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Graugrüner Gänsefuß

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

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Graugrüner Gänsefuß
Datei:Chenopodium glaucum kz.jpg

Graugrüner Gänsefuß (Oxybasis glauca)

Systematik
Ordnung: Nelkenartige (Caryophyllales)
Familie: Fuchsschwanzgewächse (Amaranthaceae)
Unterfamilie: Chenopodioideae
Tribus: Atripliceae
Gattung: Oxybasis
Art: Graugrüner Gänsefuß
Wissenschaftlicher Name
Oxybasis glauca
(L.) S. Fuentes, Uotila & Borsch

Der Graugrüne Gänsefuß (Oxybasis glauca,<ref name="Fuentes 2012" /> Syn.: Chenopodium glaucum) ist eine Pflanzenart aus der Unterfamilie Chenopodioideae in der Familie der Fuchsschwanzgewächse (Amaranthaceae). Er kommt in Europa, Asien und Nordamerika vor.<ref name="GRIN" />

Beschreibung

Datei:Chenopodium glaucum sl8.jpg
Die Laubblatt-Oberseite (oben) ist dunkelblaugrün, die Unterseite (unten) hingegen intensiv weißgrau bis hellbläulichgrau bemehlt.
Datei:Chenopodium glaucum sl18.jpg
Fruchtstand
Datei:Chenopodium glaucum seeds chgl3 002 php.jpg
Samen

Vegetative Merkmale

Der Graugrüne Gänsefuß ist eine einjährige krautige Pflanze und erreicht Wuchshöhen von meist 20 bis 40 cm, selten bis zu 120 cm, meist wächst sie jedoch charakteristisch niederliegend und nur wenige Zentimeter hoch. Der meist kriechende Stängel ist grün bis purpurrot und gerippt.

Die wechselständigen Laubblätter sind in Blattstiel und Blattspreite gegliedert. Der Blattstiel ist 5 bis 10 mm lang. Die oftmals fleischig verdickte Blattspreite weist eine Länge von 2 bis 4 cm und eine Breite von 0,6 bis 2 cm auf. Die Blattoberseite ist kahl und dunkel graugrün, die Blattunterseite ist stark weißgrau mehlig. Die Blattränder sind buchtig gezähnt bis gelappt. Der vorstehende Mittelnerv ist gelb-grün.

Generative Merkmale

Die zusammengesetzten Gesamtblütenstände bestehen aus knäueligen Teilblütenständen. Es sind zwittrige und weibliche Blüten vorhanden. Die hellgrüne Blütenhülle ist drei- bis fünfzipfelig. Die ein oder zwei Staubblätter überragen die Blütenhülle nicht und besitzen kugelige Staubbeutel. Die zwei Narben sind sehr kurz.

Die häutige Fruchtwand (Perikarp) ist gelb-weiß. Die dunkelbraunen oder rotbraunen, abgeflacht kugeligen Samen weisen einen Durchmesser von etwa 0,75 mm auf. Die Samenschale ist fein grubig punktiert bis netzadrig<ref name="FloraWeb" />.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 18, bei einigen Untersuchungen wurden auch 2n = 36 gefunden.<ref name="Tropicos-Chr" />

Ökologie

Der Graugrüne Gänsefuß ist eine Nahrungspflanze für die Schmetterlingsraupen von Gänsefuß-Blütenspanner (Eupithecia sinuosaria) und Melden-Blattspanner (Pelurga comitata).<ref name="Hosts" />

Datei:Nsr-slika-290.png
Illustration des Graugrünen Gänsefußes
Datei:Chenopodium glaucum Elbe.JPG
Graugrüner Gänsefuß in Gänsefuß-Gesellschaft am Elbufer
Datei:Neznámá rostlina v Tróji (003).JPG
Graugrüner Gänsefuß (Oxybasis glauca)

Verbreitung und Standortansprüche

Der Graugrüne Gänsefuß ist eurasiatisch-kontinental verbreitet. Er kommt in weiten Teilen Europas, in den gemäßigten Zonen Asiens bis nach Ostasien sowie in Nordamerika vor.<ref name="GRIN" /> In Europa kommt er in fast allen Ländern vor; er fehlt nur in Island.<ref name="Euro+Med" />

In Deutschland wächst er insbesondere in sommerlich ausgebildeten, von Annuellen dominierten Gänsefuß-Uferfluren (Chenopodion rubri).
Ferner gedeiht er weniger häufig in jungen Phasen (Initialstadium) von stickstoffreichen Ruderalfluren und in Unkrautfluren (Polygono-Chenopodietalia) der Hackfruchtäcker und Gärten, vor allem in dörflichen Siedlungen, an Dungstätten, Straßenrinnen, Gräben, Mauern und Müllplätzen. Als salzertragende Art ist er gelegentlich auch in Salzpflanzenfluren zu finden.<ref name="Oberdorfer" /> In den Allgäuer Alpen steigt er zwischen der Oberen Balderschwanger Alpe und der Speicherhalden-Alpe bis zu 1420 m Meereshöhe auf.<ref name="Dörr und Lippert" /> Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt et al. 2010 sind in der Schweiz: Feuchtezahl F = 3+ (feucht), Lichtzahl L = 4 (hell), Reaktionszahl R = 4 (neutral bis basisch), Temperaturzahl T = 4 (kollin), Nährstoffzahl N = 5 (überdüngt), Kontinentalitätszahl K = 4 (subkontinental), Salztoleranz = 1 (tolerant).<ref name="InfoFlora" />

Systematik

Oxybasis glauca <templatestyles src="Person/styles.css" />(L.) S. Fuentes, Uotila & Borsch zählt zur Tribus Atripliceae in der Unterfamilie Chenopodioideae innerhalb der Familie Amaranthaceae.<ref name="Fuentes 2012" />

Die Erstbeschreibung als Chenopodium glaucum erfolgte 1753 durch Carl von Linné in Species Plantarum.<ref name="Species Plantarum" /> Durch molekulargenetische Untersuchungen stellte sich heraus, dass die Art nicht zu Chenopodium im engeren Sinne gehört. Daher wurde sie 2012 von Suzy Fuentes-Bazan, Pertti Uotila und Thomas Borsch in die Gattung Oxybasis gestellt.<ref name="Fuentes 2012" />

Synonyme für Oxybasis glauca <templatestyles src="Person/styles.css" />(L.) S. Fuentes, Uotila & Borsch, die auf demselben Typusexemplar beruhen, sind Chenopodium glaucum <templatestyles src="Person/styles.css" />L.,<ref name="Fuentes 2012" /> Agathophytum glaucum <templatestyles src="Person/styles.css" />(L.) Fuss, Atriplex glauca <templatestyles src="Person/styles.css" />(L.) Crantz (nom. illeg.), Blitum glaucum <templatestyles src="Person/styles.css" />(L.) W.D.J. Koch, Botrys glauca <templatestyles src="Person/styles.css" />(L.) Nieuwl., Chenopodium glaucum subsp. euglaucum <templatestyles src="Person/styles.css" />(L.) Aellen (nom inval.) und Orthospermum glaucum <templatestyles src="Person/styles.css" />(L.) Opiz.<ref name="Tropicos" /> Als weitere Synonyme gelten Chenopodium ambiguum <templatestyles src="Person/styles.css" />R.Br., Chenopodium ambiguum var. majus <templatestyles src="Person/styles.css" />Moq., Chenopodium ambiguum var. minus <templatestyles src="Person/styles.css" />Moq., Chenopodium glaucum var. ambiguum <templatestyles src="Person/styles.css" />(R.Br.) Hook.f., Chenopodium glaucum subsp. ambiguum <templatestyles src="Person/styles.css" />(R.Br.) Murr & Thell., Chenopodium glaucum var. divaricatum <templatestyles src="Person/styles.css" />Hook.f., Chenopodium glaucum var. divaricatum <templatestyles src="Person/styles.css" />Moq., Chenopodium glaucum var. littorale <templatestyles src="Person/styles.css" />Rodway, Chenopodium glaucum subsp. marlothianum <templatestyles src="Person/styles.css" />Thell. & Aellen, Chenopodium glaucum f. minus <templatestyles src="Person/styles.css" />(Moq.) Aellen, Chenopodium littorale <templatestyles src="Person/styles.css" />Moq. (nom. illeg.), Chenopodium nudiflorum <templatestyles src="Person/styles.css" />F.Muell. ex Murr, Chenopodium pallidum <templatestyles src="Person/styles.css" />Moq., Chenopodium wolffii <templatestyles src="Person/styles.css" />Simonk. und Orthosporum glaucum <templatestyles src="Person/styles.css" />Peterm.<ref name="PlantList" /> Es wurden einige Unterarten oder Varietäten beschrieben, dies wird von Autoren unterschiedlich diskutiert.

Quellen

  • Steven E. Clemants, Sergei L. Mosyakin: Chenopodium. In: (Abschnitte Beschreibung und Systematik)
  • Gelin Zhu, Sergei L. Mosyakin, Steven E. Clemants: Chenopodium. In: (Abschnitte Beschreibung und Systematik)
  • Graugrüner Gänsefuß. auf FloraWeb.deVorlage:Abrufdatum
  • Rudolf Schubert, Walter Vent (Hrsg.): Exkursionsflora von Deutschland. Begründet von Werner Rothmaler. 8. Auflage. Band 4: Kritischer Band, Volk und Wissen, Berlin 1990. ISBN 3-06-012526-0.

Einzelnachweise

<references> <ref name="FloraWeb">Graugrüner Gänsefuß. auf FloraWeb.deVorlage:Abrufdatum</ref>.<ref name="Fuentes 2012">Susy Fuentes-Bazan, Pertti Uotila, Thomas Borsch: A novel phylogeny-based generic classification for Chenopodium sensu lato, and a tribal rearrangement of Chenopodioideae (Chenopodiaceae). In: Willdenowia. Band 42, Nr. 1, 2012, S. 5–24 (hier: S. 15), DOI:10.3372/wi.42.42101.</ref> <ref name="GRIN">Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GRIN“ ist nicht vorhanden. im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland.</ref> <ref name="Species Plantarum">Carl von Linné: Species Plantarum. Band 1, Lars Salvius, Stockholm 1753, S. 220 Digitalisathttp://vorlage_digitalisat.test/1%3Dhttp%3A%2F%2Fwww.biodiversitylibrary.org%2Fopenurl%3Fpid%3Dtitle%3A669%26volume%3D1%26issue%3D%26spage%3D220%26date%3D1753~GB%3D~IA%3D~MDZ%3D%0A~SZ%3D~doppelseitig%3D~LT%3D~PUR%3D</ref> <ref name="Tropicos-Chr">Chenopodium glaucum, Chromosomenzahl bei Tropicos.org. Missouri Botanical Garden, St. LouisVorlage:Abrufdatum</ref> <ref name="Hosts">Gaden S. Robinson, Phillip R. Ackery, Ian J. Kitching, George W. Beccaloni, Luis M. Hernández: Eintrag bei HOSTS - A Database of the World's Lepidopteran Hostplants.</ref> <ref name="Oberdorfer"></ref> <ref name="Tropicos">Chenopodium glaucum bei Tropicos.org. Missouri Botanical Garden, St. LouisVorlage:Abrufdatum</ref> <ref name="PlantList">Eintrag bei The Plant List, abgerufen am 27. Januar 2012</ref> <ref name="Dörr und Lippert">Erhard Dörr, Wolfgang Lippert: Flora des Allgäus und seiner Umgebung. Band 1, IHW, Eching 2001, ISBN 3-930167-50-6, S. 459.</ref> <ref name="Euro+Med"> Pertti Uotila (2011+): Amaranthaceae. Datenblatt Oxybasi glauca In: Euro+Med Plantbase - the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity. </ref> <ref name="InfoFlora">Chenopodium glaucum L. In: Info Flora, dem nationalen Daten- und Informationszentrum der Schweizer Flora. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple.</ref> </references>

Weblinks

Commons: Graugrüner Gänsefuß (Oxybasis glauca) – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien