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Groß Rossau

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Groß Rossau
Koordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city&title=Gro%C3%9F+Rossau 52° 47′ N, 11° 39′ OKoordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city 52° 47′ 28″ N, 11° 38′ 41″ O
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Höhe: 26 m ü. NHN
Fläche: 7,27 km²<ref name="HOB-12" />
Eingemeindung: 20. Juli 1950
Eingemeindet nach: Rossau
Postleitzahl: 39606
Vorwahl: 039392
Lage von Groß Rossau in Sachsen-Anhalt

Groß Rossau ist ein Wohnplatz im Ortsteil Rossau der kreisangehörigen Hansestadt Osterburg (Altmark) im Landkreis Stendal in Sachsen-Anhalt.<ref name="OT-LSA-2013" />

Geografie

Groß Rossau, ein Straßendorf mit Kirche,<ref name="HOB-12" /> liegt etwa 7 Kilometer westlich von Osterburg (Altmark). Südlich des Dorfes fließen die Alte Biese und die Biese, in die westlich des Dorfes der Halmaygraben (Zehrengraben) mündet.<ref name="DE-ST_SAV">Sachsen-Anhalt-Viewer des Landesamtes für Vermessung und Geoinformation (Hinweise)</ref>

Nachbarorte sind Geldberg im Westen, Stapel im Norden, Schliecksdorf im Osten und Klein Rossau im Süden.<ref name="DE-ST_SAV">Sachsen-Anhalt-Viewer des Landesamtes für Vermessung und Geoinformation (Hinweise)</ref>

Geschichte

Im Jahre 1184 wurde ein Nycholai rossow als Zeuge in einer Urkunde über das Kloster Arendsee aufgeführt.<ref name="Riedel-22" />

Die erste Erwähnung aus dem Jahre 1287 kann nicht eindeutig Groß Rossau oder Klein Rossau zugeordnet werden.<ref name="HOB-12" /> In der Verleihung eines Zolls an der Biese an einen gewissen Bethmann im Jahre 1287 heißt es in Gladigow, in Rossow, Sclikstorpe, in antiqua civitate, … per aquam Bysen.<ref name="Riedel-16" /> Im 19. Jahrhundert diskutierten einige Autoren, ob „antiqua civitate“ die Burg Gladigau gewesen wäre oder eine namentlich damals nicht mehr bekannte Stadt, wie Bambissen gewesen sein könnte.<ref name="Bambissen-1830" />

Im Jahre 1541 heißt das Dorf Groß Rossow im Abschied der General-Kirchen-Visitation.<ref name="Abschiede Bd 2" /> Weitere Nennungen sind 1687 Grossen Rossow und 1804 Dorf Groß Rossau mit einem Rademacher, einer Schmiede und einer Windmühle.<ref name="Bratring-1" />

Im Zuge der Anfang Juli 1905 begonnenen Milde-Biese-Aland-Regulierung verschwanden die Buhnen im Fluss, das Wasser wurde stellenweise in ein anderes Bett geführt,<ref name="Wollesen-IV-1910" /> der Flusslauf wurde begradigt. Im heutigen Liegenschaftskataster ist der alte Verlauf noch zu erkennen.<ref name="DE-ST_SAV">Sachsen-Anhalt-Viewer des Landesamtes für Vermessung und Geoinformation (Hinweise)</ref> Ernst Wollesen schreibt dazu 1910: „…die Ufer der Biese [wurden] ihres in dichtem Gebüsch bestehenden herrlichen Schmuckes beraubt; gerade zwischen den Dörfern Groß- und Klein Rossau fällt das am schmerzlichsten auf“.<ref name="Wollesen-IV-1910" />

Bei der Bodenreform wurden 1945 ermittelt: eine Besitzung über 100 Hektar hatte 133 Hektar, 36 Besitzungen unter 100 Hektar haben zusammen 377 Hektar, zwei Kirchenbesitzungen hatten zusammen 39 Hektar, eine Gemeindebesitzung hatte 0,7 Hektar Land. Im Jahre 1948 hatten aus der Bodenreform 10 Vollsiedler jeder über 5 Hektar erhalten und 35 Kleinsiedler jeder unter 5 Hektar.<ref name="HOB-12" />

Burg bei Groß Rossau

Südlich des Dorfes am Weg nach Klein Rossau an der Biese befindet sich ein stark eingeebneter Ringwall, ein undatierter Burgwall.<ref name="Fritsch" />

Der Bretscher Pfarrer August Hofmeister meinte 1884, dass eine Burg bei Groß Rossau schon zur Zeit von Otto I. eine Grenzburg gewesen sein könnte.<ref name="20-JBAGV" /> Er beschrieb eine „Stelle auf der Feldmark Groß Rossau, wo heute noch ein 70 Fuß langer und breiter hochaufgeworfener Wall und Graben das Vorhandengewesensein einer Burg unverkennbar anzeigt. An der Nordseite verrät ein aufgeworfener Damm, der noch jetzt Kohldamm heißt, den Eingang zur Burg. Ein Einschnitt in der westlichen Ecke des Burgwalls, woran sich ein gepflasterter schmaler Weg durch die niedrigen Wiesen bis zur Biese führend anschließt, scheint eine ehemalige Ausfall- oder Rettungspforte gewesen zu sein.“

In der von Alfred Pohlmann überlieferten „Sage vom Emmakreuz“ heißt es, dass die Burg derer von Rossow östlich von Klein Rossau, der Kirche von Groß Rossau gegenüber gelegen habe.<ref name="Pohlmann-Sagen" />

Vorgeschichte

Erst Wollesen berichtete 1910, dass auf den Pfarrwiesen eine Erhöhung erkennbar war, in welcher Urnenscherben gefunden worden waren. Die Erhöhung liegt schon auf Stapeler Flur in Sumpfland,<ref name="Wollesen-IV-1910" /> wohl nordwestlich des Dorfes im Norden der Düpte, einem sumpfigen Waldgebiet.<ref name="DE-ST_SAV">Sachsen-Anhalt-Viewer des Landesamtes für Vermessung und Geoinformation (Hinweise)</ref> Ein Wiesengrundstück zwischen den beiden Dörfern Groß Rossau und Klein Rossau, nahe der Alten Biese, führte 1910 den Namen des „alten Dorfes“.<ref name="Wollesen-IV-1910" /> Dort wurden zahlreiche Urnen gefunden.<ref name="Kunstdenkmale-Osterburg" />

Herkunft des Ortsnamens

Ernst Haetge meint, der Ortsname rossowe sei wendischen (slawischen) Ursprungs, wobei ros, rosche Heidekraut bedeutet oder res, rozina, rosin Roggen.<ref name="Kunstdenkmale-Osterburg" /> Es wird vermutet, dass zuerst das „Alte Dorf“ als wendische Siedlung existierte.<ref name="Wollesen-IV-1910" /> Die deutsche Ansiedlung erhielt den Namen „Groß“ Rossau und der slawischen wurde der Zusatz „Klein“ beigefügt.<ref name="HP" />

Eingemeindungen

Am 20. Juli 1950 schlossen sich die Gemeinden Groß Rossau (mit dem Wohnplatz Geldberg), Klein Rossau und Schliecksdorf aus dem Landkreis Osterburg zur Gemeinde Rossau zusammen.<ref name="2VO-LSA-1950" /> Groß Rossau wurde erst nach 2006 als Wohnplatz der Gemeinde Rossau aufgeführt und war nie ein Ortsteil.<ref name="OT-LSA-2008" /> Nach der Eingemeindung von Rossau nach Osterburg (Altmark) am 1. Juli 2009 verblieben Groß Rossau, Geldberg und Klein Rossau bei Rossau. Rossau wurde Ortsteil und Ortschaft der Stadt Osterburg (Altmark).<ref name="OT-LSA-2013" /><ref name="AB-SDL" />

Einwohnerentwicklung

Jahr Einwohner
1734 140
1775 135
1789 122
1798 145
1801 137
Jahr Einwohner
1818 163
1840 232
1864 278
1871 288
1885 289
Jahr Einwohner
1892 [00]264<ref name="Zahn-1928" />
1895 261
1900 [00]240<ref name="Zahn-1928" />
1905 235
1910 [00]253<ref name="Zahn-1928" />
Jahr Einwohner
1925 299
1939 275
1946 425

Quelle wenn nicht angegeben:<ref name="HOB-12" />

Religion

Die evangelische Kirchengemeinde Groß Rossau, die früher zur Pfarrei Groß Rossau bei Osterburg gehörte,<ref name="Almanach1903" /> wird betreut vom Pfarrbereich Gladigau<ref name="Pfarrbereich" /> im Kirchenkreis Stendal im Propstsprengel Stendal-Magdeburg der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland.

Die ältesten überlieferten Kirchenbücher für Groß Rossau stammen nach Angaben von Ernst Machholz aus dem Jahre 1697.<ref name="Machholz" /> Ernst Haetge gab 1695 als erstes Jahr der Überlieferung an.<ref name="Kunstdenkmale-Osterburg" />

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Datei:Kirche Groß Rossau.jpg
Kirche in Groß Rossau
  • Die evangelische Dorfkirche in Groß Rossau, stammt aus der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts, der Unterbau ist aus Feldstein errichtet. Bekannt ist die große Bronzeglocke von 1588, gegossen vom Wandergießer Jochen Jenderich. Die zweite Glocke des niederländischen Glockengießer Gerhard van Wou stammt aus dem Jahre 1490. Beide stellen das höchste Niveau des Glockengusses im Mittelalter dar. Die Kirche steht am östlichen Dorfausgang. Südlich der Kirche befand sich das ehemalige Rittergut derer von Rossow.<ref name="Altmarkkirchen" />
  • Der Ortsfriedhof ist auf dem Kirchhof.
  • In Groß Rossau steht an der Kirche ein Denkmal für die Gefallenen des Ersten Weltkrieges. Es besteht aus Granitblöcken mit einer eingelassenen Namenstafel, die von einem Adler gekrönt sind.<ref name="Denkmalprojekt" />


Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

<references> <ref name="AB-SDL">Landkreis Stendal: Gebietsänderungsvertrag zur Bildung der neuen Gemeinde Hansestadt Osterburg (Altmark). In: Amtsblatt für den Landkreis Stendal. 19. Jahrgang, Nr. 2, 28. Januar 2009, ZDB-ID 2665593-7, S. 13–19 (landkreis-stendal.de [PDF; 512 kB; abgerufen am 18. April 2020]).</ref>

<ref name="Abschiede Bd 2">Julius Müller und Adolf Parisius im Auftrag des Altmärkischen Geschichts-Vereins (Hrsg.): Die Abschiede der in den Jahren 1540 bis 1542 in der Altmark gehaltenen ersten General-Kirchen-Visitation mit Berücksichtigung der in den Jahren 1551, 1578-1579(81) und 1600 gehaltenen Visitationen. Band 2, Heft 4. Magdeburg und Salzwedel 1929, S. 372.</ref>

<ref name="Almanach1903">Vorlage:PfarrAlmanachProvinzSachsen1903</ref>

<ref name="Altmarkkirchen">Der BibISBN-Eintrag Vorlage:BibISBN/9783981403954 ist nicht vorhanden. Bitte prüfe die ISBN und lege ggf. einen neuen Eintrag an.</ref>

<ref name="Bambissen-1830">Adolph Friedrich Riedel: XV. Noch einige Ansichten über die Lage von Bambissen. II. (= Allgemeines Archiv für die Geschichtskunde des Preußischen Staates. Band 2). 1830, S. 342 (Digitalisathttp://vorlage_digitalisat.test/1%3D%7B%7B%7B1%7D%7D%7D~GB%3D~IA%3D~MDZ%3D%0A10013504_00348~SZ%3D~doppelseitig%3D~LT%3D~PUR%3D).</ref>

<ref name="Bratring-1">Friedrich Wilhelm August Bratring: Statistisch-topographische Beschreibung der gesammten Mark Brandenburg. Für Statistiker, Geschäftsmänner, besonders für Kameralisten. Band 1. Berlin 1804, S. 319 (Digitalisathttp://vorlage_digitalisat.test/1%3D%7B%7B%7B1%7D%7D%7D~GB%3D~IA%3D~MDZ%3D%0A10000735~SZ%3D00341~doppelseitig%3D~LT%3D~PUR%3D).</ref>

<ref name="Fritsch">Barbara Fritsch: Städte - Dörfer - Friedhöfe. Archäologie in der Altmark. Band 2. Vom Hochmittelalter bis zur Neuzeit. Burgwälle, Steinkreuze und Großsteingräber. Hrsg.: Hartmut Bock (= Beiträge zur Kulturgeschichte der Altmark und ihrer Randgebiete. Band 8). dr. ziehten verlag, Oschersleben 2002, ISBN 978-3-935358-36-1, S. 507.</ref>

<ref name="Denkmalprojekt">Groß Rossau, Stadt Osterburg (Altmark), Landkreis Stendal. In: denkmalprojekt.org. Onlineprojekt Gefallenendenkmäler, 1. Januar 2021, abgerufen am 1. Oktober 2022.</ref>

<ref name="HOB-12">Der BibISBN-Eintrag Vorlage:BibISBN/9783830522355 ist nicht vorhanden. Bitte prüfe die ISBN und lege ggf. einen neuen Eintrag an.</ref>

<ref name="HP">Corrie Leitz: Der Ortsteil Rossau stellt sich vor. In: osterburg.eu. 2017, abgerufen am 27. Juni 2020.</ref>

<ref name="Kunstdenkmale-Osterburg">Ernst Haetge: Der Kreis Osterburg (= Die Kunstdenkmale der Provinz Sachsen. Band 4). Hopfer, Burg bei Magdeburg 1938, DNB 361451652, S. 129–132.</ref>

<ref name="Machholz">Vorlage:Kirchenbücher Provinz Sachsen 1925</ref>

<ref name="OT-LSA-2008">Verzeichnis Gemeinden und Gemeindeteile. Gebietsstand: 1. Juli 2008 (= Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt [Hrsg.]: Verzeichnisse / 003. Nr. 2008). Halle (Saale) November 2008, S. 139 (destatis.de [PDF]).</ref>

<ref name="OT-LSA-2013">Verzeichnis Gemeinden und Gemeindeteile. Gebietsstand: 1. April 2013 (= Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt [Hrsg.]: Verzeichnisse / 003. Nr. 2013). Halle (Saale) Mai 2013, S. 116 (destatis.de [PDF; 1,6 MB; abgerufen am 24. August 2019]).</ref>

<ref name="Pfarrbereich">Pfarrbereich Gladigau. Ehemals im Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar); abgerufen am 11. April 2020.@1@2Vorlage:Toter Link/www.ekmd.de (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive )</ref>

<ref name="Pohlmann-Sagen">Alfred Pohlmann: Sagen aus der Wiege Preußens und des Deutschen Reiches, der Altmark. Franzen & Große, Stendal 1901, S. 101, 1. Das Emmakreuz im Hagen von Crevese.</ref>

<ref name="Riedel-16">Vorlage:CodexDiplBrandenbgTeilA</ref>

<ref name="Riedel-22">Vorlage:CodexDiplBrandenbgTeilA</ref>

<ref name="Zahn-1928">Vorlage:BibOCLC</ref>

<ref name="Wollesen-IV-1910">Ernst Wollesen: Beiträge zur Geschichte des Kreises Osterburg. Teil 4, 1910, S. 180, 195, 201.</ref>

<ref name="20-JBAGV">August Friedrich Gebhardt Hofmeister: Historische Erörterungen zur Urkunde Kaiser Otto I. vom Jahre 956. In: Jahresberichte des Altmärkischen Vereins für vaterländische Geschichte. 18. Jahresbericht, 1884, S. 37–38, 6. Gr. Rossau (altmark-geschichte.de [PDF]).</ref>

<ref name="2VO-LSA-1950">Zweite Verordnung zum Gesetz zur Änderung der Kreis- und Gemeindegrenzen zum 27. April 1950 (GuABl. S. 161). In: Landesregierung Sachsen-Anhalt (Hrsg.): Gesetz- und Amtsblatt des Landes Sachsen-Anhalt. Nr. 18, 5. August 1950, ZDB-ID 511105-5, S. 277 (PDF).</ref> </references>

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