Zum Inhalt springen

Großer Klappertopf

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

<templatestyles src="Vorlage:Taxobox/styles.css" />

Großer Klappertopf
Datei:Rhinanthus angustifolius Großer Klappertopf 1.JPG

Großer Klappertopf (Rhinanthus angustifolius)

Systematik
Euasteriden I
Ordnung: Lippenblütlerartige (Lamiales)
Familie: Sommerwurzgewächse (Orobanchaceae)
Tribus: Rhinantheae
Gattung: Klappertöpfe (Rhinanthus)
Art: Großer Klappertopf
Wissenschaftlicher Name
Rhinanthus angustifolius
C.C.Gmel.

Der Große Klappertopf (Rhinanthus angustifolius)<ref>WFO (The world flora online): Rhinanthus major var. major. Abgerufen am 9. November 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>, Synonym: Rhinanthus major var. major<ref>WFO (The world flora online): Rhinanthus major var. major Synonyms. Abgerufen am 9. November 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>, ist eine Pflanzenart aus der Gattung Klappertöpfe (Rhinanthus) innerhalb der Familie der Sommerwurzgewächse (Orobanchaceae). Seinen deutschsprachigen Trivialnamen verdankt der Klappertopf seinen reifen Früchten, in denen die Samen klappern, wenn sie bewegt werden. Er wurde 2005 in Deutschland zur Blume des Jahres gewählt.

Beschreibung

Datei:Rhinanthus serotinus (Groß-Klappertopf) IMG 9941.jpg
Stängel und gegenständige Laubblätter
Datei:Rhinanthus crista-galli — Flora Batava — Volume v6.jpg
Illustration aus Flora Batava, Band 6
Datei:RhinanthusAngustifolius ssp Grandiflorus.jpg
Rhinanthus angustifolius subsp. grandiflorus

Der Große Klappertopf zeigt sogenannten saisonalen Dimorphismus, das heißt, dass Vertreter der Art, welche im Frühjahr blühen ein anderes Erscheinungsbild zeigen, als solche die im Sommer blühen. Klappertopf, der im Frühjahr blüht, sehr schlank und kaum verzweigt, während solche, die im Sommer blühen, einen ausladenderen und verzweigteren Körperbau haben.<ref name=":0">Großer Klappertopf Rhinanthus angustifolius Beschreibung Steckbrief Systematik. In: Pflanzen in Deutschland. Abgerufen am 9. November 2025.</ref><ref name=":1">Großer Klappertopf - NABU. Abgerufen am 9. November 2025.</ref>

Des Weiteren ist die Art sehr formenreich und es gibt verschiedene Unterarten.<ref name=":0" />

Der Große Klappertopf ist eine einjährige<ref name="BiolFlor" /> krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 50 bis 70 Zentimetern erreicht und von Mai bis August blüht.<ref name=":1" /> Der Stängel ist aufrecht abstehend verzweigt, weist eine schwarze Strichelung auf und ist fast kahl.<ref name=":0" />

Vegetative Merkmale

Vegetative Merkmale sind die Blattmerkmale: Blattstellung, Blattrand, Nebenblätter, und Blattform.<ref name=":2">Botanische Grundbegriffe. ZHAW Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften, abgerufen am 9. November 2025.</ref>

Der Klappertopf ist ein sommergrüner (nur in der Vegetationsperiode mit Blättern) Therophyt (kurzlebig, überdauert als Samen).<ref name=":3">René Rausch: Großer Klappertopf (Rhinanthus serotinus). In: Ökologie-Seite. Abgerufen am 9. November 2025.</ref> Die mittleren Stängelblätter sind gegenständig angeordnet, die Blattspreite ist ungeteilt und der Blattrand gekerbt oder gesägt.<ref name=":0" /> Die unteren Zähne der Tragblätter sind zugespitzt bis kurz grannig, die Zähne sind 4 bis 8 Millimeter lang, die Grannen 1 bis 5 Millimeter.<ref name=":0" />

Die Samen sind etwa 3 Millimeter lang.

Generative Merkmale

Generative Merkmale sind die Blütenmerkmale: Blütensymmetrie, Zähligkeit von Blüten, Blütenhülle, Verwachsung der Kronblätter, Fruchtknotenstellung und Blütenstände.<ref name=":2" />

Die zwittrige Blüte ist zygomorph. Die Krone ist 17 bis 20 Millimeter lang und zweilippig. Die Kronröhre ist gleichmäßig aufwärts gebogen, gelb gefärbt, nur der Zahn an der Oberlippe ist violett. Die Unterlippe der Krone liegt an der Oberlippe an, daher ist der Eingang der Kronröhre verschlossen.<ref name=":0" />

Die Blütenformel ist ↓K(4)[C(5)A4]G(2)<ref name=":3" /> was bedeutet: ↓ = zygomorphe Blüte, K(4) = 4 verwachsene Kelchblätter, C(5) = 5 verwachsene Kronblätter, A4 = 4 Staubblätter, G(2) = 2 verwachsene Fruchtblätter. Die eckige Klammer um Kron- und Staubblätter bedeutet weiter, dass in die fünf miteinander verwachsenen Kronblätter vier Staubblätter integriert sind. Der Blütenstand ist eine Traube, während die Samenform eine Kapsel ist.<ref>René Rausch: Blütenformeln. In: Ökologie-Seite. Abgerufen am 9. November 2025.</ref>

Ökologie

Beim Großen Klappertopf handelt es sich um einen Therophyten und Halbparasiten.<ref name="BiolFlor" />

Blütenökologisch handelt es sich um Maskenblumen, d. h. ihr oft blaufleckiger Schlund ist fast geschlossen. Bestäuber sind vor allem langrüsselige Hummeln<ref name=":1" />, seltener auch Schmetterlinge. Die Blütezeit inklusive der Frühformen erstreckt sich von Mai bis August<ref name=":1" />.

Die Samen haben einen Flügelsaum<ref name=":1" /> und werden als Segelflieger ausgebreitet.

Vorkommen

Der Große Klappertopf kommt von Frankreich und Großbritannien bis zur Mongolei und Jakutien vor.<ref name="POWO" /> Der Große Klappertopf kommt auf Wiesen, Halbtrockenrasen, Wald- und Gebüschsäumen vor. Er gedeiht am besten auf wechselfeuchten, mäßig frischen, basenreichen und nährstoffarmen Lehmböden. Durch intensive Mahd oder Beweidung wird diese Art gefördert. Der Große Klappertopf findet sich in Höhenlagen bis 1300 Metern, ist aber in den Alpen seltener. Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt et al. 2010 sind in der Schweiz: Feuchtezahl F = 3+w+ (feucht aber stark wechselnd), Lichtzahl L = 4 (hell), Reaktionszahl R = 3 (schwach sauer bis neutral), Temperaturzahl T = 3+ (unter-montan und ober-kollin), Nährstoffzahl N = 3 (mäßig nährstoffarm bis mäßig nährstoffreich), Kontinentalitätszahl K = 3 (subozeanisch bis subkontinental).<ref name="InfoFlora" />

Taxonomie und Systematik

Die Erstveröffentlichung von Rhinanthus angustifolius erfolgte 1806 durch Karl Christian Gmelin in Flora Badensis Alsatica Band 2 Seite 669. Synonyme für Rhinanthus angustifolius <templatestyles src="Person/styles.css" />C.C.Gmel. sind: Alectorolophus crista-galli <templatestyles src="Person/styles.css" />(L.) M.Bieb., Rhinanthus crista-galli <templatestyles src="Person/styles.css" />L. var. crista-galli, Alectorolophus angustifolius <templatestyles src="Person/styles.css" />(C.C.Gmel.) Heynh., Alectorolophus glaber <templatestyles src="Person/styles.css" />(Lam.) Beck, Alectorolophus major <templatestyles src="Person/styles.css" />Rchb., Alectorolophus serotinus <templatestyles src="Person/styles.css" />(Schönh.) Schinz & Thell., Rhinanthus glaber <templatestyles src="Person/styles.css" />Lam., Rhinanthus paludosus <templatestyles src="Person/styles.css" />O.Schwarz, Rhinanthus serotinus <templatestyles src="Person/styles.css" />(Schönh.) Oborný, Alectorolophus major <templatestyles src="Person/styles.css" />Rchb. subsp. major, Rhinanthus serotinus subsp. paludosus <templatestyles src="Person/styles.css" />(Schwarz) U.Schneid., Rhinanthus serotinus subsp. polycladus <templatestyles src="Person/styles.css" />(Chabert) Dostál, Rhinanthus major var. serotinus <templatestyles src="Person/styles.css" />Schönh., Rhinanthus major var. polycladus <templatestyles src="Person/styles.css" />Chabert.<ref name="Euro+Med" />

Die Art Rhinanthus angustifolius ist sehr formenreich, es werden je nach Autor einige Unterarten unterschieden:<ref name="Euro+Med" />

  • Rhinanthus angustifolius <templatestyles src="Person/styles.css" />C.C.Gmel. subsp. angustifolius (Syn.: Alectorolophus montanus <templatestyles src="Person/styles.css" />(Saut.) Fritsch, Rhinanthus montanus <templatestyles src="Person/styles.css" />Saut., Alectorolophus major subsp. montanus <templatestyles src="Person/styles.css" />(Saut.) Wettst., Rhinanthus major subsp. lykae <templatestyles src="Person/styles.css" />Soó, Rhinanthus serotinus <templatestyles src="Person/styles.css" />(Schönh.) Oborný subsp. serotinus, Rhinanthus serotinus subsp. angustifolius <templatestyles src="Person/styles.css" />(C.C.Gmel.) Dostál, Rhinanthus serotinus subsp. arenarius <templatestyles src="Person/styles.css" />U.Schneid., Rhinanthus serotinus subsp. lykae <templatestyles src="Person/styles.css" />(Soó) Dostál, Rhinanthus major var. serotinus <templatestyles src="Person/styles.css" />Schönh.):<ref name="Euro+Med" /> Sie kommt in Mitteleuropa vor allem in Gesellschaften des Verbandes Mesobromion vor.<ref name="Oberdorfer2001" />
  • Rhinanthus angustifolius subsp. apterus <templatestyles src="Person/styles.css" />(Fr.) Hyl.:<ref name="Euro+Med" /> Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 22.<ref name="Oberdorfer2001" /> Sie kommt von Frankreich und dem Iran bis Jakutien vor.<ref name="POWO" />
  • Rhinanthus angustifolius subsp. bosniacus <templatestyles src="Person/styles.css" />(Behrendsen & Sterneck) Webb: Sie kommt in Bulgarien vor.<ref name="Euro+Med" />
  • Rhinanthus angustifolius subsp. cretaceus <templatestyles src="Person/styles.css" />(Vassilcz.) Soó: Sie kommt in der Ukraine vor.<ref name="Euro+Med" />
  • Rhinanthus angustifolius subsp. grandiflorus <templatestyles src="Person/styles.css" />(Wallr.) D.A.Webb (Syn.: Rhinanthus serotinus subsp. vernalis <templatestyles src="Person/styles.css" />(N.W.Zinger) Hyl.): Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 22.<ref name="Oberdorfer2001" />
  • Rhinanthus angustifolius subsp. halophilus <templatestyles src="Person/styles.css" />(U.Schneid.) Hartl (Syn.: Rhinanthus halophilus <templatestyles src="Person/styles.css" />U.Schneid., Rhinanthus serotinus subsp. halophilus <templatestyles src="Person/styles.css" />(U.Schneid.) A.Pedersen): Sie kommt vor allem in Gesellschaften des Verbands Agropyro-Rumicion vor.<ref name="Oberdorfer2001" /> Ihr Verbreitungsgebiet ist die Ostküste von Deutschland und Dänemark.<ref name="Euro+Med" />

Quellen

  • Hans-Joachim Zündorf, Karl-Friedrich Günther, Heiko Korsch, Werner Westhus (Hrsg.): Flora von Thüringen. Die wildwachsenden Farn- und Blütenpflanzen Thüringens. Weissdorn, Jena 2006, ISBN 3-936055-09-2.
  • Ruprecht Düll, Herfried Kutzelnigg: Taschenlexikon der Pflanzen Deutschlands und angrenzender Länder. Die häufigsten mitteleuropäischen Arten im Portrait. 7., korrigierte und erweiterte Auflage. Quelle & Meyer, Wiebelsheim 2011, ISBN 978-3-494-01424-1.

Einzelnachweise

<references> <ref name="Oberdorfer2001"> </ref> <ref name="Euro+Med"> Karol Marhold, 2011: Scrophulariaceae: Datenblatt Rhinanthus angustifolius In: Euro+Med Plantbase - the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity.</ref> <ref name="BiolFlor"> Großer Klappertopf. In: BiolFlor, der Datenbank biologisch-ökologischer Merkmale der Flora von Deutschland. </ref> <ref name="POWO">Rhinanthus major. In: POWO = Plants of the World Online von Board of Trustees of the Royal Botanic Gardens, Kew: Kew ScienceVorlage:Abrufdatum</ref> <ref name="InfoFlora">Rhinanthus angustifolius C. C. Gmel. In: Info Flora, dem nationalen Daten- und Informationszentrum der Schweizer Flora. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple.</ref> </references>

Weblinks

Vorlage:Klappleiste/Anfang

Lungen-Enzian (1980) | Gelbe Narzisse (1981) | Rotes Waldvöglein (1982) | Wilde Tulpe (1983) | Sommer-Adonisröschen (1984) | Wald-Akelei (1985) | Arnika (1986) | Stranddistel (1987) | Sumpf-Calla (1988) | Kartäusernelke (1989) | Berg-Sandglöckchen (1990) | Rosmarinheide (1991) | Rundblättriger Sonnentau (1992) | Schachbrettblume (1993) | Breitblättriges Knabenkraut (1994) | Trollblume (1995) | Küchenschelle (1996) | Silberdistel (1997) | Krebsschere (1998) | Sumpfdotterblume (1999) | Purpurblauer Steinsame (2000) | Blutroter Storchschnabel (2001) | Hain-Veilchen (2002) | Kornrade (2003) | Alpenglöckchen (2004) | Großer Klappertopf (2005) | Wiesen-Schaumkraut (2006) | Bach-Nelkenwurz (2007) | Nickende Distel (2008) | Gemeine Wegwarte (2009) | Sibirische Schwertlilie (2010) | Moorlilie (2011) | Heide-Nelke (2012) | Leberblümchen (2013) | Schwanenblume (2014) | Gewöhnlicher Teufelsabbiss (2015) | Echte Schlüsselblume (2016) | Klatschmohn (2017) | Langblättriger Ehrenpreis (2018) | Besenheide (2019) | Fieberklee (2020) | Großer Wiesenknopf (2021) | Vierblättrige Einbeere (2022) | Kleine Braunelle (2023) | Strand-Grasnelke (2024) | Sumpf-Blutauge (2025) | Gewöhnlicher Feldrittersporn (2026)

Vorlage:Klappleiste/Ende