Gustav Biedermann Günther
Gustav Biedermann Günther (* 22. Januar 1801 in Schandau; † 8. September 1866 in Leipzig) war ein deutscher Chirurg und Hochschullehrer.
Leben
Von 1813 bis 1818 besuchte Gustav Günther das Gymnasium Pforta. Nach dem Abitur studierte er Medizin an der Universität Leipzig. 1819/20 unternahm er mit dem Kollegen Ludwig Thienemann eine anderthalbjährige Reise nach Norwegen und Island.<ref>F. A. L. Thienemann: Reise im hohen Norden Europas (1827)</ref> Am 9. November 1824 promovierte er in Leipzig zum Dr. med.<ref>Dissertation: Analecta anatomica fungi medullaris</ref> Er ging 1825 nach Hamburg und wurde chirurgischer Assistent bei Johann Karl Georg Fricke. Nachdem er sich 1829 als praktischer Arzt niedergelassen hatte, eröffnete er 1831 ein orthopädisches Privatinstitut. „Er kam jedoch nach und nach zu der Überzeugung, daß die Orthopädie bei weitem nicht das zu leisten vermöge, was die Laien von ihr erwarten“ und gab die Arztpraxis nach zehn Jahren auf.<ref name="ADB">Allgemeine Deutsche Biographie</ref>
Am 8. August 1837 wurde er Christian Gottlieb Deckmanns Nachfolger auf dem Lehrstuhl für Chirurgie der Christian-Albrechts-Universität Kiel. Damit war er Direktor der chirurgischen Klinik vom Friedrichshospital Kiel. Vier Jahre später, im Oktober 1841, folgte er dem Ruf der Universität Leipzig. Über 25 Jahre leitete er die Chirurgie im Jacobshospital (Leipzig).<ref name="ADB"/> Er starb an der Cholera. Günther und seine Frau Friederike Auguste geb. Braune (1807–1863).<ref>Professorenkatalog der Universität Leipzig</ref> wurden im Erbbegräbnis der Familie Braune in der II. Abteilung (Nr. 83) des Neuen Johannisfriedhofs beerdigt.
Schriften
Im lebenslangen Bestreben, die Chirurgie auf anatomische Grundlagen zu stellen, gab er mit dem Zeichner Carl Julius Milde eine Chirurgische Anatomie in Abbildungen heraus. Erschienen sind nur die beiden Abteilungen Knochenlehre und Muskellehre (1838–1840).
Bücher
- Bemerkungen über die Verkrümmungen des Rückgrats und besonders über die Mittel, denselben vorzubeugen. Als Resultat einer mehr als zehnjährigen Erfahrung. Kiel 1839.Google Books
- Das Handgelenk in mechanischer, anatomischer und chirurgischer Beziehung. Mit Zeichnungen von Julius Milde. 1841
- Operationslehre am Leichname. 1843/44. Google Books
- Die Verrenckung des ersten Daumengliedes nach der Rückenfläche, 1844. Google Books
- Der hohe Steinschnitt seit seinem Ursprunge bis zu seiner jetzigen Ausbildung, Leipzig 1851. Google Books
- Ueber den Bau des menschlichen Fußes und dessen zweckmäßgste Bekleidung. Leipzig und Heidelberg 1863. Google Books
- Leitfaden zu den Operationen am menschlichen Körper, 3 Teile. Leipzig und Heidelberg 1859–1865. Google Books
Operationslehre
Mit Julius Eduard Kühn, Friedrich Philipp Ritterich, Karl Wilhelm Streubel, Benno Gottlob Schmidt, Ernst Adolf Coccius, Hermann Friedrich Wendt u. a. gab Günther die Lehre von den blutigen Operationen am menschlichen Körper heraus.<ref>Leipzig und Heidelberg 1853–1866</ref><ref>Neuauflage 2012</ref>
- 7 Bände. Winter’sche Verlagsgesellschaft, Leipzig/Heidelberg
- Die Operationen an den obern Extremitäten, 1857. Google Books
- Lehre von den Operationen am Thorax des menschlichen Körpers, 1861. Google Books
- Lehre von den Operationen am Bauche des menschlichen Körpers, 1861. Google Books
- Lehre von den Operationen am Halse des menschlichen Körpers, 1864. Google Books
- Operationen an den Gefässen, 1865. Google Books
- Operationen an den Nerven, 1865. Google Books
- Operationen an den Lippen und Wangen, 1866.
Weblinks
- Ernst Gurlt: Günther, Gustav Biedermann. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 10, Duncker & Humblot, Leipzig 1879, S. 169 f.
- Übersicht der Lehrveranstaltungen von Gustav Biedermann Günther an der Universität Leipzig (Wintersemester 1841 bis Wintersemester 1866)
Einzelnachweise
<references/>
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| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Günther, Gustav Biedermann |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Chirurg, Anatom und Hochschullehrer |
| GEBURTSDATUM | 22. Januar 1801 |
| GEBURTSORT | Schandau, Sachsen |
| STERBEDATUM | 8. September 1866 |
| STERBEORT | Leipzig |
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