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Großdehsa

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Großdehsa
Stadt Löbau
Koordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(312)&title=Gro%C3%9Fdehsa 51° 7′ N, 14° 37′ OKoordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(312) 51° 6′ 32″ N, 14° 37′ 4″ O
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Höhe: 316 m
Fläche: 4,58 km²<ref name="Gindex">Gemarkung Großdehsa, Stadt Löbau. In: GEOindex. Abgerufen im April 2026.</ref>
Einwohner: 312 (31. Dez. 2023)<ref>Angaben des Einwohnermeldeamtes Stadt Löbau</ref>
Bevölkerungsdichte: 68 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. März 1994
Postleitzahl: 02708
Vorwahl: 03585
Datei:LÖB Stadtgliederung Großdehsa.svg
Karte
Lage von Großdehsa auf dem Gebiet der Stadt Löbau
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Großdehsa (obersorbisch <phonos file="Dažin.ogg">Dažin</phonos>/?; Dehsa (deza, dize) = Muldenort) ist seit 1994 ein Ortsteil der sächsischen Stadt Löbau im Landkreis Görlitz in der Oberlausitz. Großdehsa ist gleichzeitig der Name der Ortschaft Großdehsa. Die Ortschaft besteht aus den Ortsteilen Großdehsa selbst, Eiserode und Nechen. Als Ortschaft nach der Sächsischen Gemeindeordnung hat sie gemäß ihrer Ortschaftsverfassung einen Ortschaftsrat und Ortsvorsteher.<ref name="HS">Hauptsatzung. (PDF; 4,26 MB) § 16. In: Webauftritt. Stadt Löbau, abgerufen im April 2026.</ref>

Geographie

Das Waldhufendorf mit 456 Hektar (1900) Fläche liegt an der S 115, die von Löbau in westlicher Richtung nach Kleindehsa und Cunewalde führt. Großdehsa liegt an der 1928 eröffneten aber heute stillgelegten Bahnstrecke Großpostwitz–Löbau. Großdehsa steigt von Osten nach Westen um vierzig Meter an. Der untere östliche Teil des Ortes läuft breit in den Löbauer Kessel aus. Der obere westliche Teil erstreckt sich zwischen dem Schafberg im Nordwesten und der Kleinen Landeskrone im Süden, dem Nachbargipfel des Bubenik.

Geschichte

Datei:Grossdehsa Ortschaftszentrum.jpg
Ortschaftszentrum von Großdehsa

Im Jahr 1242 wurde Großdehsa erstmals urkundlich erwähnt. Ab 1350 kaufte das Domkapitel zu Bautzen nach und nach Teile des Ortes auf, sodass in der Folge der Großteil des Dorfes dorthin Zinsen abführte. Feudalherren der Nachbarschaft besaßen dagegen nur kleine Anteile. Später nahm auch die Landvogtei in Bautzen Rechte wahr. Das Domstift zu Bautzen besaß ein Vorwerk im Ort. 1397 war ein Rittersitz und 1564 ein Rittergut belegt.

Der Flurname „Kanonenwiese“ erinnert in der Dorfmitte noch heute an die Tage vor der Schlacht bei Hochkirch vom 14. Oktober 1758, auf der österreichische Geschütze standen, welche damals mit strohumwickelten Rädern nachts über das Gebirge gegen die preußischen Stellungen vorrückten.

Die meist kleinbäuerlichen Gehöfte liegen beiderseits der Straße S 115 und dem Rinnsal des Großdehsaer Wassers. Nach einem großen Brand im Jahr 1841 waren nur die nördlich im Oberdorf befindlichen älteren Bauten erhalten, während die südlichen Gehöfte massiv wieder aufgebaut wurden.

1827 wurde eine Nebenschule (neben Kittlitz) erbaut, die zunächst zur Hälfte als Armenhaus diente. Sie wurde von 122 Kindern besucht, die „ganz wendisch“ waren.<ref>Die Oberlausitz als besondere Abtheilung von Sachsens Kirchen-Galerie. Verlag von Hermann Schmidt, Dresden 1840.</ref> Ein neues Schulhaus entstand 1898. 1955 wurden die Schulkinder jedoch der Polytechnischen Oberschule in Kleindehsa zugewiesen.

Datei:Alte Straße 12 Großdehsa Löbau 2.JPG
Umgebindehaus, die hölzernen Wände der Blockstube (rechts) wurden durch Mauerwerk ersetzt.

Noch Ende des 19. Jahrhunderts waren mehr als 70 Prozent der Großdehsaer Sorben.<ref name="Muka">Ernst Tschernik: Die Entwicklung der sorbischen Bevölkerung. Akademie-Verlag, Berlin 1954.</ref> Es ist davon auszugehen, dass die sorbische Sprache in Form ihres Löbauer Dialektes bis in die 1960er Jahre bei einem Teil der Bevölkerung im Gebrauch war. So zählte Ernst Tschernik 1956 einen sorbischsprachigen Bevölkerungsanteil von noch 7,8 % oder insgesamt 46 Sprecher.<ref>Ludwig Elle: Sprachenpolitik in der Lausitz. Domowina-Verlag, Bautzen 1995, S. 253.</ref>

Am 1. März 1994 wurde Großdehsa nach Löbau eingemeindet.<ref>Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 01.01.1948 in den neuen Ländern, Verlag Metzler-Poeschel, Stuttgart, 1995, ISBN 3-8246-0321-7, Herausgeber: Statistisches Bundesamt</ref>

Ortsnamenformen

1238: Herwicus de Dycin (Zuweisung unsicher), 1242: Hertwicus de Dyzin, de Desen, 1306: ambae Theesyn, 1336: Henricus de Desen, 1346: Deysen, 1362: Desen, Desin, Dezen, Deze, Desin, Tesin, Teczin, 1419: Deßen magnum, 1426: Dese, 1491: grossen Desen, 1525: Deße, grossen Deße, 1657: Gros Dehsa

Flurnamen für Großdehsa lauten: Pastwišća = die Hutungen, Bubonik = der Trommler, Włosančkach = in den Dohnenstiegen, Dołki = die Tälchen und Litte = Wiesen. Sie sind allesamt sorbischer Herkunft.

Bevölkerungsentwicklung

Jahr Einwohner<ref>Großdehsa im Historischen Ortsverzeichnis von SachsenVorlage:Abrufdatum</ref>
1777 22 besessene Mann,
18 Gärtner, 45 Häusler
1834 503
1871 507
1890 443
1910 515
1925 533
1939 476
1946 584
1950 610
1964 516
1990 389

Verwaltungszugehörigkeit

1777: Bautzener Kreis, 1843: Landgerichtsbezirk Löbau, 1856: Gerichtsamt Löbau, 1875: Amtshauptmannschaft Löbau, 1952: Kreis Löbau, 1994: Landkreis Löbau-Zittau, 2008: Landkreis Görlitz

Söhne und Töchter der Gemeinde

Quellen

Literatur

Weblinks

Commons: Großdehsa – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references/>

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