Gröbern (Niederau)
Gröbern Gemeinde Niederau
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| Koordinaten: | Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(458)&title=Gr%C3%B6bern 51° 11′ N, 13° 31′ O
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dim=10000 | globe= | name=Gröbern | region=DE-Vorlage:Deutsches Bundesland/Code | type=city
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| Höhe: | 150 m ü. NN | |||||
| Einwohner: | 458 (31. Dez. 2022)<ref name="EWZahlen2020">Fakten und Zahlen aus der Gemeinde Niederau Stand 31.12.2022. (PDF; 0,66 MB) S. 3, abgerufen am 10. September 2024.</ref> | |||||
| Eingemeindung: | 1. Januar 1994 | |||||
| Postleitzahl: | 01689 | |||||
| Vorwahl: | 03521 | |||||
Gröbern ist ein Ortsteil der Gemeinde Niederau im Landkreis Meißen. Mit 458 Einwohnern ist Gröbern der drittgrößte Ortsteil der Gemeinde Niederau.
Lage
Das Straßendorf Gröbern liegt etwa 4 km nordöstlich von Meißen an der Staatsstraße 177 nach Radeburg am Nordwesthang des Elbtalgrabens.<ref name=":0">Edgar Lehmann et al.: Werte unserer Heimat: Lössnitz und Moritzburger Teichlandschaft. Hrsg.: Akademie der Wissenschaften. 1. Auflage. Band 22. Akademie-Verlag, Berlin 1973, S. 25 f.</ref>
Nordöstlich befindet sich eine große Mülldeponie, die Deponie Gröbern.
Geschichte
Der Ort weist eine lange Siedlungsgeschichte auf. Grabfunde aus der Bronzezeit wurden östlich und westlich von Gröbern entdeckt. Die dazugehörige Siedlung wird am Südende des Ortes vermutet. Ein Gräberfeld aus der frühesten Eisenzeit in der Nähe des Dorfes dokumentiert die frühgeschichtliche Bedeutung des Ortes.<ref name=":0" />
Im Jahr 1180 wurde der Ort erstmals erwähnt. Im Laufe der Jahrhunderte siedelten sich immer mehr Menschen um eine Kirche an.
Im Zuge der Hussitenkriegen im 15. Jahrhundert wurde Gröbern zerstört und lag nur noch als wüste Stätte vor.<ref name=":0" />
Nach der Reformation im Jahre 1590 wurde das wieder aufgebaute Dorf dem Prokuraturamt Meißen unterstellt.<ref name=":0" /><ref name=":1" />
Eine Pestepidemie ereignete sich in den Jahren 1634 bis 1637 in Gröbern und 178 Menschen verstarben an der hochgradig ansteckenden Infektionskrankheit.<ref name=":0" />
Die heutige Evangelisch-Lutherische Kirche im Ort wurde 1686–89 anstelle der alten – durch Brand zerstörten Kirche – erbaut.<ref>Kirche Gröbern. Kirchspiel Coswig-Weinböhla-Niederau, abgerufen am 20. Oktober 2025.</ref><ref name=":0" /> Den Bau finanzierte der Rittergut-Besitzer und Dresdner Jurist Adam Christoph Jacobi (1638–1689).
Bis in das 19. Jahrhundert wurde Weinbau betrieben. Der jährliche Ertrag umfasste rund 1200 Fass.<ref name=":0" /> Die Winzertradition reichte bis in das 17. Jahrhundert zurück. So stellte der Roitzschberg 1661 ein Rittergut mit 4 Winzereien dar.<ref name=":2">Ortschronik Gröbern. Gemeinde Niederau, abgerufen am 30. Dezember 2017.</ref> Heute birgt der kleine Kegelberg eine botanische Rarität mit größeren Vorkommen der Wilden Tulpe (Tulipa silvestris) und der Echten Schlüsselblume (Primula veris).<ref>Schutzgebietsverordnung FND: Roitzschberg Gröbern. Landkreis Meißen, 18. Dezember 1997, abgerufen am 30. Dezember 2017.</ref><ref name=":2" />
Das vorher mit Jessen seit 1965 eine Gemeinde bildende Gröbern gehört seit 1994 zur Gemeinde Niederau.
Entlang der Staatsstraße und um die Kirche gibt es viele Bauernhöfe. An den Ortsverbindungsstraßen nach Ockrilla, Niederau und Jessen gibt es überwiegend Ein- und Zweifamilienhäuser.
Bevölkerungsentwicklung
| Jahr | Bauern (besessene Mann) |
Gärtner | Häusler | Inwohner |
|---|---|---|---|---|
| 1547/51 | 19 | 13 | ||
| 1764 | 26 | 3 |
| Jahr | 1834 | 1871 | 1890 | 1910 | 1925 | 1939 | 1946 | 1964 | 1990<ref name=":1">Historische Ortsverzeichnis von Sachsen: Gröbern. Institut für Sächsische Geschichte und Volkskunde e. V., abgerufen am 30. Dezember 2017.</ref> | 2011<ref>Kleinräumiges Gemeindeblatt: Zensus 2011. Niederau. Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen, September 2014, abgerufen am 30. Dezember 2017.</ref> | 2016<ref>Jahresrückblick 2016. In: niederau.info. Ehemals im Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar); abgerufen am 20. März 2018. (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive )</ref> | 2017<ref>Jahresrückblick 2017 in Zahlen – Gemeinde Niederau. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 27. März 2019; abgerufen am 20. März 2018 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> | 2020<ref name="EWZahlen2020"/> |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Einwohner | 292 | 332 | 422 | 436 | 468 | 490 | 570 | 492 | 631 | 490 | 453 | 451 | 449 |
Literatur
- Vorlage:Landschaften in Deutschland
- Cornelius Gurlitt: Gröbern. In: Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Königreichs Sachsen. 41. Heft: Amtshauptmannschaft Meißen-Land. C. C. Meinhold, Dresden 1923, S. 154.
Einzelnachweise
<references/>