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Gregor Henckel-Donnersmarck

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Abt Gregor in der Kukulle mit der Bibel in der Hand im Jahr 2006
Abt Gregor Henckel-Donnersmarck (2015)

Gregor Henckel-Donnersmarck<ref name="CV-GHH-StiftHK" /><ref name="Biogr-GHH-RPP" /><ref name="Biogr-GHH-AVSG" /> OCist (* 16. Jänner 1943 in Breslau als Ulrich Maria Karl Graf Henckel von Donnersmarck; † 20. April 2025 in Heiligenkreuz<ref>Stift Heiligenkreuz. 20. April 2025, abgerufen am 20. April 2025.</ref><ref>Früherer Heiligenkreuzer Abt Henckel-Donnersmarck verstorben. kathpress.at, 21. April 2025, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 21. April 2025; abgerufen am 21. April 2025.</ref>) war ein österreichischer Priestermönch deutscher Herkunft. Er war von 1999 bis 2011 Abt des Zisterzienserstiftes Heiligenkreuz.

Leben

Herkunft

Gregor Henckel-Donnersmarck stammte aus der schlesischen Familie Henckel von Donnersmarck und war der jüngste Sohn von Friedrich-Carl Graf Henckel von Donnersmarck (1905–1989) und dessen Frau Anna-Ilse von Zitzewitz (1910–1996).<ref>Genealogisches Handbuch des Adels (Limburg an der Lahn 1984), S. 112–114.</ref> Seine Familie flüchtete mit ihm aus Schlesien, bedroht vom Vormarsch der Roten Armee im Zweiten Weltkrieg, zunächst nach Bayern, wo sie sich für fünf Jahre niederließ. Anschließend übersiedelte sie endgültig nach Kärnten in Österreich.<ref name="ORD-On">ORDEN online – Henckel-Donnersmarck, Gregor. Abgerufen und archiviert am 21. Januar 2023.</ref><ref>WienerZeitung.atErst Güter, dann den Glauben transportiert. 21. Dezember 2018. Archiviert am 5. September 2019. Abgerufen am 21. Januar 2023.</ref>

Er war der einzige Bruder des Rechts- und Staatswissenschaftlers Leo-Ferdinand Graf Henckel von Donnersmarck. Der Filmregisseur Florian Henckel von Donnersmarck ist sein Neffe.<ref>Vorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Florian Henckel von Donnersmarck: „Im Neuen Testament staune ich immer, wie perfekt die Geschichten passen“.] PromisGlauben.de, , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 17. Januar 2023.Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref>

Ausbildung und Privatwirtschaft

1963 machte Henckel-Donnersmarck die Matura am Humanistischen Gymnasium in Klagenfurt. Von 1963 bis 1964 leistete er seinen Präsenzdienst beim Bundesheer ab und rüstete als Leutnant der Reserve ab. Von 1964 bis 1969 studierte er an der Hochschule für Welthandel in Wien und spondierte zum Diplomkaufmann (Dipl.-Kfm.). In den Jahren 1970 bis 1977 war er Mitarbeiter der Speditionsfirma Schenker & Co., von 1973 bis 1977 als Geschäftsführer Schenker Spanien S.A.E. in Barcelona. Henckel-Donnersmarck missfiel jedoch, dass er als Konzession an seine Karriere „nicht genug Zeit für den Glauben“ hatte.<ref>Angelika Slavik: In Gottes Namen. In: Süddeutsche Zeitung, 38/2009, 16. Februar 2009, S. 16.</ref>

Ordensleben

Er entschied sich, sein Leben als Manager in der Wirtschaft aufzugeben und wurde am 15. November 1977 gemeinsam mit Christian Feurstein Novize im Stift Heiligenkreuz und nahm dort den Ordensnamen Gregor an. Nach Studien (1978–1986) an der Philosophisch-Theologischen Hochschule Heiligenkreuz wurde er Magister der Theologie,<ref>Cisterciensischer Einfluss auf spanische Ritterorden. Dargestellt an den Ritterorden von Calatrava und Montesa. Diplomarbeit zur Erlangung des akademischen Grades eines Magisters der Theologie</ref> am 1. August 1982 erhielt er in der Stiftskirche durch Bischof Maximilian Aichern von Linz die Priesterweihe. Von 1986 bis 1991 war er Prior im Zisterzienserstift Rein bei Graz, 1992 und 1993 Assistent des Generalabtes der Zisterzienser in Rom und von 1994 bis 1999 Nationaldirektor von Missio, den Päpstlichen Missionswerken in Österreich. Am 11. Februar 1999 wählte ihn der Konvent zum 67. Abt des Stiftes Heiligenkreuz. Als solcher war er ab 2007 Magnus Cancellarius (Großkanzler) der Philosophisch-Theologischen Hochschule Benedikt XVI. Seine Abtsbenediktion erfolgte am 14. März 1999 durch Generalabt Maurus Esteva Alsina. Von 2003 bis 2007 war er Abtpräses der Österreichischen Zisterzienserkongregation.

In Henckel-Donnersmarcks Amtszeit fiel der Besuch von Papst Benedikt XVI. am 9. September 2007 in Heiligenkreuz, der im Rahmen seines Staats- und Pilgerbesuchs in Österreich das Stift und die Hochschule beehrte.<ref>Vatican.va – Besuch der Abtei Heiligenkreuz : Ansprache von Benedikt XVI. 9. September 2007. Abgerufen und archiviert am 19. Januar 2023.</ref> Zuvor hatte der Papst die Hochschule am 28. Jänner 2007 zur Hochschule päpstlichen Rechts erhoben und Henckel-Donnersmarck am 3. März 2007 unter Bezug auf dessen Amt als Großkanzler der Hochschule ad personam das Recht verliehen, einen violetten Pileolus zu tragen.<ref>Gerd Gessinger: Gregor Henckel-Donnersmarck. In: zisterzienserlexikon.de. 3. Mai 2021, abgerufen am 6. November 2021.</ref><ref name="ORD-On"/>

Im Februar 2011 legte er sein Amt als Abt in Heiligenkreuz zurück, da er altersbedingt keine komplette Periode mehr ausüben dürfte.<ref>Heiligenkreuzer Abt Henckel-Donnersmarck legt mit Februar Amt nieder. In derStandard.at, 2. Jänner 2011.</ref>

Medial vielbeachtet war sein Vortrag zum Thema Islam, Christentum und Relativismus auf der Fachtagung Das Unbehagen mit der Religion am 18. Juni 2011 im Islamischen Zentrum Wien, bei dem ihm Elsayed Elshahed von der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich antwortete: „Herr Abt, betrachten Sie dieses Haus als Ihr Haus!“<ref>Islam, Christentum und Relativismus. Informationsseite zum Vortrag. In: Pressespiegel auf der Website des RPP Institut (Audiomitschnitt), abgerufen am 3. Juni 2016.</ref><ref>Printmedien:

Am 22. April 2021 gab das Stift Klosterneuburg bekannt, dass die Kongregation für die Institute geweihten Lebens und die Gesellschaften apostolischen Lebens auf Antrag des Päpstlichen Delegaten, Bischof Josef Clemens mit Dekret vom 19. April 2021 Gregor Henckel-Donnersmarck zu seinem Administrator ernannt habe. Unmittelbar vor dem Amtsantritt am 2. Mai 2021, mit dem er alle Funktionen des Stiftsdechanten übernommen hätte,<ref>Gregor Henckel-Donnersmarck - Administrator von Stift Klosterneuburg. 22. April 2021, abgerufen am 22. April 2021.</ref> zog Henckel-Donnersmarck seine Zusage jedoch aus gesundheitlichen Gründen zurück.<ref>Stephan Baier: Gregor Henckel Donnersmarck: Berufung abgelehnt. In: Die Tagespost. 2. Mai 2021, abgerufen am 2. Mai 2021.</ref><ref>Stift Klosterneuburg weiter ohne Administrator. In: ORF. 3. Mai 2021, abgerufen am 6. Mai 2021.</ref>

Datei:Grab Gregor Henckel Donnersmark.jpg
Grab Gregor Henckel-Donnersmarck

Am 20. April 2025 verstarb Henckel-Donnersmarck nach Angaben des Stiftes Heiligenkreuz an einer Krebserkrankung.<ref>Stift Heiligenkreuz: Gregor Henckel-Donnersmarck ist tot. 21. April 2025, abgerufen am 21. April 2025.</ref> Er wurde auf eigenen Wunsch auf dem Ortsfriedhof beigesetzt. Zu seiner Trauerfeier am 30. April 2025 reisten neben kirchlichen Würdenträgern wie Bischof Ägidius Zsifkovics, auch die Landeshauptfrau von Niederösterreich Johanna Mikl-Leitner und Karl Habsburg-Lothringen.<ref>Requiem für Altabt Gregor. Abgerufen am 18. Juni 2025.</ref>

Weitere Funktionen

  • Aumônier-Vicaire des Ordens vom Goldenen Vlies<ref name="CV-GHH-StiftHK" />
  • Ehren-Konventualkaplan im Souveränen Malteser-Ritter-Orden und Spiritual des Großpriorates von Österreich<ref name="CV-GHH-StiftHK" />, Großkreuz ad honorem

Auszeichnungen

Bücher

  • Wandelnde Zebrastreifen. Anekdoten aus dem Klosterleben (Salzburg 2009, 2. Auflage 2010) ISBN 978-3-7017-3163-3.
  • Ora @ labora. Über Gott und die Welt und das Paradies auf Erden (Salzburg 2010) ISBN 978-3-7017-3161-9.
  • Über Gott und die Welt und das Paradies auf Erden. Ansichten eines Abtes (Freiburg im Breisgau 2012) ISBN 978-3-451-06350-3.
  • Reich werden auf die gute Art. Vermögenstipps eines Geistlichen (Wien 2014) ISBN 978-3-99001-085-3.
  • Der Spediteur Gottes – Ein Leben zwischen Welt und Kloster (Wien 2018) ISBN 978-3-8000-7706-9.

Literatur

  • Stephan Baier: Gregor Henckel-Donnersmarck. Selbstverständlich katholisch. In: Die Tagespost, Ausgabe vom 24. April 2025, S. 13.
  • Nachruf auf Abt em. Gregor Henckel-Donnersmarck OCist. In: Cistercienser Chronik, Jg. 132, 2025, S. 540–541 [Nachruf des Stiftes Heiligenkreuz]
  • Nachruf auf Abt Gregor Henckel-Donnersmarck OCist. Der „Spediteur Gottes“. In: Cistercienser Chronik, Jg. 132, 2025, S. 542 [Nachruf der Redaktion der CistC]

Weblinks

Commons: Gregor Henckel-Donnersmarck – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references> <ref name="CV-GHH-StiftHK"> Altabt Gregor Henckel Donnersmarck. Curriculum Vitae auf der Website der Zisterzienserabtei Stift Heiligenkreuz, abgerufen am 3. Juni 2016. </ref> <ref name="Biogr-GHH-RPP"> Altabt P. Dipl.-Kfm. Mag. theol. Gregor Henckel-Donnersmarck. Biografie. In: Unsere Referenten auf der Website des RPP Instituts, abgerufen am 3. Juni 2016. </ref> <ref name="Biogr-GHH-AVSG"> Dkfm. Mag.theol. P. Gregor Ulrich Henckel-Donnersmarck OCist, Altabt von Stift Heiligenkreuz, Ehrenphilister AV Suevia Graz. Kurzbiografie auf der Website des Kartellverbands katholischer nichtfarbentragender akademischer Vereinigungen Österreichs (ÖKV), abgerufen am 3. Juni 2016. </ref> </references>

VorgängerAmtNachfolger
Gerhard HradilAbt des Stiftes Heiligenkreuz
1999–2011
Maximilian Heim
Gottfried HemmelmayrAbtpräses der Österreichischen Zisterzienserkongregation
2003–2007
Wolfgang Wiedermann

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