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Großer Lienewitzsee

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Vorlage:Infobox See

Der Große Lienewitzsee ist ein See im Landkreis Potsdam-Mittelmark im Land Brandenburg. Er ist etwa 13,78 Hektar groß und in seiner Ausdehnung von Nordosten nach Südwesten etwa 740 Meter lang. Seine breiteste Stelle beträgt etwa 200 Meter bei einer maximalen Tiefe von 6 m.<ref name="Denkmaltopographie" /> Er liegt im Gebiet der amtsfreien Gemeinde Michendorf.

Geographie

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Kleiner Lienewitzsee

Der Große Lienewitzsee liegt südlich der Havel in einem Waldgebiet im Naturschutzgebiet Lienewitz-Caputher Seen- und Feuchtgebietskette. Er hat im Norden eine grabenartige Verbindung zum Caputher See.<ref name="Wurzelfenn" /> Durch den gesunkenen Grundwasserspiegel ist diese Verbindung meist ausgetrocknet. Am Südwestende liegt der Wohnplatz Lienewitz. Südwestlich des Gewässers befindet sich der Kleine Lienewitzsee. Die Bundesautobahn 10, der südliche Berliner Ring, ist etwa einen Kilometer entfernt.

Geschichte

Der See wurde bereits 1317 erstmals urkundlich erwähnt (stagnum quod dicitur Lynewitzersee).<ref name="Gewässernamen" /> Der Name leitet sich von einer altpolabischen Grundform *Linovica oder *Linovec, zu *lin = Schlei ab und bedeutet so viel wie Schleisee. Der Gewässername wurde auf zwei mittelalterliche Siedlungen, Ober- und Niederlienewitz, übertragen.<ref name="Gewässernamen" /><ref name="Ortsnamen" /> Die beiden Dörfer fielen bis Anfang des 15. Jahrhunderts wüst. Sie bzw. die Feldmarken vor 1444/5 waren in gemeinsamen Besitz der Familien v. Ziegesar und von Hake. Von 1444/5 bis 1543 gehörten sie dem Prämonstratenserstift St. Marien auf dem Harlungerberg auf dem Harlungerberg bei Brandenburg an der Havel. Dieses wurde 1543 säkularisiert und der Besitz vom Kurfürsten eingezogen. Die wüste Feldmark Lienewitz wurde zunächst als Pfand an Antonius v. Warburg übergeben, nach 1552 dem Amt Saarmund übertragen. Anfang des 18. Jahrhunderts wurde hier ein Teerofen eingerichtet. 1734 wurde ein Büdnerhaus für einen „Holzwärter“ errichtet, 1772 folgte ein Vorwerk. Aus dieser kleinen Ansiedlung, die wieder den Namen der mittelalterlichen Siedlung(en) bekam, entwickelte sich der heutige Wohnplatz Lienewitz der Gemeinde Michendorf.<ref name="Buchinger" /><ref name="Ortslexikon" />

Geologie

Der Große Lienewitzsee liegt in einer schwächeren eiszeitlichen Rinne, die vor etwa 19.000 Jahren im Zuge des Weichselhochglazials entstand. Zu dieser Zeit strömten die Schmelzwasser nicht nach Westen in die Havelrinne, sondern über den Karinchensee zunächst nach Süden, dann über das Seddiner Fenn, die Seddiner Seen und den Langen Grund durch die Fresdorfer Heide nach Osten Richtung Saarmund<ref name="Dokumentation" /> in die Trebbin-Potsdamer Abflussbahn zwischen dem Saarmunder Endmoränenbogen und dem Teltowplateau, die heute von den Flüssen Nuthe und Nieplitz genutzt wird.<ref name="Juschus" />

Hydromorphologie

Wassertiefen und Schichtung

Die durchschnittliche Wassertiefe des Sees beträgt zwei Meter, und die tiefste Stelle wird mit fünf Metern angegeben. Das Wasser des Großen Lienewitzsees ist nährstoffreich. Im Jahr 2005 wurde der See als schwach eutroph eingestuft. Das entspricht auch seiner natürlichen Trophie.<ref>Landschaftsrahmenplan Potsdam-Mittelmark, Band 2: Bestand und Bewertung. Landkreis Potsdam-Mittelmark, Fachdienst Naturschutz, 2006, S. 117.</ref> Vom Typ her ist er ein kalkreicher, geschichteter See mit kleinem Einzugsgebiet und der Schichtung des Wassers in verschiedenen Temperatur- beziehungsweise Konvektionsebenen. Die Sichttiefe liegt auf Grund des geringen Anteils an Phytoplankton bei 1,5 Metern.

Seegrund

Der Seegrund des Gewässers ist feinsandig bis grobkiesig.

Uferbereich und Pflanzen

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Gelbe Teichrose

Die teilweise steil abfallenden Ufer sind von einem Schilfgürtel gesäumt. Der Schilfrohrgürtel besteht aus dichten Rohrkolbenbeständen und Binsenbewuchs (Cladium mariscus). Die geschützten Flachwasserbereiche sind von Teichrosen der Gattung Nuphar überwachsen. Am östlichen Seeufer gibt es einen Wanderweg. In vielen Bereichen, besonders am Westufer, ist der unmittelbare Uferbereich von alten Bäumen gesäumt. Viele Uferbereiche sind schwer oder nicht zugänglich. Die einzige Badestelle befindet sich am nordöstlichen Ende des Sees und ist über den markierten Rad- und Wanderweg zu erreichen.

Tierwelt

Auf Grund des vorhandenen Schilfgürtels gibt es ausreichende Laichzonen im See. Der See wird als fischreich beschrieben. Es kommen alle wichtigen mitteleuropäischen Fischarten<ref name="hobby.angeln" /> im See vor, wie Bleie (Brassen), Plötzen, Rotfedern, Schleie, Güster, Barsche, Zander, Hechte, Welse und Aale. Als Hauptvertreter der Lurche ist der Teichfrosch zu nennen. Ringelnattern sind verbreitet. Als häufigste Wasservögel sind die Blessrallen und der Haubentaucher anzutreffen.

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Literatur

  • Stephan Höferer: Angelführer Brandenburg Band 6. Verlag future press in Berlin & Buckow

Weblinks

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Einzelnachweise

<references responsive> <ref name="Wurzelfenn">Karte der Gegend mit dem Wurzelfenn</ref> <ref name="Gewässernamen">Reinhard E. Fischer (Mitautoren: Elzbieta Foster, Klaus Müller, Gerhard Schlimpert, Sophie Wauer, Cornelia Willich): Brandenburgisches Namenbuch. Teil 10: Die Gewässernamen Brandenburgs. Böhlau, Weimar 1996, S. 168.</ref> <ref name="Ortsnamen">Fischer, Reinhard: Brandenburgisches Namenbuch Teil 1 Zauche. 206 S., Weimar, Böhlau 1967, ISBN 3-7400-0549-1, S. 82–83.</ref> <ref name="Ortslexikon">Peter P. Rohrlach: Historisches Ortslexikon für Brandenburg Teil V Zauch-Belzig. Böhlau, Weimar 1977.</ref> <ref name="Buchinger">Buchinger, Marie-Luise & Marcus Cante: Denkmale in Brandenburg, Landkreis Potsdam-Mittelmark. Band 14.1 Nördliche Zauche, Gemeinde Groß Kreutz, Kloster Lehnin, Michendorf, Schwielowsee und Stadt Werder (Havel) sowie Gollwitz und Wust (Stadt Brandenburg an der Havel). 736 S., Wernersche Verlagsgesellschaft, Worms 2009, ISBN 978-3-88462-285-8</ref> <ref name="Dokumentation">Brigitte Nixdorf, Mike Hemm u. a.: Dokumentation von Zustand und Entwicklung der wichtigsten Seen Deutschlands, Teil 5, Brandenburg, Umweltforschungsplan des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit, Abschlussbericht F&E Vorhaben FKZ 299 24 274, im Auftrag des Umweltbundesamtes am Lehrstuhl Gewässerschutz der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus, 2004. Kapitel 1.6 Großer Seddiner See S. 26–30 PDF</ref> <ref name="Juschus">Olaf Juschus: Das Jungmoränenland südlich von Berlin – Untersuchungen zur jungquartären Landschaftsentwicklung zwischen Unterspreewald und Nuthe, S. 2. Dissertation, Humboldt-Universität Berlin, 2001. Siehe Abbildung 2 Platten und Urstromtalungen im Jungmoränenland südlich Berlins. online Auch in: Berliner Geographische Arbeiten 95, ISBN 3-9806807-2-X, Berlin 2003</ref> <ref name="hobby.angeln">Der See bei hobby-angeln.com</ref> <ref name="Denkmaltopographie">Marie-Luise Buchinger und Marcus Cante: Denkmale in Brandenburg, Landkreis Potsdam-Mittelmark. Band 14.1 Nördliche Zauche, Gemeinde Groß Kreutz, Kloster Lehnin, Michendorf, Schwielowsee und Stadt Werder (Havel) sowie Gollwitz und Wust (Stadt Brandenburg an der Havel). 736 S., Staat Brandenburg, Landesamt für Denkmalpflege, Wernersche Verlagsgesellschaft, Worms 2009, ISBN 978-3-88462-285-8, S. 381</ref> </references>