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Grafenreuth (Floß)

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Grafenreuth
Markt Floß
Koordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city&title=Grafenreuth 49° 42′ N, 12° 17′ OKoordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city 49° 41′ 35″ N, 12° 17′ 23″ O
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Höhe: 536 m ü. NN
Eingemeindung: 1. Januar 1972
Postleitzahl: 92685
Vorwahl: 09603
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Grafenreuth ist Ortsteil des Marktes Floß im Bezirk Oberpfalz im Landkreis Neustadt an der Waldnaab.

Geographische Lage

Der Weiler Grafenreuth liegt ungefähr vier Kilometer südlich von Floß an der Staatsstraße 2181. Am Ostrand von Grafenreuth entspringt der Sandbach, der zwischen Albersrieth und Erpetshof in die Luhe mündet.<ref>Fritsch Wanderkarte Der Naturpark Nördlicher Oberpfälzer Wald, Maßstab 1 : 50.000</ref>

Geschichte

13. und 14. Jahrhundert

Grafenreuth (auch: Graefenreut, Grefenreut, Grauenreuth, Graffenreuth, Grauenreut, Graffenreut, Gräfenreuth) wurde im niederbayerischen Salbuch aufgeführt. Grafenreuth hatte zu dieser Zeit 5 Bauernhöfe. Seine Bewohner mussten jährlich 7 mutt Weizen, 9 1/2 mutt Korn (Roggen), 45 mutt Hafer, 5 mutt Hopfen, 3 Schweine Abgaben zahlen. Als Inhaber von zwei Höfen in Grafenreuth wurde Ch. Lenguelder genannt. Dieses Salbuch stammt aus der Zeit zwischen 1269 und 1320.

In diesem Verzeichnis wurden folgende zu Floß gehörigen Ortschaften genannt: Bergnetsreuth, Boxdorf, Diepoltsreuth, Ellenbach, Gösen, Grafenreuth, Hardt, Haupertsreuth, Kalmreuth, Niedernfloß, Oberndorf, Pauschendorf, Ritzlersreuth, Schlattein, Schönberg, Weikersmühle, Welsenhof, Würnreuth, Würzelbrunn.<ref>Adolf Wolfgang Schuster: 1000 Jahre Floss, 1976, Verlag Marktgemeinde Floss, S. 41, 42</ref>

Grafenreuth wurde auch im Böhmischen Salbüchlein genannt. Es zahlte 7 1/2 mutt Korn, 1 mutt Weizen und 10 mutt Hafer Steuer im Jahr. Marsch Dreswitzer wurde als Besitzer von zwei Höfen genannt mit einer Steuer von 2 mutt Weizen, 10 mutt Hafer, 2 mutt Hopfen, 2 Schweine, 16 Käse. Das Böhmische Salbüchlein enthielt Aufzeichnungen aus der Zeit von 1366 bis 1373 für alle Ortschaften, die im oben zitierten niederbayerischen Salbuch genannt wurden und zusätzlich Plankenhammer als hamer zu Mekenhofen.<ref>Adolf Wolfgang Schuster: 1000 Jahre Floss, 1976, Verlag Marktgemeinde Floss, S. 52–56</ref>

15. und 16. Jahrhundert

Grafenreuth ist im Salbuch von 1416/1440 verzeichnet. In Grafenreuth besaß Thobias der Waldauwer zwei Höfe. Es wurden die folgenden 5 Bauernfamilien in Grafenreuth genannt: Hannß Prunner, Michel, Meingott, Friderich, Pogner. Drei Bauern mussten Nachzill zur Verfügung stellen. Als Scharwerkdienste mussten sie ackern, holzrücken, düngen, Mist führen wenn darum gebeten wurde. Die Abgaben für alle 5 Bauernhöfe zusammen betrugen im Jahr 4 mutt 3 Achtl Korn, 15 mutt 3 Achtl Hafer, 1 mutt Weizen, 24 Käse, 120 Eier, 1/2 Nepf Öl, 3 Hühner, 2 Schweine, 4 Achtl Hopfen. Bargeld musste von den 5 Bauern zusammen zu Walburgi und zu Michelstag jeweils 2 Pfund, 7 Schilling gezahlt werden.<ref>Adolf Wolfgang Schuster: 1000 Jahre Floss, 1976, Verlag Marktgemeinde Floss, S. 70, 72, 73, 77, 78</ref>

Dieses Salbuch, mit Informationen über die zu Floß gehörenden Ortschaften stammt aus der Zeit 1416 bis 1440. In ihm erschienen folgende zu Floß gehörende Ortschaften, wie in den beiden älteren Salbüchern: Bergnetsreuth, Boxdorf, Diepoltsreuth, Ellenbach, Gösen, Grafenreuth, Hardt, Haupertsreuth, Niedernfloß, Oberndorf, Pauschendorf, Ritzlersreuth, Schlattein, Schönberg, Welsenhof, Würnreuth, Würzelbrunn.<ref>Adolf Wolfgang Schuster: 1000 Jahre Floss, 1976, Verlag Marktgemeinde Floss, S. 67–79</ref> Es fehlten: Kalmreuth, Plankenhammer, Weikersmühle. Hinzu kamen: Fehrsdorf, Gailertsreuth, Konradsreuth, Meierhof, Wilkershof.<ref>Adolf Wolfgang Schuster: 1000 Jahre Floss, 1976, Verlag Marktgemeinde Floss, S. 67–79</ref>

1493 hatte Gilig Waldauer zu Waldau zwei Höfe in Grafenreuth zu niederbayerischem Lehen.<ref>Adolf Wolfgang Schuster: 1000 Jahre Floss, 1976, Verlag Marktgemeinde Floss, S. 91</ref>

In einem Verzeichnis der Mannschaften<ref>„Mannschaft“ ist eine alte Bezeichnung für eine selbständige Haushaltung.</ref> um das Jahr 1559 wurden die folgenden zu Floß gehörigen Ortschaften aufgeführt: Bergnetsreuth, Boxdorf, Diebersreuth, Diepoltsreuth, Ellenbach, Fehrsdorf, Gailertsreuth, Gösen, Grafenreuth, Hardt, Haupertsreuth, Höfen, Konradsreuth, Meierhof, Niedernfloß, Oberndorf, Pauschendorf, Plankenhammer, Ritzlersreuth, Schnepfenhof, Schönberg, Steinfrankenreuth, Weikersmühle, Welsenhof, Wilkershof, Würnreuth, Würzelbrunn.<ref>Adolf Wolfgang Schuster: 1000 Jahre Floss, 1976, Verlag Marktgemeinde Floss, S. 104–107</ref> Für Grafenreuth wurden die folgenden fünf Mannschaften verzeichnet: Christoff Crapf, Martin Rüdell, Michell Eysmann, Ulrich Stahel, Enndres Ecker.<ref>Adolf Wolfgang Schuster: 1000 Jahre Floss, 1976, Verlag Marktgemeinde Floss, S. 105, 106</ref> In Gravenreuth wird im 15. und 16. Jahrhundert ein Eisenhammer genannt.<ref>Franz Michael Ress: Geschichte und wirtschaftliche Bedeutung der oberpfälzischen Eisenindustrie von den Anfängen bis zur Zeit des 30-jährigen Krieges. Verl. d. Histor. Vereins von Oberpfalz u. Regensburg, Regensburg 1950, S. 175.</ref>

17. Jahrhundert

Während des Dreißigjährigen Krieges zogen in den Jahren 1620 und 1621 die Mansfeldischen Soldaten durch Grafenreuth. Dabei raubten sie den Bauern Geld, Vieh, Getreide, Lebensmittel, Kleidung, Wäsche, Betten, kupferne Pfannen und Töpfe, Werkzeuge, Waffen usw., fischten die Weiher ab und verbrannten und zerstörten die Bauernhöfe. Eine Schadensaufstellung für Grafenreuth aus dem Jahr 1621 ergab einen Schaden von insgesamt 870 Gulden und 11 Kreuzer.<ref>Adolf Wolfgang Schuster: 1000 Jahre Floss, 1976, Verlag Marktgemeinde Floss, S. 168–195</ref>

Im Hof der Friedrichsburg in Vohenstrauß fand 1650 die Erbhuldigung gegenüber Pfalzgraf von Pfalz-Sulzbach Christian August statt. Grafenreuth erscheint auf der Huldigungsliste mit den 5 Hofbesitzern: Hannß Krapff, Jobst Riedhl, Hannß Eyßmann, Simon Gollwitzer, Christoph Rietl.<ref>Adolf Wolfgang Schuster: 1000 Jahre Floss, 1976, Verlag Marktgemeinde Floss, S. 220, 221</ref>

Im Jahr 1652 wird Grafenreut beschrieben mit 3 Höfen und 2 Halbhöfen. Seine Einwohner zu dieser Zeit waren 3 Ehepaare, 1 Witwer, 2 ledige Brüder, 11 Kinder. Das Vieh bestand aus 14 Ochsen, 11 Kühen, 11 Jungrindern, 7 Schweinen, 2 Schafen.<ref>Historischer Atlas von Bayern, Altbayern, Heft 47, Heribert Sturm: Neustadt an der Waldnaab Weiden, Kommission für Bayerische Landesgeschichte, Verlag Michael Lassleben, Kallmünz, 1978, ISBN 3769699122, S. 346</ref>

18. Jahrhundert bis Gegenwart

Eine Beschreibung des Fürstlichen Pflegamtes Floßerbürg aus dem Jahr 1704 verzeichnete für Grafenreuth 5 Mannschaften, 5 Höfe.<ref>Adolf Wolfgang Schuster: 1000 Jahre Floss, 1976, Verlag Marktgemeinde Floss, S. 247, 248</ref>

In einer historisch-statistischen Beschreibung des Pflegamtes Floß von 1794 wurden aufgeführt für Grafenreuth 5 Bauern, 1 Hirt, insgesamt 45 Einwohner.<ref>Adolf Wolfgang Schuster: 1000 Jahre Floss, 1976, Verlag Marktgemeinde Floss, S. 276</ref>

Um 1800 hatte Grafenreuth 6 Häuser und 40 Einwohner.<ref>Historischer Atlas von Bayern, Altbayern, Heft 47, Heribert Sturm: Neustadt an der Waldnaab Weiden, Kommission für Bayerische Landesgeschichte, Verlag Michael Lassleben, Kallmünz, 1978, ISBN 3769699122, S. 346</ref>

Anfang des 19. Jahrhunderts wurde Grafenreuth Steuerdistrikt und zugleich Ruralgemeinde. Zum Steuerdistrikt Grafenreuth gehörten außer Grafenreuth noch die Weiler Diebersreuth, Höfen und Steinfrankenreuth. Der Steuerdistrikt Grafenreuth hatte insgesamt 139 Einwohner und 18 Wohngebäude.<ref>Historischer Atlas von Bayern, Altbayern, Heft 47, Heribert Sturm: Neustadt an der Waldnaab Weiden, Kommission für Bayerische Landesgeschichte, Verlag Michael Lassleben, Kallmünz, 1978, ISBN 3769699122, S. 417</ref>

Die Ortschaft Grafenreuth hatte 1817 46 Einwohner und 6 Wohngebäude, 1861 50 Einwohner und 1961 45 Einwohner und 7 Wohngebäude.<ref>Historischer Atlas von Bayern, Altbayern, Heft 47, Heribert Sturm: Neustadt an der Waldnaab Weiden, Kommission für Bayerische Landesgeschichte, Verlag Michael Lassleben, Kallmünz, 1978, ISBN 3769699122, S. 433</ref>

Von Ende Juni 1943 bis zum 20./21. April 1945 (vor dem Ende des Zweiten Weltkrieges) existierte im Ort ein Außenlager des KZ Flossenbürg, dessen 150 Häftlinge Zwangsarbeit für die SS verrichten mussten.<ref name="KZ-Gedenkstätte Flossenbürg, Dr. Jörg Skriebeleit"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Außenlager Grafenreuth. (Memento des Vorlage:IconExternal vom 6. Juli 2016 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.gedenkstaette-flossenbuerg.de Webseite KZ-Gedenkstätte Flossenbürg. Abgerufen am 6. Juli 2016.</ref>

Am 1. Januar 1972 wurde die Gemeinde Grafenreuth in den Markt Floß eingegliedert.<ref>Adolf Wolfgang Schuster: 1000 Jahre Floss, 1976, Verlag Marktgemeinde Floss, S. 423</ref>

Einwohnerentwicklung der Gemeinde Grafenreuth von 1861 bis 1961

1840–1910<ref>Historischer Atlas von Bayern, Altbayern, Heft 47, Heribert Sturm: Neustadt an der Waldnaab Weiden, Kommission für Bayerische Landesgeschichte, Verlag Michael Lassleben, Kallmünz, 1978, ISBN 3769699122, S. 461</ref>
Jahr Einwohner
1861 126
1871 118
1880 134
1890 134
1900 143
1910 151
1919–1961
Jahr Einwohner
1919 147
1933 128
1939 115
1946 346
1952 304
1961 128

Hausnamen in Grafenreuth

  • Simmer: Grafenreuth 3, im Jahr 1610 hieß der Besitzer Simon Gollwitzer.<ref>Adolf Wolfgang Schuster: 1000 Jahre Floss, 1976, Verlag Marktgemeinde Floss, S. 394, 400</ref>

Weblinks

Einzelnachweise und Fußnoten

<references />

Vorlage:Klappleiste/Anfang

Vorlage:Klappleiste/Ende