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Graues Corps

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Der Jungenbund Graues Corps, war ein elitärer Bund der deutschen Jugendbewegung mit etwa 300 bis 400 Mitgliedern. Das Graue Corps gilt als eines der bekanntesten Bünde im Reichsausschuss der Deutschen Jugendverbände.<ref>Günter Grau: Lexikon zur Homosexuellenverfolgung 1933–1945: Institutionen – Kompetenzen. S. 168 (books.google.de).</ref>

Geschichte

Gegründet wurde der Jugendbund von Alfred Schmid, auch bekannt unter seinem Fahrtennamen „Fred. Schmidt“. Ihm verdankte das Graue Corps in außerordentlichem Maße seine Existenz.<ref>Peter Schröder: Die Leitbegriffe der deutschen Jugendbewegung in der Weimarer Republik: Eine Ideengeschichtliche Studie. S. 18 f. (books.google.de).</ref> Schmid war zuvor Mitglied der Baseler Schülergruppe des „B.K.“ (Bibelkreis) von der er sich 1922 oder 1923 löste und den Jugendbund „Basler Ring“ gründete, der sich an die deutsche Jugendbewegung anlehnte. 1926 nahm er Kontakt zu bündischen Gruppen in Süddeutschland auf, was 1930 zur Gründung des Bundes „Das Graue Corps“ führte. Die Organisation wurde von ihm bis zum Verbot der Bünde durch die nationalsozialistische Regierung 1934 geführt. {{#invoke:Vorlage:Siehe auch|f}} Ebenso wie das „Graue Corps“ spaltete sich die dj.1.11 auf dem Lager in Ludwigswinkel (28. Juli bis 3. August 1930) von der Deutschen Freischar ab. Im Juni 1934 wurde der Bund von den Nationalsozialisten aufgelöst.<ref>Kurt Schilde: Jugendopposition 1933–1945: ausgewählte Beiträge. Lukas Verlag, 2007, ISBN 3-86732-009-8, S. 110 (books.google.de).</ref> Ein dritter Bund war Der Jugendbund „Trucht“ unter Führung von Karl Christian Müller mit dem Fahrtennamen „Teut“.

Der Bund war nach den Prinzipien der Auslese, des Gehorsams und der körperliche Ertüchtigung ausgerichtet. Zu den Disziplinen gehörten neben dem Stockfechten mit nacktem Oberkörper das Schwimmen und paramilitärische Kampfübungen.<ref>{{#invoke:Vorlage:Literatur|f}}</ref> Nicolaus Sombart beschreibt Schmid und seine Aktivitäten in seinem Buch «Jugend in Berlin. 1933–1943» und urteilt, das Elite-Ideal des Grauen Corps habe dem des Schwarzen Korps, das in den Napolas der SS um diese Zeit verwirklicht werden sollte, „wie ein Ei dem anderen geglichen“.<ref>Nicolaus Sombart: Jugend in Berlin. 1933–1943. Ein Bericht. Hanser, München/Wien 1984, ISBN 3-446-13990-7. Taschenbuch Fischer Verlag, Reihe Geschichte Fischer, März 1998, S. 167–176, Zitat S. 172</ref>

Literatur

  • Werner Kindt: Das Graus Corps. In: Die Deutsche Jugendbewegung 1920 bis 1933 (= Dokumentation der Jugendbewegung. Band 3.) Diederichs, Düsseldorf / Köln 1974, ISBN 3-424-00527-4, S. 933 f. (books.google.de – Eingeschränkte Ansicht).
  • Wilhelm Wald, Alfred Schmid-Stiftung (Hrsg.): Inseln der Unantastbarkeit. Erinnerungen an Alfred Schmid und das Graue Corps. Südmarkverlag Fritsch, Heidenheim 1980, ISBN 3-88258-054-2.
  • Peter Schröder: Die Leitbegriffe der deutschen Jugendbewegung in der Weimarer Republik: Eine Ideengeschichtliche Studie (= Geschichte der Jugend. Band 22.) Lit Verlag, Munster 1996, ISBN 3-8258-2827-1, S. 19.
  • {{#invoke:Vorlage:Literatur|f}}

Weblinks

Einzelnachweise

<references />