludwig (von) Heinen (* 1777; † 1852) und Maria von Dickmann und Secherau (* 1792; † 1844). Das Ehepaar, Heirat 1816, hatte drei Söhne, Gustav war der Jüngste. Der Adelsstand wurde 1820 publiziert. Der Vater erwarb mehrere Rittergüter in Schlesien, 1838 erfolgte eine heraldische Erweiterung des Familienwappens.<ref>Konrad Blažek: J. Siebmacher’s großes und allgemeines Wappenbuch. Neuauflage, Sechsten Bandes Achte Abtheilung. Band 3: Ausgestorbener Adel der Preußischen Provinz Schlesien. Verlag Bauer und Raspe E. Küster, Nürnberg 1894, S. 85.</ref>
Gustav von Heinen war von Michaelis 1834 frequentierender Schüler<ref>von Briesen: Jahresbericht über das Lehr-und Erziehungs-Institut der Königlichen Ritter-Akademie zu Liegnitz von Ostern des Jahres 1837 bis dahin 1838. IV. Statistische Uebersicht. A Zur Universität, und zwar Ostern des Jahres, Liegnitz 1838, S. 15., S. 20, S. 21.</ref> an der Ritterakademie Liegnitz, dort zwei Jahre Primaner, mit Abschluss der Reife. Dann studierte er Rechtswissenschaft in Halle und Heidelberg. Später war er schlesischer Landesältester, Kreisdeputierter des Kreises Landeshut und Landschaftsdirektor. Ab 1859 war er Kammerherr. Er war Besitzer der schlesischen Güter Pfaffendorf, Nieder Blasdorf und Groß Wandriß. Diese Begüterung war etwa 440 ha groß. Das Rittergut war teilweise in Parzellen verpachtet.<ref>Schlesisches Güter-Adreßbuch. Verzeichniß sämmtlicher Rittergüter und selbständigen Guts- und Forstbezirke. [1894]. 5. Ausgabe, Wilh. Gottl. Korn, Breslau 1894, S. 275. Gut Nr. 2444.</ref>
Von 1855 bis 1858 war Gustav von Heinen Mitglied des Preußischen Abgeordnetenhauses. Im November 1869 wurde er in einer Ersatzwahl im Wahlkreis Liegnitz 7 (Landeshut, Jauer, Bolkenhain) in den Reichstag des Norddeutschen Bundes gewählt, wodurch er gleichzeitig auch Mitglied des Zollparlaments wurde. Er gehörte der Konservativen Partei an.
Seit Weihnachten 1853 war Gustav von Heinen Landesältester im Kreis Bolkenhain-Landeshut.<ref>Graf Johann Adrian Eduard von Hoverden: Personal-Chronik der Schlesischen Landschaft seit ihrer Errichtung im Jahre 1770. Josef Max und Komp., Breslau 1854, S. 34.</ref> Regional war Heinen dann seit 1879 Mitglied vom Schlesischen Forstverein.<ref>Oberforstmeister Schirmacher (Hrsg.): Jahrbuch des Schlesischen Forst-Vereins für 1897. V. Personalien. Verzeichniß der Mitglieder, E. Morgenstern, Breslau 1898, S. 269.</ref> Dem Johanniterorden trat Gustav von Heinen 1880 als Ehrenritter bei.<ref>C. Herrlich: Wochenblatt der Johanniter-Ordens-Balley Brandenburg. Jahrgang 21, Nr. 26, Berlin, den 30. Juni 1880, S. 150.</ref> Als Vertreter des Landratsamtes in kirchlichen Belangen trat Heinen schon in 1850er Jahren in Erscheinung.<ref>Karl Großmann, Karl Zimmermann: Der Bote des evangelischen Vereins der Gustav-Adolf-Stiftung. 1853. Nr. 1, Carl Wilhelm Leske, Darmstadt 1853, S. 15 f.</ref>
Am 25. September 1849 heiratete er<ref>Vgl. Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Briefadeligen Häuser. 1914. Achter Jahrgang, Justus Perthes, Gotha 1908, S. 959.</ref> die Gutsherrentochter Elisabeth (Elise) Charlotte Philippine Mathilde von Thielau.<ref>Schlesische Provinzialblätter. Band 130, 9. Stück, Sept. 1849, S. 262.</ref> Sie war die Tochter des Landrats Erhard von Thielen und der Henriette, geschiedene von Zedlitz, geborene Crauß von Craußendorf. Seine Frau wurde Erbin von Gut Schreibendorf im Kreis Landeshut. Kinder von Gustav und Elise sind bisher amtlich keine direkt überliefert, das Paar soll aber eine Tochter Marie, jung verstorben, gehabt haben. Familie von Heinen weilte 1887 zur Kur in Karlsbad.<ref>Berthold Seligmann: Karlsbader Zeitung. Nr. 15, 1. Jahrgang, Brüder Seligmann, Karlsbad, Sonntag, 10. April 1887, S. 1.</ref>
Gustav von Heinen starb am 7. Oktober 1899 als Letzter seines Stammes im 82. Lebensjahr.<ref>Ad. M. Hildebrandt (Hrsg.): Der Deutsche Herold. Zeitschrift für Wappen-, Siegel- und Familienkunde. XXX. Jahrgang, Nr. 5, Hrsg. Herold (Verein), Julius Sittenfeld. Carl Heymanns Verlag, Berlin 1897, S. 80.</ref> Er war zuletzt kgl. preuß. Kammerherr und Ehren-Landschaftsdirektor des Fürstentums Schweidnitz und Jauer sowie Rittergutsbesitzer in drei Dörfern.<ref>R. v. Mosch: Deutsches Adelsblatt. Wochenschrift für die Aufgaben des christlichen Adels. Organ der Deutschen Adelsgenossenschaft. - XVI. Jahrgang. №. 42, Verlag Berliner Buch- und Zeitungsdruckerei Union GmbH, Berlin, den 16. Oktober 1898, S. 687.</ref>
Seine Frau Elise war schon vor ihrer Witwenzeit karitativ tätig und gründete 1884 eine Diakonissen-Station in Schreibendorf, welche 1906 noch bestand und zu diesem Zeitpunkt ein eigenes Haus zur Einrichtung erhielt. Die Namensführung Marie könnte auf die Tochter zurückgehen. Die Stiftung stand gewissermaßen im Kontext zum Johanniterorden.<ref>Dietrich von Oertzen: Wochenblatt der Johanniter-Ordens-Balley Brandenburg. Jahrgang 47, Nr. 33, Julius Sittenfeld. Carl Heymanns Verlag, Berlin-Zehlendorf, den 15. August 1906, S. 196.</ref> Elise von Heinen geb. von Thielau starb 1917 im Alter von 89 Jahren.<ref>Land und Frau. Illustrierte Wochenschrift für deutsche Landfrauen-Arbeit. 1917. P. Parey, Berlin 1917, S. 240.</ref> Sie war lange Dame des Luisenordens und bis zum Lebensende Gutsherrin in mehreren Dörfern sowie Fideikommissherrin zu Schreibendorf.
Literatur
- v. Heinen, Gustav, Kammerherr., In: A. Phillips (Hrsg.): Die Reichstags-Wahlen von 1867 bis 1883. Statistik der Wahlen. Louis Gerschel, Berlin 1883, S. 214.
- Heinen, Gustav v. preuß. Kammerherr, Landtagsabg. (kons.) † Pfaffendorf (Kr. Landeshut). 7. X. 81. J., In: Totenliste 1898, In: Anton Bettelheim (Hrsg.): Biographisches Jahrbuch und Deutscher Nekrolog. V. Band, Verlag Georg Reimer, Berlin 1903, S. 28.
- Bernd Haunfelder, Klaus Erich Pollmann: Reichstag des Norddeutschen Bundes 1867–1870. Historische Photographien und biographisches Handbuch. In: Photodokumente zur Geschichte des Parlamentarismus und der politischen Parteien. Band 2; Droste, Düsseldorf 1989, ISBN 3-7700-5151-3.
Weblinks
- {{#if: 975 | Biografie von {{#if: Gustav von Heinen | Gustav von Heinen | Gustav von Heinen }}. In: Heinrich Best: Datenbank der Abgeordneten der Reichstage des Kaiserreichs 1867/71 bis 1918 (Biorab – Kaiserreich) | Biografie von {{#if: Gustav von Heinen | Gustav von Heinen | Gustav von Heinen }}. In: Heinrich Best: Datenbank der Abgeordneten der Reichstage des Kaiserreichs 1867/71 bis 1918 (Biorab – Kaiserreich) (der genaue Datensatz muss mit der Suchfunktion ermittelt werden)}}
Einzelnachweise
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| ALTERNATIVNAMEN | Gustav Leberecht Ferdinand Gebhard von Heinen
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| KURZBESCHREIBUNG | schlesischer Rittergutsbesitzer und Politiker
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| GEBURTSDATUM | 20. April 1817
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| GEBURTSORT | Breslau
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| STERBEDATUM | 7. Oktober 1898
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| STERBEORT | Pfaffendorf
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