Guido V. (Limoges)
Guido V. (franz.: Guy; † 29. März 1229 in Avignon) war ein Vizegraf von Limoges aus dem Haus Comborn. Er war ein Sohn des Vizegrafen Adémar V. und der Sara de Dunastanville (Rolloniden).
Nach dem Tod von Richard Löwenherz im April 1199 beschworen Guido und sein Vater noch im selben Monat ihre Treue zu König Philipp II. August.<ref>Catalogue des actes de Philippe Auguste, hrsg. von Léopold Delisle (1856), Nr. 553, S. 131</ref> Nur wenige Monate später starb der Vater, angeblich von Philipp von Cognac ermordet. Im Vertrag von Le Goulet machte der französische König im Mai 1200 eine Versöhnung zwischen Johann Ohneland, dem Bruder und Erben Richards Löwenherz, mit dem Vizegrafen von Limoges wie auch dem Grafen von Angoulême zur Bedingung, die noch im selben Jahr schriftlich erfolgte.<ref>Catalogue des actes de Philippe Auguste, hrsg. von Léopold Delisle (1856), Nr. 616, S. 143</ref><ref>Rigord, Gesta Philippi Augusti, in: Recueil des Historiens des Gaules et de la France 17 (1878), S. 53</ref><ref>Rotuli Chartarum in Turri Londinensi asservati, hrsg. von Thomas Duffus Hardy (1837), S. 97</ref> Als Johann Ohneland wegen seiner bald darauf gefolgten Heirat mit Isabella von Angoulême erneut geächtet und enteignet wurde, stellte sich Guido augenblicklich wieder gegen ihn. Zusammen mit den Lusignans unterstützte er den Feldzug des Arthur von Bretagne, geriet mit diesem aber im Juli 1202 bei der Belagerung von Mirebeau in die Gefangenschaft Johanns.<ref>Rigord, Gesta Philippi Augusti, hrsg. von Léopold Delisle in: Recueil des Historiens des Gaules et de la France 17 (1878), S. 55</ref> Offenbar kam Guido zusammen mit den Lusignans bald wieder frei und im Waffenstillstand von Thouars vom 13. Oktober 1206 wird er als Vizegraf von Limoges bestätigt.<ref>Rigord, Gesta Philippi Augusti, in: Recueil des Historiens des Gaules et de la France 17 (1878), S. 61</ref>
Guidos Haltung während der militärischen Auseinandersetzungen des Jahres 1214 (Schlacht bei Roche-aux-Moines, Schlacht bei Bouvines) ist unklar. Allerdings hatte König Philipp II. bereits im März 1213 die Bürger von Limoges unter königlichen Schutz gestellt, was Guidos eigenen Machteinfluss sicher einschränkte.<ref>Catalogue des actes de Philippe Auguste, hrsg. von Léopold Delisle (1856), Nr. 1431, S. 325</ref> Er starb am 29. März 1229 und wurde in der Abtei Saint-Martial in Limoges bestattet.<ref>Bernard Itier, Chronico, in: Recueil des Historiens des Gaules et de la France 18 (1878), S. 237. Die Majus Chronicon Lemovicence verzeichnete seinen Tod in das Jahr 1230, siehe Recueil des Historiens des Gaules et de la France 21 (1855), S. 764.</ref>
Guido war in erster Ehe mit einer Tochter des Grafen Robert IV. von Auvergne verheiratet, die 1210 gestorben war, mit der er den Sohn Adémar hatte, der 1223 starb.<ref>Bernard Itier, Chronico, in: Recueil des Historiens des Gaules et de la France 18 (1878), S. 228 und 237</ref> Seine zweite Frau hieß Ermengarde, mit der er drei Kinder hatte:
- Guido VI. († 13. August 1263 in Brantôme), Vizegraf von Limoges
- Margarete († 9. September 1259), ⚭ (1) Graf Archambaud II. von Périgord, ⚭ (2) Vizegraf Aimery VIII. von Rochechouart
- Maria († vor 1255), ⚭ Vizegraf Archambaud VII. von Comborn
Einzelnachweise
<references/>
Weblink
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| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Guido V.
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| ALTERNATIVNAMEN | Guy de Limoges
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| KURZBESCHREIBUNG | Vizegraf von Limoges
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| GEBURTSDATUM | 12. Jahrhundert
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| GEBURTSORT |
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| STERBEDATUM | 29. März 1229
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| STERBEORT | Avignon
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