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Groß Chüden

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Groß Chüden
Stadt Salzwedel
Koordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(196)&title=Gro%C3%9F+Ch%C3%BCden 52° 51′ N, 11° 14′ OKoordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(196) 52° 51′ 16″ N, 11° 13′ 52″ O
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Höhe: 28 m
Fläche: 19,97 km²<ref name="HOB-12" />
Einwohner: 196 (31. Dez. 2023)<ref name="EW-2023" />
Bevölkerungsdichte: 10 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Dezember 1972
Eingemeindet nach: Chüden
Postleitzahl: 29410
Vorwahl: 03901
Lage von Groß Chüden in Sachsen-Anhalt
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Groß Chüden gehört zur Ortschaft Chüden und ist ein Ortsteil der Hansestadt Salzwedel im Altmarkkreis Salzwedel in Sachsen-Anhalt.

Geographie

Groß Chüden, ein nach Süden erweitertes Rundplatzdorf mit Kirche auf dem Platz,<ref name="HOB-12" /> liegt fünf Kilometer östlich von Salzwedel in der Altmark am Kanalgraben.<ref name="DE-ST_SAV">Sachsen-Anhalt-Viewer des Landesamtes für Vermessung und Geoinformation (Hinweise)</ref>

Geschichte

Mittelalter bis Neuzeit

Groß Chüden wurde 1238 als Cudene (vel Chudene) erstmals urkundlich erwähnt als Graf Siegfried von Osterburg Dörfer und Besitz in der Altmark, mit denen er vorher vom St. Ludgerikloster Helmstedt belehnt worden war, dem Abt Gerhard von Werden und Helmstedt überschreibt.<ref name="Behrens 1841" /> 1345 heißt das Dorf ville theutonicalis Chuden, als Markgraf Ludwig das Oberste Gericht und den Wagendienst an Ernst von Grabow verlieh.<ref name="Riedel-6" /> Im Landbuch der Mark Brandenburg von 1375 wird der Ort als Chuͤden und Chuden aufgeführt.<ref name="Landbuch" /> Weitere Nennungen sind 1500 tho düdessche Chüden, 1541 Deutschen Güden und 1775 Gr. Chüden.<ref name="HOB-12" />

Bei der Bodenreform wurden 1945 erfasst: 35 Besitzungen unter 100 Hektar hatten zusammen 707 Hektar, die Kirche hatte 57 Hektar und die Gemeinde 5 Hektar. Im Jahre 1955 entstand die erste Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft vom Typ III, die LPG „Empor“.<ref name="HOB-12" />

Im Jahre 2015 feierte Chüden den 777. Jahrestag seiner Ersterwähnung.<ref name="VS">Alexander Walter: Chüden feiert Jubiläum. In: Volksstimme Magdeburg, Lokalausgabe Salzwedel. 18. August 2015 (volksstimme.de [abgerufen am 7. April 2019]).</ref>

Herkunft des Ortsnamens

Jürgen Udolph führt den Ortsnamen auf einen slawischen Personennamen zurück, im Sinne von „Siedlung eines Chud“.<ref name="Friske 2021 S. 191" />

Archäologie

Nordöstlich des Dorfes waren um 1867 die Reste eines Megalithgrabes abgetragen und zu Fundamenten verarbeitet worden.<ref name="24_JBAGV_01_1894" /><ref name="51_JBAGV_1937" />

Bei der Suche nach Steinen für den Bau einer Chaussee stießen im Jahre 1892 Arbeiter 600 Meter nordöstlich des Dorfes links des Weges nach Jeebel beim Kiesgraben auf ein Gräberfeld der jüngeren Latènezeit. Gefunden wurden über 30 Urnen, eine Steinkiste, Scherben und Reste eines eisernen Kessels. Teile der Funde sind an das Danneil-Museum in Salzwedel übergeben worden.<ref name="24_JBAGV_01_1894" />

Aus der slavischen Zeit zwischen dem 9. und 10. Jahrhundert stammt ein doppelkonisches Gefäß mit unregelmäßigem Wellenband, das im Museum in Salzwedel aufbewahrt wird.<ref name="Corpus 1" />

Eingemeindungen

Ursprünglich gehörte das Dorf zum Arendseeischen Kreis der Mark Brandenburg in der Altmark. Zwischen 1807 und 1813 lag es im Landkanton Salzwedel auf dem Territorium des napoleonischen Königreichs Westphalen. Ab 1816 gehörte die Gemeinde zum Kreis Salzwedel, dem späteren Landkreis Salzwedel.<ref name="HOB-12" />

Am 25. Juli 1952 kam die Gemeinde Groß Chüden zum Kreis Salzwedel. Am 1. Dezember 1972 wurde die Gemeinde Groß Chüden in Chüden umbenannt. Die bisherige Gemeinde Groß Chüden wurde zum Ortsteil.<ref name="Metzler-Poeschel" /> Am 1. Januar 2010 wurde die Gemeinde Chüden nach Salzwedel eingemeindet. Dadurch kam Groß Chüden als Ortsteil zu Salzwedel und gleichzeitig zur neu entstandenen Ortschaft Chüden.

Einwohnerentwicklung

Gemeinde

Jahr Einwohner
1734 143
1774 138
1789 150
1798 154
1801 152
1818 121
1840 233
1864 246
1871 251
Jahr Einwohner
1885 231
1892 [00]215<ref name="Zahn-1928" />
1895 241
1905 252
1910 [00]235<ref name="Zahn-1928" />
1925 282
1939 267
1946 438
1964 286

Quelle, wenn nicht angegeben, bis 1964:<ref name="HOB-12" />

Ortsteil

Jahr Einwohner
2010 [00]189<ref name="SAW-2020" />
2015 [00]188<ref name="EW-2015" />
2020 [00]192<ref name="EW-2021" />
2021 [00]191<ref name="EW-2022" />
2022 [00]189<ref name="EW-2022" />
2023 [0]196<ref name="EW-2023" />

Religion

Die evangelische Kirchengemeinde Groß Chüden, die früher zur Pfarrei Groß Chüden gehörte,<ref name="Almanach1903" /> wird heute betreut vom Pfarrbereich Salzwedel-St. Georg im Kirchenkreis Salzwedel im Bischofssprengel Magdeburg der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland.<ref name="Pfarrbereich" />

Die ältesten überlieferten Kirchenbücher für Groß Chüden stammen aus dem Jahre 1732.<ref name="Machholz" />

Die katholischen Christen gehören zur Pfarrei St. Laurentius in Salzwedel im Dekanat Stendal im Bistum Magdeburg.<ref name="Bistum-MD" />

Kultur und Sehenswürdigkeiten

  • Die evangelische Dorfkirche Groß Chüden ist ein spätromanischer flach gedeckter Feldsteinbau. Der Turm kam erst im 15. Jahrhundert hinzu. Sie beherbergt einen altgotischen Schnitzaltar aus dem 15. Jahrhundert mit einer Madonna und 16 Heiligen.<ref name="Altmarkkirchen" /> Eine dendrochronologische Untersuchung eines Sturzholzes im Durchgang des Giebels zwischen Schiff und Chor wurde auf das Jahr 1184 (±10 Jahre) datiert. Im Turm hängen zwei Glocken. Die große Glocke stammt aus der Zeit um 1300, die kleinere Glocke ist aus dem Jahr 1524.
  • Der Ortsfriedhof ist auf dem Kirchhof.<ref name="Friske 2021" />
  • In Groß Chüden steht gegenüber der Kirche ein Denkmal für die Gefallenen des Ersten Weltkrieges, ein steinernes Monument mit einem Kreuz.<ref name="Denkmalprojekt" />


Vereine

  • Förderverein der Freiwilligen Feuerwehr Groß-Chüden e. V.
  • Stiftungsverein Freizeit Chüden e. V.
  • Sportverein SV Eintracht Chüden e. V.

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

<references> <ref name="24_JBAGV_01_1894">Karl Gädcke: Fundberichte. VII. Groß Chüden. In: Jahresberichte des Altmärkischen Vereins für vaterländische Geschichte. 50. Jahresbericht, 1894, S. 92–95 (altmark-geschichte.de [PDF; 5,7 MB]).</ref>

<ref name="51_JBAGV_1937">Franz Bohnstedt: Einführung in die Vor- und Frühgeschichte der Altmark. In: Jahresberichte des Altmärkischen Vereins für vaterländische Geschichte. 50. Jahresbericht, 1937, S. 64–67, Ortsverzeichnis zur Übersichtskarte vorgeschichtlicher Bodenfunde in der Altmark (altmark-geschichte.de [PDF; 5,3 MB]).</ref>

<ref name="Almanach1903">Vorlage:PfarrAlmanachProvinzSachsen1903</ref>

<ref name="Altmarkkirchen">Der BibISBN-Eintrag Vorlage:BibISBN/9783981403954 ist nicht vorhanden. Bitte prüfe die ISBN und lege ggf. einen neuen Eintrag an.</ref>

<ref name="Behrens 1841">Peter Wilhelm Behrens: Graf Siegfried von Osterburg und Altenhausen resigniert viele Dörfer und Grundstücke in der Altmark 1238. In: Jahresberichte des Altmärkischen Vereins für vaterländische Geschichte. 4. Jahresbericht, 1841, S. 51 (Digitalisathttp://vorlage_digitalisat.test/1%3D%7B%7B%7B1%7D%7D%7D~GB%3D~IA%3D~MDZ%3D%0A10013289~SZ%3D00051~doppelseitig%3D~LT%3D~PUR%3D).</ref>

<ref name="Bistum-MD">Bistum Magdeburg, Online-Bistumskarte. 2013, abgerufen am 19. August 2021.</ref>

<ref name="Corpus 1">Joachim Herrmann und Peter Donat (Hrsg.): Bezirke Rostock (Westteil), Schwerin und Magdeburg. Textteil. (= Corpus archäologischer Quellen zur Frühgeschichte auf dem Gebiet der DDR. Lieferung 1). Berlin 1973, DNB 740209957, S. 164, 18/7 Groß Chüden.</ref>

<ref name="Denkmalprojekt">Groß Chüden, Hansestadt Salzwedel, Altmarkkreis Salzwedel. In: denkmalprojekt.org. Onlineprojekt Gefallenendenkmäler, 1. April 2018, abgerufen am 2. Oktober 2022.</ref>

<ref name="EW-2015">Jens Heymann: Kernstadt und Dörfer der Einheitsgemeinde Salzwedel legen zu. In: Altmark Zeitung, Ausgabe Salzwedel. 15. Januar 2016 (az-online.de).</ref>

<ref name="EW-2021">Alexander Rekow: Salzwedel schrumpft weiter. In: Salzwedeler Volksstimme, Jeetze-Kurier Salzwedel. 11. Januar 2022, DNB 954815971, S. 13.</ref>

<ref name="EW-2022">Shannon Lang: Einwohnerzahl steigt wieder. In: Salzwedeler Volksstimme, Jeetze-Kurier Salzwedel. 28. Januar 2023, DNB 954815971, S. 17.</ref>

<ref name="EW-2023">Hansestadt Salzwedel (Hrsg.): Salzwedel – Statistik Einwohner/Ort zum Stichtag 31.12.2023 mit Haupt- oder alleiniger Wohnung. 6. August 2024.</ref>

<ref name="Friske 2021 S. 191">Der BibISBN-Eintrag Vorlage:BibISBN/9783867323796 ist nicht vorhanden. Bitte prüfe die ISBN und lege ggf. einen neuen Eintrag an.</ref>

<ref name="Friske 2021">Der BibISBN-Eintrag Vorlage:BibISBN/9783867323796 ist nicht vorhanden. Bitte prüfe die ISBN und lege ggf. einen neuen Eintrag an.</ref>

<ref name="HOB-12">Der BibISBN-Eintrag Vorlage:BibISBN/9783830522355 ist nicht vorhanden. Bitte prüfe die ISBN und lege ggf. einen neuen Eintrag an.</ref>

<ref name="Landbuch">Johannes Schultze: Das Landbuch der Mark Brandenburg von 1375 (= Brandenburgische Landbücher. Band 2). Kommissionsverlag von Gsellius, Berlin 1940, S. 388.</ref>

<ref name="Machholz">Vorlage:Kirchenbücher Provinz Sachsen 1925</ref>

<ref name="Metzler-Poeschel">Der BibISBN-Eintrag Vorlage:BibISBN/3824603217 ist nicht vorhanden. Bitte prüfe die ISBN und lege ggf. einen neuen Eintrag an.</ref>

<ref name="Pfarrbereich">Pfarrbereich Salzwedel-St. Georg. In: ekmd.de. Abgerufen am 28. Januar 2023.</ref>

<ref name="Riedel-6">Vorlage:CodexDiplBrandenbgTeilA</ref>

<ref name="SAW-2020">Hansestadt Salzwedel: Integriertes Stadtentwicklungskonzept 2020. Juni 2015, S. 57 (salzwedel.de [PDF; abgerufen am 25. September 2021]).</ref>

<ref name="Zahn-1928">Vorlage:BibOCLC</ref> </references>

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