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Grammatik der neugriechischen Sprache

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Die neugriechische Sprache ist in einer kontinuierlichen Entwicklung aus dem Altgriechischen hervorgegangen und bildet (zusammen mit ihren Vorstufen) einen eigenen Zweig der indogermanischen Sprachfamilie.

Sie hat im Bereich der Grammatik eine Reihe ursprünglicher Merkmale dieser Sprachfamilie bewahrt. Hervorzuheben sind in diesem Zusammenhang die konsequente Unterscheidung von Aspekten beim Verb und die nicht-periphrastische Bildung der Passivformen. Den Satzbau betreffende Entwicklungen jüngerer Zeit sind dagegen der Verlust des Infinitivs und die Herausbildung einer speziellen subordinierenden Satzkonstruktion, der Ypotaktiki. Sprachtypologisch zählt das Neugriechische zu den Akkusativsprachen mit überwiegend synthetisch/flektierendem Sprachbau. Die Bildung des Futurs mittels der vorangestellten Partikel {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} und die mit dem Hilfsverb {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} „haben“ gebildeten Perfekttempora zeigen jedoch eine verstärkte Tendenz zum analytischen Sprachbau.

Kategorien und Elemente der Nominalphrase

Genus und Numerus

{{#invoke:Vorlage:lang|flat}}

Wie im Deutschen unterscheidet das neugriechische Nomen drei grammatische Geschlechter (Genera) – männlich ({{#invoke:Vorlage:lang|flat}}), weiblich ({{#invoke:Vorlage:lang|flat}}) und sächlich ({{#invoke:Vorlage:lang|flat}}) – sowie die beiden Numeri Einzahl ({{#invoke:Vorlage:lang|flat}}) und Mehrzahl ({{#invoke:Vorlage:lang|flat}}). Der noch im Altgriechischen vorhandene Dual für die Zweizahl ist nicht mehr vorhanden und durch den Plural ersetzt. Das natürliche Geschlecht stimmt nicht zwangsläufig mit dem grammatischen überein, wie im Deutschen ist beispielsweise „das Mädchen“ ({{#invoke:Vorlage:lang|flat}}) sächlich, im Neugriechischen auch „der Junge“ ({{#invoke:Vorlage:lang|flat}}). Die Flexionsendungen eines Nomens lassen vor allem in gesprochener Sprache oft nicht auf sein Genus schließen. Manche Gegenstandsbereiche lassen allerdings Faustregeln zu, so sind z. B. fast alle Inselnamen weiblichen Geschlechts.

Kasus

{{#invoke:Vorlage:lang|flat}}

Das Neugriechische hat vier Fälle:

  • Im Nominativ ({{#invoke:Vorlage:lang|flat}}) steht das Satz-Subjekt oder ein Nominativ-Attribut: I mitéra mou íne Gallída ({{#invoke:Vorlage:lang|flat}} „Meine Mutter ist Französin“).
  • Im Akkusativ ({{#invoke:Vorlage:lang|flat}}) steht das direkte Objekt eines Verbs: Vlépo to spíti ({{#invoke:Vorlage:lang|flat}} „Ich sehe das Haus“).
  • Der Genitiv ({{#invoke:Vorlage:lang|flat}}) kann außer in besitzanzeigender, attributiver Funktion auch als Kasus des indirekten Objektes verwendet werden: Pes tou Kósta oti den boró ({{#invoke:Vorlage:lang|flat}} „Sag Kostas, dass ich nicht kann“).
  • Der Vokativ ({{#invoke:Vorlage:lang|flat}}) wird nur in der direkten Anrede benutzt und hat nur bei den Maskulina auf -os eine eigene Flexionsendung.: Fíle mou giatré, pes mou ti gínete! ({{#invoke:Vorlage:lang|flat}} „Freund Doktor, sag mir was los ist!“). Die einzigen Maskulina auf -os, deren Vokativ-Endung nicht -e lautet, sind zweisilbige Namen (Nikos, Vokativ Niko) und mehrsilbige zusammengesetzte Namen, deren zweiter Bestandteil ein zweisilbiger Name ist (Karakitsos aus kara und Kitsos, Vokativ Karakitso).

Der Dativ dagegen ist im Neugriechischen außer im Falle einiger feststehender Redewendungen (z. B. {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} „indes“, {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} „in Ordnung“) geschwunden, seine Rolle zur Kennzeichnung des indirekten Objektes hat er entweder an den Genitiv oder an eine Präpositionalphrase im Akkusativ abgegeben:

O Giannis mou dini to vivlio.
Ο Γιάννης μου δίνει το βιβλίο.
Der Giannis mein gibt das Buch.
Nom. Gen. Akk.
„Giannis gibt mir das Buch.“
O Giannis dini to vivlio sto Niko.
Ο Γιάννης δίνει το βιβλίο στο Νίκο.
Der Giannis gibt das Buch an den Nikos.
Nom. Akk. Präp. mit Akk.
„Giannis gibt Nikos das Buch.“

Artikel

{{#invoke:Vorlage:lang|flat}}

Das Neugriechische unterscheidet wie auch das Deutsche einen bestimmten und einen unbestimmten Artikel, der sich in Kasus, Genus und Numerus nach dem Bestimmungswort richtet.

Als unbestimmter Artikel ({{#invoke:Vorlage:lang|flat}}) dient das ursprüngliche Zahlwort {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} „ein“, das nur im Singular existiert. Der unbestimmte Artikel wird generell seltener als im Deutschen verwendet, z. B. im Zusammenhang mit einem Prädikatsnomen fehlt er im Neugriechischen: O Giannis ine filos mou ({{#invoke:Vorlage:lang|flat}} „Hans ist [ein] Freund von mir“).

Maskulinum Femininum Neutrum
Nominativ flat}}) flat}}) flat}})
Genitiv flat}}) flat}}) flat}})
Akkusativ flat}}) flat}}) flat}})

Beim bestimmten Artikel ({{#invoke:Vorlage:lang|flat}}) wird die Genus-Unterscheidung auch im Plural beibehalten. Er wird häufiger als im Deutschen verwendet, so z. B. auch vor Personen- und Eigennamen ({{#invoke:Vorlage:lang|flat}} „[der] Georg kommt“; {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} „ich bin aus [dem] Frankreich“). Außerdem fällt er beim Gebrauch weiterer Pronomina im Gegensatz zum Deutschen nicht fort ({{#invoke:Vorlage:lang|flat}} wörtlich „der Freund meiner“, {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} „dieses [das] Kind“).

Singular Plural
Maskulinum Femininum Neutrum Maskulinum Femininum Neutrum
Nominativ flat}}) flat}}) flat}}) flat}}) flat}}) flat}})
Genitiv flat}}) flat}}) flat}}) flat}}) flat}}) flat}})
Akkusativ flat}}) flat}})<templatestyles src="FN/styles.css" /> <{{#ifeq: | 0 | span | sup}} class="fussnoten-marke" data-annotationpair-m="{{#invoke:URLutil|anchorencode|1=(∗)|2=1}}">{{#invoke:TemplUtl|nowiki1|(∗)}}</{{#ifeq: | 0 | span | sup}}>{{#switch:0|10|11=|#default={{#invoke:TemplatePar|match 1=1=+ 2=SUP=n 3=gruppe=* template=Vorlage:FN cat=Wikipedia:Vorlagenfehler/Fußnoten

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Substantive

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Neugriechische Substantive und Eigennamen unterscheiden durch Endungsflexion die Numeri Singular und Plural sowie die vier Fälle Nominativ, Genitiv, Akkusativ und Vokativ. Wie im Deutschen gibt es die drei Wortgeschlechter (Genera) Maskulinum, Femininum und Neutrum, wobei aus der Flexionsendung nicht immer eindeutig auf das Geschlecht geschlossen werden kann. Der fast immer das Substantiv begleitende bestimmte oder unbestimmte Artikel schafft hier Eindeutigkeit.

Die Deklination der Substantive und Eigennamen kann grob in drei Klassen eingeteilt werden:<ref>Nomenklatur für die Deklinationschemata nach Ruge, Grammatik des Neugriechischen</ref>

1. Die Deklination der 7 Formen

Diese direkt aus dem Altgriechischen übernommene Deklinationsklasse hält für die acht möglichen Kombinationen aus Numerus und Kasus sieben verschiedene Formen bereit. Nur Nominativ und Vokativ Plural werden durch dieselbe Endung markiert, wie beispielsweise im Fall von {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} „Arzt“.

Nominativ Genitiv Akkusativ Vokativ
Singular flat}}) flat}}) flat}}) flat}})
Plural flat}}) flat}}) flat}}) flat}})

Die weit überwiegende Anzahl von Substantiven in dieser Klasse sind maskulin, nur eine kleine Gruppe ist feminin, hierbei ist besonders die Wortgruppe um {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} „Straße“ und die Namen fast aller Inseln und vieler anderer Toponyme hervorzuheben.

2. Die Deklination des S-Prinzips

Gemeinsames Merkmal dieser Deklinationsklasse, die nur weibliche und männliche Substantive umfasst, ist das Vorliegen oder Fehlen eines Endungs-/s/.

Die Maskulina dieses Typs haben im Singular einen Nominativ mit Endungs-/s/ und eine gemeinsame Form für Akkusativ, Genitiv und Vokativ ohne /s/. Beispiel {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} „Mann“:

Nominativ Genitiv Akkusativ Vokativ
Singular flat}}) flat}}) flat}}) flat}})
Plural flat}}) flat}}) flat}}) flat}})

Die Feminina diese Deklinationstyps dagegen haben im Singular eine gemeinsame /s/-lose Form für Nominativ, Akkusativ und Vokativ aber einen Genitiv mit /s/. Beispiel {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} „Stadt“:

Nominativ Genitiv Akkusativ Vokativ
Singular flat}}) flat}}) flat}}) flat}})
Plural flat}}) flat}}) flat}}) flat}})

Eine große Untergruppe der nach dem s-Prinzip deklinierten Substantive bilden die Pluralformen ungleichsilbig, das heißt, es wird ein Konsonant als silbenbildendes Element vor der eigentlichen Endung eingeschoben: {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} (Nom. Singular) – {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} (Nom. Plural).

3. Die Deklination der Neutra

Die Neutra-Deklinationen sind eine inhomogene Gruppe von teilweise aus dem Altgriechischen übernommenen und formenreduzierten Deklinationsklassen und sprachhistorisch späteren Entwicklungen. Das ihnen allen gemeinsame Merkmal ist die Übereinstimmung der Formen von Akkusativ und Nominativ. Beispiel {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} „Berg“.

Nominativ Genitiv Akkusativ Vokativ
Singular flat}}) flat}}) flat}}) flat}})
Plural flat}}) flat}}) flat}}) flat}})

Ausnahmen

Neben den regelmäßigen Deklinationsgruppen gibt es diverse, meist aus dem Altgriechischen übernommene oder analog konstruierte Substantive, die sich nicht eindeutig in eines der obigen Schemata pressen lassen. Siehe dazu Unregelmäßige Substantive im Neugriechischen.

Adjektive

{{#invoke:Vorlage:lang|flat}}

Das Adjektiv richtet sich in Kasus, Genus und Numerus nach dem Substantiv, auf das es sich bezieht. Dies gilt im Unterschied zum Deutschen auch bei Verwendung des Adjektivs als Prädikatsnomen:

  • Im Nominativ ({{#invoke:Vorlage:lang|flat}} „Hans ist krank“, {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} „Maria ist krank“),
  • oder im Akkusativ ({{#invoke:Vorlage:lang|flat}} „Die Arbeit macht die Männer krank“, {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} „Die Arbeit macht die Frauen krank“),
  • aber auch in der Verwendung als Prädikatsattribut ({{#invoke:Vorlage:lang|flat}} / {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} „Maria/Hans betrachtet die Soldaten schweigend“).

Deklination

Der Großteil der neugriechischen Adjektive deklinieren nach dem folgenden Schema oder einer seiner Varianten:

Singular Plural
Nominativ Genitiv Akkusativ Vokativ Nominativ Genitiv Akkusativ Vokativ
männlich flat}}) flat}}) flat}}) flat}}) flat}}) flat}}) flat}}) flat}})
weiblich flat}}) flat}}) flat}}) flat}}) flat}}) flat}}) flat}}) flat}})
sächlich flat}}) flat}}) flat}}) flat}}) flat}}) flat}}) flat}}) flat}})

{{#invoke:Vorlage:lang|flat}}: „gut“

Bei Adjektiven auf -os, deren Stamm auf einen betonten Vokal (oder Diphthong) endet, lauten die Femininum-Singular Formen auf /a(s)/ statt auf /i(s)/: {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} („die Schöne“), aber: {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} („die Gewaltsame“).

Ebenso ist dies meist bei gelehrten Adjektiven mit Stamm auf -r der Fall: {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} („das Rote Meer“), aber: {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} („der spitze Griff“).

Des Weiteren bilden manche volkstümlichen Adjektive im Femininum Singular die Formen auf /ia(s)/: {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} („die Blonde“).

Steigerung (Komparation) von Adjektiven

Das neugriechische Adjektiv kann in vier verschiedenen Steigerungsstufen (Komparationsgraden) stehen.

  • Dem Positiv: {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} („schön“)
  • Dem Komparativ: {{#invoke:Vorlage:lang|flat}}, {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} („schöner“)
  • Dem Superlativ: {{#invoke:Vorlage:lang|flat}}, {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} („der Schönste“)
  • Dem Elativ: {{#invoke:Vorlage:lang|flat}}, {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} („sehr schön“)

Die Komparationsstufen können dabei auf zwei verschiedene Weisen gebildet werden, durch Ableitung mittels Anhängung des Suffixes „ter“ ({{#invoke:Vorlage:lang|flat}}) im Komparativ und Superlativ bzw. „tat“ ({{#invoke:Vorlage:lang|flat}}) im Elativ oder durch Umschreibung des Positivs mit dem Adverb {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} („mehr“) für den Komparativ oder {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} („sehr“) für den Elativ. Der Superlativ wird in beiden Steigerungsvarianten durch Hinzufügen des bestimmten Artikels gebildet.

Die KNG-Kongruenz bleibt auch bei den Steigerungsformen des Adjektivs bestehen. Durch Hinzufügen der Steigerungssuffixe kann es zu Betonungsverschiebungen im Wortstamm kommen. Für einige sehr häufig gebrauchte Adjektive wie „gut“ ({{#invoke:Vorlage:lang|flat}}), „groß“ ({{#invoke:Vorlage:lang|flat}}) oder „klein“ ({{#invoke:Vorlage:lang|flat}}) bestehen unregelmäßige Steigerungsformen. Manche Lehnwörter sowie eine Klasse volkssprachlicher Adjektive, die auf {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} oder {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} enden, können nur durch die umschreibende Variante mit {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} gesteigert werden.

Pronomen

Personalpronomen

Im Neugriechischen werden schwache und starke Personalpronomina unterschieden, in der Häufigkeit der Verwendung überwiegen die schwachen. In manchen Fällen werden auch beide Arten von Pronomina zusammen verwendet. Als Höflichkeitsform dient die 2. Person Plural.

Starke Personalpronomen

Die starken Personalpronomina werden vor allem zum Zweck der Betonung und der Hervorhebung von Gegensätzen verwendet, zudem nach Präpositionen sowie in prädikatslosen Sätzen.

Singular Plural
1. Person 2. Person 3. Person (mask. fem. neutr.) 1. Person 2. Person 3. Person (mask. fem. neutr.)
Nominativ flat}}) flat}}) flat}}) flat}}) flat}}) flat}})
Genitiv flat}}) flat}}) flat}}) flat}}) flat}}) flat}})
Akkusativ flat}}) flat}}) flat}}) flat}}) flat}}) flat}})

Beispiele:

  • Hervorhebung: {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} („Ich bin schuld.“)
  • Kontrastierung: {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} („Hörst du ihn oder sie?“)
  • Prädikatslos: {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} („[Wer spült?] Du!“)
  • Nach Präposition: {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} („Das Mädchen kam zu mir.“)
Schwache Personalpronomen

Die schwachen Personalpronomina gehören zu den wenigen Elementen der neugriechischen Sprache, die strikten Regeln bezüglich der Satzstellung unterliegen. Näheres dazu siehe unter Wortstellung bei schwachen Personalpronomen.

Singular Plural
1. Person 2. Person 3. Person (mask. fem. neutr.) 1. Person 2. Person 3. Person (mask. fem. neutr.)
Nominativ flat}})<templatestyles src="FN/styles.css" /> <{{#ifeq: | 0 | span | sup}} class="fussnoten-marke" data-annotationpair-m="{{#invoke:URLutil|anchorencode|1=(∗)|2=1}}">{{#invoke:TemplUtl|nowiki1|(∗)}}</{{#ifeq: | 0 | span | sup}}>{{#switch:0|10|11=|#default={{#invoke:TemplatePar|match 1=1=+ 2=SUP=n 3=gruppe=* template=Vorlage:FN cat=Wikipedia:Vorlagenfehler/Fußnoten

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Beispiele:

  • Enklitische Verwendung von Personalpronomen (direkt nach dem finiten Verb) beim echten Imperativ:
    {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} („Sag’s mir!“)
  • Proklitische Verwendung von Personalpronomen (direkt vor dem finiten Verb) als Objekt:
    {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} („Ich schreibe dir.“)

Kategorien und Elemente der Verbalphrase

Das neugriechische finite Verb hat verschiedene Person- und Numerus differenzierende Flexionsschemata für die grammatischen Kategorien des Verbgeschlechts, des Aspekts und der Zeitstufe.

Der Aspekt wird zumeist durch Änderungen am Verbstamm selbst angezeigt oder durch Einschub eines /s/-Lautes in die Lautfolge zwischen Stamm und Endung. Die Zeitstufen Vergangenheit und Gegenwart haben unterschiedliche Endungsreihen, zusätzlich sind in allen bis auf einem Deklinationschema (Paratatikos der endbetonten Verben) die Formen der Vergangenheit durch eine Betonungsverschiebung auf die drittletzte Silbe markiert. Das Futur und der Konditional werden analytisch durch Voranstellung der Partikel tha ({{#invoke:Vorlage:lang|flat}}) oder na ({{#invoke:Vorlage:lang|flat}}) gebildet. Auch die perfektischen Zeitformen werden umschreibend aus der Kombination Hilfsverb und einem ungebeugten Aparemfato gebildet. Das neugriechische „Passiv“ ist aus den mediopassiven Formen des Altgriechischen hervorgegangen und folgt in den Zeitstufen der Gegenwart und der Vergangenheit einem Konjugationsschema mit eigenen Endungsreihen.

Diesen finiten, also Person und Numerus ausdrückenden Kategorien stehen die semifiniten (Imperativ – nur in 2. Person Singular und Plural) und infiniten (z. B. das Partizip Präsens Aktiv) Verbformen gegenüber.

Person und Numerus

{{#invoke:Vorlage:lang|flat}}

Das neugriechische finite Verb konjugiert in Kongruenz zum Satzsubjekt in der ersten bis dritten Person in Einzahl und Mehrzahl. Der im Altgriechischen noch rudimentär vorhandene Dual ist im Neugriechischen vollends verschwunden.

Zeitstufe

{{#invoke:Vorlage:lang|flat}}

Es werden drei Zeitstufen unterschieden: Die Vergangenheit ({{#invoke:Vorlage:lang|flat}}), die Gegenwart (Präsens, {{#invoke:Vorlage:lang|flat}}) und die Zukunft (Futur, {{#invoke:Vorlage:lang|flat}}).

Aspekt

{{#invoke:Vorlage:lang|flat}}

Das neugriechische Verb drückt in fast allen seinen Formen einen der drei möglichen Verbalaspekte aus. Eine Handlung oder ein Geschehen wird durch die Aspekte nach dem Vollendungsgrad beziehungsweise nach der Art ihres zeitlichen Ablaufs kategorisiert.

  • Eine Handlung wird nach ihrem Abschluss im Hinblick auf ihre Auswirkungen auf die Erzählzeit betrachtet. Dieser Aspekt wird als perfektisch bezeichnet (griechisch: {{#invoke:Vorlage:lang|flat}}).
  • Eine Handlung wird als zur Erzählzeit fortlaufend oder wiederholt kategorisiert. Dieser Aspekt wird als imperfektiv, paratatisch oder fortlaufend bezeichnet (griech.: {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} oder {{#invoke:Vorlage:lang|flat}}).
  • Eine Handlung wird als momentan, punktuell betrachtet. Dieser Aspekt heißt perfektiv, aoristisch oder punktuell (griech.: {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} oder {{#invoke:Vorlage:lang|flat}}).

Dass die Zeitstufe der Gegenwart prinzipiell als im Verlauf befindlich begriffen wird, erklärt das Fehlen einer „punktuellen“ Gegenwartsform. Da aber in der üblichen Nebensatzbildung als Modalaussage die Aspektunterscheidung wiederum zwingend ist, ist die Aspektunterscheidung auch in der Alltagssprache allgegenwärtig (siehe Ypotaktiki).

Da der deutschen Sprache eine Aspektunterscheidung in diesem Sinne fremd ist, kann die Verwendung am besten an Beispielen gezeigt werden; das unregelmäßige Verb „sehen“ macht die Aspektunterscheidung in der Vergangenheit besonders deutlich:

  • Imperfektiv: Kathe chimona evlepa ta chionismena vouna. „Jeden Winter sah ich die verschneiten Berge.“
  • Perfektiv: Chtes ton ida to Gianni. „Gestern sah ich Hans.“

Beim Verb für „sehen“ verwenden die Tempora Paratatikos und Aorist nicht nur einen veränderten, sondern einen komplett anderen Verbstamm für den gleichen Begriff.

Aspektunterscheidung im Imperativ (Befehlsform)
  • Imperfektiv: Panda proseche sto dromo! „Achte immer auf die Straße!“
  • Perfektiv: An to psonisis, prosexe tin timi! „Wenn du das kaufst, achte auf den Preis!“
Aspektunterscheidung im Futur
  • Imperfektiv: Tha sou grafo kathe mera „Ich werde dir jeden Tag schreiben.“
  • Perfektiv: Avrio tha grapso ena gramma gia ti mana mou. „Morgen schreibe ich einen Brief an meine Mutter.“
Aspektunterscheidung in der „Ypotaktiki“
  • Imperfektiv: Thelo panda na pinis polý neró „Ich will, dass du immer viel Wasser trinkst“
  • Perfektiv: Thelo na piís polý neró avrio „Ich will, dass du morgen viel Wasser trinkst“

Zur Begrifflichkeit der Aspekt-Bezeichnungen

Für die in der deutschen Grammatik nicht vorhandene Verbalkategorie „Aspekt“ wird in der Fachliteratur eine nicht einheitliche Terminologie verwendet, Begriffe wie „perfekt“, „perfektiv“ und „perfektisch“ tauchen in unterschiedlicher Bedeutung auf, die Bezeichnungen für die Aspekte sind in der Literatur uneinheitlich und teilweise sogar widersprüchlich.

Die meisten heutigen indogermanischen Sprachen haben das ursprünglich dreigliedrige Aspektsystem auf nur zwei Aspekte (imperfekt/unvollendet und perfekt/vollendet) oder sogar vollständig reduziert, wohingegen im Neugriechischen weiterhin alle drei Aspekte verwendet werden. Hans Ruge bezeichnet sie in seiner „Grammatik des Neugriechischen“ als „perfektisch“, „imperfektiv“ und „perfektiv“, wobei ersterer für die resultativen Tempora Perfekt, Plusquamperfekt und vollendetes Futur steht und letzterer für die mit dem Aoriststamm gebildeten Tempora. In Publikationen, die sich nicht mit der griechischen Sprache, sondern z. B. den slawischen Sprachen beschäftigen, wird hingegen der perfektive Aspekt oft „perfektisch“ genannt.

Tempora: Zeitstufe und Aspekt

Das Neugriechische hat ein kombiniertes System aus Zeitstufe und Verbalaspekt, das heißt, jedes „Tempus“-Paradigma drückt sowohl eine Zeitstufe als auch einen Aspekt aus. Außer im Präsens – und das auch nur in Hauptsätzen – muss der Sprecher sich entscheiden, in welchem Aspekt er das Gesagte ausdrücken will. Im weiteren Abschnitt wird der Begriff „Tempus“ daher als Bezeichnung für ein Verbalpardigma verwendet, welches beide Informationen trägt, und nicht als Bezeichnung nur für die Zeitstufe.

abgeschlossen andauernd momentan
Zukunft vollendetes Futur andauerndes Futur momentanes Futur
Gegenwart Perfekt Präsens
(„Ypotaktiki“) „Konj. Präsens“ „Konj. Aorist“
Vergangenheit Plusquamperfekt Paratatikos Aorist

Die Formen des Perfektivs sind in der Zeitstufe eingeordnet, auf die die abgeschlossenen Handlungen oder Ereignisse Auswirkungen haben. Daher ist das Tempus Perfekt in die Reihe der Gegenwart gestellt. (Man mache sich bewusst, dass die Aussage des Satzes „Dieser Busch hat noch nicht geblüht“ sich auf die Gegenwart bezieht, obwohl er auf ein Ereignis referiert, das in der Vergangenheit [nicht] stattgefunden hat).

Ypotaktiki

Das für das Neugriechische typische Satzbauschema der Ypotaktik (wörtlich „Konjunktiv“, bedeutet aber Hauptsatz und mit Modalpartikel angeschlossener Nebensatz mit einem Verb in einer grammatischen Konjunktiv-Form) fordert für das Verb im untergeordneten Satz eine von zwei weiteren Verbformen. Da der Modus „Konjunktiv“ im Neugriechischen seit langem anders realisiert wird (siehe unten), verwirren die traditionellen Bezeichnungen „Konjunktiv-Aorist“ ({{#invoke:Vorlage:lang|flat}}) und „Konjunktiv-Präsens“ ({{#invoke:Vorlage:lang|flat}}) für diese beiden Tempora bei funktioneller Betrachtung ihres Vorkommens. Diese beiden „zeitlosen“ Tempora, mit denen syntaktisch unter anderem der im Neugriechischen verlorene Infinitiv ersetzt wird, realisieren die Scheidung des punktuellen und des fortlaufenden Aspektes in modalen Nebensätzen. In beiden Fällen wird eine Modalpartikel dem Verb vorangestellt (meist na, aber auch as) Der „Konjunktiv-Aorist“ ist hierbei der mit Abstand häufigere Anwendungsfall: Thelo na trexo „Ich will laufen“. Aussagen im Konjunktiv-Präsens dagegen sind durch die Natur ihrer Bedeutung bedingt relativ selten: Prepi na trecho 5 km kathe mera, ipe o giatros mou. „Ich muss jeden Tag 5 km laufen, sagte mein Arzt.“

Morphologie der Tempora

Die Zeitstufe wird durch Verwendung unterschiedlicher Flexionsreihen für Gegenwart und Vergangenheit, durch Betonungsverschiebung auf die drittletzte Silbe (ersatzweise bei zweisilbigen Wörtern durch ein vorgeschobenes Augment) oder durch den Vorsatz der Futur-Partikel tha ({{#invoke:Vorlage:lang|flat}}) ausgedrückt. Der Aspekt drückt sich dagegen im verwendeten Wortstamm oder der Wahl der analytischen Perfektform aus. Bis auf wenige Ausnahmen hat jedes neugriechische Verb mehrere Stämme, einen Präsens- oder paratatischen Stamm sowie je einen Aoriststamm für Aktiv und Passiv. An diesen aspektbestimmenden Stamm werden die zeitstufenkennzeichnenden Flexionsendungen angehängt oder das Augment und die Futur-Partikel „tha“ vorgeschoben.

Verwendung der Tempora

Die Verwendung der Tempora – sowohl in zeitlicher als auch in aspektueller Sicht – ist im Neugriechischen restriktiver als im Deutschen. Für den Satz „Morgen gehe ich zu Giannis“ muss die Form des Futurs benutzt werden, also „Morgen werde ich zu Giannis gehen“ ({{#invoke:Vorlage:lang|flat}}). Da es sich um eine einmalige Handlung handelt, muss für den Satz der punktuelle Aspekt zur Anwendung kommen. Auch in einfachen umgangssprachlichen Situationen ist Verwendung des richtigen Aspektes zwingend – ein „ich will zahlen“ ({{#invoke:Vorlage:lang|flat}}) in der Form des imperfektiven Aspektes freut zwar den Wirt, ist aber nicht das Richtige, wenn man nur das gerade verzehrte Essen bezahlen will ({{#invoke:Vorlage:lang|flat}}), da man damit gesagt hat, dass man ab jetzt gewohnheitsmäßig immer zahlen wolle. Die Verwendung einer Perfektform zur bloßen Darstellung einer vergangenen Handlung ist ebenfalls nicht möglich, im perfektischen Aspekt sollte nur eine Handlung erscheinen, deren Auswirkungen auf den Erzählzeitpunkt besonders hervorgehoben werden soll („Obwohl ich vollgetankt hatte, ging mir kurz vor Athen der Sprit aus“).

Von den neun möglichen Kombinationen aus den drei Zeitstufen und drei Aspekten sind im Neugriechischen de facto acht gebräuchlich, wobei die Formen des perfektischen Aspektes in der gesprochenen Sprache nicht so häufig auftauchen wie die anderen. Das Präsens spielt eine Sonderrolle: im Hauptsatz wird grundsätzlich das Verb mit paratatischem Stamm und Präsensendungen verwendet, eine Aspektdifferenzierung ist hier nicht möglich. Doch sowohl morphologisch als auch semantisch lässt sich die Grundform des Präsens in die Reihe des imperfektiven Aspektes stellen. Anders verhält es sich aber in untergeordneten Sätzen einer Präsens-Aussage, hier wird dem Verb des abhängigen Satzes die Partikel „na“ vorangesetzt und die Aspektdifferenzierung ist wieder durch Verwendung der verschiedenen Verbstämme gegeben. Die als „Ypotaktiki“ bezeichnete Satzkonstruktion ist im Neugriechischen sehr häufig, unter anderem, da sie als Ersatz für die fehlenden Infinitivkonstruktionen dient. Diese aus der Wunsch- oder Möglichkeitsform entstandene Satzkonstruktion wird zumeist als „zeitstufenfrei“ betrachtet und damit nicht als vollständiges Tempus im oben genannten Sinne angesehen. In der obenstehenden Tabelle ist sie unterhalb des Präsens eingereiht.

Imperativ

{{#invoke:Vorlage:lang|flat}}

Auch im Imperativ, der Befehlsform des Verbs, ist eine Aspektunterscheidung möglich. Der Imperativ existiert produktiv nur noch in der zweiten Person Singular und Plural, ein Imperativ der dritten Person (zito! „Er lebe!“) ist nur noch in feststehenden Redewendungen zu finden. Neben der Bildung des Imperativs durch Flexion ist auch die etwas moderater wirkende umschreibende Bildung mittels der Partikel na ({{#invoke:Vorlage:lang|flat}} „Iss!“) möglich. Die Negation muss zwingend mit der Negationspartikel mi(n) ({{#invoke:Vorlage:lang|flat}}) ausgedrückt werden (min kles! „Heul nicht!“).

Diathese und Genus Verbi

{{#invoke:Vorlage:lang|flat}}

Vereinfacht gesagt drückt die Diathese („Handlungsrichtung“) (im semantischen Sinne) einer Aussage aus, welche Rolle das grammatische Subjekt eines Satzes in einer Handlung hat. Ziel der Handlung ist entweder ein anderes Objekt („Hans wäscht das Auto“ – Aktiv), das Subjekt selbst („Hans wäscht sich“ – Reflexiv) oder das Subjekt selbst ist Ziel einer von anderen ausgeführten Handlung („Hans wird gewaschen“ – Passiv). Eine weitere Diathese ist z. B. die gegenseitige Handlung mehrerer Subjekte am jeweils anderen („Hans und Maria schubsen sich“ – Reziprok).

Wenn es in einer Sprache für diese semantische Kategorisierung von Handlungen eine grammatische Entsprechung in der Verb-Morphologie gibt, wird diese als Genus Verbi oder Verbgeschlecht bezeichnet. Im Deutschen können Verben in einem der beiden Verbgeschlechter Aktiv oder Passiv gebraucht werden, andere Sprachen wie z. B. Sanskrit oder Altgriechisch hatten ein weiteres, das Medium, was vor allem für die reflexive Diathese oder für Zustandsverben zum Einsatz kam.

Im Neugriechischen sind nicht die altgriechischen Mediumsformen, sondern die Passivformen verloren gegangen, daher wird die passive Diathese ebenfalls mit der Formengruppe des mediopassiven Genus Verbi ausgedrückt. Wegen dieser Mehrfachbelegung des Genus Medio-Passiv mit verschiedenen Diathesen wird es vom Linguisten Hans Ruge in seiner „Grammatik des Neugriechischen“ schlicht als nicht-aktiv bezeichnet.

Die neugriechische Schulgrammatik unterscheidet vier Diathesen („Stimmungen“) des Verbs: {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} (handelnd, aktiv), {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} (erleidend, passiv), {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} (mittel, rückbezüglich) und {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} (neutral, keine Handlung, Zustand). Die beiden Genera Verbi werden als {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} und {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} (handelnde und erleidende Stimme) bezeichnet.

Aktiv

{{#invoke:Vorlage:lang|flat}}

Das grammatisch aktive Genus eines Verbs, für das beide Genera möglich sind, drückt stets die aktive Diathese oder im Fall von manchen intransitiven Verben den Zustand des Subjektes aus.

Nicht-Aktiv

{{#invoke:Vorlage:lang|flat}}

Die neugriechischen nicht-aktiven Verbformen sind morphologisch von denen des altgriechischen Medio-Passiv abgeleitet. Im Gegensatz zum Deutschen aber analog zum Lateinischen werden diese „passiven“ Verbformen flektierend, also mittels eigener Verb-Endungen gebildet und werden nicht mit einem Hilfsverb umschrieben (im Deutschen z. B. „werden“).

In vielen Fällen ({{#invoke:Vorlage:lang|flat}} „ich werde gesehen“) drückt die nicht-aktive Form eine dem deutschen Passiv entsprechende Bedeutung aus. Aber aufgrund der oben skizzierten sprachgeschichtlichen Entwicklung haben viele neugriechische Verben im nicht-aktiven Genus Verbi keine passive, sondern ein reflexive Bedeutung: das aktive {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} bedeutet „ich finde“, aber das nicht-aktive {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} meint nicht „ich werde gefunden“, sondern „ich befinde mich“. In diesem Fall muss das tatsächlich passive „Gefunden-werden“ als aktives „sie finden mich“ umschrieben werden: {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} („Ich befürchte, dass sie mich finden“). Zudem gibt es eine große Gruppe Verben aus den Bedeutungsbereichen des Fühlens, des Sich-befindens und dem der Körperpflege, deren Nicht-Aktiv stets oder kontextabhängig eine reflexive Diathese hat (siehe dazu die Beispiele weiter unten).

Das Hilfsverb „sein“

Auch die neugriechische Entsprechung des Hilfsverbs „sein“ – {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} – wird mit einem an die nicht-aktive Endungsreihe angelehnten Schema konjugiert: {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} – {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} – {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} – {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} – {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} – {{#invoke:Vorlage:lang|flat}}.

Deponentien

{{#invoke:Vorlage:lang|flat}}

Wie schon im Altgriechischen gibt es auch im Neugriechischen eine Gruppe von Verben, die ausschließlich im nicht-aktiven Genus Verbi realisiert werden können, für die also keine Aktivformen existieren. Solche Verben werden Deponentien genannt. Trotz ihrer grammatischen Form können sie in manchen Fällen eine aktive Diathese ausdrücken, zumeist stehen sie aber für die reflexive Diathese oder für Zustände. Das bekannteste neugriechische Deponens ist vermutlich {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} („kommen“) mit seinem unregelmäßigen Imperativ {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} („Komm!“). Von solchen Deponentien kann logischerweise mit grammatischen Mitteln kein semantisches Passiv mehr gebildet werden, da die passive Form schon durch das Grundwort belegt ist, ein Sprecher muss in diesem Fall auf lexikalische Mittel zurückgreifen.

Beispiele

  • Grammatisches Passiv eines „Normalverbs“ hat reflexive Diathese:
{{#invoke:Vorlage:lang|flat}} „Der Mann wäscht sich.“ (Ist das Subjekt kein Lebewesen, wird dagegen die passive Diathese angenommen: „Das Auto wird gewaschen.“)
{{#invoke:Vorlage:lang|flat}} „Der Junge versteckt sich.“ (Das Passiv „Der Junge wird versteckt“ muss zwingend mit anderen Mitteln ausgedrückt werden, bevorzugt wird eine die unpersönliche Aktiv-Konstruktion „Sie verstecken den Jungen“ verwendet.)
  • Grammatisches Passiv eines „Normalverbs“ hat reziproke Diathese:
{{#invoke:Vorlage:lang|flat}} „Schubst euch nicht!“
  • Manche Deponentien (das heißt, das Verb existiert nur als grammatisches Passiv) haben aktive Diathese:
{{#invoke:Vorlage:lang|flat}} „ich komme“ – {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} „ich stehe“
  • Andere Deponentien drücken überwiegend, aber nicht ausschließlich die reflexive Diathese aus:
{{#invoke:Vorlage:lang|flat}} „ich erinnere mich“ – {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} „ich weigere mich“ – {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} „ich fühle mich“

Das Verb

Konjugationstabellen

Exemplarisch die vollständige Konjugation des regelmäßigen Verbs {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} („ich schreibe“)

Nicht zusammengesetzte Formen im imperfektiven (paratatischen) Aspekt
Nicht-Vergangenheit Aktiv Vergangenheit Aktiv Nicht-Vergangenheit Passiv Vergangenheit Passiv
1. Sg. flat}} – gráfo flat}} – égrafa flat}} – gráfome flat}} – grafómoun
2. Sg. flat}} – gráfis flat}} – égrafes flat}} – gráfese flat}} – grafósoun
3. Sg. flat}} – gráfi flat}} – égrafe flat}} – gráfete flat}} – grafótan
1. Pl. flat}} – gráfoume flat}} – gráfame flat}} – grafómaste flat}} – grafómastan
2. Pl. flat}} – gráfete flat}} – gráfate flat}} – gráfeste flat}} – grafósastan
3. Pl. flat}} – gráfoun flat}} – égrafan flat}} – gráfonte flat}} – gráfontan

Das Neugriechische hat viele Verben, deren Konjugationsschema zum Teil erheblich vom oben gezeigten abweicht. Dem zugrunde liegen in manchen Fällen Sprechvereinfachungen und Lautverschleifungen bei besonders häufig benutzten Verben, aber auch die teilweise Übernahme von altgriechischen Schemata bei „gelehrten“ Verben. Siehe dazu auch den Artikel Unregelmäßige Verben im Neugriechischen.

Nicht zusammengesetzte Formen im perfektiven (aoristischen) Aspekt
Nicht-Vergangenheit Aktiv Vergangenheit Aktiv Nicht-Vergangenheit Passiv Vergangenheit Passiv
1. Sg. flat}} – grápso flat}} – égrapsa flat}} – graf flat}} – gráftika
2. Sg. flat}} – grápsis flat}} – égrapses flat}} – graftís flat}} – gráftikes
3. Sg. flat}} – grápsi flat}} – égrapse flat}} – graf flat}} – gráftike
1. Pl. flat}} – grápsoume flat}} – grápsame flat}} – graftoúme flat}} – graftíkame
2. Pl. flat}} – grápsete flat}} – grápsate flat}} – graftíte flat}} – graftíkate
3. Pl. flat}} – grápsoun flat}} – égrapsan flat}} – graftoún flat}} – gráftíkan

Adverbien

{{#invoke:Vorlage:lang|flat}}

Adverbien sind unflektierte Zusätze zum Prädikat einer Aussage wie „sehr“, „bald“, „gern(e)“ oder „schnell“, die die Umstände einer Handlung zeitlich, räumlich oder modal genauer spezifizieren. Wie im Deutschen wird beim Prädikatsattribut oder Prädikativum das Adjektiv gesetzt: {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} („Maria ist schnell“) versus {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} („Maria isst schnell“).

Von Adjektiven abgeleitete Adverbien

Ein von einem Adjektiv abgeleitetes Adverb entspricht der Form nach dem Nominativ Plural Neutrum des Adjektivs und ist nach dem gleichen Schema wie Adjektive steigerbar.

Adjektiv: {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} („schnell“) → Adverb: {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} → Komparativ: {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} oder {{#invoke:Vorlage:lang|flat}}

Die überwiegende Anzahl der neugriechischen von Adjektiven abgeleiteten Adverbien endet daher auf den Laut /a/. Eine kleinere Gruppe Adverbien, die von den auf -ys deklinierten Adjektiven abgeleitet ist, bildet dagegen das Adverb auf die ältere Endung -os ({{#invoke:Vorlage:lang|flat}}). Für manche Adjektive und damit auch für die Adverbien sind beide Bildungen möglich, womit aber zumeist ein Bedeutungsunterschied einhergeht, beispielsweise akrivos („genau“) versus akriva („teuer“).

Satzbau

Wortstellung

Die Wortstellung in neugriechischen Sätzen ist prinzipiell frei, mit starken Einschränkungen bei Partikeln und Pronomen.

Im Aussagesatz

Wie im deutschen Aussagesatz ist durch die Kasusmarkierung von Subjekt (S) und Objekt (O) eine Position jeweils vor oder hinter dem Prädikatsverb (V) möglich. In beiden Sprachen ist die erste die überwiegende, die zweite kann aber zum Zweck der Hervorhebung gesetzt werden:

  • (S-V-O) I gata kynigai ti zourida. „Die Katze jagt den Marder.“
  • (O-V-S) Ti zourida kynigai i gata. „Den Marder jagt die Katze.“

Im Gegensatz zum Deutschen unterliegt die Wortstellung im Aussagesatz aber nicht der Einschränkung, dass das finite Verb an zweiter Stelle stehen muss. Dadurch sind auch folgende Wortstellungen möglich, die im Deutschen entweder einen Frage- bzw. Bedingungssatz markieren oder im Fall der Verbendstellung nur im Nebensatz möglich sind:

  • (V-S-O) Kynigai i gata ti zourida. „Jagt die Katze den Marder.“
  • (V-O-S) Kynigai ti zourida i gata „Jagt den Marder die Katze.“
  • (S-O-V) I gata ti zourida kynigai „Die Katze den Marder jagt.“
  • (O-S-V) Ti zourida i gata kynigai „Den Marder die Katze jagt.“

Im Fragesatz

Auch im Fragesatz gibt das Neugriechische keine Wortstellung vor, die Frage wird lediglich durch eine geänderte Intonation ausgedrückt (Anheben der Stimme am Satzende).

Bei schwachen Personalpronomen

Die Stellung der schwachen Personalpronomina zu ihrem Bezugswort unterliegen abhängig von ihrer syntaktischen Rolle strikten Regeln. Als Genitivattribut steht das Pronomen zwingend hinter seinem Hauptwort (i gata mou „meine Katze“) als Objekt hingegen zwingend vor dem finiten Verb (Mou grafis „Du schreibst mir“).

Literatur

Aktuelle Grammatiken

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    • Griechische Übersetzung: {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} Patakis, Athen 1999.
  • Peter Mackridge, David Holton, Irene Philippaki-Warburton: Greek. An essential grammar of the modern language. Routledge, London 2004, ISBN 0-415-23210-4 (englisch, {{#if: Wu2INaKM20QC

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    • Griechische Übersetzung: {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} Patakis, Athen 2007.
  • Hubert Pernot: Grammaire grecque moderne. Première partie. Garnier frères, Paris 1897, mehrfach nachgedruckt, Nachdruck 4. Auflage, 1912 (französisch, {{#if:grammairedugrecm01pernuoft
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  }}).
  • {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} Athen 1967 (griechisch).
  • Hans Ruge: Grammatik des Neugriechischen: Lautlehre, Formenlehre, Syntax. Vierte, völlig neu bearbeitete Auflage, Edition Romiosini 2021; dritte, erweiterte und korrigierte Auflage, Romiosini Verlag, Köln 2001 (2. Aufl. 1997, 1. Aufl. 1986), ISBN 3-923728-19-0.
  • Albert Thumb: Handbuch der neugriechischen Volkssprache. Grammatik, Texte, Glossar. Strassburg 1910.
  • Henri Tonnet: Précis pratique de grammaire grecque moderne. Langues et mondes, Paris 2006 (französisch).
  • {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} Thessaloniki 1941, Nachdrucke 1978 (mit einem {{#invoke:Vorlage:lang|flat}}), 1988, 1993, 2002 ({{#invoke:Vorlage:lang|flat}}: Neuauflage der Originalausgabe von 1941 mit Korrekturen)
  • {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} Athen 1949 (griechisch).
    • {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} Athen 1976 (griechisch, Digitalisat, PDF, 6,0 MB).
  • {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} Athen 2007 (griechisch; <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />{{#if:20110609212916
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              | abendblatt.de | daserste.ndr.de | inarchive.com | webcitation.org = 
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            }} 
       }}
  }}).
  • Pavlos Tzermias: Neugriechische Grammatik. Formenlehre der Volkssprache mit einer Einführung in die Phonetik, die Entstehung und den heutigen Stand des Neugriechischen. Bern 1969.

Ältere Grammatiken

Datei:Vocabolario italiano et greco.jpg
Girolamo Germano, Titelseite des Vocabolario italiano et greco, 1622
Datei:MakedonArman Grammar.jpg
Michael George Bojadschi, Titelblatt der aromunischen Grammatik, 1813
  • Émile Legrand (Hrsg.): {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} und Maisonneuve, Paris 1870 (Collection de monuments pour servir à l’étude de la langue néo-hellénique, no. 6: Grammaire de la langue grecque vulgaire par Nikolaos Sophianos) – (griechisch, französisch; Digitalisat, PDF [8,9 MB], Bodleian Libraries).
    • Erweiterte zweite Auflage unter dem Titel: Nicolas Sophianos, Grammaire du grec vulgaire et traduction en grec vulgaire du Traité de Plutarque sur l'éducation des enfants. Maisonneuve, Paris 1874, (französisch, griechisch; {{#if:collectiondemonu02theo
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  • Vocabolario italiano et greco, nel quale si contiene come le voci Italiane si dicano in Greco volgare. Con alcune regole generali per quelli che sanno qualche cosa di Gramatica, acciò intendano meglio il modo di declinare, & coniugare li Nomi, & Verbi; & habbiano qualche cognitione della Gramatica di questa lingua Greca volgare. Composto dal P. Girolamo Germano della Compagnia di GIESV. In Roma, per l’Herede di Bartolomeo Zannetti 1622 (italienisch; {{#if: qlEPdAQH-sYC

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    • Hubert Pernot (Hrsg.): Girolamo Germano: Grammaire et vocabulaire du grec vulgaire publiés d'après l'édition de 1622. Fontenay-sous-Bois 1907 (thèse supplémentaire présentée à la faculté des lettres de l'Université de Paris) – (französisch; {{#if:grammaireetvocab00germ
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Enthält eine ausführliche Einleitung zur Geschichte der neugriechischen Grammatik und Lexikographie bis ins 19. Jahrhundert. –
Anzeige von R. Bousquet, in: Échos d'Orient. 11, no. 72, 1908, S. 317–318 (Digitalisat).
  • Simon Portius (Simone Porzio): Grammatica linguae graecae vulgaris. Reproduction de l'édition de 1638 suivie d'un commentaire grammatical et historique par Wilhelm Meyer avec une introduction de Jean Psichari. E. Bouillon et E. Vieweg, Paris 1889, (französisch, lateinisch, griechisch; {{#if:simonportiusgra00porzgoog
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  }}).
  • {{#invoke:Vorlage:lang|flat}}. Romanische oder Macedonowlachische Sprachlehre. Verfasst und zum ersten Mahle herausgegeben von Michael G. Bojadschi, Wien 1813 2. Auflage, Bukarest 1863 (231 Seiten; deutsch, griechisch).
    • Gramaticã românã sau macedo-românã. Bukarest 1915.
    • Romanische oder macedonowlachische Sprachlehre. {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} (Auszug griechisch und deutsch), in: Aromunische Studien. Salzburg 1981 (Studien zur rumänischen Sprache und Literatur, 5).
    • Gramaticā aromānā icā macedonovlahā. Hrsg. von V. G. Barba, Freiburg im Breisgau 1988.
  • Kurzgefaßte neugriechische Sprachlehre nebst einer Sammlung der notwendigsten Wörter, einer Auswahl von freundschaftlichen Gesprächen, Redensarten, Sprüchwörtern und Leseübungen; zunächst für die griechische Jugend in den k. k. österreichischen Staaten, und dann für Deutsche, welche sich diese Sprache eigen machen wollen, bestimmt = {{#invoke:Vorlage:lang|flat}}. Wien 1821 (380 Seiten; {{#if: R09KAAAAYAAJ

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  • Paul Anton Fedor Konstantin Possart: Neugriechische Grammatik nebst einer kurzen Chrestomathie mit einem Wörterbuch, für den Schul- und Privatgebrauch. Herausgegeben von Dr. Fedor Possart. Bei Herrmann Reichenbach, Leipzig 1834 ({{#if: VAItAAAAYAAJ

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Weblinks

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Einzelnachweise

<references />