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Großblütiges Fettkraut

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Großblütiges Fettkraut
Datei:Pinguicula grandiflora 02.jpg

Pinguicula grandiflora

Systematik
Asteriden
Euasteriden I
Ordnung: Lippenblütlerartige (Lamiales)
Familie: Wasserschlauchgewächse (Lentibulariaceae)
Gattung: Fettkräuter (Pinguicula)
Art: Großblütiges Fettkraut
Wissenschaftlicher Name
Pinguicula grandiflora
Lam.

Das Großblütige Fettkraut (Pinguicula grandiflora) ist eine fleischfressende Pflanze aus der Gattung der Fettkräuter (Pinguicula), in der Sektion Pinguicula. Sie wurde 1789 von Jean-Baptiste de Lamarck erstbeschrieben.

Datei:J20 981a Großblütiges Fettkraut (Ausschnitt).jpg
Am Naturstandort (Nationalpark Ordesa y Monte Perdido)
Datei:Pinguicula grandiflora (station).jpg
Großblütiges Fettkraut mit Albino

Beschreibung

Zum Winter hin bildet die Pflanze eine Winterrosette und zum Frühjahr wieder eine (größere) Sommerrosette aus. Fleischige, hellgrüne, breit-eiförmige Blätter bilden dabei eine flach am Boden liegende Rosette mit bis zu 8 cm Durchmesser. Auf der Blattoberfläche sitzen gestielte Drüsen die einen Fangschleim absondern, dadurch wirkt die Blattoberfläche klebrig (fettig). Ist die Beute (z. B. Trauermücken, Ameisen oder Pollen) der Pflanze auf den Leim gegangen, wird sie anschließend durch enzymabsondernde, auf der Blattoberfläche sitzende Drüsen verdaut.

Ab Mai bis August blüht das Großblütige Fettkraut an einem bis zu 15 cm hohen, ebenfalls mit Fang- und Verdauungsdrüsen besetzten, aus der Mitte der Rosette wachsenden Blütenstängel rosa-violett bis purpurn, bei einem Einzelvorkommen in Irland reinweiß, in einzelner, zygomorpher, gespornter Blüte mit einem Durchmesser bis zu 4,5 cm. Die sich ausbildenden hellgrünen oder roten Fruchtkapseln tragen reichlich feine, schwarze Samen.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 32.<ref name="IPCN" />

Verbreitung

Das Großblütige Fettkraut ist in Westeuropa (Irland, Spanien, Frankreich und Schweiz) beheimatet, strahlt aber bis Marokko aus. Es bevorzugt moosige, feuchte, halbschattige Standorte und ist kalkliebend. Bei zu wenig Wasser stellt es die Blattproduktion bis auf weiteres ein, das heißt, es beginnt eine Art Winterruhe. Ihre Standorte sind Sickerfluren, Bachufer, Quellmoore und nährstoffarme Feuchtwiesen.<ref name="Schmeil und Fitschen2024" /> Die Art kommt in Mitteleuropa nur im Schweizer Jura vor. Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt et al. 2010 sind in der Schweiz: Feuchtezahl F = 4fw+ (sehr feucht aber stark wechselnd und im Bereich von fließendem Bodenwasser), Lichtzahl L = 4 (hell), Reaktionszahl R = 3 (schwach sauer bis neutral), Temperaturzahl T = 2 (subalpin), Nährstoffzahl N = 1 (sehr nährstoffarm), Kontinentalitätszahl K = 2 (subozeanisch).<ref name="InfoFlora" /> Die Art gilt in der Schweiz als stark gefährdet.

Taxonomie und Systematik

Pinguicula grandiflora wurde 1789 von Jean-Baptiste de Lamarck in Encyclopédie Méthodique. Botanique Band 3 Teil 1 Seite 22 erstbeschrieben. Die Art ist häufig weiter in Unterarten, Varietäten und Formen untergliedert worden. Akzeptiert sind jedoch nur:

  • Pinguicula grandiflora subsp. grandiflora: Sie kommt in Spanien, Andorra, Frankreich, in der Schweiz und in Irland vor.<ref name="Euro+Med" />
  • Pinguicula grandiflora subsp. rosea <templatestyles src="Person/styles.css" />(Mutel) Casper, endemisch um Grenoble, kleinere Blüte und Sporn, erheblich blassere Blüte.

Literatur

  • Wilhelm Barthlott, Stefan Porembski, Rüdiger Seine, Inge Theisen: Karnivoren. Biologie und Kultur fleischfressender Pflanzen. Ulmer, Stuttgart 2004, ISBN 3-8001-4144-2.
  • Jean-Jacques Labat: Fleischfressende Pflanzen. Auswählen und pflegen. Ulmer, Stuttgart 2003, ISBN 3-8001-3582-5.

Einzelnachweise

<references> <ref name="IPCN">Pinguicula grandiflora bei Tropicos.org. In: IPCN Chromosome Reports. Missouri Botanical Garden, St. LouisVorlage:Abrufdatum</ref> <ref name="Euro+Med"> Pertti Johannes Uotila, 2013: Lentibulariaceae. Datenblatt Pinguicula grandiflora In: Euro+Med Plantbase - the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity.</ref> <ref name="InfoFlora">Pinguicula grandiflora Lam. subsp. grandiflora In: Info Flora, dem nationalen Daten- und Informationszentrum der Schweizer Flora. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple.</ref>

<ref name="Schmeil und Fitschen2024">Andreas Fleischmann: Pinguicula. In: Schmeil-Fitschen: Die Flora Deutschlands und angrenzender Länder. 98. Auflage. Verlag Quelle & Meyer, Wiebelsheim 2024. ISBN 978-3-494-01943-7. S. 711.</ref>

</references>

Weblinks

Commons: Pinguicula grandiflora – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien